Häkel-Bedarf richtig auswählen: Anleitungen, Garne und Häkelnadeln

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Häkel-Bedarf richtig auswählen: Anleitungen, Garne und Häkelnadeln

Häkeln ist ein schönes und vor allem leicht zu erlernendes Hobby, das nicht nur Zeitvertreib an langen Winterabenden, sondern auch tolle Ergebnisse verspricht. Mit dieser speziellen Handarbeitstechnik können Sie Accessoires, Kleidungsstücke, Schmuck und vieles mehr herstellen. Das Beste: Das gehäkelte Stück kann jederzeit beiseitegelegt werden und wieder aufgenommen werden. Deshalb ist Häkeln auch für unterwegs ein schönes Hobby.

In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen verraten, was Sie für Ihr neues oder wiederentdecktes Hobby benötigen. Wir zeigen Ihnen, welche Nadeln und Garne sich für bestimmte Einsatzgebiete eignen und wie Sie die passenden Anleitungen für Ihre nächsten Projekte finden.

Wie funktioniert häkeln eigentlich?

Häkeln ist eine relativ junge Handarbeitskunst, die der Textilverarbeitung dient. Nachweisliche Häkelstücke sind nicht vor dem 18. Jahrhundert zu verzeichnen. Beim Häkeln werden mithilfe eines Fadens und einer Häkelnadel Maschen erzeugt und in der nächsten Reihe oder Runde miteinander verknüpft. Anders als beim Stricken, wird hier keine glatte Stricknadel, sondern eine bestimmte Häkelnadel mit einem Haken an der Spitze eingesetzt. Mithilfe des Hakens ist es möglich, den Faden durch eine bereits entstandene Masche zu ziehen und dadurch eine neue Masche zu bilden. So entsteht ein zusammenhängendes Maschengebilde.

Je nach Mode und Geschmack sind viele verschiedene Arten des Häkelns möglich. Von der filigranen Filethäkelei, wie wir sie von älteren Tischdeckchen oder Gardinen her kennen, bis hin zu wärmenden Mützen und Schals aus dicker Wolle ist alles möglich. Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber zeigen, welche Materialien und welches Zubehör Sie benötigen, um Ihr Häkelprojekt zu starten.

Praktisch: mit Anleitungen arbeiten

Für Anfänger und Neueinsteiger spielen die richtigen Häkelanleitungen eine wichtige Rolle. Nicht selten entscheidet ein gutes Häkelbuch darüber, ob die Lust an der Handarbeit wirklich entfacht werden kann. Aus diesem Grund sollten Sie der Auswahl der Anleitungen und Inspirationen ein wenig Zeit widmen. Dabei sollten Sie vor allem sich selbst einschätzen, denn Anfänger benötigen andere Anleitungen, als Profi-Häkler. Dies ist der wohl wichtigste Punkt bei der Wahl einer Anleitung.

Die richtigen Anleitungen für seinen Geschmack und sein Können zu finden, ist nicht immer einfach. Wir haben Ihnen daher drei Tipps zusammengefasst, nach denen Sie bei der Auswahl der Häkelanleitung vorgehen können.

Anfänger sind mit Einführungswerken gut bedient

Feste Maschen, Kettmaschen und Stäbchen sind Ihnen bereits bekannte Begriffe? Zunehmen und Abnehmen hat für Sie nicht nur etwas mit Essen zu tun? Glückwunsch, dann gehören Sie bereits zu den fortgeschrittenen Häklern. Für alle anderen empfehlen sich zunächst Einführungsbücher, die Sie Schritt für Schritt in die Welt der verschiedenen Maschen, Mustern und Bezeichnungen einführen. Werke wie „Häkeln für Dummys" geben Schritt für Schritt Anleitungen für erste einfache Projekte und sind auch als spätere Nachschlagewerke sehr hilfreich. Denn auch erfahrene Häkler stoßen hin und wieder auf Maschenbezeichnungen, die sie eventuell noch nie gehört haben.

In diesen Häkeleinführungen erfährt man nicht nur, wie die verschiedenen Maschenarten heißen, man lernt in der Regel auch die sogenannte Häkelschrift zu lesen. Bei der Häkelschrift hat jede Masche ein bestimmtes Zeichen, sodass man damit einfach ohne Wortanleitung „vom Blatt" häkeln kann. Dies ist vor allem bei komplexeren Mustern wichtig. Haben Sie die Begriffe und Abkürzungen einmal verinnerlicht, können Sie sich auch an speziellere Bücher zu Häkeltechniken wagen.

Die Auswahl ist groß – suchen Sie gezielt nach einem Themengebiet

Wenn Sie die ersten viereckigen und runden Häkelstücke angefertigt haben, können Sie sich an komplexere Werke wagen. Die Auswahl an Literatur zum Häkeln ist riesig, behelfen Sie sich also, indem Sie nach einem ganz bestimmten Gebiet suchen. Zum Beispiel Schals oder auch gehäkelte Socken oder Mützen. Auch kleine gehäkelte Püppchen und Tiere (Amigurumis) haben eine schnell anwachsende Fan-Gemeinde und dementsprechend viele Anleitungen zu dem Thema gibt es. Von gehäkelten Robotern bis hin zu Spielzeugobst werden Sie hier fündig. Wenn Sie erst einmal wissen, wonach Sie suchen, werden Sie schnell das Passende für sich finden.

Es gibt jedoch auch sehr inspirierende Häkelbücher, die sich auf verschiedene Techniken beziehen. Diese eignen sich vor allem dafür, sich Inspirationen zu holen. Besonders praktisch sind diese gemischten Bücher, wenn sie darauf ausgelegt sind, Wollreste schön und sinnvoll zu verwerten. Denn wer einmal ein größeres Handarbeitsprojekt abgeschlossen hat, kennt das Problem der übriggebliebenen Wollreste. Damit diese nicht weggeworfen werden müssen, haben sich kreative Menschen schöne Lösungen einfallen lassen.

Der Blick ins Buch erspart Enttäuschungen

Gerade für Anfänger kann ein Buch mit einem zu hohen Schwierigkeitsgrad sehr frustrierend sein. Achten Sie also genau auf die Buchbeschreibung oder den Klappentext der Anleitung. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie in jedem Fall einen Blick in das Buch werfen um zu sehen, welche Voraussetzungen und Fertigkeiten Ihnen hier abverlangt werden.

Nachdem Sie sich nun in Häkelbüchern oder Einzelanleitungen über verschiedene Projekte informiert haben, können Sie an die Auswahl der Materialien und Zubehörteile gehen.

So finden Sie das richtige Garn für Ihr Projekt

Das Endergebnis ihrer Häkelarbeit hängt nicht nur mit Ihrem Können, sondern zu einem Großteil auch mit der richtigen Wolle bzw. dem richtigen Garn zusammen. Denn das Garn beeinflusst das Aussehen eines gehäkelten Stückes ganz enorm. Selbst mit der gleichen Nadel und dem gleichen Muster gehäkelte Teile können in verschiedenen Wollarten ganz anders daherkommen. Meist enthalten Häkelanleitungen Empfehlungen für eine bestimmte Wolle, doch gerade bei älteren Büchern ist diese oft nicht mehr erhältlich und Sie stehen alleine vor der Entscheidung. Wir haben Ihnen einige wichtige Garnarten zusammengefasst, um Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen.

Darauf sollten Anfänger beim Kauf von Wolle und Garnen achten

Gerade Anfängern wurden in früheren Zeiten oft dünne und daher preiswerte Wolle mit ebenso dünnen Nadeln in die Hand gedrückt, um die Kunst des Häkelns zu erlernen. Dabei eignen sich gerade feinere Garne eher für fortgeschrittene Projekte. Mit feinen Garnen dauert es besonders lange, bis man ein Erfolgserlebnis sieht. Die Maschen wirken schnell ungleichmäßig und auch der Umgang mit einer dünnen Häkelnadel ist für den Anfang alles andere als leicht. Die Folge: Viele aus dem Handarbeitsunterricht geplagte Menschen nehmen niemals wieder eine Häkelnadel zur Hand.

Als Anfänger eignen sich dickere Garne, die mit Nadeln ab einer Stärke von 5 verarbeitet werden, viel mehr. Denn mit diesen Garnen ist das erste Projekt besonders schnell abgeschlossen und das erste Erfolgserlebnis wird mit Sicherheit viele weitere nach sich ziehen. Auch sollten Anfänger darauf achten, dass das Garn gut verdrillt ist und sich nicht leicht Fäden ziehen lassen. Gerade Anfänger bekommen oft nicht den ganzen Faden zu fassen und trennen so einige Fasern aus dem gesamten Garn vom Lauffaden ab. Dies passiert bei geraden und einfach gehaltenen Garnen in der Regel seltener. Wir möchten Ihnen nun die drei großen Gattungen der Garne einmal näher vorstellen.

Baumwolle und Perlgarn für feine Häkelspitzen, Topflappen und vieles mehr

Viele Anfänger werden auch heute noch zuerst mit Baumwolle konfrontiert. Und das hat auch gute Gründe: Baumwolle ist einfach zu verarbeiten und aus dem robusten Material können einfache Anfängerprojekte, wie zum Beispiel Topflappen in verschiedenen Formen, ganz einfach hergestellt werden. Baumwolle ist ein rein pflanzliches Produkt, das aus der Faser der Baumwollpflanze gewonnen wird. Sie eignet sich nicht nur für Topflappen, auch Bordüren und kleine Häkeldeckchen sind Baumwollgarne in den verschiedensten Stärken bestens geeignet. Der neueste Trend der Häkel-Community sind kleine Amigurumis – also gehäkelte Figuren, Tiere oder alltägliche Gegenstände – werden in der Regel auch aus Baumwolle hergestellt.

Feines Perlgarn, das eigentlich zum Sticken verwendet wird, kann ebenfalls zu zarten Häkelspitzenmustern verarbeitet werden. Diese werden dann bei Gardinen, Kissen oder in Tischdecken eingesetzt. Ganz nostalgisch sind klassische Stofftaschentücher, die mit einem kleinen Häkelrand zu einer individuellen Geschenkidee werden.

Tierische Wollarten für tierisch tolle Ergebnisse

Tierische Wollprodukte sind in den verschiedensten Stärken und Qualitäten zu haben. Sie eignen sich aufgrund ihrer besonderen thermischen Eigenschaften besonders für Bekleidungsstücke und wärmende Winteraccessoires, wie Schals, Mützen oder Handschuhe. Wolle wird dabei von den verschiedensten Tieren gewonnen, die beliebtesten Wollarten sind:

Die richtige Häkelnadel für die richtige Technik

Häkelnadeln oder auch Häkelhaken sind in verschiedenen Stärken erhältlich. Die Stärke ist auf dem Griff der Häkelnadel gedruckt und gibt den Durchmesser der Nadel an. Beachten Sie, dass es sich dabei nicht um Angaben in Millimetern handelt, sondern um eine mehr oder weniger beliebig festgelegte Normung. Je größer die angegebene Zahl, desto dicker ist die Nadel.

Außerdem gibt es Häkelnadeln in unterschiedlichen Materialien. Dazu gehören

  • Häkelnadeln aus Kunststoff
  • Häkelnadeln aus Metall (mit Kunststoffgriff)
  • Häkelnadeln aus Holz

Für welche der Varianten Sie sich entscheiden, ist letztendlich Geschmacksache. Viele Leute mögen Kunststoffnadeln, weil diese angenehm in der Hand liegen. Am längsten haltbar sind jedoch Metallnadeln, die auch mehrere Generationen an Häkelfreudigen überleben können.

Doch welche Nadeln sind für welche Zwecke geeignet? Nadeln mit einer Stärke von bis zu 2 sind für besonders filigrane Arbeiten, zum Beispiel Häkelspitze oder feine Lochmuster, geeignet. Sie sind mit einem passenden Garn zu verwenden und bieten sehr zarte und romantische Ergebnisse. Mittlere Häkelnadeln von etwa 2,5 bis zu einer Stärke von 4 eignen sich für Amigurumis, Topflappen, Strümpfe und Applikationen – also alles, was eine feste Oberfläche bieten soll. Dicke Häkelnadeln von 5 bis hin zu Stärke 12 oder mehr eignen sich optimal für kuschelige Wintermode, Schals und Mützen.

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