HK-Bässe allgemein

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Der erste Eindruck:

Ich habe mir mal sämtliche angebotenen HK-Bässe angesehen und musste erschreckend feststellen, dass die angeblichen Profis keinen Schimmer von der Materie Instrumentenbau haben.

Die Fehler:

Der obligatorische Fehler, den so ziemlich alle Garagenvertriebe machen  - die falsche Übersetzung vom englischen Rosewood ins deutsche "Rosenholz". Rosewood ist nichts anderes als Palisander.

Die Angabe, dass alle Bässe E-Fach-Deckel aus Walnuss haben (ich konnte keinen aus Walnuss entdecken) stimmt nicht. Zwar sind einige aus Riegelahorn oder Mahagoni, aber dort wurde so gespart, dass man die Maserrichtung des Holzes nicht beachtet hat. Da ist im Endeffekt jeder Deckel aus Kunststoff schöner.

Da wird auf die Klangeigenschaften von Wolkenahorn hingewiesen und selbiges Instrument besitzt lediglich eine Furnierdecke (0,55 mm vor dem Schleifen) aus diesem Holz. Dass dies keinerlei Auswirkungen auf den Sound hat ist irgendwie logisch.

Die Hälse sind "brettgerade"! Ein gerader Hals ist unbespielbar; er muss immer konkav sein, damit die Saite auch Platz hat um zu schwingen.

Sonderlackierung, bei der die Farbe wechselt (Wolkenahorn)? Es handelt sich um eine ganz normale Lackierung. Den Effekt liefert das Wolkenahorn selbst durch die Wuchsrichtung und sich daraus ergebenden Spiegel.

Wechseldrehwuchs bei Mahagoni ist ein Holzfehler, der ein Verziehen des Holzes nach sich zieht, kein Prädikat für gutes Holz. Es kommt nur als Furnier zur Verwendung, da es sehr stark zur Rissbildung kommt.

Meine Zweifel:

Jahrelange Lufttrocknung bei diesen Hölzern - mit Sicherheit nicht, denn sonst könnte man diese Preise nicht halten bzw. die Stückzahl nicht erreichen.

Wenn dort Profis angestellt sind und die Instrumente prüfen, dann würden sie sich auch damit auskennen.

Ein Anfänger wird keine Freude an solch einem Bass finden, der nicht richtig eingestellt ist. Diesen Service erledigen die Leute in den Fachgeschäften vor dem Verkauf und oftmals auch danach kostenlos.

Meine Person:

Ich spiele seit 25 Jahren Gitarre und seit 10 Jahren auch Bass (Marleaux, Schack, Dingwall, Esh), arbeite in einem Fachgeschäft für Musikinstrumente in der Abteilung für Gitarren und Bässe und bin auch für die Reparaturen solcher zuständig. Gelernt habe ich das Handwerk des Tischlers, kenn mich folglich mit der Materie Holz auch sehr gut aus.

 

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