HK 6 Saiter Fretless Bass

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Ich habe von der Firma HK des Heke-Vertriebes einen 6 String Fretless-Bass erworben. Angeblich koreanischer Herstellung. Ich hatte vom Ruf der Produkte des HK Vertriebes noch nie etwas gehört und zudem überfluten sie gerade zu den Markt mit Saiteninstrumenten aller Art. Aufgefallen ist mir HK, wegen seiner überaus günstigen Angebote zu 6 und 7 saitigen Bässen und 7 saitigen Gitarren mit durchgehendem Hals, was mich doch sehr neugierig machte. Ich selbst spiele seit '87 Bass und habe mich immer mal wieder hobbymäßig mit Gitarrenbau beschäftigt. Neben Sound und Bespielbarkeit interessieren mich auch die Handwerksqualität von Highend-Produkten verschiedener Hersteller. Nun wollte ich immer mal einen 6 saitigen Headless Fretless spielen, ohne Fretlines und von höchster Qualität, aber leider kann ich mir es überhaupt nicht leisten, und außerdem bin ich als Basser zu schlecht für 6 Saiten. Dann viel mir der 5 saitige "HK Edelbass 5 String Fretless" auf, und es dauerte nicht lang; da war es dann meiner. Erstkontakt: Während der Bass geliefert wurde, konnte ich es kaum abwarten, ihn zu testen. Ich zweifelte zwischendurch, ob man für dieses Geld halbwegs was taugliches mit durchgehendem Hals bekommen kann. Dann war es soweit: Karton aufgerissen, mitbestellte Bass-Tasche (gute Qualität) geöffnet und den Bass rausgeholt. Dieser war noch in Schaumfolie eingewickelt, also weg damit. Ich war erleichtert. Auf ersten Blick scheint alles heil zu sein und er ist nicht aus Pappe, sondern sieht aus wie auf den Fotos der Beschreibung. Auf zweiten Blick sehe ich, die Saiten sind gespannt, die Saitenlage ist sehr gut eingestellt, die Saiten sind wohl tatsächlich von D'Addario, das Griffbrett ist gut abgerichtet, Mechaniken, Brücke und Potiknöpfe machen einen guen Eindruck. Nur die Holzabdeckungen für das Elektrikfach und die Halsstab-Einstellschraube sehen recht dürftig aus. Das grobporige Holz hätte besser klar-matt lackiert werden sollen. Die Pickups haben die richtige Position und Höheneinstellung. Ich hätte die Fretlines lieber weggelassen und dafür die seitlichen Dots genau dorthin positioniert, wo auch die Töne sind. Wäre in der Produktion vielleicht sogar billiger. Ergonomie: Die kleine Kopfplatte mit Links/Rechts-Mechaniken in Verbindung mit einem langen oberen Cutaway bewirken, dass der nicht besonders schwere Bass nicht kopflastig ist. Er hängt in guter Position und schmiegt sich schön an den Körper. Das Stringspacing von nur 16mm an der Brücke ist für meinen Geschmack sehr gering. Ich mag, wegen einiger J. Pastorius- und P. Jones-Spieltechniken lieber mindestens 18mm, aber bei dem Preis ist das nicht über zu bewerten. Sound: Unverstärkt ist er sehr leise, aber das Sustain einzelner gegriffener Töne fällt schon auf. Am Verstärker angeschlossen entfacht sich mir pure Begeisterung. Sowas gab es vor 20 Jahren in dieser Preisklasse nicht. Die Kent Armstrong Pickups, die ich schon aus meinem 80er Jahre Gitarrenbau-Buch und aus einem Testbericht auf einer Archtop-Gitarre kenne, gehören tatsächlich mit zu den besten passiven Bass-Pickups, die ich kenne und brauchen den Vergleich zu anderen großen Herstellern nicht scheuen. Tiefe Bässe, knurrend drückende Mitten und samtige Höhen ohne Nebengeräusche unterstützt von einer aktiven kaum rauschenden Klangregelung erreichen den Verstärker auch ohne Klangeinbußen, trotz langer Kabel. Leider fehlt aber ein Push-Pull-Poti als Aktiv/Passiv-Umschalter. Das Balance-Poti ist falsch angeschlossen und der Neck- und Bridge-Pickup somit vertauscht. Der Regelbereich im Bass ist in Ordnung, in den Höhen wäre ein stärkerer Eingriff oder ein anderer Frequenzbereich wünschenswert. Für einen Fretless-Bass wäre eine Mittenregelung sehr zweckmäßig gewesen. Die Elektronik ist insgesamt völlig okay, würde sie aber langfristig gerne gegen eine qualitativ sehr hochwertige Noll Aktivelektronik mit Mittenregelung und gestacktem Volume/Balance-Regler austauschen. Insgesamt hat der Bass ein tolles Sustain, auch auf der H- und E- Saite in allen Lagen. Nur auf der G-Saite gibt es einen nicht sehr ausgeprägten Dead Spot, der nicht besonders stört. Trotz der niedrigen Saitenlage und des geraden Halses scheppert die H- und E-Saite nirgendwo. Nach längerem Spiel merkt man, dass das Tonholz nicht das gleiche sein kann, wie bei 8 mal teureren Bässen, aber der HK-Bass kommt schon gut in die Richtung und es mach einfach Spass, ihn zu spielen. Wenn man das Gefühl hat, dass das Obertonspektrum noch reichhaltiger und luftiger sein könnte, wird auf jedenfall erheblich viel tiefer ins Portmorne greifen müssen. Fazit: Der Bass ist sein Geld absolut wert. Im Gegensatz zu dem älteren Testbericht zum 7 Saiter, kam mein 6 Saiter in sehr guter Werkseinstellung. Die Tasche ist für unter 30 Euro auch sehr ordentlich. Wer einen günstigen und gut eingestellten Bass sucht, der wird über die etwas mäßige handwerkliche Qualität locker hinweg sehen, da er klang- und spieltechnisch kaum Wüsche offen lässt. Handwerkliche Mängel wären kleine Schleifspuren, leicht ausgefranste Fräsung für die E-Fach-Abdeckung, Balance-Poti verkehrt herum angeschlossen, um das Greiffbrett herum zum Korpus hin (19.-24. Bund) wurde der Bass nicht gut abgerichtet (Korpus ist um den 19.-24. Bund herum nicht plan und steigt um das Griffbrett herum etwas an. Bei Korrekturversuchen ist der/die MitarbeiterIn wohl mit dem Schnitzmesser etwas abgerutscht und hat eine feine Schramme auf dem Griffbrett verursacht und auf der Seite wo sich die Dots befinden, sieht das in der beschriebenen Lage eben alles nicht ganz sauber aus, eben nach Korrektur mit einfachen Mitteln.), die Senkungen für die E-Fach-Schrauben hätten etwas tiefer sein können, wobei auch eine Schraube samt Bohrung im E-Fach-Deckel fehlt und dort die Abdeckung 1 mm absteht. Ansonsten sind da noch 2 oder 3 ganz kleine Macken, die man anscheinend mit Holzspachtel aufgefüllt und verschliffen hat. Aber das ist alles spieltechnisch und auf dem ersten Blick völlig unerheblich und als Hobby-Gitarrenbauer sind meine Anmerkungen möglicherweise etwas pedantisch streng, aber das Preisleistungsverhältnis ist trotzdem sehr gut. Wertung: + auspacken und abrocken möglich, auch für Nicht-Bastler + Einsatzzweck auch für Profis ohne weiteres denkbar + Sound + Bespielbarkeit + Werkseinstellung (Saitenlage, Hals, Brücke etc) + Pickups - Die 4 Schrauben der Brücke waren nicht voll angezogen - Optik bezgl. leichte Schleifspuren, kleine Macken, Optik des E-Fach-Deckels - Kein Umschalten von Aktiv auf Passiv - Balance-Poti falsch herum angelötet
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