Gute alte Zeiten: Erinnern Sie sich noch an Schwarz-Weiß-TV?

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Gute alte Zeiten: Erinnern Sie sich noch an Schwarz-Weiß TV?

Schwarz-Weiß-TV damals und heute

Jüngere Semester fühlen sich wahrscheinlich geradezu in die Steinzeit zurückversetzt, doch „ältere“ Leser können sich vielleicht noch daran erinnern: ans Schwarz-Weiß TV. Tatsächlich müssen Sie kein Methusalem sein, um sich an die alten Zeiten mit Schwarz-Weiß-TV erinnern zu können, noch die 1970er oder gar 1980er-Geburtsjahrgänge könnten eventuell „farblos“ Fernsehen geschaut haben. In der Geschichte des Fernsehens aber ist die Zeitspanne relativ kurz und misst im Grunde nur wenige Jahrzehnte. Die Kommerzialisierung und somit Massenentwicklung des Fernsehens begann schließlich erst in den 1950er Jahren, und noch einmal viele Jahre später wurde ein eigener Fernseher zur Norm. Diese frühen Anfänge markierte das Schwarz-Weiß-TV, damals durchaus bereits eine technische Meisterleistung und regelrechte Innovation.

1950: Zum Anfang war das Fernsehen noch schwarz-weiß

Sicherlich kann sich der „moderne“ TV-Nutzer einen Schwarz-Weiß-TV kaum als Innovation und gar Revolution vorstellen, für damalige Verhältnisse - wohlgemerkt anno 1950 oder 1960 - dürften diese Worte durchaus gepasst haben. Möglicherweise haben Ihnen vielleicht sogar mal Ihre Großeltern oder Eltern vom ersten Schwarz-Weiß-TV erzählt, wo viele zum Fernsehen noch regelmäßig Ihre Nachbarn besuchten. Was heute undenkbar ist, wo heute quasi in jedem Kinderzimmer ein Flachbild-Fernseher steht, war das Mitte des vorigen Jahrhunderts noch alles andere als normal. Wo heute satte Farben von der Mattscheibe strahlen, war damals eben Schwarz-Weiß-TV angesagt, es war schlichtweg die Norm des frühen Fernsehens und damaliger Elektronik - heute für so manchen, wie gesagt, kaum vorstellbar. Selbstredend war der Schwarz-Weiß-TV auch ungleich größer als ein heutiger Flachbildschirm, wobei das zugegeben von der jeweiligen Perspektive abhängt. In seiner Tiefe war der Schwarz-Weiß-TV ein wahres Monstrum, insbesondere im Vergleich zu den modernen und nur wenige Zentimeter messenden Flachbildschirm. Von der eigentliche Diagonale, also dem für den Zuschauer sichtbaren Bild, war der Schwarz-Weiß TV jedoch deutlich kleiner und insbesondere zu seinen Anfängen geradezu winzig.

Der Schwarz-Weiß-TV entwickelt sich

Die Geschichte des einstigen Schwarz-Weiß TV zum heutigen Flachbildfernseher erscheint allein schon wegen dem Wandel der Proportionen beeindruckend, wobei die Geschichte des Fernsehens natürlich nicht allein mit abnehmender Tiefe oder stetig wachsender Bildschirmdiagonale zu erklären ist. Und auch wenn der Schwarz-Weiß-TV erst in den 1950ern langsam populär und quasi den Massen zugänglich wurde, reicht die Geschichte des Fernsehens doch noch einige Jahre weiter zurück. Kaum zu glauben, aber bereits 1843 war man technisch in der Lage, gewisse Helligkeitswerte elektrisch zu übertragen. Trotzdem hatte der Schwarz-Weiß-TV noch einen weiten Weg vor sich, erst 1883 gelang mit der sogenannten „Nipkow-Scheibe“ die Umsetzung der Idee. 1884 gab es ein erstes Patent, als „Erfinder“ gilt der Deutsche Paul Julius Gottlieb Nipkow - dem Mann haben Sie heute als Mitglied der modernen TV und Video Generation quasi alles zu verdanken. Trotzdem war mit der ersten Nipkow-Scheibe die Geschichte des Schwarz-Weiß TV oder gar moderner Flachbildfernseher noch längst nicht beendet, sondern eher angestoßen. 1897 folgte der nächste wichtige Schritt zum Schwarz-Weiß TV, die „Braunsche Röhre“ oder eigentlich „Kathodenstrahlröhre“. Jene Braunsche Röhre sollte Jahrzehnte Bestand haben und die Technik bestimmen, was nicht nur für den Schwarz-Weiß-TV, sondern ebenso die ersten Farbfernseher galt. Bis zu den Anfängen der 2000er Jahre galt die „Röhre“ als Standard der TV-Technik, da war der Schwarz-Weiß-TV allerdings schon aus dem Handel verschwunden. Der Leser muss sich also wieder in die Vergangenheit entführen lassen.

Klein wird groß: Technik-Wandel des Schwarz-Weiß-TV

Der erste Schwarz-Weiß-TV war noch winzig klein, was der interessierte Leser vielleicht mit heutigen Mini-TV für unterwegs vergleichen kann. Tatsächlich maßen die ersten Geräte um 1920 und 1930 nur wenige Zentimeter und rund 10.000 Bildpunkte, trotzdem stand in jenen Jahren der Schwarz-Weiß-TV vor seinem ersten großen Meilenstein. 1927 wurde in Großbritannien, genauer zwischen London und Glasgow, das erste Fernsehsignal der Geschichte übertragen, ein Jahr später konnte die junge Technologie den Atlantik überwinden. In Japan war man ebenfalls 1926 so weit und konnte sogar gleich richtige Bilder zeigen, zum Mai 1928 gelang in Deutschland die erste Fernsehübertragung, natürlich mit einem Schwarz-Weiß-TV. Der wichtigste Schritt für das Schwarz-Weiß-TV war getan, als offizieller Start des „deutschen Fernsehens“ gilt der 31. August 1928. Die nahende Weltwirtschaftskrise machte einem weiteren Durchbruch des Schwarz-Weiß-TV jedoch vorerst einen Strich durch die Rechnung, selbst wenn die Entwicklung der ersten Geräte und insbesondere der Technologie fortgesetzt wurde. Statt der Braunschen Röhre baute man seinerzeit noch auf das billigere „mechanische Fernsehen“, doch schon 1931 kam mit dem neuartigen „elektronischen Fernsehen“ Konkurrenz auf. Zum Zweiten Weltkrieg hatte die elektronische Idee der mechanischen Konkurrenz bereits den Rang abgelaufen, das erste regelmäßige Programm in Deutschland startete sogar schon lange vorher, nämlich 1929 auf dem Rundfunksender Witzleben.

Vom Anfang zum Ende: Schwarz-Weiß bekommt Farbe

Die ersten Bilder blieben natürlich schwarz-weiß, das Schwarz-Weiß-TV sollte noch einige Jahrzehnte Bestand haben. Tatsächlich zählte das Schwarz-Weiß-TV als Massenmedium noch lange Zeit nichts, der Hörfunk war - und blieb - populärer. 1952 gab es in Deutschland (BRD) gerade mal 300 Teilnehmer an der „neuen“ Idee Fernsehen, in der damaligen DDR sogar nur 60. Trotzdem wurde im Juni 1953 das erste Großereignis übertragen, die Krönung der englischen Königin Elizabeth II. - erstmals konnten 27 Millionen Zuschauer im Königreich den Hörfunk mit „nur“ elf Millionen deutlich schlagen. Auch in Deutschland kam der Schwarz-Weiß-TV und damit das Fernsehen an sich langsam in die Gänge, 1955 zählte die junge Branche bereits 100.000 Teilnehmer, 1957 wurde die Million erreicht. 1959 zählte Deutschland bereits zwei Millionen TV-Teilnehmer, dank steigender Zuschauerzahlen wurde verstärkt die Technik entwickelt. Mitte und speziell Ende der 1960er Jahre wurde der Schwarz-Weiß-TV mehr und mehr von Farbgeräten verdrängt, in der ehemaligen DDR waren entsprechende Geräte aber durchaus bis in die 1980er im Gebrauch. Westeuropa und somit die BRD schafften den Wandel vom Schwarz-Weiß-TV zu „Farbe“ hingegen deutlich schneller, womit der Westen auch seinen technischen Vorsprung demonstrierte. Doch selbst mit der neuen Farbtechnik sollte der Schwarz-Weiß-TV noch Jahre Bestand haben, zumal die ersten Geräte nicht unbedingt billig waren und die Konsumenten wohl mehr auf den Preis (und ihr Geld) schauten als heutzutage.

Entwicklung des TVs: vom Wandel der Jahrzehnte

Das offizielle Ende des Schwarz-Weiß TV in Deutschland (BRD) markiert übrigens der 25. August 1967, mit jenem Datum feierte das Farbfernsehen seine Einführung bei den deutschen Zuschauern - die erste TV-Ausstrahlung in Farbe gab es allerdings schon vier Jahre zuvor in 1963. Der Schwarz-Weiß-TV bekam somit immer mehr Farbe, wobei die ersten „farblosen“ Geräte natürlich nicht über Nacht verschwanden. Interessant: Selbst wenn dem modernen TV-Nutzer der alte Schwarz-Weiß-TV heute wie ein Gerät aus der Urzeit vorkommen mag, liegen zwischen den schwarz-weißen Mammutgeräten und den modernen Fernsehern nur wenige Jahrzehnte. Der Wandel der Zeit und insbesondere der Technologie in gut 50 oder maximal 60 Jahren scheint daher umso beeindruckender, was allerdings ebenso für den Schwarz-Weiß-TV an sich gilt. Waren erste entsprechende Geräte noch extrem klein und vor allem mit nur wenigen Zentimetern tatsächlicher Bildfläche versehen, waren die letzten Geräte mitunter extrem groß und noch weitaus sperriger. Wirklich handlich war der Schwarz-Weiß-TV vor allem in seinem Endstadium jedenfalls nicht gerade, trotzdem zeigt der Schwarz-Weiß-Fernseher wohl recht deutlich die frühe Entwicklung und den stetig technischen Fortschritt eben im Fernsehen - vergleichbar wohl mit den späteren Farbmodellen und noch späteren Flachbildschirmen Anfang der 2000er Jahre.

Nostalgie: Schwarz-Weiß TV in der modernen Zeit

Mittlerweile hat der Schwarz-Weiß-TV schlichtweg ausgedient, zumindest in den Wohnzimmern der typischen Fernseh-Konsumenten. Aus den Geschäften ist der Schwarz-Weiß-TV ebenfalls längst verschwunden, mit etwas Glück haben Nostalgiker die Chance, ein entsprechendes Gerät zu finden. Allerdings möchte wohl selbst der knallharte Nostalgiker in Zeiten von Farbfernseher und ultradünner Flachbildschirme seine allabendliche Lieblingsserie nicht auf einem Schwarz-Weiß-TV schauen, der rein technisch mit modernen Fernsehgeräten natürlich nicht konkurrieren könnte. Ebenso dürften Auflösung und Diagonale eines Jahrzehnte alten Schwarz-Weiß-TV heutigen Nutzern nicht wirklich zusagen, die Technologie ist mittlerweile doch einige große Schritte weiter. Und doch: So ganz ist der Schwarz-Weiß-TV selbst in Zeiten von Flachbildfernsehern nicht verschwunden.

Erbe des Schwarz-Weiß TV: Überwachung und Zukunft

Einige Bereiche setzen trotz moderner Technik selbst heute noch auf die Idee des Schwarz-Weiß-TV, der zugegeben seine Vorteile hat. In der Überwachungsbranche beispielsweise gilt der Schwarz-Weiß-TV weiterhin als beliebtes Mittel zum Zweck, wo tatsächlich auf Schwarz-weiß statt Farbe gesetzt wird. Solche Bereiche für den Schwarz-Weiß-TV gelten jedoch mehr und mehr als Ausnahme, in der breiten Konsummasse gehen die wenigen Geräte eher unter und richten sich obendrein gezielt an bestimmte Randgruppen. Außerdem zeigt sich auch in der Sicherheitsbranche ein extremer technischer Wandel und somit Fortschritt, weswegen der Schwarz-Weiß-TV quasi unmittelbar vor seinem endgültigen Aus steht. Die Zukunft des Fernsehens dürfte wohl ohne Schwarz-Weiß-TV stattfinden, wofür diese These kaum eine Glaskugel benötigt. Trotzdem wäre die moderne Fernsehwelt ohne die ersten Schwarz-Weiß-Geräte in Miniformat kaum denkbar gewesen, zumal das Fernsehen Mitte des letzten Jahrhundert erst den populären Hörfunk besiegen musste. Diese Mission aber hat das Schwarz-Weiß TV erfüllt, ohne „schwarz-weiß“ hätte es möglicherweise nie den Siegeszug des Fernsehens gegeben. Die Zukunft allerdings dürfte kaum schwarz-weiß oder grau sein, sondern in stechender Farbe und mit viel Diagonale.

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