Gute Kettensägen

Aufrufe 648 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Welche Motorsäge ist die Richtige?

Ein paar Äste im Garten kann man mit jeder Motorsäge abmachen. Das kann auch die billige Elektrosäge aus dem Baumarkt. Aber wer eine Säge wirklich nutzen will, der wird darauf achten, daß sie möglichst LEICHT und BEWEGLICH  (also nicht elektrisch) ist. Wenn man nur eine einzige Stunde damit arbeitet, dann merkt man jedes Kilo noch Tage später im Rücken (außer man ist Waldarbeiter). Von Güde z.B. bekommt man eine Säge mit 2 PS und rund 7,5 kg Gewicht. Eine vergleichbare Säge wiegt von Stihl weniger als 4 kg. Den Unterschied merkt man wirklich!

Man wählt also immer eine Säge, die für den Einsatzzweck genügend Leistung hat und möglichst leicht ist. Hierbei ist die Firma Stihl führend, zudem sind die Sägen gut verarbeitet und robust.

Um es ganz klar zu sagen: es gibt Sägen von Dolmar und/oder Husqvarna die sind genauso gut wie die von Stihl! Die sind wirklich gut. Aber zumeist sind sie nur wenig billiger - manchmal sogar teurer - und man bekommt dafür gebraucht (leider) kaum Geld zurück. Daher ist eine Motorsäge von Stihl normalerweise die erste Wahl.

Der guten Ordnung halber sei folgendes angemerkt: ich habe mit dem Laden "Stihl" nichts zu tun! Ich benutze nur deswegen Sägen von Stihl, weil ich damit die besten Erfahrungen gemacht habe. Das hier ist also keine "Werbung", sondern ein gut gemeinter Ratgeber auf der Basis persönlicher Erfahrungen.

Je nach Bedarf kommen verschiedene Modelle von Stihl in Frage, ein paar will ich hier vorstellen. Stihl stellt weit mehr Modelle her, aber diese Auswahl (je nach Anwendungszweck) soll bei der Entscheidung helfen.

Der Anfänger oder Gelegenheitsnutzer ist mit einer Stihl 180 (2 PS, 3,9 kg) gut bedient. Das ist eine schwache Säge, aber dafür ist sie sehr günstig. "Schwach" bedeutet: man benötigt beim Sägen etwas Geduld. Trotzdem kann man damit einen 20 cm dicken Nadelholzstamm in weniger als 10 Sekunden dahinmetzeln. Dank der "Schwäche" kann man sich damit nicht ganz so schnell verletzen und das ist gut so. Für die Baumpflege oder 2-3 Meter Feuerholz ist sie vollkommen ausreichend. Ein 35 cm Schwert sollte es schon sein, damit man kleinere Stämme oder dicke Äste auch schneiden kann. Mehr als 35 cm sollten es nicht sein, da lange Schwerter schnell stören und die Säge dafür nicht genug Leistung hat. Wichtig: sie ist sehr leicht und damit für Ungeübte gut zu benutzen. Total ausreichend für den normalen Gebrauch im Garten, z.B. mit Obsthölzern.

Der fortgeschrittene Hobbysäger nimmt eine Stihl 250 (3,1 PS, 4,6 kg). Die ist schon erheblich stärker, aber immer noch recht günstig zu bekommen. Obwohl darauf nur eine schmale Kette sitzt, ist das auch ihr Vorteil. Die dünne Kette geht bei der Motorleistung sehr gut durchs Holz. Dabei wird sie schneller stumpf als Profiketten, aber Profiketten benötigen auch eine (wesentliche teurere) Profi-Säge. Mit diesem "Makel" kann man gut leben, da die Ketten meist nicht durch das Sägen im Holz, sondern durch Sand am liegenden Holz stumpf werden. Das mögen die starken Ketten auch nicht. Diese Säge ist immer noch sehr leicht, jedoch schon spürbar schwerer als eine 180. Zehn bis zwanzig Meter Feuerholz kann man damit schon machen, wenn man ein bißchen Geduld hat. Eine ausreichende Säge für 75% aller Benutzer.

Der Profi nimmt eine Stihl 260 (3,5 PS, 4,8 kg). Die ist zwar "auf dem Papier" nur wenig stärker als eine 250, hat aber ein deutlich besseres Drehmoment. Die Kette mit 0.325er-Teilung ist dicker und erheblich standhafter. Damit kann man richtig sägen! Die Säge ist eine der leichtesten Profisägen und ähnlich schwer wie die 250er. Material, Haltbarkeit und Leistung sind aber deutlich besser. Eben ein Profigerät, aber das kostet dann auch schon richtig Geld. Diese Säge ist "der Klassiker" und wohl die meistverkaufte Säge weltweit. Für die meisten Benutzer (85-90%) ausreichend. Sie ist für größere Mengen Feuerholz oder kleinere Fällarbeiten gut geeignet. Besonders gut: sie läßt sich schnell zur Heckenschere umrüsten.

Will man dicke Stämme zu Feuerholz verarbeiten oder richtige Fällarbeiten erledigen, dann braucht es doch noch mehr Power. "Dicke Stämme" sind Hartholzstämme (Buche, Eiche, Esche), die mehr als 40 cm Durchmesser haben. Da müht sich eine 260 doch schon so ab, daß man über mehr Leistung nachdenken muß. Die nachfolgend aufgeführten Sägen sind für die meisten Privatnutzer "overkill" und sollten nur in Frage kommen, wenn man ernsthaft mit Holz arbeiten will.

Die Profisäge 361 (4,6 PS, 5,6 kg) ist ein für dickes Holz geeignetes Gerät. Zweifelsfrei hat sie nochmal spürbar mehr Kraft als eine 260er. Die 361 ist eine gute Wahl, wenn man sowohl kleine als auch grobe Arbeiten zu erledigen hat und sich nur eine Säge leisten will. Eine echte Universalsäge, die man für alles benutzen kann. Sie ist für die einfachen Arbeiten etwas zu schwer und hat deutlich mehr Leistung als gebraucht wird; bei richtig dicken Stämmen ist sie jedoch nicht wirklich stark.
Preistip: die Stihl 390 (4,6 PS, 5,9 kg) ist bei etwa gleicher Leistung nur minimal schwerer als eine 361 und kostet deutlich weniger. Die 390 ist eine wirklich gute Wahl und meine persönliche Empfehlung wenn man auf das Verhältnis Preis zu Leistung achtet. Sie ist (ebenso wie die 361) für 95% aller Anwender wirklich ausreichend und immer noch nicht zu schwer. Da kann man zuschlagen, wenn man eine starke Allround-Säge für die nächsten 20 Jahre kaufen möchte.

Sowohl die Stihl 361 als auch die 390 kommen mit dickeren Stämmen zurecht, aber ich empfehle für richtig dickes Hartholz eine Stihl 440 (5,4 PS, 6,3 kg), die nochmals deutlich mehr Kraft und Drehmoment hat und heftig durchs Holz geht. Das ist ein Gerät was nahezu unkaputtbar ist. Die 440er ist wirklich erste Wahl für gröbste Arbeiten, selbst wenn man von Beruf Holzfäller ist. Leider spürt man das auch im Preis. Eigentlich müsste ich an dieser Stelle die Stihl MS 460 (6 PS, 6,6 kg) empfehlen, aber damit habe ich keine guten Erfahrungen machen dürfen. Und so ein Testbericht ist nunmal subjektiv.

( Nachtrag: Ich habe jetzt die neue Stihl 441 testen können. Die dreht nochmal satter hoch als eine 440. Sie hat ein wirklich enormes Drehmoment, was spürbar besser als bei der 440 ist, wobei die 440 schon gut im Futter liegt.  Diese Säge soll im Laufe der Zeit, so sagte mir ein Insider, sowohl die 440 als auch die 460 ersetzen. Sie hat 5,6 Ps bei 6,6kg.)

Noch stärkere Sägen wie die 660 (7,1 PS, 7,3 kg) oder 880 (8,7 PS, 9,9 kg) werden im Regelfall wohl nur am Amazonas gebraucht oder wenn man Autos aufsägen will. (Naja, bei alten Eichenbeständen kann man auch über eine 660 nachdenken.)

Zum Abschluß noch ein paar Tips und Hinweise.

Will man Bio-Kettenöl verwenden, dann ist das selbst bei schweren Arbeiten (sofern man die Ölpumpe auf maximum einstellt) durchaus OK und gut für die Umwelt. Aber bitte Ketten und Schwerter vor dem Einlagern bei mehr als 4 Monaten mit etwas normalem Öl (Silikonöl, Ballistol, Caramba oder so) einsprühen, damit sie nicht verharzen und festklemmen. Die Säge bitte vor dem längeren Abstellen mit mineralischem Kettenöl anfahren und erst dann abstellen. Bio-Kettenöl neigt zum verharzen und das kann in der Säge teure Schäden verursachen.

Ketten und Zubehör gibt es günstig bei KOX. Einfach mal "kox" bei google eingeben. Die Ketten sind in der Praxis genauso gut wie die von Stihl.

Für die eigene Gesundheit bitte nur "Motomix" vom Stihl-Fachhändler als Kraftstoff benutzen! Man kann sich so allerhand Kopfschmerzen ersparen, die von den Abgasen hervorgerufen werden. Benzin mit Öl geht zwar genauso, aber die Abgase sind erheblich ungesünder.  Und wenn man schon ein Gemisch aus 2-Taktöl und Benzin fahren will, weil es billiger ist: dann bitte mit SUPERBENZIN. Das schont die Säge, die Gesundheit (weniger Benzol) und ist ein Jahr lagerfähig ohne gleich einen Motorschaden zu verursachen.

Ältere Sägen haben ein anderes Namensschema. Früher war die heutige 260 eine 026 (da gibt es Unterschiede z.B. am Tankverschluss). Die 180 war eine 018, die 250 war eine 025 usw.

Wussten Sie schon, daß die Bezeichnung "Motorsäge" bzw. "Kettensäge" eigentlich falsch ist? Genau genommen sägen diese Geräte nämlich gar nicht. Vielmehr wird das Holz in kleinen Spänen abgetragen. Das ist die Funktionsweise eines Hobels. Eigentlich müsste es also "Motorhobel" heißen...

Wenn Ihnen der Ratgeber nützlich war, dann bestätigen Sie das doch bitte unten auf der Seite.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden