Gut zu wissen vor dem Kauf von tragbaren Kassettenspielern

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Tragbare Kassettenspieler kaufen

Bei den tragbaren Kassettenspielern werden zwei Varianten unterschieden. Zum einen versteht man darunter den Walkman, den Sony erstmals 1979 ins Leben gerufen hat. Zum anderen ist ein tragbarer Kassettenspieler auch eine mobile Stereoanlage mit integriertem Kassettendeck. Was Sie beim Kauf eines solchen Geräts beachten sollten, haben wir in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Die Geschichte des tragbaren Kassettenplayers: Ursprünge des Walkmans

Der Name Walkman leitet sich von dem ersten kassettenbasierten Walkman ab, der im Sommer 1979 von Sony vorgestellt wurde. Bis Herbst 2010 stellte Sony rund 200 Millionen Abspielgeräte für die Audiokassetten her. Heute wird der Markenname für alle tragbaren Abspielgeräte für Musik verwendet, darunter auch MP3-Player und CD-Walkmen, die auch als Discmen bezeichnet wurden. Der erste Kassettenrekorder wurde schon früher, im Jahr 1963 von Philips vorgestellt. In den siebziger Jahren bis in die neunziger Jahre hinein waren Audiokassetten neben Schallplatten und später auch CDs die am häufigsten genutzten Audio-Medien. Der Vorteil der Audiokassette ist, dass sie sehr robust ist. Im Gegensatz zu anderen Speichermedien wie der CD halten die Tonbänder länger. Heute erfreut sie sich vor allen in den Schwellen- und Entwicklungsländern noch großer Beliebtheit. Doch auch in den Industrienationen werden die Musikkassetten noch von zahlreichen Nutzern geschätzt. Eine interessante Entwicklung, denn die Compact Cassette war ursprünglich für Diktiergeräte gedacht.

Die Boombox: Siegeszug des tragbaren Kassettenplayers mit dem Ghettoblaster

In den achtziger Jahren war es vor allem die Boombox bzw. der Ghettoblaster, mit der der Siegeszug des tragbaren Kassettenplayers eingeleitet wurde. Es handelte sich um eine Weiterentwicklung des Kofferradios. Zu den Merkmalen gehört in erster Linie das zweite Kassettendeck, das ein Überspielen von einer Audiokassette auf die andere ermöglichte. Außerdem waren diese Geräte vergleichsweise groß und mit einem leistungsstarken Verstärker versehen. Teilweise ließen sich auch die Lautsprecher abnehmen. Für die Entwicklung des Hip-Hops spielten die Geräte eine wichtige Rolle. Diese Radiorekorder sind heute in den meisten Fällen nur noch gebraucht erhältlich. Neue Geräte erinnern eher an tragbare kompakte Stereoanlagen. Hier sind zudem noch ein CD-Player und Steckplätze für externe Geräte integriert. Sie sind deutlich kleiner als die Ghettoblaster der siebziger und achtziger Jahre.

Welche Funktionen sollte der tragbare Kassettenspieler bieten?

Zu den Funktionen, die der tragbare Kassettenspieler mit sich bringen sollte, gehören:

  • Auto-Reverse-Wiedergabe
  • Rauschreduzierung
  • zuschaltbarer Bass
  • automatische Endabschaltung
  • Komfortfunktion/Titelfunktion
  • Soft Eject

Die automatische Endabschaltung bewirkt, dass sich das Gerät automatisch abschaltet, sobald das Band zurückgespult ist. Zum einen sparen Sie so Strom, zum anderen schonen Sie auf diese Weise die empfindlichen Magnetbänder. Mit der Komfort- bzw. Titelfunktion spulen Sie bei der Kassette schnell zum nächsten Titel vor oder zurück. Das Band hält automatisch an dem Titelmarker an. So lässt sich die Kassette ähnlich wie eine CD bedienen. Schließlich gehört auch die Funktion Soft Eject zu den möglichen Funktionen eines tragbaren Kassettenplayers. Sie gibt die Kassette besonders sanft heraus und schont nicht nur den Mechanismus, sondern auch die Audiokassette.

Rauschunterdrückung und Klangoptimierung mit den passenden Funktionen                                     Wer eine Kassette wiedergibt, nimmt zuallererst das Rauschen bei der Wiedergabe wahr. Dieses typische Kennzeichen der Musikkassette sollte durch verschiedene Rauschunterdrückungsverfahren minimiert werden. Zu den bekanntesten Verfahren gehört dabei das Dolby-B-Verfahren. Die Nachfolge trat dann Dolby-C. Erst viel später und eigentlich erst zum Ende der Nutzung der Kassettenplayer hin, folgte Dolby-S, das die Rauschunterdrückung noch einmal verbesserte. Weitere Verfahren sind:

  • High Corn
  • Dbx
  • DNL

Sie stammten von Telefunken und Philips, waren aber nicht so verbreitet wie Dolby.

Viele Walkmen-Modelle sind auch mit einer speziellen Bass-Funktion versehen: dem Mega-Bass oder Groove Sound System. Damit lässt sich der Klang weiter optimieren.

Aufnahmefunktionen tragbarer Kassettenspieler: auf integrierte Mikrofone und Anschlussmöglichkeiten achten

Bei einigen Kassettenspielern ist es auch möglich, mit einem integrierten Mikrofon oder mit einem zusätzlich angeschlossenen Mikrofon Aufnahmen zu machen. Außerdem wird das Abspielgerät für Kassetten häufig auch dazu genutzt, Radiosendungen mitzuschneiden.

Weitere wichtige Komponenten und Funktionen der tragbaren Abspielgeräte

Zu den Komponenten des tragbaren Abspielgeräts gehören bei den kompakten Stereoanlagen Lautsprecher und bei dem Walkman ein Eingang für die Kopfhörer. Die Musik lässt sich abspielen, stoppen, pausieren und vor- oder zurückspulen. Einige Varianten sind sogar mit einem Radio und Stereo-Lautsprechern versehen. Bei zusätzlichem Radio-Empfang sollten Sie darauf achten, dass der tragbare Kassettenplayer mit einer Teleskopantenne versehen ist. Außerdem ist bei diesen Varianten zwischen Analog- und Digital-Tunern zu unterscheiden. Praktisch ist es bei diesen Geräten, wenn Sie Ihre Lieblingsprogramme einspeichern können. Dazu ist es wichtig, dass das Abspielgerät mit einem gut ablesbaren Display versehen ist. Einige Modelle von Sony sind nicht nur mit einem LC-Display, sondern auch mit einer sogenannten Feather Touch Tastenbedienung versehen. Dabei handelt es sich um eine besonders leichtgängige Tastatur, die eine schnelle und komfortable Bedienung des Geräts ermöglicht. Bei modernen Varianten können Sie sogar noch einen USB-Anschluss oder einen Kartenleser vorfinden.

Die Stromversorgung des tragbaren Kassenplayers: Batterie oder Netzteil

Damit Sie den Kassettenplayer auch unterwegs nutzen können, sollte er mit Batterien betrieben werden. Achten Sie vor dem Kauf genau darauf, welche Batterien zum Einsatz kommen. Besonders praktisch sind Geräte, die mit wiederaufladbaren und gängigen Akkus bestückt werden können. So können Sie auch zwischendurch neue Batterien einlegen, wenn Ihnen der Strom ausgeht. Der Betrieb mit wiederaufladbaren Batterien schont dabei nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. Schwieriger wird es mit fest integrierten Batterien oder nur schwer erhältlichen Sonderakkus.

Bei den tragbaren Anlagen mit Kassettenfunktion ist ein Betrieb mit Batterie ideal – vor allem, wenn Sie das Gerät auch im Garten nutzen möchten. Zusätzlich sollte dieses Abspielgerät aber auch mit einem Netzteil versehen sein, damit Sie es im Haus an die Stromversorgung anschließen können. Achten Sie beim Kauf darauf, ob das Netzteil und die Batterien bereits im Lieferumfang enthalten sind. Viele Walkman-Modelle werden mit herkömmlichen AA-Batterien betrieben. Die Wiedergabezeit liegt im Durchschnitt bei 25 Stunden.

Wahl zwischen verschiedenen Bandtypen möglich: Ferrit und Chromdioxid als Favoriten

Einige Kassettenplayer ermöglichen, zwischen verschiedenen Bandtypen zu wählen. Dazu gehören:

  • Ferrit
  • Chromdioxid
  • Ferrochrom
  • Metall

Ferrit war der erste Kassettentyp für die magnetische Speicherung. Darauf folgten Bänder mit einer Beschichtung aus Chromdioxid. Typ 3 war dann die Doppelbeschichtung mit Eisenoxid und Chromdioxid – Ferrochrom. Schließlich wurden Bandtypen mit Reineisen bzw. aus Metall angeboten. Für den tragbaren Kassettenplayer sind die verschiedenen Bandtypen anhand der unterschiedlichen Einkerbungen zu unterscheiden. Die meisten Geräte können sehr gut mit den ersten beiden Bandtypen umgehen, während Kassetten mit den beiden letzteren Typen eher seltener genutzt werden.

Tragbare Kassettenspieler für Kinder: Darauf müssen Sie beim Kauf besonders achten

Eine Zielgruppe für die tragbaren Kassettenspieler sind in erster Linie Kinder. Sie können hier nicht nur Hörspiele und Musik hören, sondern auch ihre eigene Stimme auf Band aufnehmen. Das fasziniert auch die großen Kinder. Achten Sie beim Kauf eines Kinder-Kassettenrekorders darauf, dass sich auch Mikrofone an das Abspielgerät anschließen lassen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es sich um einen Kassettenplayer mit Karaoke-Funktion handelt. Mehr noch: Hier ist es wichtig, dass sich die Lautstärken von Musik und Mikrofon einzeln steuern lassen. Die tragbaren Kassettenspieler für Kinder zeichnen sich durch ihr farbenfrohes und zeitgleich robustes Äußeres aus. Beachten Sie beim Kauf, dass sich die Musik nicht so laut stellen lässt, um damit die Ohren der Kleinen zu schonen. Schließlich ist das Kennzeichen der tragbaren Kassettenplayer ein Henkel oder ein Bügel, an dem man das Gerät an den gewünschten Platz stellen kann. Besonders sicher sind breite und gut greifbare Tragegriffe.

Digitalisierung von Kassetten: spezielle Geräte für die Rettung analoger Musik

Wer seine alten Kassettenschätze in das digitale Format übertragen und damit archivieren will, sollte sich nach Digitalisierungsmöglichkeiten für die alten Kassetten umsehen. Zur Auswahl stehen unter anderem tragbare Kassettenplayer, die per USB an einen Computer angeschlossen werden können. Mithilfe der passenden Digitalisierungssoftware werden die analogen Audiosignale in das digitale MP3-Format oder in eine andere Variante wie WMA oder WMV umgewandelt. In den meisten Fällen lassen sich diese Geräte auch als tragbarer Kassettenplayer verwenden. Sie erkennen das daran, dass die Hardware mit einem Kopfhörerausgang versehen ist. Für die Digitalisierung eignen sich aber auch Kassettenplayer mit USB-Anschluss oder Kartenleser. Der Vorteil: Mit der Zeit leiden auch die besten Tonbänder.

Mit der Digitalisierung retten Sie die Tonbänder vor dem endgültigen Verlust. Mithilfe von einigen Filtern können Sie Rauschen und Knarzen aus der Aufnahme herausnehmen – aber nicht vollständig. Das Leiern bei älteren Tonbändern können Sie auch nicht verhindern. Ein kleiner Profitipp: Spulen Sie lange nicht genutzte Kassetten kurz durch, um Ablagerungen auf dem Tonband zu entfernen. Auch lange Pausen können bequem herausgeschnitten werden. Auf die Aufnahmequalität wirkt es sich positiv aus, wenn Sie den Walkman per Cinch direkt mit der Soundkarte des Computers verbinden. Wichtig ist auch, dass das Übertragungskabel nicht zu lang ist, um weitere Verluste bei der Übertragung zu reduzieren. Ideal sind Kabellängen zwischen einem und zwei Metern. Sie sollten aber beachten, dass die Übertragung von dem analogen in das digitale Format nur 1:1 vorgenommen werden kann.

Fazit

Tragbare Kassettenplayer sind nicht nur für Nostalgiker geeignet. Sie bieten die Möglichkeit, lieb gewonnene Audiokassetten auch unterwegs zu hören. Dabei können Sie sich zwischen den sogenannten Walkman-Modellen mit Kopfhörerbuchse und tragbaren Anlagen mit Kassettendeck entscheiden. Beide lassen sich auch mit Batterien betreiben. Doch Kassettenspieler ist nicht gleich Kassettenspieler. Achten Sie beim Kauf auf bestimmte Funktionen, die das Gerät unbedingt mit sich bringen sollte. Zu den Sonderformen der Kassettenspieler gehören auch tragbare Geräte, die speziell für Kinder gefertigt wurden. Auch Geräte, mit denen sich die Kassetten in das digitale Format umwandeln lassen, sind in dieser Kategorie vertreten.

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