Gut zu wissen beim Kauf von Bildröhren

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Gut zu wissen beim Kauf von Bildröhren

Warum eine Bildröhre kaufen?

Bildröhren gehörten bis vor einigen Jahren zum Standard bei Fernsehgeräten und Computermonitoren. Die Flachbildschirme LCD oder Plasma haben den Markt revolutioniert und die Bildröhren zum größten Teil verdrängt. Viele Hersteller haben diese alte Technik aus ihrem Sortiment genommen und stellen keine neuwertigen Modelle mit Bildröhren her. Die Röhrentechnik ist deutlich ausgereift und überzeugt vor allem Kenner und Experten mit einigen Vorteilen. Je größer der Fernseher, desto klarer kann das Bild wirken. Außerdem verfügen die Modelle über eine gute Soundqualität, erzeugt durch die tiefe Bauweise. Bei Flachbildfernsehern besitzen die Lautsprecher keinen großen Resonanzkörper und wirken flacher im Ton. Die ersten Bildröhren waren zur Wiedergabe von Schwarz-Weiß-Bildern ausgelegt und wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt. Um 1960 gab es den ersten Fernseher mit farbiger Bildröhre und die drei unterschiedlichen Fernsehnormen PAL, NTSC und SECAM bildeten sich aus. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Funktionsweise der Bildröhre und erhalten wichtige Tipps zum Kauf der Geräte.

Aufbau und Erklärung – so funktioniert eine Bildröhre

Bildröhren sind auch unter dem Namen Braunsche Röhren bekannt, der auf ihren Erfinder zurückgeht. Im Englischen kennt man Sie als CRT, abgekürzt für Cathode Ray Tube. Jede Bildröhre besteht auf einem Bildschirm, einem konischen Teil und einem Röhrenhals. Im Röhrenhals sitzt ein Heizdraht, der eine Kathode erhitzt. Sie senden eine permanente Elektronenwolke aus, die von der Anode hinter dem Bildschirm abgesaugt und beschleunigt werden. Die Anode benötigt dabei eine Spannung von über 10.000 Volt. Ein sogenannter Wehnelt-Zylinder bündelt die Elektronenwolke und erzeugt somit einen Strahl, der sich fokussieren lässt. Gleichzeitig kann die Intensität des Elektronenstrahls beeinflusst werden. Dieser gebündelte Strahl trifft in der Mitte des Bildschirms auf, lässt sich jedoch durch die negativ geladenen Elektronen in jede Richtung ablenken. Hierfür sind elektromagnetische Spulen im Monitor integriert, die den Strahl zeilenweise weiterführen. Am Ende des Bildes angelangt wird die Intensität des Strahls auf ein Minimum gefahren, damit er beim Rücklauf nicht mehr sichtbar ist. Auf der Bildröhre selbst sorgt eine spezielle Schicht für das angezeigte Bild. Sie wandelt den sonst unsichtbaren Elektronenstrahl in sichtbares Licht um. Die besondere Maske der Beschichtung entscheidet über Farbe und Intensität des Leuchtens. Für eine farbige Darstellung sind in der Maske die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau enthalten. Durch die Zusammensetzung dieser drei Farben lässt sich nach additiver Farbmischung jeder beliebige Farbton wählen.

Kaufkriterien bei einer Bildröhre: Darauf ist zu achten

Im Gegensatz zu den neuen Flachbildfernsehern fallen Bildröhren deutlich kleiner aus. Die Größe des Bildschirms wird dabei als Diagonale in Zentimetern angegeben. Röhrengeräte bieten Modelle zwischen 25 cm bis 95 cm Bildschirmdiagonale. Dabei richtet sich die Diagonale nach der Größe des Raumes. Als einfache Faustregel gilt: Der Zuschauer sollte die 5fache Bilddiagonale vom Fernseher entfernt Platz nehmen. Entscheiden Sie sich für eine Bildschirmdiagonale von 70 Zentimetern, so liegt der ideale Sitzabstand bei 3,50 Metern. Fällt die Bildröhre zu klein oder zu groß für die Sitzposition aus, kann das Fernsehen deutlich anstrengend wirken. Zusätzlich bestimmt die Diagonale der Bildröhre ihren Preis. Das gängige Format der Röhrenfernseher ist 4:3, orientiert an der PAL-Fernsehübertragung. Die meisten Fernsehsender stellen ihre Produktion und Übertragung auf 16:9 um. Herkömmliche Bildröhren geben dieses Format mit einem schwarzen Balken an der oberen und unteren Kante des Bildes wieder. Die Darstellung wird kleiner, wobei alle Bildinformationen erhalten bleiben.

Fernsehen wird zunehmend digitaler und die Abschaltung analoger Satelliten ist bereits vollendet. Praktisch erweisen sich also Modelle, die eine digitale Empfangseinheit integriert haben. Da dies bei Bildröhren nur selten der Fall ist, planen Sie einen zusätzlichen digitalen Receiver ein. Bei älteren Geräten lässt sich das Signal über ein Scart-Kabel übertragen. Im Gegensatz zu Flachbildfernsehern spricht man bei Bildröhren nicht von einer eindeutigen Auflösung. Die meisten Hersteller bieten ihre neuen Geräte als HD-prepared an, um das hochauflösende Fernsehen zu genießen. Hierfür benötigen die Modelle eine geeignete Schnittstelle, beispielsweise über HDMI oder YUV. Nur so lassen sich die hochauflösenden Inhalte ohne Verlust übertragen. Achten Sie bei hochwertigen Modellen auch auf die Bildfrequenz. Normale Bildröhren verfügen über eine Bildwiederholfrequenz von 50 Hz. Bei besonders großen Fernsehern lässt sich dabei ein leichtes Flimmern als störend wahrnehmen. Die bessere Variante stellen Modelle mit 100 Hz, die jedes Bild zweimal hintereinander anzeigen.

Flachbildröhren für mehr Qualität beim Fernsehen

Nicht nur LCD- oder Plasma-Fernseher besitzen ein flaches Bild. Neben den älteren gewölbten Bildröhren haben sich Flachbildröhren mit einer glatten Oberfläche etabliert. Die Qualität erscheint rein technisch nicht besser, die Bilder nimmt der Zuschauer jedoch plastischer wahr. Einziges Problem bei diesen Modellen: An den Rändern kann es zu Unschärfen kommen. Dies ist im Winkel des Elektronenstrahls begründet. Er trifft am Rand mit einem anderen Winkel auf, als in der Mitte der Scheibe. Mit einer elektronischen Fokussierung wirken die Hersteller diesem Problem entgegen. Besonders hochwertige Modelle verfügen deshalb kaum noch über die Unschärfe am Rand. Achten Sie beim Kauf eines solchen Modells grundsätzlich auf die Randschärfe. Über ein Testbild lässt sich diese sehr schnell feststellen. Eine Besonderheit an diesen Flachbildröhren ist die schwarze Fronscheibe. Sie gibt der Darstellung einen höheren Bildkontrast und eine bessere Brillanz. Ein bestimmter Zusatz im Namen, wie beispielsweise black matrix, weist auf diese schwarze Frontscheibe hin.

Achten Sie auf eine hohe Bildqualität

Die allgemeine Bildqualität einer Bildröhre hängt von der Technik im Inneren ab. Brillanz, Kontrastwerte und keine Konvergenzprobleme deuten auf ein hochwertiges Modell hin. Bei Konvergenzproblemen werfen weiße Linien einen farbigen Schatten, sodass es sich hier um ein minderwertiges Bild handelt. Die drei Grundfarben müssen genau deckungsgleich auf der Mattscheibe liegen, damit die Bildkonturen nicht schwammig wirken.

Welche Anschlüsse und Zusatzfunktionen benötigt eine hochwertige Bildröhre?

Ein Fernseher benötigt Anschlussmöglichkeiten für mehrere Geräte. Bestenfalls erhalten DVD-Player, Spielekonsole und Receiver einen eigenen Anschluss, sodass Sie sich das lästige Umstecken von Kabeln einsparen. Ein Minimum sind hier 2 SCART-Anschlüsse. So lässt sich ein digitaler Receiver und gleichzeitig ein Player mit dem Fernseher verbinden. Je mehr dieser Anschlüsse vorhanden sind, desto besser. Die meisten Bildröhren verfügen auch über einen S-Video-Eingang und einen Klinkenanschluss für Kopfhörer. Hochwertige und digitale Schnittstellen sind bei Bildröhren kaum zu finden. Teure Geräte verfügen hier über YUV oder HDMI. Beide Standards orientieren sich an den modernen Richtlinien und übertragen hochauflösende Inhalte ohne Qualitätsverlust. Wer HDTV mit seinem Röhrenfernseher empfangen will, kann nur auf diesen Anschluss zurückgreifen. Die Sendersuche beginnt über den automatischen Suchlauf, wenn ein TV-Tuner integriert ist. Röhrenfernseher sind kaum mit einem digitalen TV-Tuner ausgestattet. Für den digitalen Empfang benötigen Sie deshalb einen extra Receiver.

Zusätzliche Funktionen

Zusätzliche Funktionen können beispielsweise die Kindersicherung oder der Sleep-Timer sein. Über die Kindersicherung sperren Sie den Fernseher mit einem Zahlencode. Unberechtigte kommen dann nicht in den Genuss der Programme. Der Sleep Timer schaltet das Gerät nach einer bestimmten Zeit automatisch ab. Der Fernseher fährt dann in den Stand-By Modus. Hochwertige Geräte verbrauchen in diesem Modus weniger als 1 Watt. Experten empfehlen jedoch das Ausschalten über eine separate Steckdosenleiste. So trennen Sie die Geräte direkt vom Netz und provozieren keinen zusätzlichen Energieverbrauch. Über das On Screen Display lassen sich sämtliche Einstellungen am Fernseher leichter vornehmen. Das Menü sollte übersichtlich aufgebaut und in der gewünschten Sprache verfügbar sein. Nicht jedes Gerät unterstützt von Werk her die deutsche Sprache. Zusätzlich sind alle Modelle mit Videotext ausgestattet. Zu jeder Standardausführung einer Bildröhre gehört ein Stereo-Ton. Je nach Hersteller kann ein Dolby-Digital-System unterstützt werden. Den besten Klang erreichen Sie mit einer Heimkino-Anlage. Der Ton wird über einen extra Verstärker gesteuert und an die einzelnen Lautsprecher weitergeleitet. Das System 5.1 besteht aus zwei Frontlautsprechern, einem Center-Lautsprecher und zwei hintere Lautsprecher. Für die tiefen Frequenzen im Sound wird ein Subwoofer aufgestellt.

Abmaße und Gewicht des neuen Fernsehers

Gerade bei Bildröhren spielen Abmaße und Gewicht eine große Rolle. Die Fernseher sind deutlich tiefer gebaut und schwerer als moderne Flachbildmodelle. Da sie nicht einfach an die Wand gehangen werden können, finden die Geräte in oder auf einem Schrank Platz. Ist das Platzangebot begrenzt, greifen Sie auf besonders schlanke Bildröhren zurück. Einige Hersteller haben im hochpreisigen Segment Sondermodelle, die nicht zu tief nach hinten gebaut sind. Je größer das Format, desto schwerer fällt das Gewicht aus. Etwa 80 Kilogramm sind bei einem großen Fernseher keine Seltenheit. Achten Sie auf eine stabile und standfeste Unterlage. Auch Bildröhren lassen sich je nach Sitzposition im Zimmer ausrichten. Sie sollen auf spezielle Halterungen oder Drehteller geschraubt werden, um sie einfacher per Hand zu bewegen.

Gute Bildqualität ist von mehreren Faktoren abhängig

Ein hochwertiger Fernseher steht nicht allein für eine hohe Bildqualität. Sie ist zum größten Teil vom ankommenden Signal abhängig. Erst mit einem hochwertigen Signal kann der passende Fernseher auch eine gute Bildqualität liefern. Bei zu schlechten Voraussetzungen können Sie sich die Wahl für ein teures Modell sparen. Störsignal durch die Antenne oder Satellit werden auch auf dieser Röhre zu sehen sein. Beim Einrichten der Anlage kommt es auf eine fehlerfreie Verbindung zwischen der Empfangseinheit und dem Fernseher an. Parabolantennen müssen beispielsweise richtig ausgerichtet sein, um eine gute Signalstärke weitergeben zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kontakte der Antennenkabel. Sie müssen isoliert und von Feuchtigkeit geschützt sein. Sichtbare und sehr starke Verschmutzungen lassen sich mit einem Kontakt- oder Reinigungsspray beseitigen. Die mit Abstand schlechteste Empfangsqualität erreichen Sie über den analogen Empfang, der nur noch über wenige Wege überhaupt möglich ist.

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