Gut informiert vor dem Kauf von Uhrenbatterien

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Gut informiert vor dem Kauf von Uhrenbatterien

Warum sollten Sie sich über Uhrenbatterien informieren?

Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut. Im Alltag muss sich der Mensch immer besser organisieren, seine Tage bestehen oft aus aufeinanderfolgenden Terminen ohne wirkliche Pause. Da ist perfektes Timing gefragt - und demzufolge eine funktionierende Uhr. Viele Leute verlassen sich mittlerweile auf ihr Handy oder ihren MP3-Player, um die Uhrzeit abzulesen. Aber eine Armbanduhr ist ein treuer Begleiter - sie begleitet Sie beim Schlafen und Schwimmen, wirkt optisch attraktiv und wird mitunter sogar zum Statussymbol. Und das Wichtigste: Sie muss nicht jeden (zweiten) Tag aufgeladen werden.

Trotzdem funktionieren moderne Uhren auch mit Batterien, und diese müssen ab und zu ausgetauscht werden. Wie oft, hängt stark von den Zusatzfunktionen Ihrer Uhr ab, und von der Qualität ihrer Batterie. Letztere kann sehr stark variieren, und auch wenn zwei Knopfzellen auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen, können sie entscheidende Unterschiede aufweisen, wenn man sich die technischen Details ansieht. Sie können sich natürlich von einem Uhrmacher beraten, und ihn auch die Batterie einbauen lassen, dies ist aber viel teurer, als es selber zu machen. Wenn Sie sich also in der Lage fühlen, eine Uhrenbatterie auszutauschen, jedoch nicht wissen, welches Modell Sie erwerben sollen, bekommen Sie im Folgenden einige Optionen aufgezeigt. Wenn Sie die richtige Kaufentscheidung treffen, kann Ihre Knopfzelle sogar länger halten. Also lohnt es sich auf jeden Fall, sich vor dem Kauf einer Uhrenbatterie gut zu informieren. Denn letztendlich werden Sie damit viel Zeit und Geld sparen können, weil Sie nicht jedes Jahr aufs Neue Ihre qualitativ minderwertige oder unpassende Batterie austauschen müssen.

Wie funktioniert eigentlich eine Uhrenbatterie?

Um richtig verstehen zu können, warum es verschiedene Sorten von Batterien gibt, ist es hilfreich, sich einen Überblick über deren Funktionsweise zu verschaffen. In Armbanduhren werden generell sogenannte Knopfzellen eingesetzt. Dies sind runde, zylinderförmige elektrochemische Zellen, deren Gesamthöhe kleiner als der Gesamtdurchmesser ist. Es handelt sich um sehr kleine Batterien, deswegen auch die Bezeichnung, die auf die Ähnlichkeit mit einem Knopf anspielt. Ihre geringe Größe ermöglicht es, sie in vielen kleinen elektronischen Geräten einzusetzen, deren Strombedarf nicht zu hoch ist, und dazu gehören Armbanduhren.

Daraus besteht eine Knopfzelle

Eine Knopfzelle besteht, wie jede Batterie, aus zwei Elektroden, die über einen Elektrolyten (flüssiges Material, das bewegliche Ionen enthält) verbunden sind. Bei qualitativ minderwertigen Produkten kann das Elektrolyt auslaufen, dies sollte auf jeden Fall vermieden werden, denn es beschädigt die Uhr. Eine Elektrode, stets aus Metall, wird in eine Lösung getaucht, in der sich die aus dem jeweils spezifischen Metall herausbildenden Ionen befinden. Es ist wichtig, dass die zwei Elektroden aus verschiedenen Metallen sind. Jedes Metall charakterisiert sich durch die Menge an Ionen, die sich aus ihm heraus bilden, bevor es zu einem Gleichgewicht zwischen Ionen und Metall kommt. Bestehen bei einer Batterie die beiden Elektroden aus verschiedenen Metallen und sind über den Elektrolyten verbunden, wird garantiert, dass sich die Ionen von der einen Elektrode zur anderen bewegen. Dadurch entsteht eine elektrische Spannung und diese wird solange aufrechterhalten, bis das sogenannte elektrochemische Gleichgewicht erreicht ist. Dieser Begriff beschreibt den Zustand, zu dem sich genauso viel Metall in Ionen umwandelt wie Ionen sich wieder in festes Metall transformieren. Dann liefert die Batterie auch keinen Strom mehr.

Welche verschiedenen Arten von Uhrenbatterien gibt es?

Eine große Rolle spielt die Unterschiedlichkeit der beiden Elektroden. Die ursprünglichen Knopfzellen waren Quecksilberoxid-Zink-Zellen. Jedoch dürfen diese in Europa nicht mehr produziert werden, da Quecksilber hochgiftig ist. Die IEC (International Electrotechnical Commission) kümmert sich um die Normierung von Batterien und hat für jede Art von Zelle eine Abkürzung festgelegt. Jede Sorte Batterien ist außerdem durch eine spezifische Spannung charakterisiert. Heutzutage produziert man hauptsächlich Zink-Luft-Zellen (Abkürzung PR, Spannung 1,4 V), Alkali-Mangan-Zellen (LR, 1,5 V), Silberoxid-Zink-Zellen (SR, 1,55 V) und Lithium-Mangandioxid-Zellen (CR, 3,0 V).

Uhrenbatterien sind am häufigsten Silberoxid-Zink-Zellen, manchmal auch Lithium-Mangandioxid oder Alkali-Mangan. Wenn Sie eine Knopfzelle erwerben, besteht die Produktbezeichnung aus der zweibuchstabigen Abkürzung, die die chemische Zusammensetzung der Batterie definiert, und aus mehreren Zahlen. Die erste bzw. die ersten beiden Ziffern charakterisieren den Durchmesser der Zelle in Millimetern, danach folgen zwei Ziffern, die für die Höhe der Zelle in 1/10 Millimetern stehen. Also ist zum Beispiel SR626 eine Silberoxid-Batterie mit 6,8 mm Durchmesser und 2,6 mm Höhe. Sie werden sich fragen, warum 6,8 mm und nicht 6? Da wird es etwas kompliziert, und zwar steht die erste oder die ersten beiden Ziffern nicht für den genauen, sondern für einen nach unten abgerundeten Durchmesser. Die exakten Durchmesser sind durch eine Normierung definiert. So stehen 4, 5 und 6 jeweils für 4.8, 5.8 und 6.8 ; 7 für 7.9 ; 9, 12 und 24 für 9.5, 12.5 und 24.5 ; 10, 16, 20 und 23 jeweils für die exakte Zahl ; 11 für 11.6. Wenn Sie also Ihre gewünschte Batterie ausmessen, wundern Sie sich nicht, wenn Sie nicht auf runde Zahlen kommen.

Worauf sollte ich genau beim Kauf einer Uhrenbatterie achten?

Zu Beginn gilt, dass Sie die alte Batterie unbedingt durch eine Batterie mit der gleichen chemischen Zusammensetzung und Größe ersetzen sollten. Auf jeder Knopfzelle ist dies eingeprägt, wenn sie sehr klein ist kann auch eine Lupe beim Nachsehen helfen. Die Maße können entweder in der oben genannten Normierung angegeben sein, oder in herstellerspezifischen Bezeichnungen. Diese können jedoch sehr schnell durch eine Internet-Recherche in genormte Werte konvertiert werden. Sie müssen also nicht unbedingt eine Batterie vom gleichen Hersteller erwerben, wenn diese zum Beispiel eine kurze Lebensdauer hatte. Es gibt in der Verarbeitung feine Unterschiede, die jedoch eine große Auswirkung auf das Funktionieren Ihrer Uhr haben können. Im Folgenden wird in jedem Absatz auf einen präzisen Uhrenbatterientyp eingegangen und darauf, worauf Sie beim Kauf eines solchen achten sollten.

Silberoxid-Zink-Zellen als Uhrenbatterie

Aufgrund des Anteils an Silber sind SR-Zellen relativ teuer. Dafür ist das Energie/Gewicht-Verhältnis relativ hoch, das heißt, SR-Zellen gehören zu den qualitativ hochwertigsten Knopfzellen. Sie bieten mit 1,55 V eine etwas höhere Leerlaufspannung als übliche Batterien. Außerdem ist die Spannungsentlandungskurve einer SR-Zelle relativ waagerecht. Dies bedeutet, dass die Spannung lange Zeit ungefähr bei 1,55 V bleibt und erst am Ende der Lebensdauer der Batterie rapide sinkt. Dies garantiert elektrische Stabilität und vermeidet unnötige Spannungsschwankungen, die das Innenleben einer Armbanduhr beschädigen könnten. Es wäre also optimal, wenn sich in Ihrer Uhr eine SR-Zelle befand.

Es wird zwischen zwei verschiedenen Typen von SR-Zellen unterschieden. Low-Drain-Zellen benutzen Natronlauge als Elektrolyte und haben eine geringere Strombelastbarkeit, aber dafür eine höhere Auslaufsicherheit. Diese werden vor allem bei analogen Uhren oder digitale Uhren mit wenigen Funktionen eingesetzt. Falls Ihre Uhr jedoch viele verschiedene, stromverbrauchende Funktionen besitzt, sollten Sie sich für eine High-Drain-Zelle entscheiden. Sie sollten keine Batterie erwerben, auf der keine Angabe zu High- oder Low-Drain gemacht wurde, da Sie sich sonst sehr schnell für das falsche Modell entscheiden könnten. Ein letzter Faktor ist die Kapazität, die immer in mAh angegeben wird und mit der Lebensdauer der Batterie zu vergleichen ist. Je höher der Wert, desto länger hält die Batterie. Marken wie Varta gewährleisten dem Verbraucher angemessene Qualitätsstandards.

Alkalin-Mangan-Zellen als Uhrenbatterie

Alkaline-Zellen sind weit verbreitet, werden jedoch nicht oft für Uhren benutzt. Deren Spannung nimmt mit der Zeit langsam ab, weshalb sie nicht so stabil sind wie SR-Zellen. Wenn Sie eine Uhr mit Alkaline-Batterien besitzen, ist diese wahrscheinlich qualitativ nicht so hochwertig. Aber Sie sollten diese trotzdem unbedingt durch eine Alkaline ersetzen - auch wenn sie nicht so lange hält. Bei Alkaline-Batterien gibt es kein Low- oder High-Drain, allerdings können Sie ähnlich wie bei einer SR-Zelle auf Markenprodukte und auf die Kapazität achten. Ein weiterer Vorteil von Markenprodukten ist der bessere Schutz vor dem Auslaufen des Elektrolyts. Dies repräsentiert eine sehr große Gefahr bei Armbanduhren, da die geringste Menge an Elektrolyt die Uhr irreversibel beschädigen kann.

Lithium-Mangandioxid-Zellen als Uhrenbatterie

Lithiumbatterien charakterisieren sich durch eine besonders hohe Spannung (3,0V) und eine lange Lebensdauer. Sie haben jedoch häufig einen überdurchschnittlich großen Durchmesser und werden dementsprechend auch nur bei etwas größeren Uhren eingebaut. Falls Sie eine solche Uhr besitzen, ist die Vorgehensweise in der Kaufentscheidung ähnlich wie bei den Alkaline-Batterien: unbedingt auf Markenprodukte und hohe Kapazitäten achten.

Universalbatterien als Uhrenbatterie?

Sie werden bei Ihrer Suche bestimmt auf Batterien stoßen, die angeblich als Ersatz für verschiedene Typen von Batterien fungieren können. Bei eher unsensiblen Geräten wie Laserpointern sind diese eventuell wegen ihres geringen Preises eine Option, bei Armbanduhren sollte man jedoch nicht zu diesen Produkten greifen, da sie oft nicht vollständig die Eigenschaften der erwünschten Batterie besitzen. Dies kann zu einer erheblich kürzeren Lebensdauer führen.

Ein paar Tipps zum Einbauen einer Uhrenbatterie

Wenn Sie nun die benötigte Batterie erworben haben, sollten Sie vorsichtig damit umgehen. Am besten fassen Sie sie nur mit Gummihandschuhen oder einer Kunststoffpinzette an, da Fettablagerungen die Funktionsweise der Batterie beeinträchtigen können. Zum Öffnen des Gehäuses sei gesagt, dass es zwei Arten von Gehäusen gibt: Die einen haben einen Druckboden, den man durch Benutzung eines Gehäuseöffnermessers mit genügend Kraft öffnen kann. Zur Schließung ist einfach nur ein Einrasten des Bodens nötig, wobei dies bei wasserdichten Uhren etwas mehr Kraft erfordert. Die zweite Variante besitzt einen Schraubboden, der durch Benutzung eines Gehäuseöffners, den man je nach Durchmesser der Uhr einstellen kann, relativ leicht zu entfernen ist. Die alte Batterie sollte nicht im Hausmüll, sondern in den vorhergesehenen Behältern in Elektronikläden entsorgt werden, da die enthaltenen Stoffe in der Regel umweltschädlich sind. Dann sollte der mindestens dreijährigen Lebensdauer Ihrer neu erworbenen Batterie aber nichts mehr im Wege stehen.

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