Guide: Heizungen und Kühlungen für das Aquarium

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Guide: Heizungen und Kühlungen für das Aquarium

Wozu brauchen Sie eine Heizung oder eine Kühlung für Ihr Aquarium

Die meisten Zierfische, die in Aquarien gehalten werden, stammen aus tropischen Gewässern Südamerikas, Asiens und Afrikas. Die in den dortigen Bächen, Flüssen und Seen herrschenden Temperaturen liegen mehr oder weniger konstant und ganzjährig in einer Spanne zwischen ca. 22 und 28 Grad Celsius. Je nach genauer Herkunft hat also jede Fischart einen für ihr Gedeihen und Wohlbefinden optimalen Temperaturbereich, den es bei einer Haltung im Aquarium zu berücksichtigen gilt.
Nebenbei sei bemerkt, dass die Aquarienpflanzen im Allgemeinen weit weniger temperatursensibel sind als die Fische und bei etwas geringeren Temperaturen eventuell besser gedeihen würden. Im Vordergrund stehen aber bei den meisten Aquarien die Fische. Unter den häufigsten Bedingungen wird man deshalb zur zuverlässigen Herstellung und Aufrechterhaltung dieser Wohlfühltemperatur der Fische eine thermostatgeregelte Heizung verwenden. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, entweder als preiswerten herkömmlichen Heizstab mit integriertem Thermostat, als Durchlauferhitzer oder als Bodenheizung mit externem Steuergerät.
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Worauf ist bei Kaltwasserfischen zu achten

Bei dem selteneren Fall der Haltung von Kaltwasserfischen (aus heimischen oder aus amerikanischen Gewässern) ist die Situation oft ganz anders geartet. Da die meisten Kaltwasserfische je nach Art auf eine Temperatur über ca. 24 Grad Celsius im Sommer und ca. 15 bis 20 Grad Celsius im Winter empfindlich reagieren, kann es in manchen Fällen je nach Aufstellungsort und herrschenden Umgebungstemperaturen des Aquariums nötig werden, das Wasser zu kühlen, was technisch leider etwas aufwendiger ist. Es wäre also sinnvoll, dies schon bei der Auswahl des Standplatzes des Aquariums zu berücksichtigen (kein stark geheizter Raum, keine Aufheizung durch direkte Sonneneinstrahlung bzw. kräftiges Kunstlicht).
Ähnliches gilt übrigens manchmal auch für Warmwasseraquarien, die sich im Sommer bei heißer Witterung auch bis in bedenkliche Temperaturbereiche aufheizen können. Als technische Hilfsmittel zur Kühlung stehen dann einerseits Ventilatoren zur Verfügung, die das Aquarienwasser durch die Verdunstungskälte kühlen, bzw. die technisch schon recht aufwendigen und kostenintensiven Kühlgeneratoren.

In diesem Ratgeber sollen Ihnen die nötigen Informationen an die Hand gegeben werden, um entscheiden zu können, welches Produkt für Ihre Bedürfnisse das Geeignete ist. Für weitergehende Informationen zu diesem und zu anderen spannenden Themen der Aquaristik sei Ihnen die einschlägige Fachliteratur empfohlen.

Welche Heizungen gibt es

Es gibt verschiedene Aquarienheizungstypen, die alle unterschiedliche Vor- bzw. Nachteile haben. Sie sollten aber auf jeden Fall daran denken, dass Sie zusätzlich noch einen Thermostat benötigen (sofern dieser nicht schon in die Heizung integriert ist), da sonst die konstante Aufrechterhaltung einer Temperatur nahezu unmöglich ist.

Stabheizer, Regelheizer

Das sind wohl die mit Abstand gebräuchlichsten Aquarienheizungen. Sie funktionieren meist sehr zuverlässig und sind nicht teuer. Im Prinzip handelt es sich hier um eine unten geschlossene, mit Sand gefüllte Glasröhre (ähnlich einem großen Reagenzglas), in die ein Heizkabel eingebettet ist. In den allermeisten Fällen ist auch schon ein Thermostat integriert. Auf dem Regler zur Temperatureinstellung ist zwar meist eine Skala mit genauen Temperaturangaben angebracht, der man aber nicht blind vertrauen sollte. Es empfiehlt sich immer, die eingestellte Temperatur mithilfe eines Aquarienthermometers zu überprüfen und gegebenenfalls nachzujustieren.
Außerdem gilt es zu beachten, dass bei der Verwendung dieses Heizertyps im Aquarium eine ausreichende Wasserbewegung gewährleistet sein muss, da sonst eine ausgeprägte Schichtung verschiedener Wasserregionen mit unterschiedlichen Wassertemperaturen auftreten kann. Dies kann so weit führen, dass am Boden gerade einmal viel zu kalte 18 Grad Celsius gemessen werden, während an der Wasseroberfläche das Thermometer beinahe 28 Grad anzeigt.
Für eine Umwälzung des Aquarienwassers kann durch eine Wasserpumpe (separat oder im Filter) oder durch einen Luftausströmer gesorgt werden. Um Beschädigungen vorzubeugen, sollte man mit diesen Stabheizern sehr vorsichtig hantieren und bei einer eventuellen Absenkung des Wasserstands (z. B. beim Wasserwechsel) darauf achten, dass sie immer mit Wasser bedeckt bleiben bzw. ausgeschaltet werden.

Durchlauferhitzer, Thermofilter

Wenn Sie an Ihrem Aquarium einen Außenfilter betreiben, ist ein Durchlauferhitzer eine interessante Heizungsalternative. Ein solches Gerät wird auf der Druckseite (dem Aquarienzulauf) des Filters in den Wasserkreislauf eingebunden und erhitzt das durchfließende Wasser, wobei die meisten Geräte auch schon über einen integrierten Thermostat verfügen, für den allerdings Ähnliches gilt wie für den oben schon erwähnten Thermostat des Stabheizers. Wenn Sie den wertvollen Raum im Aquarium durch ein Heizgerät nicht beschränken wollen und technische Geräte lieber außerhalb des Beckens platzieren, so sind Sie mit einem Durchlauferhitzer bestens beraten. Falls gleichzeitig die Anschaffung eines neuen Außenfilters ansteht, ist es auch eine Überlegung wert, sich eventuell für einen Thermofilter zu entscheiden, der die Heizung praktischerweise schon im Filtertopf eingebaut hat.

Heizkabel, Bodenfluter

Ein etwas komplexeres, aber mit vielen Vorteilen behaftetes Heizsystem ist die Kombination eines Heizkabels (auch Bodenfluter genannt) mit einem herkömmlichen Stabheizer. Das Heizkabel wird im Bodengrund verlegt und verursacht im Betrieb durch die natürliche Konvektion eine ständige Durchflutung des Bodengrundes mit Wasser. Damit wird eventuellen Fäulnisherden im Boden vorgebeugt und die Wurzeln der Pflanzen werden ausreichend mit Nährstoffen versorgt.
Ein zweiter Effekt beruht darauf, dass durch die ständige Durchflutung des Bodens mit Aquarienwasser dieser eine biologische Filterfunktion wahrnimmt, was einen externen Filter zwar nicht ersetzen kann, diesen aber sehr effektiv unterstützt. Um ein solches Heizsystem zu betreiben, ist eine externe Steuerung nötig, die beide Heizungen (Bodenfluter und Stabheizer) koordiniert und reguliert. Dadurch ist dieses System leider die teuerste Variante einer Aquarienheizung.

Wie lässt sich das Wasser kühlen

Da eine Kühlung des Aquarienwassers weitaus aufwendiger ist als die Beheizung, sollte man dies schon bei der Aufstellung des Beckens berücksichtigen und eventuelle Wärmequellen (stark beheizte Räume, Sonnenlicht, warme künstliche Beleuchtung) vermeiden. Sollten Sie aber trotzdem in die Verlegenheit kommen, Ihr Aquarium kühlen zu müssen, stehen (außer Eiswürfel und Wasserwechsel) folgende Möglichkeiten zur Verfügung.

Ventilatoren

Die einfachste und bis zu einem gewissen Grad auch effizienteste Möglichkeit zur Kühlung des Wassers besteht darin, die Verdunstungskälte zu nutzen. Eine geringe Wirkung kann schon erzielt werden, wenn man einfach die Abdeckung des Aquariums entfernt und das Wasser ungehindert verdunsten kann. Um diesen Effekt zu verstärken, kann man die Luftbewegung über der Wasseroberfläche mit einem Ventilator verstärken. Zu diesem Zweck gibt es eigens dafür konstruierte Ventilatoren bzw. Ventilatorenbatterien. Damit kann man je nach Umgebungstemperatur und Aquariumsbeschaffenheit eine Absenkung der Wassertemperatur von bis zu vier Grad Celsius erreichen.
Man sollte aber nicht vergessen, dass die Verdunstung auch dazu führt, dass die im Wasser gelösten Salze und Mineralien nicht mit verdunsten, sondern sich im verbleibenden Wasser konzentrieren. Dies gilt es vor allem auch bei Meerwasseraquarien zu bedenken, wobei hier die Salinität (der Salzgehalt) in für die Fische gefährliche Höhen steigen kann. Man sollte deshalb das verdunstete Wasser immer durch destilliertes Wasser oder durch Osmosewasser ersetzen.

Kühlaggregate

Wer eine größere Kühlwirkung benötigt, kommt um die Anschaffung eines Kühlaggregates nicht herum. Mit einem ausreichend dimensionierten Gerät kann man das Wasser auch um ca. 10 Grad Celsius unter Umgebungstemperatur kühlen. Bei diesen Geräten handelt es sich normalerweise um Durchlaufkühler, die man ähnlich den Durchlauferhitzern druckseitig an die Pumpe bzw. den Filter anschließt. Die großen Nachteile dieser an sich gut funktionierenden Methode sind der hohe Anschaffungspreis und der erhebliche Energieverbrauch im Betrieb.

Wie viel Heiz- bzw. Kühlleistung benötigen Sie für Ihr Aquarium

Als Faustregel sollten Sie bei den klassischen Stabheizern mit ca. 1 Watt Leistung pro Liter Aquarienwasser rechnen. Für Durchlauferhitzer tun Sie gut daran, je nach den Gegebenheiten, die Leistung geringfügig höher anzusetzen und bei dem kombinierten System von Heizkabel und Stabheizer kann man in Summe wieder auf die 1W/Liter-Faustregel zurückgreifen, wobei davon ca. 10 bis 15 Prozent vom Heizkabel erbracht werden sollten.

Für Ventilatoren lässt sich keine Faustregel formulieren, hier ist der beschränkende Faktor meistens der zur Verfügung stehende Platz um die Ventilatoren in guter Position zu befestigen. Bei den Kühlaggregaten hängt es sehr davon ab, um wie viel Grad Sie das Wasser abkühlen wollen. Wenn Sie von einer maximalen Kühlleistung von zehn Grad unter Umgebungstemperatur ausgehen, dann sollten Sie mit einer benötigten Leistung von ca. 1,5 Watt pro Liter Aquarienwasser rechnen.

Wie gesagt hängen diese Leistungsangaben stark von örtlichen Gegebenheiten wie Umgebungstemperatur, Lichteinfall und zu erreichender Zieltemperatur ab. Hier kann man auch konstruktiv einen positiven Effekt erzielen, indem man das Aquarium so gut wie möglich isoliert. So lässt sich zum Beispiel an der Rückseite und an einer oder zwei Seitenscheiben mit der Anbringung von Styroporplatten eine ganz erhebliche Menge an Energie sparen.

Zubehör

Beim Kauf eines Stabheizers, Durchlauferhitzers, Kühlventilators oder Kühlaggregates sind alle gebräuchlichen Zubehörteile normalerweise im Lieferumfang enthalten. Man muss also kein weiteres Zubehör kaufen, um diese Geräte in Betrieb zu nehmen. Anders sieht es jedoch bei dem Kombinationsheizungssystem von Heizkabel und Stabheizung aus. Hier wird nur in seltenen Fällen bereits auch das benötigte Regelgerät mitgeliefert.

Regler mit Thermostat, Saughalter

Um diese beiden Heizungen, den Bodenfluter für den Boden und den Stabheizer für das Wasser, kombiniert und thermostatgesteuert betreiben zu können, benötigt man ein dafür geeignetes Steuergerät, das in der Lage ist, die beiden Heizer in Abhängigkeit von der Wassertemperatur zu steuern. Dabei sollte der Bodenfluter nur in den seltensten Fällen ganz abgeschaltet werden, um die Durchströmung des Bodens nie völlig abbrechen zu lassen. Das Heizkabel läuft sogar auch dann in kurzen Intervallen, wenn eigentlich schon die richtige Wassertemperatur erreicht ist. Leider gehört so ein Zweikreisregler eher zu den teureren technischen Investitionen bei der Aquarieneinrichtung.
Einfach und günstig zu haben sind hingegen die Saughalter, mit denen das Heizkabel auf der Bodenscheibe fixiert wird, bevor man den Bodengrund auffüllt. Es ist nicht unbedingt nötig, das Kabel zu fixieren, sollte aber sicherheitshalber gemacht werden, gerade wenn man Bodenfische pflegt, die vielleicht auch einmal im Bodengrund wühlen. Ohne Befestigung wäre das Kabel bald nicht mehr an seinem Platz.

Thermometer

Ein ebenso recht triviales aber unverzichtbares Utensil ist das Aquarienthermometer. Sie sollten sich nie auf die am Thermostat eingestellte Temperatur verlassen und diese immer mithilfe eines Thermometers überprüfen. Es kommt zwar selten vor, aber trotzdem kann es passieren, dass eine Heizung entweder ganz ausfällt oder dass der Thermostat den Stromkreis nicht mehr unterbricht. Das Ergebnis wäre dann die bei Aquarianern gefürchtete „Fischsuppe“.

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