Grüner Tee - mit und ohne Zeremonie ein Genuss

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Grüner Tee - mit und ohne Zeremonie ein Genuss

Grüntee: Vitalisierendes Getränk aus Asien

Grüner Tee wird im asiatischen Raum schon seit langer Zeit geschätzt und auch bei uns erfreut sich das belebende Getränk immer größerer Beliebtheit. Gesundheitsbewusste Feinschmecker genießen verschiedene Sorten des grünen Tees, die sich vor allem hinsichtlich ihrer Herkunft, Herstellung und Inhaltsstoffe unterscheiden. Bei eBay finden Sie die richtige Teesorte für Ihren Geschmack.

Geschichte des grünen Tees

Das Herstellungsverfahren für Grüntee wurde vor etwa 5.000 Jahren in China entwickelt. In den folgenden Jahrhunderten waren es zunächst vor allem buddhistische Mönche und die chinesische Oberschicht, die sich an dem erfrischenden Trunk erfreuten. Überlieferungen zufolge existierten im alten China mehr als 8.000 verschiedene Sorten grünen Tees. Im 8. Jahrhundert nach Christus beschrieb der chinesische Dichter Lu Yü ausführlich die Verarbeitung und Zubereitung des edlen Getränks und schuf damit das weltweit erste Buch über Tee. Zur selben Zeit gelangte der grüne Tee vermutlich das erste Mal nach Japan, wo sich schnell eine ganz eigene Teekultur herausbildete und neue Teesorten entstanden. Erst im 17. Jahrhundert fand der grüne Tee schließlich seinen Weg nach Europa.

Herstellung von grünem Tee

Bei grünem Tee handelt es sich, genau wie bei schwarzem Tee, um Bestandteile der Teepflanze (Camellia sinensis). Ob der Tee später einmal als „schwarz“, „grün“ oder auch „weiß“ bezeichnet werden darf, hängt davon ab, welcher Teil des Blattes gepflückt wird und wie genau die Pflanzenteile weiterverarbeitet werden.

Anbau der Teepflanzen

Die Teepflanze ist eine subtropische Pflanze, die hohe Anforderungen an ihre Umgebung stellt, denn sie ist nicht frostresistent und benötigt nährstoffreiche Böden, viel Feuchtigkeit und Sonne. Die klimatischen Bedingungen haben dabei einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität und den Geschmack des Tees. Die besten Anbaugebiete finden sich daher in den Hochlagen Chinas, Indiens und Japans.

Ernte des Tees

Geerntet werden in den meisten Fällen nur die oberste Knospe und die beiden jüngsten Blätter eines Triebes. Das Pflücken erfolgt in den meisten Regionen noch immer mit der Hand. Ein Strauch kann auf diese Weise bis zu 30 Mal im Jahr abgeerntet werden. Für besonders hochwertige Teesorten werden die Stiele sowie große Blätter entfernt.

Verarbeitung der Teeblätter

Nach der Ernte werden die frischen Blätter kurze Zeit gewelkt und gerollt. Anschließend wird die Fermentation, also der enzymatische Abbau und die Umwandlung der in den Blättern vorhandenen Stoffe, durch kurzes Erhitzen verhindert. Dies kann durch Röstung in befeuerten Pfannen oder mithilfe von Wasserdampf geschehen. Die Blätter behalten durch diesen Prozess ihre grüne Farbe, was zu der Bezeichnung "grüner Tee" geführt hat. Auch die meisten im Tee enthaltenen Wirkstoffe werden so vor ihrer Zersetzung bewahrt.

Inhaltsstoffe von grünem Tee

Wenn Sie auf der Suche nach einer gesunden Alternative zu Kaffee sind, dann ist grüner Tee möglicherweise genau das Richtige für Sie. Grüntee enthält vergleichbare Mengen von Koffein und hat daher eine ähnlich belebende Wirkung wie Kaffee. Der charakteristisch herbe Geschmack stammt von Gerbstoffen, sogenannte Tannine, die in grünem Tee in noch höherer Konzentration enthalten sind als in schwarzem Tee. Die Gerbstoffe binden zudem das Koffein, sodass dieses nur langsam vom Körper aufgenommen werden kann. Die stimulierende Wirkung ist folglich im Vergleich zu Kaffee geringer, hält dafür aber deutlich länger an und ist besser verträglich. Die bittere Geschmackskomponente wird von Catechinen, also Zwischenprodukten des pflanzlichen Stoffwechsels, verursacht. Zusätzlich ist grüner Tee reich an Vitaminen wie Vitamin C und B sowie Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Zink und Magnesium. Auch Fluorid ist in größerer Menge vorhanden. Die Belastung mit Giftstoffen ist in den letzten Jahrzehnten vor allem bei Grüntees aus China zu einem großen Problem geworden, da dort häufig großflächig Pestizide eingesetzt werden. Wenn Sie sicher gehen möchten, dass Ihr Tee unbelastet ist, dann sollten Sie darauf achten, dass es sich bei Ihrem grünem Tee um Bio-Tee handelt.

Sorten- und Formenvielfalt von grünem Tee

Grundsätzlich kann Grüntee in chinesische und japanische Sorten unterschieden werden. Die Herstellungsverfahren und Weiterverarbeitung variieren dabei wiederum von Region zu Region. Auch der Zeitpunkt der Blatternte kann darüber entscheiden, welcher Sorte der resultierende Tee am Ende zugehörig ist. Chinesischer Grüntee wird nach der Ernte überwiegend in Eisenpfannen geröstet, was zu einem eher herben und rauchigen Aroma führt. Bei japanischen Grüntees wird die Fermentation dagegen mehrheitlich durch Wasserdampf unterbunden, was dem Tee eine eher frische und grasige Note verleiht und schonender für die teilweise empfindlichen Inhaltsstoffe ist.

Sencha - der Grüntee-Klassiker

Sencha, das im Japanischen für "aufgegossener Tee" steht, ist der am häufigsten angebaute japanische Grüntee. Sencha zeichnet sich vor allem durch seinen frischen Geschmack aus, der, je nach Erntezeit, auch leicht süßlich sein kann. Sencha wird durch das erste Abernten eines Teestrauchs, dem sogenannten „First Flush“, gewonnen. Die Blätter werden nach dem Trocknen nur grob zerkleinert.

Bancha - ein beliebter Kindertee

Bancha ist der zweitbeliebteste Grüntee Japans, er wird im Japanischen auch „gewöhnlicher Tee“ genannt. Bei den Teeblättern handelt es sich um die nach der ersten Ernte nachgewachsenen Blätter des Teestrauchs, dem sogenannten „Second Flush“. Der Tee enthält daher nur geringe Mengen an Koffein und wird deshalb häufig von Kindern getrunken.

Gyokuro - der Schattentee

Gyokuro (japanisch für „edler Tautropfen“) ist eine der hochwertigsten japanischen Grünteesorten. Bei Gyokuro handelt es sich um einen sogenannten „Schattentee“. Die Teesträucher wachsen im Schatten größerer Bäume und werden einige Wochen vor der Ernte zusätzlich mit Matten abgedeckt. Auf diese Weise entstehen in den Blättern weniger Gerbstoffe und das Aroma des Tees wird sehr blumig und hocharomatisch.

Matcha - gemahlener Tee

Matcha steht in Japan für "gemahlener Tee", er wird aus japanischem Tencha hergestellt. Auch bei dieser Sorte handelt es sich um einen „Schattentee“. Die Teeblätter werden nach dem Trocknen sehr fein zermahlen, sodass ein intensiv grünes Pulver entsteht. Die Zubereitung erfolgt traditionell in einer speziellen Matcha-Schale und mithilfe eines kleinen Bambusbesens, genannt Chasen. Der Tee wird mit dem Besen schaumig geschlagen und gilt als gelungen, wenn der Schaum besonders fest ist.

Gunpowder - der kräftige Perlen-Tee

Gunpowder ("Schießpulver") ist die beliebteste chinesische Grünteesorte. Chinesisch wird der Tee „zhū chá“ genannt, was „Perlen-Tee“ bedeutet. Die Blätter werden vor dem Trocknen zu kleinen, festen Kugeln gerollt, die an das Aussehen von Schwarzpulver erinnern und knistern, wenn sie mit heißem Wasser übergossen werden. Wenn Sie besonders kräftiges Aroma schätzen, dann ist dieser Tee genau richtig für Sie.

Chun Mee - Grüntee mit besonderer Note

Chun Mee bedeutet im Chinesischen „wertvolle Augenbraue“. Dieser Tee zeichnet sich vor allem durch seine leicht säuerliche und feinherbe Note aus. Die Teeblätter werden nach der Ernte kurz gedämpft, in der Sonne getrocknet und zum Schluss zusammengerollt und gebogen, sodass ihr Aussehen an kleine Augenbrauen erinnert.

Medizinische Wirkung von grünem Tee

Der gesundheitsfördernde Effekt von grünem Tee konnte durch eine Reihe unabhängiger Studien bestätigt werden. Der Konsum von fünf Tassen Grüntee pro Tag hat diesen Untersuchungen zufolge einen günstigen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und somit insgesamt eine lebensverlängernde Wirkung. Vermutet wird zudem, dass die Antioxidantien des grünen Tees der Bildung von bestimmten Krebsarten vorbeugen und den Alterungsprozess verlangsamen können. Auch die Mundflora wird von den im Tee vorhandenen Pflanzenstoffen positiv beeinflusst, sodass unangenehmer Mundgeruch mithilfe von grünem Tee vermindert werden kann. Zusätzlich stärkt das Fluorid den Zahnschmelz und verringert das Risiko von Karies. Wenn Sie versuchen abzunehmen, dann können Sie die Reduktion ihres Körpergewichts durch das Trinken von mehreren Tassen täglich unterstützen. Es gibt einige Studien, die darauf hindeuten, dass die im Tee enthaltenen Catechine in der Lage sind, die Fettverbrennung gezielt anzukurbeln und auch das Koffein regt den Stoffwechsel an. Der hohe Anteil an Gerbstoffen kann entzündungshemmend und beruhigend auf Magen und Darm wirken.

Zubereitung und Verwendung von grünem Tee

Während im asiatischen Raum noch immer die traditionelle Zubereitung von Grüntee bevorzugt wird, sind im Westen vor allem moderne Varianten des gesunden Getränks sehr beliebt. Doch auch in vielen anderen Produkten lässt sich grüner Tee finden.

Traditionelle Zubereitung von grünem Tee

Bei klassischen Teezeremonien in China und Japan spielt die rituelle und sehr komplexe Abfolge der Zubereitungsschritte eine entscheidende Rolle. In beiden Ländern ist diese stark von buddhistischen Einflüssen durchdrungen. Der Tee wird nicht einfach aufgebrüht und getrunken, es geht vielmehr um innere Einkehr und Meditation. Dabei ist die japanische Teezeremonie deutlich formeller und strenger als die chinesische Version. In beiden Fällen wird jedoch großer Wert auf die Qualität der Teeblätter und die Temperatur des verwendeten Wassers sowie die richtige Brühdauer gelegt, die sich von Teesorte zu Teesorte unterscheidet. Pro Person wird ungefähr ein gestrichener Esslöffel grüner Tee in die Teekanne gegeben und mit heißem Wasser übergossen. In den meisten Fällen sollte das Wasser eine Temperatur von 70 bis 80 Grad Celsius haben, also nicht mehr kochend heiß sein. Die genaue Ziehzeit ist von der Sorte abhängig und kann zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten liegen. Hochwertige Tees können ein zweites Mal, einige sogar ein drittes Mal aufgegossen werden.

Moderne Teegetränke

Schon seit längerer Zeit erfreut sich Eistee, der mit grünem Tee hergestellt wird, großer Beliebtheit. Wenn Sie von den gesundheitsfördernden Eigenschaften profitieren möchten, ohne den Tee selbst zubereiten zu müssen, dann ist dieses erfrischende Getränk genau das Richtige für Sie. Eine weitere beliebte Variante ist der Matcha Latte. Hierfür wird der grüne Tee, ähnlich einem Cappuccino, mit geschäumter Milch zubereitet.

Produkte mit grünem Tee

Grüner Tee wird schon lange nicht mehr nur getrunken. Mittlerweile sind ganz verschiedene Produkte erhältlich, die Extrakte der grünen Blätter enthalten. Vor allem der intensiv gefärbte Matcha findet sich seit einiger Zeit auch bei uns immer häufiger in Süßigkeiten und Desserts. Vor allem Matcha-Eis und Kuchen erfreuen sich dabei ganz besonderer Beliebtheit. Auch Grüntee-Schokolade ist nicht nur optisch ansprechend, sondern liefert beim Naschen zusätzlich die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe des Tees.

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