Große Auswahl: Unterschiede bei Trafos und Reglern für Ihre Carrera-Rennbahn

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Große Auswahl: Unterschiede bei Trafos und Reglern für Ihre Carrera-Rennbahn

2013 wurde die Carrerabahn ein halbes Jahrhundert alt. Als der fränkische Spielzeughersteller Neuhierl 1963 die erste Carrerabahn – die Carrera Universal – herausbrachte, war das Prinzip der Modellautorennbahn zwar längst bekannt. Bereits 1957 hatte der britische Hersteller Scalextric das Spielprinzip erfunden: eine elektrisch betriebene und spurgebundene Rennbahn für kleine Modellautos. Der findige Neuhierl hatte die Idee aber maßgeblich weiterentwickelt und mit einem einprägsamen Namen versehen, der im Laufe der Jahrzehnte zum Synonym für alle Autorennbahnspiele wurde.

Wandte sich die Carrerabahn in diesen Jahren besonders an Kinder, so hat die Firma heute auch die „erwachsenen Kinder" im Sinn, die ihrerseits damals viele Stunden mit spannenden Rennen verbracht haben. So beschenkt sich also so mancher Familienvater selbst, wenn er seinem Nachwuchs eine Carrerabahn schenkt. Dieser Ratgeber wird einerseits die verschiedenen Systeme der Carrerabahn behandeln. Zum anderen soll es aber um spezielle Komponenten der Carrerabahn gehen: die Regler und Transformatoren, die zum Betrieb der Bahn unabdingbar sind.

Dabei muss der Ratgeber notwendig unvollständig bleiben. Bedenkt man, dass es in den 50 Jahren des Bestehens von Carrera weit mehr als 50 verschiedene Trafos gab, lässt sich leicht erahnen, dass diese nicht im Einzelnen darstellbar sind. Vielmehr wird sich der Ratgeber auf einige wichtige Modelle bei Trafos und Reglern beschränken und ihre Eigenschaften präsentieren. Um die Charakteristika von Trafos und Reglern nachvollziehen zu können, ist es sinnvoll sich noch einmal kurz die verschiedenen Carrera-Systeme zu vergegenwärtigen.

Die beliebtesten Carrera-Systeme

Carrera Universal und Carrera 124

Die beiden ursprünglichen Carrerabahnen waren die Carrera Universal mit einem Maßstab von 1:32 und die Carrera 124 mit einem Maßstab von 1:24. Die Carrera Universal wurde von 1963 bis 1985 produziert. Die Besonderheit: Neuhierl hatte damals die Bahn mit einem Dreileitersystem ausgestattet, das einige Spielvorteile gegenüber der Konkurrenz bot. So ließen sich beispielsweise zwei Fahrzeuge unabhängig voneinander auf einer Spur fahren.

Während das Universal-System den Ruf der Marke Carrera begründete, war das 124-System ähnlich erfolgreich. Es wurde von 1966 bis 1985 produziert und als systematische Ergänzung im Produktprogramm etabliert, damit auch professionelle Fahrer und Clubs angezogen würden. Heute, fast dreißig Jahre nachdem die Produktion der beiden ersten Systeme eingestellt wurde, gibt es immer noch eine große Fangemeinde. Darüber hinaus haben sich einige Dritthersteller etabliert, die den Markt mit Ersatzteilen für die alten Bahnsysteme versorgen.

Kommerziell zwar nicht sehr erfolgreich, dafür aber vom System her völlig revolutionär, waren die drei so genannten Servo-Bahnen, die in den Maßstäben 1:32, 1:40 und 1:60 im Zeitraum zwischen 1978 und 2000 produziert wurden. Hierbei handelte es sich um ein lenkbares Rennbahnsystem. Das heißt: Die Fahrzeuge auf der Rennbahn können selbstständig die Spuren wechseln.

Carrera Exclusiv und Carrera Digital 124

Ein weiterer Erfolg von Carrera war die zwischen 1989 und 2007 produzierte Carrera Exclusiv. Nachdem die Firma in den 1980er-Jahren Pleite gegangen war und verkauft werden musste, stellte diese Rennbahn eine Neuauflage der ursprünglichen 124er-Bahn dar. Das Bahnsystem war hier nur geringfügig verändert worden. Die Bauteile der alten 124er konnten leicht aufgrund der vorhandenen Kompatibilität verwendet werden. Waren die Fahrzeuge zunächst nur Neuauflagen der alten Autos, so etablierte sich mit der Zeit ein ganz neuer Fuhrpark von Neukonstruktionen. 2008 wurde die Carrera im Zuge der Umstellung auf digitale Systeme auch an die Carrera Exclusiv angeglichen und in Carrera Digital 124 umbenannt.

Carrera Evolution

Das momentan am weitesten verbreitete System ist die Carrera Evolution, die seit 1998 hergestellt wird. Der Clou: Die Fahrzeuge sind zwar im Maßstab 1:32. Das System erlaubt aber auch den Betrieb von Fahrzeugen im Maßstab 1:24. Die Besonderheit bei den Fahrzeugen ist ihr Antrieb. Dieser wird durch ein Reibrad realisiert, das auf der Motorwelle angebracht ist und die Hinterräder antreibt. Seit 2007 lassen sich alle Fahrzeuge mit einem Digitaldecoder ausstatten, der die Fahrzeuge auch für das digitale System kompatibel macht.

Die Evolution-Rennbahn ist dabei die einzige der bisher genannten Systeme, die auch heute noch hergestellt wird. In der Vergangenheit gab es jedoch noch eine ganze Palette an weiteren Rennbahnen, die heute gerade bei Sammlern sehr begehrt sind. Hier sind zum Beispiel Carrera Jet, Transpo, Tempo, Structo oder Carrera 160 zu nennen. Auch Carrera Profi, Strax, CarRacing und die Carrera Evolution Pro-X gehören zu diesen älteren analogen Systemen.

Die neuen Bahnreihen haben allesamt den Sprung in das digitale Zeitalter gewagt. Hier ist insbesondere die Rede von Carrera Go!!!, Carrera Digital 132, Digital 124 und Digital 143, die bis heute produziert werden.

Was haben die Trafos mit der Bahnlänge zu tun?

Damit die Bahn bzw. die Metallleiter innerhalb der Carrerabahn elektrifiziert werden können, ist ein Transformator vonnöten, der die elektrische Spannung regelt. Jedes Schienenstück des Carrera-Stecksystems stellt jedoch – auf Grund der speziellen Leiteigenschaften des Leiters - einen zusätzlichen elektrischen Widerstand dar. In der Praxis bedeutet das: je mehr Schienenstücke, je größer also die Bahn, desto mehr Widerstand. Das hat zur Folge, dass Fahrzeuge langsamer werden, je weiter sie sich vom Anschlusspunkt des Trafos entfernen. Bei sehr großen Bahnen wird empfohlen, alle vier Meter den Trafostrom einzuspeisen. Abzuraten ist hingegen vom Anschluss zweier oder sogar mehrerer Trafos, die im schlimmsten Fall sogar beschädigt werden könnten.

Welchen Trafo benötigt man?

Sollten Sie in Erwägung ziehen, ein neues Carrera-Set zu kaufen, können Sie beruhigt sein. Das im Lieferumfang enthaltene Netzteil reicht für den Betrieb der Bahn in den vorgegebenen Dimensionen aus. Sollten Sie jedoch anfangen wollen zu basteln, sieht das schon anders aus. Wenn Sie beispielsweise leistungsstärkere Motoren verbauen, die Strecke mit mehr Fahrzeugen befahren, sie vergrößern und mit mehr Weichen ausstatten wollen, benötigen Sie einen leistungsstärkeren Trafo. Solche Transformatoren sind allerdings nicht von Carrera selbst erhältlich. An diesen lässt sich die gewünschte Spannung individuell und stufenlos selbst regeln.

Doch worauf sollte man beim Kauf achten? Was ist der richtige Trafo, wenn man seine Bahn erweitern möchte? Wirft man einen Blick auf eine der populärsten Bahnsysteme, die Carrera Evolution, so ergibt sich folgendes Bild. In den Jahren seit 1998 wurden mindestens zwei Trafos mitgeliefert. Mit den Modellen von 1998 bis 2009 waren Trafos im Lieferumfang inbegriffen, die über eine Nennspannung von 14,8 Volt verfügten. Das Netzteil besitzt zwei galvanisch getrennte Ausgänge, die jeweils bis zu 350 Milliampere bereitstellen können. Alle Modelle seit 2009 verfügen zwar auch über eine Nennspannung von 14,8 Volt. Jeder Ausgang kann aber bis zu einem 1 Ampere verfügen.

Möchte man eine Alternative für die genannten Netzteile, so findet sich eine besonders preisgünstige bei den Carrera Trafos der 80er-Jahre. Die alten Netzteile verfügen oft über regelbare Spannungseinstellungen und auch ausreichend Stromreserven. Diese lassen sich auch für das ältere Exclusiv-System nutzen. Mit den alten Trafos ist es somit auch möglich, auf derselben Bahn mit unterschiedlichsten Fahrzeugen aus verschiedenen analogen Systemen zu fahren.

Das Prinzip des Handreglers

Der Handregler zur Steuerung des Fahrzeugs auf der Strecke hat bei Carrera durch die Jahre hinweg einige Entwicklungen durchgemacht. Unterschiede ergeben sich insbesondere durch die verschiedenen System- bzw. Streckentypen. Allerdings ist das Grundprinzip jedes Reglers gleich. Der Strom, der in die Leiter auf der Bahn fließt, wird mithilfe der Regler und eines Widerstandes dosiert. Der Widerstand selbst besteht dabei aus einem dünnen Stück Draht. Je länger es ist, desto mehr elektrischer Widerstand ist vorhanden.

Dieser wird durch den am Regler befindlichen typischen Daumenhebel verstellt. Für den klassischen Regler sind daher nun auch zwei Kabel notwendig. Eine Ausnahme bildet das Carrera-GO-System. Die Regler dieser Rennbahn sind mit einem dritten Regler ausgestattet. Das dritte (rote) Kabel ist hier für die zusätzliche Turbofunktion zuständig. Andere Bahnen für die Maßstäbe 1:32 und 1:24 benutzen ein zusätzliches Kabel für die Bremsfunktion. Hierbei werden in der Ausgangsstellung des Reglers beide Leiterbahnen kurzgeschlossen.

Somit dürfte klar geworden sein: Ein Austausch der Handregler an beliebigen Bahn-Systemen ist so ohne Weiteres nicht möglich, zumal der Widerstandswert oftmals variiert. Normalerweise sollten dieselben Farben der Kabel für dieselben Reglerfunktionen genutzt werden. Dies ist allerdings nicht immer der Fall.

Die neuen elektronischen Regler

Seit einigen Jahren hat Carrera seine Bahnsysteme sukzessive auf die digitale bzw. elektronische Technik umgestellt. Diese Entwicklung machte auch nicht vor den Handreglern halt. Elektronische Regler funktionieren dabei nur, wenn sie richtig gepolt sind. Fahrtrichtungen lassen sich hierbei also nicht damit ändern, dass man die Stecker (Trafo an Anschlussstück) einfach umsteckt. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Widerstandsreglern haben die elektronischen Regler jedoch den Vorteil, dass sie sich kaum erwärmen.

Der Fairness halber sollte man jedoch zwei gleiche Handregler benutzen, um die gleichen Voraussetzungen im Wettkampf zu gewährleisten. Die neueste Entwicklung bei den Handreglern von Carrera ist die Wireless-Technologie. Handregler ohne Kabel, gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zum einen sind Regler auf dem Markt, die mit Funk im 2.4 GHz-Bereich arbeiten. Diese sind beispielsweise für die aktuellen Systeme Digital 124 und Digital 132 geeignet.

Die zweite Variante von kabellosen Handreglern nutzt Infrarottechnik. Empfehlenswert ist hier die erste Funk-Variante. Auch wenn beide Reglerarten immer wieder neu aufgeladen werden müssen (Batterie- bzw. Akkubetrieb), der Infrarotregler hat einen weiteren Nachteil. Befindet sich ein Gegenstand zwischen Sender und Empfänger, kann das Steuerungssignal nicht durchdringen.

Fazit: Riesiges Angebot an Reglern und Trafos

Sollten Sie neue Regler oder einen neuen Trafo für Ihre Bahn benötigen, so stehen Sie vor einer sehr großen Auswahl an Möglichkeiten. Fragen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann. Dies ist vor allen Dingen dann ratsam, wenn Sie ihre Bahn erweitern wollen und einen neuen Trafo suchen.

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