Grabsteine - was man beachten sollte

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Der Grabstein -
ein Thema mit dem man sich meistens nicht gern auseinandersetzt.

In der heutigen Zeit des Internethandels sollte man sich doch vor dem Kauf ein wenig informieren. Leider musste ich feststellen, daß auf dieser Plattform sogenannte LowBudget Grabsteine angeboten werden, die in keinster Weise den Vorgaben der Handwerksordnung der Steinmetzen, sowie den Friedhofsordnungen entsprechen. Es ist zu befürchten, daß diese Grabsteine nie eine Genehmigung für das Aufstellen auf dem jeweiligen Fiedhof bekommen. Da es sich aber um personalisierte Arbeiten handelt, wird meistens eine Rücknahme ausgeschlossen - also Vorsicht.

Lieber Grabsteinkunde, bitte achten Sie darauf: 

  1. Ein verantwortungsbewusster Verkäufer sollte immer seine komplette Arbeitsweise offenlegen, vor Allem im Bereich der Ausarbeitung der INSCHRIFT u. des ORNAMENTES. 
  2. Ebenso sollte der Verkäufer behilflich sein, die nötige Genehmigung zur Erstellung eines Grabsteines oder einer Liegeplatte zu erlangen, bzw. die nötigen Formulare/Zeichnungen dafür zu erstellen.
  3. Eine individuelle Beratung ist immer von Vorteil und angeraten, nur so können Unklarheiten ausgeräumt werden.  
  4. Die örtliche Handwerkskammer oder Handwerksinnung kann Ihnen Auskunft geben, ob ein Betrieb die nötigen Zulassungen bzw. Qualifikationen hat.

Sogenannte Folienschriften (Folienplots) haben auf dem Friedhof nichts verloren und werden nicht genehmigt (Kunststoff als Material für Inschrift/Ornament ist so gut wie auf allen inländischen Friedhöfen verboten), sie kommen aus dem Bereich der Werbetechnik, sind überwiegend auf Autos bzw. Werbetafeln zu finden. Bei Folienschriften auf Naturstein wird deshalb oft versucht, die Haltbarkeit mittels einem Überzug aus Klarlack (Spraydose) wenigstens in der Anfangszeit herbeizuzaubern, schade um den schönen Naturstein. Damit der Kunde das nicht so offensichtlich durchschaut, wird meistens von einer Lasur gesprochen. Es gibt zwar im Bereich der Natursteinrestaurierung Lasuren, das hat aber nichts mit diesen folierten aufgeklebten Inschriften zu tun.

IMMER FRAGEN ob die Inschrift VERTIEFT in den Stein eingearbeitet wird.

Grabsteininschriften sollten entweder vertieft in den Stein eingearbeitet oder als aufgesetzte Bronce- bzw. Aluminiumschrift gefertigt sein. Die Haltbarkeit von aufgesetzten Inschriften ist bei minimaler Pflege länger als die Dauer einer Liegezeit. Die Haltbarkeit von vertieft gearbeiteten gefassten Inschriften variiert je nach Ausführung. Die Echtvergoldung/Blattvergoldung ist bei richtiger Ausführung sehr haltbar, ich habe schon Inschriften ohne Makel gesehen, die über 10 Jahre alt waren. Eine Neufassung einer verwitterten Inschrift ist auch jederzeit möglich, so hat der Grabstein bei ordnungsgemäßer Ausführung eine jahrzehntelange Haltbarkeit.

Der Preis ist kein Merkmal für die Qualität einer Arbeit.

Durch standartisierte Designs, moderne Maschinen, optimierte Arbeitsabläufe können sehr wohl gute Produkte zu einem günstigen Preis hergestellt werden, entscheidend ist immer die Ausführung der Arbeiten.
In der Hoffnung eine kleine Entscheidungshilfe gegeben zu haben wünsche ich allen Ebayern viel Erfolg bei Ihren Auktionen.

Anmerkung: Ich verkaufe keine Grabsteine, mich ärgern nur als Steinmetzmeisterin a. D.,
diese bauernfängerischen unseriösen Angebote jenseits von jeder fachlichen Qualifikation.

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