Google Home: Das Gadget, das auf Zuruf Ihre Wünsche erfüllt

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Wer konnte sich bisher schon einen Butler fürs eigene Heim leisten? Noch in diesem Jahr dürfte der Traum in vielen Haushalten wahr werden. Google hat sein neues Gadget „Google Home“ angekündigt. Smart, zukunftsweisend, preisgünstig – wir verraten Ihnen, was Sie von dem digitalen Assistenten erwarten können und ob sich das neue Smart-Home-Gagdet lohnt.
Mit Google Home steuern Sie Ihr Haus per Zuruf. (© Google)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Mit Google Home steuern Sie Ihr Haus per Zuruf. (© Google)

Das Design

Ist es eine Vase? Ist es ein Lautsprecher? Ist es ein Design-Objekt fürs Sideboard? Von allem ein bisschen. Google Home kann auf jeden Fall ein perfekter Bestandteil der Wohnungseinrichtung werden. Das haben die Google-Ingenieure genau so beabsichtigt: Denn dieses formschöne Gadget ist ein digitaler Mitbewohner, der sich problemlos in jedes Zuhause einfügt. Praktisch: Sie können die Farbe der Unterseite passend zur Einrichtung festlegen. Farbige LEDs informieren darüber, wenn Google Home im Einsatz ist. Ähnlich wie bei einer Lampe benötigt auch Google Home ein Stromkabel, ein Akku ist nicht verbaut.
Keine Knöpfe: Google Home funktioniert allein über Sprachsteuerung. (© Google)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Keine Knöpfe: Google Home funktioniert allein über Sprachsteuerung. (© Google)

Die Steuerung

Keine unnötigen Knöpfe, keine komplizierte Bedienungsanleitung: Sie interagieren mit dem WLAN-gekoppelten Google-Home-Gadget über Ihre Stimme. Per Spracheingabe steuern Sie beispielsweise Ihr smartes Licht, wechseln den Musiktitel, verwalten Ihre täglichen Termine oder bestellen Tickets fürs Lieblingskonzert oder eine Pizza beim Lieferdienst.

Die Vorteile

Google Home soll nicht einfach nur ein stupider Assistent sein. Das Gadget ist auch lernfähig. Die smarte Wohnzimmer-Zentrale lernt dabei von Ihnen selbst. Ein Beispiel: Herrscht auf Ihrer täglichen Strecke zur Arbeit viel Verkehr, schlägt Ihnen der smarte Assistent nach einer Eingewöhnungszeit vor der Abfahrt ins Büro eine alternative Route vor. Google Home wird sich dabei nicht nur aufgrund Ihrer Spracheingaben weiterentwickeln. Auch Entwickler bekommen Zugriff auf Google Home und können die Funktionalität erweitern. Immer mehr Informationen sorgen dafür, dass der Butler immer schlauer wird.
Der erste Clip zum neuen Google Home. (© YouTube / GolemDE)
Link zu einer eBay-Seite Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Link zu einer eBay-Seite
Der erste Clip zum neuen Google Home. (© YouTube / GolemDE)

Die smarte Nutzung

Google Home kann sich mit anderen Geräten verbinden. So lassen sich Smart-Home-Gadgets via Spracheingabe kontrollieren bzw. ansteuern. Ein Zuruf genügt und Google Home schaltet in einem Zimmer die Heizung an oder aus. Gleiches gilt für das Licht, die Garagentür, die Rollläden am Fenster oder die Gute-Nacht-Musik im Kinderzimmer, wenn das Baby eingeschlafen ist. Für die Umsetzung sorgen dabei auch Apps, die Google Home unterstützen. Google hat bisher Programme wie Spotify, Google Play Music, WhatsApp, Ticketmaster oder myTaxi genannt.  
Besonders praktisch: Google Home nimmt nicht nur Aussagen entgegen, sondern sorgt auch für Antworten. Recht nützlich für die Kids, um sich Fragen zu den Hausaufgaben beantworten zu lassen. Google Home geht aber noch einen Schritt weiter: Das smarte Gadget sorgt dafür, dass Sie sich per Spracheingabe gewünschte Produkte nach Hause liefern lassen können. Fehlt also mal eine Birne für die Philips Hue, kann sie über Google Home geordert werden und das smarte Zuhause erweitern. Oder lassen Sie Ihrer Mutter zum Geburtstag ein paar Blumen schicken - die Adresse sucht Google Home selbstständig aus Ihren Smartphone-Kontakten heraus. Sicher ist bereits außerdem, dass Google Home kompatibel zur Smart-Home-Serie von Nest sein wird. 
Ein Chamäleon: Das Gadget lässt sich farblich der Umgebung anpassen. (© Google)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Ein Chamäleon: Das Gadget lässt sich farblich der Umgebung anpassen. (© Google)

Die technischen Voraussetzungen

Damit Google Home funktioniert, muss der WLAN-Lautsprecher permanent aktiviert sein, um mithören zu können. Keine Kopplung, keine Antwort! Dies ist auch der entscheidende Unterschied zu einem normalen Sprachassistenten wie Siri, der sich jederzeit abschalten lässt. Nutzen Sie den Off-Button von Google Home, ist keine Funktion erreichbar und Google Home nur ein Design-Objekt mitten auf dem Bücherregal.
Unter der Haube von Google Home stecken viele Teile des Innenlebens von Google Chromecast. Google wird bei seinem Smart-Home-System eher auf LinuxOS statt auf Android setzen. Neben dem WiFi-Chip sollen 4 GB Arbeitsspeicher und ein ARM-Prozessor verbaut sein. Die Hardware erinnert also stark an den Chromecast-Stick. Weil Google Home aber auch ein Design-Objekt ist, müssen Sie für dieses am Jahresende mehr Geld hinlegen als für den Chromecast-Stick, den Sie aktuell schon für etwa 35 Euro bekommen.
Der Amazon Echo kostet derzeit 180 Euro, das Google Gadget soll günstiger werden. (© Amazon)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Der Amazon Echo kostet derzeit 180 Euro, das Google Gadget soll günstiger werden. (© Amazon)

Die Konkurrenz

Mit Google Home nimmt Google ganz eindeutig den Amazon Echo ins Visier. Der Echo sieht aus wie ein schwarzer schlanker Design-Lautsprecher und lässt sich ebenfalls mit Sprachbefehlen füttern. In den USA wird er seit Sommer 2015 für 180 Dollar verkauft, gebrauchte Amazon-Echo-Modelle sind um 150 Dollar erhältlich. Experten gehen davon aus, dass Google diese Preise beim Google Home deutlich unterbieten kann, indem man die Technik des Chromecast nutzt und ausbaut.

Das Fazit

Google Home dürfte ab Ende des Jahres viele Millionen Wohnzimmer erobern. Zunächst könnte das smarte Gadget nur in den USA an den Start gehen, doch der weltweite Rollout ist nur eine Frage der Zeit. Für Google ist die Eroberung des Smart-Home-Bereichs ein wichtiger Strategiewechsel. Bisher versorgt das Unternehmen seine Nutzergemeinde weltweit mit Links, die sich übers Smartphone oder das Tablet abrufen lassen. Google Home geht einen Schritt weiter, Google bekommt den Fuß in die Wohnzimmertür. Wird Google Home weltweit zur smarten Zentrale für alle Dienste, vor allem für die Bestellung von Produkten, kann Google sein Geschäftsmodell effizient ausweiten. Ist Google Home eingeschaltet, wird die smarte Zentrale auch die Gespräche im Wohnzimmer mithören. Unklar ist, wie Google mit den gesammelten Daten verfahren wird. Die wunderbare neue smarte Welt der Bequemlichkeit – gar nicht mehr vom Sofa aufstehen, sondern nur noch Befehle aussprechen – hat ihren Preis: Nur wer Daten zur Verfügung stellt, erhält auch brauchbare Informationen und Anwendungen zurück. 
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden