Goldbarren aus Goldschrott, worauf ist zu achten?

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In der Kategorie Goldschrott finden sich immer mehr Angebote, die metallische, zumeist vergoldete Kontakte aus PCs und anderer IT Elektronik beinhalten.
Die sogenannten "Pins" sind die, vom Board entfernten Kontaktzungen von Speichersteckplätzen, PCI Slots, Steckern und Verbindern und anderen Komponenten.
Beim sogenannten PC Gold/ IT Gold handelt es sich um einen Guß, all dieser Metalle zu einer Legierung.
Die metallischen Kontakte der Pins enthalten in aller Regel zunächst einmal Gold und Palladium und zwar typischerweise in gleich hoher Konzentration. Im Ausgangsmaterial liegt diese im einstelligen Prozentbereich. Durch das Vorbehandeln (das nicht jeder durchführt!), sowie durch das Schmelzen, reduziert sich jedoch die Masse des Metalls und insbesondere die der unedlen Metalle (Kupfer, Zinn, Zink, Blei), so dass die Konzentration an Edelmetallen steigt.
Beim Kauf solcher Barren sollte man darauf achten, dass die Herkunft der Inhaltsstoffe plausibel und nachvollziehbar ist. Ich zum Beispiel kaufe auch meine Gußmaterialien auf Ebay unter demselben Account ein. Man kann also abschätzen, welche Inhalte in den Guß hineingewandert sind.
Dabei achte ich auf hohe Qualität des Ausgangsmaterials. Reine IDE Pins z.B. die aus Flachbandkabeln stammen enthalten nur minimal Gold. Sie eigenen sich daher nur zum zumischen aufgrund des Silber und gelegentlichen Palladiumgehalts. Hochwertige Kontakte finden sich in Handies, Notebooks und ehemals teuerer IT Hardware wie Servern.
Wenn man nicht nachvollziehen kann, wie ein Verkäufer an das Ausgangsmaterial für seinen Barrenguß gekommen ist, sollte man nachfragen. Er könnte alles Mögliche verwendet haben..
Ist der Guß einmal richtig durchlegiert, also haben sich die Metalle gleichmäßig vermischt, ist es heutzutage teilweise schwierig, einzelne Bestandteile herauszulösen. Das kann sich in der nächsten Zeit jedoch ändern. Steigen die Preise für Edelmetalle, dann lohnt auch der kleinste Krümel.
Die Farbe eines Gießlings aus IT Gold sollte "Gelbguss" sein (siehe Abbildung eines durchgesägten Barrens, mit Kupferplatte zum Farbvergleich).
Ein Gelb ähnlich 333er Goldlegierung (Gold/Silber/Kupfer).
Kommt der Giessling frisch aus der Form, hat er in aller Regel einen Überzug aus Schlacke und Flussmittelrückständen. Diesen kann, muss man aber nicht entfernen.
Will man ihn entfernen, benutzt man am besten eine einfach Stahlbürste und schrubbt die lose Schicht ab.
Bei dem hier gezeigten Beispiel hat sich das Silber übrigens auf der Unterseite (die mal die Oberseite war) abgesetzt.
Bei unvollständig legierten Güssen, setzt sich das Gold am Boden und das Silber an der Oberseite des Barren ab. Auch dies ist kein Zeichen schlechter Qualität, im Gegenteil. Man kann das Metall ja jederzeit wieder einschmelzen lassen und so einen gleichmäßig durchmischten Guß erhalten.
Gold hat einen Schmelzpunkt von rund 1060°C, Palladium rund 1560°, Platin um die 1800° und Tantal sogar 3000°. All diese Metalle können enthalten sein, die notwendigen Schmelzpunkte werden jedoch von den meisten Schmelzöfen nicht erreicht. Sie liegen also unlegiert in kleinen Partikeln mitten im Gußblock vor und können selbst von Analysegeräten daher nicht richtig erfasst werden. Sie sind aber da und werden, mit entsprechendem Aufwand, eines Tages extrahierbar sein.
Der Säuretest liegt üblichweise etwas unter 333. Er ist aber hier nicht so aussagefähig, da auch andere Metalle in dem Giessblock enthalten sind.
Platin findet sich übrigens so gut wie nie in solchen Legierungen. Möglichweise jedoch Germanium, Rhodium und andere seltene und wertvolle Metalle.
Ob sich das PC Gold als Wertanlage eignet und wieviel es wert ist, liegt im Auge des Betrachters. In ein paar Jahren wird es mit Sicherheit solche Angebote wesentlich seltener geben, da die IT Geräte immer kleiner und die verwendeten Metalle immer weniger werden. Dann kann es schon sein, dass sich der unscheinbare Barren zu einer echten Renditeanlage gemausert hat.
Alles hängt eben davon ab, ob man langfristig an ein weiteres Steigen der Preise glaubt oder nicht.
Ich empfehle jedenfalls den Kauf nicht ausdrücklich als Wertanlage, denn mit jeder Spekulation sind auch Risiken verbunden, die ich nicht überschauen kann. Wichtig ist es auch zu wissen, dass es sich nicht nur um eine goldhaltige Legierung handelt, sondern, dass man mit dem Erwerb eine IT Goldbarrens, einen bunten Strauss mehr oder weniger seltenere Metalle in unbekannter Konzentration erhält. Analysegeräte, die die genaue Zusammensetzung ermitteln können gibt es (Röntgenspektralanalyse oder XRF) , sie sind aber derzeit noch sehr teuer.
Wenn Ihnen mein Ratgeber weiter geholfen hat, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie ihn entsprechend bewerten. Weitere Informationen finden Sie auch auf: http://goldschrott.blogspot.de
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