Goldbarren als Wertanlage NICHT geeignet

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Gold unterliegt wie alle Rohstoffe dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Spekulationserwartungen beeinflussen die Nachfrage gewaltig. Beim Indikator "Dollar je Unze" hat der deutsche Anleger noch ein Währungsrisiko. Anfang 1985 war zum Beispiel wegen des hohen Dollars der Preis für Erwerber aus Deutschland noch recht hoch, während der Indikator "Preis in Dollar" seinen Tiefststand hatte. Wer folglich in der ersten Hälfte der 80er Jahre Gold kaufte, hatte ein paar Jahre später die Hälfte des eingesetzten Kapitals vernichtet. Das Kapital ist halbiert und Zinsen gab es auch nicht.

Auch die Spekulation in andere Metalle ist eine sehr unsichere Angelegenheit. Die Grundregel, dass Inflationserwartungen einen Anstieg der Edelmetalle verursachen, stimmt nicht (mehr). Wer auf Platin und Silber setzte, hat bei ungünstigem Timing vielleicht noch mehr Geld vernichtet. Eine weitere Unsicherheit bei Edelmetallen: Wofür werden die Edelmetalle in der Zukunft benötigt? Braucht man Platin noch für Katalysatoren? Wird Gold auch in Zukunft neben der Hauptverwendung für Schmuck, noch für Elektronik und Zahnersatz benötigt? Werden die chinesischen Verbraucher wirklich mehrere Hundert Tonnen Gold pro Jahr zusätzlich für die Schmuckverarbeitung kaufen?

Der Ankauf von Gold in physischer Form verursacht einen Aufschlag zwischen 2,5 Prozent und mehr als zehn Prozent auf den reinen Materialwert. Bei kleineren Einheiten (kleine Goldbarren und Goldmünzen) sind die Aufschläge besonders hoch. So kostet ein Fünf-Gramm-Barren pro Gramm rund 20-25 Prozent mehr als umgerechnet der Kilobarren. Das Problem der Lagerung kommt noch hinzu.

In Deutschland kostet der Erwerb von Gold und Goldmünzen Mehrwertsteuer. Der in Finanzzeitschriften manchmal anzutreffende Rat von konservativen Vermögensberatern, 5 bis 10 Prozent des Vermögens in Gold zu halten, ist fragwürdig. Ganz nüchtern gesehen, handelt es sich um eine Spekulation auf einen Sachwert.

Für Privatanleger sind Goldzertifikate die günstigste Alternative für ein Investment im Goldmarkt. Goldzertifikate werden wie Wertpapiere gehandelt und bilden die Preisschwankungen des Goldes (zum Beispiel zum Spotpreis in London) eins zu eins nach. Andere Goldzertifikate setzen zum Beispiel auf den Amex Gold Bugs Index als Basiswert, der sich wiederum aus Goldminen zusamensetzt, die ihre Produktion für maximal 2 Jahre auf Termin verkauft haben.

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