Go Bang: So beherrschen Sie das Spiel

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Go Bang: So beherrschen Sie das Spiel

Das Spiel mit dem Namen „Gobang" oder „Go", was soviel wie „Umzingelungsspiel" bedeutet, ist ein Strategie-Brettspiel, das seine Ursprünge in China hat. Auch in Korea und Japan ist das Spiel von großer Bedeutung.

Das Spiel „Go", worum es geht und welcher Sinn dahinter steckt

Gespielt wird immer von zwei Spielern mit linsenförmigen Steinen, die in strategisch kluger Art und Weise auf das Spielfeld gesetzt werden müssen. Dabei muss man beachten, die Steine nicht in die Rechtecke zu setzen, sondern an die Verbindungspunkte zwischen den Linien, die das Spielbrett unterteilen. Ziel ist es, ein möglichst großes Gebiet auf dem Spielbrett mit seinen Steinen zu umranden. Es geht also nicht darum, den Gegner zu besiegen, indem Sie seine Spielsteine verbannen, sondern indem Sie selbst einen größeren Anteil am Spielfeld besetzen. Das Spiel ist vor allem eine Herausforderung, weil es sehr komplex ist. Die Zahl der Varianten und Spielzüge, die gespielt werden können, übersteigt sogar die beim Schachspiel. Die vier Grundregeln des Spiels sorgen für einen leichten Start, nach dem Sie dann Ihre Stärke und Ihren Spielstil über viele Jahre hinweg trainieren und verbessern können.

Das Grundprinzip des strategischen Spiels „Go" und wie es funktioniert

Die Spieler setzen abwechselnd jeweils einen Stein auf die Schnittpunkte der Linien des Go-Brettes. Gegnerische Steine und Steingruppen können geschlagen werden, indem sie rundum eingeschlossen werden. Der Spieler, der am Ende des Brettspiels den größeren Bereich des Spielfeldes kontrolliert, ist der Gewinner. Das Spiel hat vier Grundregeln, die sich in den verschiedenen Varianten des Spiels kaum unterscheiden. Eine in Deutschland sehr bekannte Variante ist die japanische. Diese unterscheidet sich in Details von der chinesischen Variante oder den Ing-Regeln. Normalerweise wird „Go" von zwei Spielern gespielt: Einer wählt die Farbe und setzt damit die schwarzen Steine auf dem Feld, der andere ist Weiß und setzt die weißen Steine auf dem Feld. Beim „Paar-Go" werden die beiden Farben von jeweils zwei Spielern gespielt. Diese zwei wechseln sich dann ab und dürfen untereinander nicht kommunizieren. Auch das „Mehrfarben-Go" erfreut sich großer Beliebtheit: Hier spielen mehrere Spieler mit einer jeweils eigenen Farbe.

Spielzubehör für ein besonderes Spielerlebnis mit „Go"

Die Linien auf dem Spielbrett bilden ein Gitter aus 19 horizontalen und 19 vertikalen Linien, die 361 Schnittpunkte bilden. Auf diese werden bei einer Vorgabepartie die Vorgabesteine gesetzt. Standardmäßig wird ein Spielbrett der Größe 19x19 verwendet. Allerdings gibt es auch Bretter in anderen Größen, beispielsweise 13x13 oder 9x9. Anfängern wird das Spiel mit einem Brett der Größe 9x9 empfohlen, da dieses nicht so groß ist und sich gut zum Üben eignet. Bei eBay lassen sich eine Vielzahl verschiedener Spielbretter finden, sodass für jeden Spieler und Erfahrungsgrad das Richtige dabei ist. Die Spielsteine sind meistens aus Plastik, Glas oder Muscheln gefertigt und immer in zwei Farben vorhanden: schwarz und weiß. Jedes Spiel besitzt 180 Spielsteine jeder Farbe, die Anzahl ist aber unbegrenzt.

Das Spiel im Detail

Wenn man ohne Vorgabe-Steine spielt, ist das Spielbrett zu Beginn leer. Der Spieler mit den schwarzen Steinen beginnt, danach spielen die Spieler immer abwechselnd einen Zug aus. Die Steine werden entweder auf freie Schnittstellen auf dem Spielbrett platziert oder der Spieler passt.

Ketten und Freiheiten 

Wenn mehrere Steine einer Farbe nebeneinander liegen, also über die horizontalen oder vertikalen Linien miteinander verbunden sind, spricht man von einer Kette. Allerdings sind auch einzelne Steine Ketten. Da es nur möglich ist, Steine auf den Schnittpunkten zwischen den Linien zu platzieren, zählen Steine, die diagonal zueinander liegen, nicht als Kette. Von Freiheiten spricht man, wenn man die leeren Schnittpunkte in Nachbarschaft der Steine einer Kette meint. Wenn man also eine Kette bestehend aus nur einem Stein nimmt, kann diese Kette, je nachdem, auf welchem Teil des Spielbrettes sie sich befindet, entweder zwei, drei oder vier Freiheiten haben. Wenn nun ein Stein gesetzt wird, kann es passieren, dass das die Freiheiten von anderen Steinen beeinflusst: Die gegnerischen Steine, die danach keine Freiheiten mehr haben, werden somit geschlagen und vom Spielfeld genommen. Wenn nach dem Entfernen der gegnerischen Steine ohne Freiheiten noch eigene Steine auf dem Spielbrett vorhanden sind, die keine Freiheiten mehr haben, werden diese auch entfernt.

"Selbstmord" ist nicht überall erlaubt

Wenn ein Spieler einen Stein so setzt, dass sein eigener keine Freiheiten mehr hat, bezeichnet man das als Selbstmord. Die Steine, die einem Selbstmord zum Opfer gefallen sind, werden dann entweder zurück zum Steinvorrat gelegt oder vom gegnerischen Spieler als eine Art Gefangener bewahrt. Der Spielzug, der einen Selbstmord herbeiführt, ist je nach Regelwerk erlaubt oder verboten. Wenn man nach den neuseeländischen Regeln oder den Ing-Regeln spielt, ist der Selbstmord erlaubt. Ist der sogenannte Selbstmord laut Regelwerk verboten, wie es in den chinesischen, koreanischen, japanischen und amerikanischen Regelwerken der Fall ist, dürfen Steine nicht so gesetzt werden, dass sie eigenen Steinen die Freiheiten nehmen. Also gilt in den meisten Fällen: Wenn man einen Stein so setzt, dass er den eigenen Steinen beziehungsweise der eigenen Kette alle Freiheiten nimmt, dann ist das verboten. Außer, durch das Setzen des Steines an genau diese Stelle werden gegnerische Steine geschlagen; da diese zuerst vom Feld genommen werden, entstehen meistens neue Freiheiten für die eigenen Steine und diese sind damit gerettet.

Die K.o.-Regeln im Spiel "Go" und wie Sie Ihren Gegner schlagen können

Damit nicht immer wieder Spielsteine in der gleichen Stellung auf dem Spielbrett untergebracht werden, gibt es Regeln, welche die sogenannte Stellungswiederholung unterbinden. Diese Regeln werden auch K.o.-Regeln genannt, da das zu unterbindende Szenario meistens durch das Setzen der Steine in einem K.o. gebildet wird. Von einem K.o. spricht man, wenn die Steine so platziert sind, dass der schlagende Stein im nächsten Zug ebenfalls wieder geschlagen wird. Wichtig hierbei: Es gilt die Stellung der Steine, nachdem die geschlagenen Steine vom Spielfeld entfernt wurden. Eine Regel ist das positionelle Super-K.o., die besagt, dass das Setzen eines Steines keine frühere Stellung wiederherstellen darf. Des Weiteren gibt es eine Standard-Ko-Regel, die innerhalb eines einzelnen Kos gilt und besagt, dass zwei aufeinander folgende Spielzüge nicht die ursprüngliche Stellung wiederherstellen dürfen. Die Spieler können sich vor Beginn des Spieles auf die Kein-Ergebnis-Regel einigen. Diese bewirkt dann, dass ein Spiel sofort ohne Ergebnis endet, wenn eine Stellung wiederholt wird. Allerdings ist zu bedenken, dass sich die Kein-Ergebnis-Regel nur dann lohnt, wenn beide Spieler gleich oft oder gar nicht passen. Eine Kombination dieser Regeln findet man vor allem in koreanischen und japanischen Regelwerken. Es gibt aber auch Varianten, die einfacher oder auch ziemlich kompliziert sein können. Hierfür sind die Ing-K.o.-Regeln ein Beispiel.

Der Spielverlauf im Allgemeinen: Zug, Übereinkunft, Zug, Bewertung

Das Spiel besteht aus vier Phasen: dem alternierenden Zug, dem eine Übereinkunft über das Entfernen bestimmter Steine folgt, eine Fortsetzung des alternierenden Zuges und zuletzt eine Bewertung. Der alternierende Zug endet dann, wenn beide Spieler direkt hintereinander passen. Spielt man das Spiel mit Regeln über die Feststellung des Status, besteht das Spiel aus folgenden Phasen: alternierender Zug, Feststellung des Status und Bewertung. Bei der Feststellung des Status wird dann über Leben oder Tod jeder Kette, die Zuordnung von Gebieten zu Spielern oder auch die Nicht-Zugehörigkeit von Gebieten entschieden. Die Feststellung des Status erfolgt meistens im Stillen, wenn zwei erfahrene Spieler gegeneinander spielen.

Die verschiedenen Möglichkeiten zur Bewertung des Spiels "Go"

Die Bewertung des Spiels ist natürlich ein wichtiges und zentrales Merkmal in den Regelwerken, variiert aber je nachdem, welche Variante man spielt. Man kann es in drei Bewertungsmöglichkeiten aufgliedern: Die besetzten Schnittpunkte des Spielbrettes werden bewertet – das nennt man auch Steinbewertung, da die gesetzten Steine bewertet werden. Diese ist die älteste und einfachste Bewertung und eignet sich daher besonders gut für Anfänger. Hierbei zählt jeder Stein auf dem Spielbrett einen Punkt für seinen Spieler.

Oder man bewertet die freien Schnittstellen, auch Gebietsbewertung genannt: Hier müssen dann auch die geschlagenen Steine bei der Wertung berücksichtigt werden. Die Punktzahl setzt sich zusammen aus den freien Schnittstellen, die nur von den Steinen eines Spielers umgeben sind und der Anzahl der gefangenen Steine, die während des Spiels vom Spielbrett entfernt wurden.

Die dritte Möglichkeit ist, die besetzten und freien Schnittpunkte zu bewerten; dabei spricht man dann von einer Flächenbewertung. Diese wurde eingeführt, um zum Ende des Spieles hin ein einfaches langweiliges Besetzen der noch freien Schnittstellen zu vermeiden. Bei dieser Art der Bewertung ergibt sich die Punktzahl für die Spieler aus der Anzahl ihrer Steine auf dem Spielbrett und den Schnittstellen, die zwar frei sind, aber nur von Steinen eines Spielers umgeben sind. Jede Bewertung lässt verschiedene Auszählungen zu. Wenn die Punkte der beiden Spieler zusammengerechnet sind, können Sie die Ergebnisse vergleichen. Der Spieler mit der höheren Punktzahl gewinnt – und zwar unabhängig davon, wie hoch die Differenz zwischen schwarzer und weißer Punktzahl ist. Ein Gleichstand, im Japanischen auch Jigo genannt, ist bei gleicher Punktzahl möglich.

So werden Vorteile für einzelne Spieler im "Go" vermieden

Da Schwarz immer das Spiel beginnt, entsteht ein Vorteil für diesen Spieler. Dieser kann durch Kompensationspunkte, auch Komi genannt, ausgeglichen werden. Diese Punkte sind festgelegt und werden beim Auszählen der Punkte dem weißen Spieler addiert. Ganze Punkte erlauben hierbei einen Gleichstand, während Halbzählungen ihn verhindern. Manchmal gibt es, je nach Regelwerk, auch noch die Zusatzbestimmung, dass Schwarz im Falle eines Gleichstandes gewinnt. Spielen ein erfahrener und ein unerfahrener Spieler gegeneinander, können Kompensationssteine zum Einsatz kommen. Der schwächere der beiden Spieler kann diese Steine dann statt seines ersten Zuges auf dem Spielbrett positionieren. Man spricht hierbei auch von einer Vorgabe und unterscheidet zwei Möglichkeiten: Die freie Vorgabe erlaubt es dem Spieler, die Vorgabe-Steine auf frei gewählte Schnittpunkte auf dem Spielbrett zu verteilen. Die feste Vorgabe hingegen gibt eine bestimmte Auswahl von Hoshis vor, auf denen die Steine platziert werden müssen. Hoshis nennt man die Sternpunkte, die auf dem Spielbrett durch eine besondere Markierung gekennzeichnet sind. So wird verhindert, dass ein Spieler einen großen Vorteil dem anderen gegenüber hat und auch unerfahrene Spieler haben Freude am "Go" und die Chance, zu gewinnen. 

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