Glienicke See Idyll? - Wohl kaum!

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Wir bekamen den Gutschein vom Glienicke See Idyll Hotel von der Familie geschenkt und buchten für dieses Wochenende. Gespannt fuhren wir los, um ein paar Tage Erholung zu erleben. Leider haben wir die negativen Beiträge zu diesem Hotel erst kurz vor der Abreise entdeckt und nunja, geschenkt ist geschenkt, also wollten wir uns selbst einen Eindruck von der Situation dort vor Ort machen. Anreise war ab 15 Uhr. Wir kamen an, stellten uns auf den Parkplatz und hatten einen Blick auf den See. Der war schön zum Anschauen, aber lud nicht zum Rudern ein, wie es möglich gewesen wäre. Der See war verwachsen und die Boote sahen sehr instabil aus. Als wir zur Rezeption kamen, war der erste Schock da. Wo waren wir hier gelandet? Die Ursprungsbesitzer mussten wohl schon vor Generationen gestorben sein und nichts wurde seither verändert. Wir fühlten uns wie in "Omas Zeiten". Denn die Vorhänge waren bunt zusammen gewürfelt, der Teppich mit Flecken bespritzt, die Stühle dreckig und kaputt, die Tapete mit Blümchen versehen und keiner kam. Nach einigen Minuten begrüßte uns eine Frau, ja doch, recht freundlich und gab uns unseren Zimmerschlüssel. Nebenan in einem anderen Haus (überall vertrocknete Blumen, Spinnen, Heuschrecken und Motten, auch dieses Haus lud nicht ein darin zu wohnen und länger zu verweilen) traten wir in unser Zimmer. Mein erster Eindruck: es ist groß. Das war positiv. Aber auch dort alles bunt an Möbeln zusammen gewürfelt. Bei uns bestand kein Bedarf danach unsere Kleidung in den verdreckten und mit Spinnweben verteilten Schrank zu legen. Das Bad war auch recht groß. Die Fenster allerdings mit Gittern versehen. Am Abend ging es dann zum Essen. Nunja. In guten Hotels bekommt man 2-4 Gerichte zur Auswahl (und dabei ist mindestens ein vegetarisches Gericht). Hier gab es ein Gericht vorgesetzt und das war's. Es wurde gegrillt. Keiner war da, wir bedienten uns am Buffet und setzten uns dann an einen beliebigen Tisch, bis wir dazu aufgefordert wurden nicht so schnell zu agieren, da es noch eine Vorsuppe gäbe. Woher sollten wir das wissen, wenn weit und breit kein Mensch zu sehen ist? Außerdem ist das wohl dann uns überlassen, wann wir was essen, wenn sowieso keinerlei Ordnung herrscht. Die Suppe war nicht sehr schmackhaft und es durfte nur ein Fleischstück zur Auswahl genommen werden, alles andere nur unter Aufpreis. Dazu gab es nichts, nur verwürzten Salat. Unsere Laune sank an den Grund des Bodens. Am liebsten wären wir sofort wieder gefahren, aber wir hielten tapfer durch. Am nächsten Morgen das Frühstück. Überraschenderweise gab es leckere Brötchen. Leider nur einen Saft und kaum Belegauswahl (die Konfitüre war meist schon leer). Aber immerhin, es war essbar und stimmte uns wieder etwas besser. Nun, am Abend gab es wieder nur ein Gericht zur Auswahl, welches diesmal aber ganz essbar und reichlich war. Die Bedienung war äußerst unfreundlich und hatte keine Ahnung, was sie servierte. Auf die Frage von Gästen, die mit im Raum saßen, was Panna Cotta sei, gab es nur als Antwort: "ein Dessert aus Italien". Super. Die Angestellten waren alle wohl kaum ausgebildet. Alle bunt zusammen gewürfelt, so nach dem Motto: "Hey du brauchst einen Job? Dann kellnere ein bisschen." Der Raum war stets von Fliegen voll und mindestens zehn schwirrten um unser Essen herum. Das war sehr Nerven aufreibend.

Als wir in unserem Zimmer lagen, klopfte es auf einmal. Die Frau vom Empfang war erstaunt, dass wir da waren. Sie wollte bloß zwei hässliche blaue kleine Hocker in unser Zimmer stellen, weil diese angeblich hierher gehörten. Das einzige, was sie noch sagte war: "Sry." Sehr gehoben, auf jeden Fall! Wir runzelten die Stirn und fragten uns, was die Dinger hier sollten und warum das nicht bis zu unserer Abreise hätte warten können.

Allerdings muss ich auch sagen, dass wohl ein paar Kritikpunkte (aus den anderen Beiträgen) verbessert wurden. Denn unser Zimmer wurde "gereinigt", zumindest insofern, dass die Betten gemacht und die Handtücher gewechselt wurden.

Also, wer auf Minimalistik und Omas Zeiten steht, ruhig und abgeschnitten von der trublen Welt, der wird die Tage dort schon überstehen. Allen anderen empfehle ich die Finger von diesem Hotel zu lassen. Ich habe leider viel mehr erwartet und mich sehr auf einen Kurzurlaub gefreut, aber wir waren eher froh wieder zu Hause zu sein und so sollte es doch eigentlich nicht sein, oder?

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