Glattleder richtig pflegen.

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Als echte Glattleder (oder auch als echte Nappaleder bezeichnet) werden alle Leder bezeichnet, die die Narbenschicht der Haut nach außen tragen. Neue Glattleder pflegt man am praktischsten mit einem guten Imprägnierspray (geht am schnellsten, ist am Anfang voll ausreichend), je nach Häufigkeit Benutzung benötigen Glattleder jedoch Pflege mit Lederfett, ein Spray kann das nur bedingt leisten. Bitte achten Sie darauf, dass das Spray auch für das Leder geeignet ist, ein Schuhspray hat z. B. nichts auf einer Jacke verloren, denn Schuhsprays haben oft sehr starke Glanzzusätze, was bei Jacken und Ledermöbeln in der Regel nicht gewünscht ist, da diese extra mit mattem Finish hergestellt werden. Anzeichen für eine notwendige Pflege mit Fett: Spätestens wenn man eine leichte Veränderung an den beanspruchtesten Kanten (denn dort zeigen sich die Mangelzeichen zuerst) sieht, ist es Zeit für eine Pflege mit einem Lederfett.

Die Leder benötigen wie unsere Haut Fettnachschub, ansonsten trocknen sie aus und werden spröde. Achtung, keine Hausmittelchen verwenden, denn diese sind meist entweder zu aggressiv oder bestehen aus verderblichen Fetten, dann wird das Leder nach einiger Zeit ranzig! Niemals folgende Produkte nehmen: Nivea, Körperlotion, Olivenöl, Butter, Melkfett .... denn das sind alles Produkte, die nicht langzeitstabil sind; das aufgetragene Mittel bleibt schließlich viele Monate auf dem Leder.

Schuchcreme bitte auch nur für Schuhe einsetzten, nimmt man das für eine Jacke oder ein Sofa, dann hat man die Bescherung, denn der Farbstoff von Schuhcreme bleibt auf der Oberfläche! Dort verschmutzt er jedes Kleidungsstück! Nehmen Sie für Bekleidungsleder und Sofas eine gute Pflegecreme für Lederbekleidung und lassen Sie das dünn (!) aufgetragene Fett über Nacht in Ruhe einziehen, bevor es wieder benutzt wird.

Fett wird nur dünn aufgetragen, nicht die Leder ertränken!

Eine Ausnahme von Glattledern gibt es, die NICHT mit Fett gepflegt werden dürfen: Die Reinanilin- und Semiannilin- Glattleder. Das sind Nappaleder von herrlich natürlichem Griff, diese kann man ganz leicht von den normalen Glattledern unterscheiden, wenn man einen Tropfen Wasser auf das Leder träufelt, wird die benetzte Stelle deutlich dunkler, dann hat man so ein Anilinleder.  Der Unterschied dieser teuren und besonders hochwertigen Leder ist die Naturbelassenheit, auf diesen Leder gibt es fast keine oder gar keine Pigmentschicht. Fett würde das Leder dauerhaft dunkel und fleckig machen. Solche Leder dürfen nur mit einem Lederspray fpr Bekleidungsleder behandelt werden. Zum verbesserten Schutz kann man auch ein Bekleidungslederspray mit Wachszusatz nehmen.

Ferner gibt es noch die unechten Glattleder, das sind meist sehr leichte Ziegenveloure, bei denen man die Oberfläche künstlich durch Auftragen eines Oberflächenfinishs glatt gemacht hat. Im Handel manchmal fantasievoll als "Seidennappa" bezeichnet. Das kann fast nur der Fachmann unterscheiden, solche Leder haben keine Narbenstruktur und fühlen sich meist ganz leicht rauh an, diese Leder dürfen nur wie Rauhleder, also mit Imprägniersprays gepflegt werden.

Im Zweifelsfall lieber den Fachmann fragen.
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