Ginkgo-Blatt als Schmuck Handarbeit

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Eines der beliebtesten Souveniers der Stadt Weimar ist das Ginkgo-Blatt in den verschiedensten Ausführungen. Dazu dient ein Gedicht Goethes aus dem Jahre 1815 als Vorlage, daß er als Liebesgedicht für eine von ihm verehrte Dame geschrieben hat. In dem Jahren um 1920 wurde dieses Motiv aufgegriffen, um daraus ein bis heute begehrtes Reiseandenken zu entwickeln.

Verschiedenste Anbieter preisen ihren Ginkgoschmuck als Handarbeit an. Dazu muß bemerkt werden, daß in der Bundesrepublik alles als Handarbeit bezeichnet werden darf, bei dem mindestens 30% der aufgewendeten Zeit für die Herstellung aus reiner handarbeitlicher Tätigkeit bestehen.

Wird ein Schmuckstück mit Ginkgo-Motiv aus irgendeinem Metall ausgestanzt, wie das in 95 % der Fälle geschieht, so ist dies ein Vorgang, der 1 bis 3 Sekunden dauert. Demnach hat man für die darauffolgende Handarbeit noch die Hälfte dieses Zeitaufwandes für die wirkliche Handarbeit zur Verfügung. Selbst wenn man noch einen Stift oder eine Öse anlöten würde, dauerte das schon  länger! Denken Sie selbst mal nach !!!

1. Mißtrauen ist immer angesagt, wenn die Stücke auf der Rückseite das gleiche Muster aufweisen wie auf der Vorderseite. Das ist bei Handarbeit völlig unmöglich. Von oben wird das Metall getrieben und auf der Unterseite bildet sich dabei die Auflagefläche ab, die im Idealfalle eine polierte Stahlplatte ist - also ohne Musterung. Das ist auch so, wenn die Oberseite graviert wird.

2. Gestantzte Stücke haben aus Einsparungsgründen häufig eine geringe Materialstärke; deshalb ist der Rand fast immer verdickt oder umgeschlagen, damit wenigstens eine annehmbare Stabilität entsteht. Diese Kante kann man sehen und fühlen. Bei einem Defekt  sind solche Stücke kaum zu reparieren, weil sie zu dünn sind.

3. Wenn möglich sollte man sich wenigsten drei gleiche Stücke vorlegen lassen; sind diese völlig identisch, kann es keine Handarbeit sein, weil das bei Einzelstückferigung einfach nicht möglich ist.

4. Lassen Sie sich keine Stücke aus Blattgold andrehen. Aus solchem Gold kann man keine Schmuckstücke herstellen. Die Materialstärke ist ähnlich stark wie dünnes Seidenpapier, man kann solches Metall nicht einmal mit der Hand anfassen, weil es sich sofort an den Fingern zerreibt.

5. Es gibt Stücke, die angeblich mit Blattgold 24 Karat belegt sind. Auch das ist Unsinn, weil der Aufwand unvergleichlich hoch ist und die Stücke enorm verteuern würde. Vielmehr wird es sich um eine galvanische Vergoldung handeln, deren Stärke in der Regel 4 Mikron beträgt. Das sind wenig mehr als 4 Atome übereinander!

6. 24-Karat-Vergoldung ist Unsinn, denn ein galvanischer Überzug aus Gold besteht immer aus Feingold. Die unterschiedlichen Farben einer Vergoldung ( wie Rotgold, Gelbgold o.ä.) entstehen, indem man die Korngröße des Gold-Niederschlages beeinflußt. Dadurch wird das auffallende Licht unterschiedlich reflektiert und die Farbe erscheint verschieden.

7. Im ungünstigsten Falle bei unedlen Grundmetallen wie Messing oder Kupfer kann es es um einen Überzug aus Titan-Nitrit handeln, der wie Gold aussieht, aber keines ist. Das wird unter anderem auch bei weniger wertvollen Uhren so gemacht. 

8. Natürliche Blätter kann man trocknen, präparieren und dann galvanisch mit Metall überziehen. Dazu wird zuerst eine dicke Verkupferung aufgebracht, um die Stabilität zu erreichen. Danach wird vergoldet. Diese Vergoldung ist aber ebenfalls nur so dünn, daß der Farbeindruck erreicht wird, mehr nicht. Sie werden auch aus Kostengründen niemals mit Blattgold belegt, schon garnicht in Handarbeit. Solche Stücke kann man nicht reparieren und ein Preis, der sich am aktuellen Goldpreis orientiert, ist völlig unakzeptabel.          

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