Gibt es tragbare Stereoanlagen, die auch ohne Stromanschluss eine hohe Dezibelzahl erreichen?

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Gibt es tragbare Stereoanlagen, die auch ohne Stromanschluss eine hohe Dezibelzahl erreichen?

Tragbare Stereoanlagen gibt es schon seit vielen Jahren. In den 1970er und 1980er Jahren war die Blütezeit der Radiorekorder. Besonders die in Japan und den USA produzierten Geräte wurden oft mit großen, leistungsfähigen Lautsprechern und zahlreichen Zusatzfunktionen ausgestattet. Eine hohe Dezibelzahl wird mit diesen auch ohne einen Stromanschluss erreicht. Seit den ersten tragbaren Stereoanlagen ist viel geschehen. Der folgende Artikel vermittelt Ihnen einen Überblick über die auf dem Markt erhältlichen tragbaren Stereoanlagen mit hoher maximaler Dezibelzahl. Die Zusatzfunktionen werden vorgestellt, bis hin zur modernen Audio-Docking-Station mit drahtlosen Schnittstellen.

Die erste wirklich laute tragbare Stereoanlage: Der Ghettoblaster

Tragbare Stereoanlagen sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Da die Mobilität dieser Geräte wichtig ist, sind ein geringes Gewicht und kompakte Ausmaße von Bedeutung. Der ideale Kompromiss zwischen Klangqualität, Lautstärke und der Mobilität ist nach individuellen Gesichtspunkten zu entscheiden. Wenn eine hohe Dezibelzahl wichtig ist, ist die Leistungsfähigkeit des integrierten Verstärkers und der Lautsprecher wichtiger, als das Gewicht und die Größe.

Die ersten relativ großen, aber dennoch tragbaren Stereoanlagen, waren Radiorekorder, die umgangssprachlich als Ghettoblaster oder Boombox bezeichnet werden. Trotz der Einschränkung durch den Betrieb mit Batterien erreichen die Geräte einen beachtlichen Schallpegel (Ghettoblaster bzw. to blast bedeutet „Krach machen"). Meist sind in diesen Breitbandlautsprecher verbaut, häufig unterstützt von Hochtönern. Mitte der 1980er Jahre wurden die Ghettoblaster dann zunehmend kleiner und die Qualität ließ nach. Leichte Geräte mit weniger Leistung wurden häufiger. Der eher teure und leistungsfähige Ghettoblaster wurde von preiswerteren und kleineren Produkten verdrängt.

Heute sind die alten und hochwertig verarbeiteten Ghettoblaster aus den USA und Japan bei Sammlern sehr beliebt und genießen Kultstatus. Ausgestattet mit einer Aux-In-Schnittstelle sind die Klassiker mit einem modernen MP3-Player betreibbar.

Technischer Fortschritt dank des CD-Formats – Ende der analogen Technik

Der klassische Ghettoblaster ist mit Stereo-Radio und Stereo-Kassettendeck ausgestattet. Große Geräte integrieren zwei Kassettendecks, sodass Kopien von Radiosendungen und anderen Kassetten angefertigt werden können. Die Einführung der CD (Compact Disc) leitete das Ende der analogen Wiedergabemedien Kassette und Schallplatte ein. Zusätzlich zum Kassettendeck integrierten tragbare Stereoanlagen ab Mitte der 1980er Jahre ebenso CD-Spieler (Ghettoblaster-CD). Teilweise sind die Lautsprecher dieser Geräte abnehmbar.

Die Einführung des MP3-Formats revolutioniert den Markt

Mit Einführung des MP3-Formats wurde die gesamte Musikbranche revolutioniert. Einzig mithilfe der analogen Kassette ist es bis dahin möglich gewesen, private Kopien der eigenen Lieblingsmusik anzufertigen. Als die Compact Disc eingeführt wurde, war für diese kein Kopierschutz vorgesehen, entsprechende Endgeräte, mit denen das Anfertigen einer CD-Kopie möglich wäre, existierten nicht. Dies änderte sich schlagartig, als die ersten CD-Brenner für Desktop-PCs zu kaufen waren. CDs können seitdem ohne besondere Probleme kopiert werden.

Das MP3-Format ermöglicht das platzsparende Speichern von Musikstücken, da das Audio-Signal verlustbehaftet komprimiert wird. Für das menschliche Gehör sind die fehlenden Frequenzen jedoch nicht hörbar. Auf diese Weise können auf einer CD nicht mehr nur rund 25 Lieder, sondern rund 200 gespeichert werden. Während CD-Player anfangs nur Audio-CDs verarbeiten konnten, wurde die Funktionalität später auf das MP3-Format und andere erweitert. Bis zur Jahrtausendwende war die CD das verbreitetste Speichermedium für Musik. MP3-CD-Player sind daher in sämtlichen Audio-Geräten integriert, sei es eine tragbare Stereo-Anlage, ein stationärer CD-Player für die Hi-Fi-Anlage oder im Autoradio.

Moderne tragbare Stereoanlagen

Die CD ist recht empfindlich für Kratzer und bietet ein begrenztes Fassungsvermögen. Das MP3-Format führte zur Entwicklung neuer tragbarer Stereoanlagen: der MP3-Player.

Dieser gibt Audiodateien wieder, die im MP3-Format gespeichert sind. Moderne MP3-Player spielen weitere Formate, wie Ogg Vobis, WMA, AAC oder FLAC ab. Die kleinsten Geräte sind wie Walkman oder Discman ohne eigene Lautsprecher ausgestattet. Da ein Flash-Speicher oder eine kleine Festplatte als Speichermedium dient, sind die kleinsten Geräte nicht viel größer als ein 2 Euro Stück (jedoch dicker). Die Musikwiedergabe erfolgt durch den Anschluss von Kopfhörern oder Lautsprechern über einen Verstärker oder direkt. Die fortschreitende Technisierung ermöglicht die Speicherung immer größerer Datenmengen auf immer kleinerem Raum. Der iPod von Apple wurde im Jahr 2001 eingeführt, ist inzwischen in unterschiedlichen Varianten erhältlich, und der beliebteste und verbreitetste MP3-Player auf dem Markt.

Selbstverständlich sind moderne tragbare Stereoanlagen erhältlich, die auch ohne externe Stromquelle eine hohe Dezibelzahl erreichen. Sämtliche Geräte, vom kleinsten mobilen Lautsprecher, bis hin zum zur sehr lauten modernen Ghettoblaster, sind bei eBay erhältlich.

Der moderne Ghettoblaster

Der moderne Ghettoblaster hat ähnliche Ausmaße wie die hochwertigen Geräte der 1980er Jahre. Ein Kassettendeck ist in diesen Geräten heute nicht mehr verbaut. Stattdessen ist häufig ein MP3-CD-Player integriert. Weitere Schnittstellen machen die Verbindung zu weiteren Endgeräten möglich. Allen voran, ist dabei der MP3-Player zu nennen. Um diesen mit dem Ghettoblaster zu verbinden, wird die Verbindung mithilfe eines 3,5-mm-Klinkensteckers hergestellt. Viele Geräte bieten zusätzlich die Möglichkeit, eine Speicherkarte einzustecken. Auch ein USB-Port für die Verbindung eines USB-Sticks ist häufig vorhanden. Früher wie auch heute ist in den meisten Fällen ein Radio integriert. In vielen Fällen sind neben den Stereo-Lautsprechern ein oder zwei Subwoofer in das Gehäuse integriert, sodass die Bässe besonders kräftig und intensiv wiedergegeben werden.

Neben den genannten Verbindungsmöglichkeiten ist die kabellose Verbindung immer beliebter. Viele mobile Endgeräte bieten daher die Möglichkeit, die Verbindung zum MP3-Player via Bluetooth herzustellen. Ein kompatibler MP3-Player kann dann während der Wiedergabe einfach in der Hosentasche bleiben, die Reichweite beträgt in der Regel knapp 10 m und Sichtkontakt ist nicht notwendig.

Der mobile Lautsprecher

Ghettoblaster sind nicht auf möglichst kompakte Ausmaße getrimmt. Zahlreiche Anschlussmöglichkeiten sind integriert und relativ große Lautsprecher verbaut. Häufig sind zusätzlich ein oder zwei Subwoofer integriert. Daher ist im Lieferumfang meist ein Trageriemen enthalten, damit diese bequem transportiert werden können.

Kompaktere mobile Lautsprecher mit den Ausmaßen einer kleinen Zigarrenkiste erreichen zwar nicht die maximale Dezibelzahl der tragbaren Ghettoblaster, können jedoch dennoch beeindrucken. Die hochwertigen Geräte in dieser Größenordnung haben genug Leistung, um eine kleine Grillparty zu unterhalten. Das Gewicht beträgt bei diesen lediglich rund ein halbes Kilogramm. Die mobilen Lautsprecher passen zwar nicht in die Hosentasche, sind jedoch in einem kleinen Rucksack immer mit dabei.

Da für die Wiedergabe der MP3-Lieder keine sperrige CD oder Kassette nötig ist, sind mobile Lautsprecher erhältlich, die so klein sind, dass diese auch in einer Hosentasche Platz finden. Solch ein mobiler Lautsprecher gibt die Musik nicht in Stereo-Qualität wieder. Einige dieser Modelle sind jedoch mit anderen kleinen Mini-Lautsprechern kompatibel, sodass auf diese Weise eine äußerst kompakte, leichte und mobile Stereoanlage gegeben ist. Für eine hohe Dezibelzahl sind diese nicht ausgelegt.

Die Audio-Docking-Station

Die Audio-Docking-Station ist eine weitere Form der modernen tragbaren Stereo-Anlage. Drahtlose Schnittstellen (WLAN und/oder Bluetooth) für die Verbindung zum MP3-Player sind in hochwertigen Geräten zusätzlich integriert. Hauptsächlich ist für die Verbindung zum MP3-Player (oder Tablet-PC, Smartphone) der Docking-Port vorgesehen. Die meisten Geräte sind für die Geräte von Apple ausgelegt. Bei einigen Geräten ist der Docking-Port ein Mikro-USB-Anschluss, über den z. B. Android-Smartphones verbunden werden.

Dual-Docking-Ports (für Apple und Android) existieren ebenso. Die Leistungsfähigkeit der Audio-Docks ist sehr unterschiedlich und nicht alle sind für den mobilen Einsatz gedacht. Sehr leistungsfähige tragbare Audio-Docks sind genauso erhältlich, wie diejenigen, die auf Leichtigkeit, maximale Batterielaufzeit und kompakte Ausmaße ausgelegt sind. Zunehmende beliebt sind stationäre Audio-Docking-Stationen, die von der Lautstärke und Klangqualität mit stationären Stereoanlagen konkurrieren. Wer nicht im Besitz einer großen und teuren Stereoanlage ist, kann mit einer hochwertigen Audio-Docking-Station das optimale Gerät für die eigenen vier Wände und unterwegs finden.

Worauf bei einer modernen tragbaren Stereoanlage zu achten ist

Ist die maximale Dezibelzahl, die die tragbare Stereoanlage erreichen kann, das ausschlaggebende Kaufkriterium? Dann sind die Leistungsfähigkeit des integrierten Verstärkers und der Lautsprecher entscheidend. Für die Angabe der Leistung dieser Teile verwenden die Hersteller ganz unterschiedliche Einheiten. Einige davon besitzen kaum oder nur wenig Aussagekraft.

Die RMS-Leistung

Damit Sie bei der Auswahl die unterschiedlichen Geräte miteinander vergleichen können, achten Sie auf die Angabe der RMS-Leistung. Die Ermittlung der Musik-Leistung mithilfe dieses Verfahrens ist klar definiert und festgelegt. Als Testsignal wird das so genannte „Rosa Rauschen" eingesetzt, das dem Klangbereich von Musikinstrumenten recht nahe kommt. Für die Beurteilung hat dieses Maß die größte Aussagekraft.

Die Sinus-Leistung

Ebenso exakt ist die Angabe der maximalen Sinus-Leistung, da das Messverfahren ebenfalls standardisiert ist. Als Testsignal wird jedoch ein Sinus-Signal verwendet, das mit einem normalen Musik-Signal nur wenig gemein hat. Angaben zur Sinus-Leistung sind somit zwar vergleichbar, jedoch weniger gut als RMS-Angaben.

Die maximale Musikleistung

Häufig wird von den Herstellern die maximale Musikleistung angegeben. Die Verfahren zur Messung sind jedoch nicht einheitlich, die Hersteller haben jeweils eigene Messverfahren. Die Leistung tragbarer Stereoanlagen lässt so nicht ideal miteinander vergleichen. Meist ist die Angabe der maximalen Musikleistung ungefähr doppelt so hoch, wie die der Sinus-Leistung. Wird die Leistung der Lautsprecher mit PMPO angegeben, ist Vorsicht geboten. Die Angabe gibt lediglich einen Wert an, der für einen extrem kurzen Zeitraum vom System verkraftet wird, ohne dass dieses Schaden nimmt. Es handelt sich um eine Erfindung der Werbeindustrie, um leistungsschwache Lautsprecher besser anpreisen zu können. Verschiedene Werte werden dabei kreativ miteinander verrechnet. Ist lediglich diese Angabe gegeben und keine zu RMS- oder Sinus-Leistung, ist dies bereits ein Anzeichen für die mindere Qualität der Lautsprecher (bzw. des Verstärkers). Ursprünglich wurde PMPO lediglich zur Beschreibung von PC-Lautsprechern verwendet.

Außerdem ist zu bedenken, dass der Stromverbrauch umso größer ist, je leistungsfähiger die verbauten Komponenten sind. Ein leistungsstarker Ghettoblaster benötigt entsprechend viele starke Batterien, wodurch das Eigengewicht des Geräts beträchtlich zunimmt.

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