Gewölbt und geteilt: Tastaturen für Vielschreiber

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Die klassische, gerade Form der Computertastatur stammt aus den Zeiten der Schreibmaschine – ergonomischen Ansprüchen genügt sie aber nicht. Wer locker und entspannt tippen will, braucht eine gebogene oder gar geteilte Tastatur.

 

Gewölbt und geteilt: Tastaturen für VielschreiberEine gewölbte Tastatur wie die des Microsoft Natural Ergonomic Keyboards erleichtert Vielschreibern die Arbeit. (Copyright: Microsoft)

 

 

Ergonomische Anforderungen an die Tastatur

Mit ergonomischen Tastaturen bleiben Hände, Arme und Schulterpartie beim Tippen entspannt. Die Voraussetzungen an die Tastatur: Sie muss neigbar und variabel aufstellbar sein, Form und Anschlag der Tasten müssen eine genaue und schnelle Bedienung ermöglichen. Zum Auflegen der Hände sollte ausreichend Platz vorhanden sein und die Beschriftung der Tasten muss sich deutlich vom Hintergrund abheben.

 

 

Gerade Tastauren sind ergonomisch nicht sinnvoll

Die meisten PC-Nutzer verwenden eine klassische Tastatur in gerader Bauform. (Copyright: Cherry) Beim Kauf eines Computers wird gewöhnlich eine Tastatur mitgeliefert– allerdings eine in gerader Bauform. Dass diese Form nicht günstig für Schultern, Arme und Handgelenke ist, merken Vielschreiber schnell: Für ein flüssiges Tippen müssen die Hände gerade auf die Tastatur ausgerichtet werden. Da aber die menschliche Schulter breiter ist als eine Tastatur, zeigen Unterarme und Hände natürlicherweise schräg auf die Tastatur. Die Folge: Die Ellbogen werden angepresst oder gar vor den Körper gezwungen, und die Hände werden abgewinkelt, um sie gerade nach vorne auszurichten. Es ergibt sich von selbst, dass eine solche Zwangshaltung auf Dauer zu Verspannungen und eventuell sogar chronischen Schädigungen führt.

 

 

Gewölbte Tastaturen sind optimal geformt

Bei gewölbten Tastaturen steigt die Höhe der Tastatur dachförmig von außen nach innen – die Zeigefinger liegen am höchsten. Zusätzlich laufen die Tastaturhälften für linke und rechte Hand schräg auseinander, damit die Handgelenke geraden bleiben. Die Trennung der Blöcke erfolgt bei den Tasten, die von den Zeigefingern bedient werden: zwischen T, G und B (links) sowie Z, H und N (rechts). So können die Hände bequem ohne Verdrehung aufliegen, Unterarme und Handgelenke bleiben in einer Linie.

 

Eine solche Trennung der Tastaturhälften erfordert einige Eingewöhnung. Aber es lohnt sich: Sie werden spätestens nach einigen Tagen merken, wie entspannend diese Art des Schreibens sein kann. Mögliche Probleme: Der Winkel, in dem die Blöcke auseinanderlaufen, lässt sich nicht verändern und passt vielleicht nicht zu Ihnen. Außerdem sind vor allem die inneren Tasten wegen der "Schräglage" manchmal schwergängig, wenn sie nicht im richtigen Winkel getroffen werden.

 

 

Geteilte Tastaturen: Die Krönung für Vielschreiber

Auch beim Tippen gilt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. (Copyright: Matias) Wenn der fixe vorgegebene Winkel einer gewölbten Tastatur nicht zu Ihrer Schulterbreite passt, greifen Sie auf geteilte Tastaturen zurück. Hier sind zwei Varianten möglich. Erstens: Die Tastatur kann variabel auseinandergeklappt werden, sodass Sie den Winkel der Hälften frei bestimmen können. Das Manko solcher Tastaturen: Sie sind teilweise an der "Trennlinie" etwas wackelig verarbeitet.

 

Die zweite Variante: Die beiden Hälften sind komplett getrennt und nur durch ein Kabel oder per Funk miteinander verbunden. Dies gewährleistet noch mehr Freiheit in der Platzierung der Hälften ganz nach Ihrem Geschmack. Aber Vorsicht: Nicht alle Modelle bieten nach dem Auseinanderklappen eine stabile Möglichkeit der Aufstellung und nicht alle sind auch ergonomisch gewölbt.

 

Hinweis: Bei der Trennung der Tastaturhälften stellt die Zahl "6" ein kleines Problem dar: bei manchen Herstellern liegt sie in der linken Hälfte, bei anderen in der rechten.

 

 

Die richtige Neigung finden

Eine nach vorne geneigte Tastatur ist heute Empfehlungsstandard für ergonomisches Schreiben. (Copyright: Microsoft) Dachförmig gewölbt und negativ nach vorne geneigt – das ist heute die empfohlene Tastaturform des Berufsgenossenschaftlichen Instituts BGIA. Doch dabei können Handgelenk und Ellenbogen nur dann auf einer Höhe bleiben, wenn die Hand entsprechend abgestützt wird. Damit kommt nicht jeder gut zurecht. Manche empfinden solch hohe Handballenablagen sogar als störend, weil dann der Winkel zu ihrer Sitz- und Arbeitshöhe nicht mehr stimmt. Das sollten Sie am besten an dem Arbeitsplatz ausprobieren, an dem Sie die Tastatur benutzen werden.

 

 

10 Finger oder Adlersuchsystem?

Die wenigsten Menschen lernen das 10-Finger-System in der Schule oder während einer Ausbildung. Optimal für die Entlastung der Hände und Unterarme wäre es zwar schon – aber keine Bange: Auch wenn Sie bisher die "Grenze" zwischen linker und rechter Tastaturhälfte regelmäßig überschreiten, wird sich dies bei einer gewölbten und geteilten Tastatur von ganz alleine geben – einfach weil es wegen der größeren Entfernung unbequemer wird. Nach einiger Eingewöhnung bleiben beide Hände dort, wo sie hingehören. Das ist schon ein Gewinn, auch wenn Sie nicht alle zehn Finger benutzen.

 

 

Geheimtipp: Getrennter Zahlenblock

Vor allem bei Rechtshändern muss die Maushand weite Wege gehen: Zwischen Tastatur und Maus muss sie noch den Zahlenblock überfliegen. Daher versucht man instinktiv, die Maus möglichst nahe an der Tastatur zu halten, weshalb diese ständig im Weg ist. Linkshänder sind hier fein raus – links die Maus, rechts die Zahlen. Die Lösung für Rechtshänder ist eine Tastatur ohne Zahlenblock und dazu ein getrennt aufstellbarer Zahlenblock. So können Sie mit der Maushand nahe an der Tastatur arbeiten, ganz entspannt.

 

 

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