Gettysburg, Stephen Lang, Martin Sheen, 244 Minuten,DVD

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Gettysburg (Deluxe Edition, DVD), - unbedingt mit "Gods & Generals" zusammen kaufen / ansehen

Allerdings kein leichtes Unterfangen, da ja "Gettysburg" vorher bereits erschienen ist, historisch gesehen aber erst zu einem späteren Zeitpunkt spielt als "Gods & Generals", der ja mehr die Enstehung und Anfangsjahre des amerikanischen Bürgerkriegs behandelt und auch weitaus spektakulärer sowie blutiger, - jedenfalls für sein FSK - geeignet ab 12 Jahre - Alters Prädikat (und im Vergleich dazu, einer fast schon kinderfreundlichen Darstellung von Gewalt bei "Gettysburg", mit ironischerweise FSK 16er DVD Fassung bzw. Altersfreigaben Einstufung) gemacht ist.

Zur Story (dieses Films hier und beruhend auf den historischen Vorlagen), - die Handlung des Films beruht auf der blutigsten Schlacht, die je auf amerikanischem Boden ausgetragen wurde, der Schlacht von Gettysburg. Drei Tage lang dauerte diese Schlacht, bei der über 5.000 Soldaten ihr Leben verloren und weitere 45.000 verwundet wurden. Sie stellte den Wendepunkt des Sezessionskrieges dar. Neben grandiosen Schlachtsequenzen werden auch die Konflikte zwischen den kommandierenden Offizieren, verkörpert von Martin Sheen und Tom Berenger, ausführlich behandelt. Zudem wird durch die, eher emotionalen, Episoden um Brigade General Amistead deutlich gemacht, wie stark der Krieg die gesamte amerikanische Bevölkerung zerteilte. Der beste Freund des Generals ist nun sein Feind. Ein gänzlich anderer Aspekt ist die Rekrutierung, sowie die soziale Struktur der Armee. Zum einen wird von einer Einheit erzählt, die trotz ihrer abgelaufenen Dienstzeit zum Kampf motiviert wird. Zum anderen stellt sich heraus, dass hier keine Berufssoldaten aufeinander stoßen, sondern ganz normale Amerikaner (die oben erwähnte Motivationsrede hält ein ehemaliger Professor).

Letztendlich verstanden sich die Soldaten der Milizen als freie Männer, die z.B. nach demokratischen Regeln ihren Anführer wählten. Die etwas merkwürdig und zurückhaltende anmutende Kriegsführung, bzw. Prinzipien der Schlachtenlenkung durch die jeweiligen Heerführer entspricht dem militärischen Führungsstil der damaligen Zeit. Trotz des typischen amerikanischen Pathos wird die Geschichte der Schlacht relativ detailliert und größtenteils auch historisch völlig korrekt (nach)erzählt bzw. dargestellt. Im Vorspann des Filmes werden Originalfotos der (nicht nur) an dieser Schlacht beteiligten Offiziere und Soldaten auf das Bild des jeweiligen Schauspielers (solcherlei Aufwand wird sich, verglichen dazu, bei "Gods & Generals" dann nicht mehr gemacht, hier bekommt man dann lediglich nur noch die einzelnen Regiments, - und Heeresfahnen patriotisch im Wind flatternd zu sehen) überblendet.

Auch während des Abspanns wird noch kurz etwas mit Bildern und Originalfotos etwas über die weiteren Werdegänge der an dieser Schlacht beteiligten, wichtigsten Personen erläutert. Dabei werden die Bilder, wie im Vorspann, auf das Original zurückgeblendet. Ein wenig negativ hervorzuheben ist dabei beispielsweise auch, besonders gegen Ende dieses Films, das sich exakt dieselben Szenen mehrmals ständig aus den immer wieder unterschiedlichen Blickwinkeln wiederholen müssen.

,- Kenner und Liebhaber der alten Kampfstern Galactica - Filme, und speziell des zweiten Teils "Angriff der Zylonen" werden möglicherweise bereits schon wissen, wie das - auch dramaturgisch äußerst unglücklich gelungen - ganze zu verstehen ist, (jedenfalls wurde dieser Fehler bei "Gods & Generals" dann auch nicht nochmal so derartig angewendet). ,-

Zu erklären kann das nur sehr wschl. (an unterschiedlichen Regisseuren o.ä. dürfte es ja hier weniger gelegen haben) mit dem überraschenden Erfolg von "Gettysburg", für den ja auch sicherlich ein niedrigeres Budget zur Verfügung gestanden haben dürfte. Auch ist es wenig vorteilhaft gewesen, nicht wieder alle historischen Figuren mit denselben Schauspielern vom ersten Teil dieser eher losen Civil War - Trilogie zu besetzen (Robert Duvall statt Martin Sheen als General Robert E. Lee oder Bruce Boxleitner statt Tom Berenger als General Longstreet zum Beispiel bei "Gettysburg" bzw. "Gods & Generals"). Oder das augerechnet Stephen Lang (der in beiden, bisherigen Filmen tragende Hauptrollen besetzt) bei "Gettysburg" noch bedeutend schlanker General Pickett in einer Nebenrolle spielt. Und bei "Gods & Generals" nun auf einmal und überraschend sowie dicker den General Stonewall Jackson zu geben hat.

Ob dazu noch ein ursprünglich (geplant gewesener) dritter Film mit dem Titel "Last Full Measure" noch auf dem europäischen Markt erscheinen wird (der sich dann möglicherweise und zwangsläufig mit dem Ende des Civil War beschäftigen soll), bleibt vorläufig noch abzuwarten, - und somit auch ein dann verfügbares, - recht preisgünstiges 3er DVD - Package. Auch kommen dann wieder sehr wschl., - dh. wie bisher bereits in beiden Filmen noch zusätzlich völlig neue Rollen bzw. andere geschichtliche Personen neu hinzu. Was sowieso durchgehend zur unbedingten Geduld und Aufmerksamkeit zwingt, um nicht irgendwann die allgemeine Übersicht dabei völlig zu verlieren. Auch die zahlreichen und verwirrend bunten Uniformen hier und ebenso bei "Gods & Generals" könnten dies auch zusätzlich noch bewirken. Besser und vorteilhafter sollte es dabei schon sein, sich beide Filme zeitlich der geschichtlichen Handlung folgend, - also umgedreht und möglichst unvoreingenommen sowie mit kleinen Pausen zwischendurch, gleich auf einmal hintereinander zu besorgen und anzusehen. Oder auch, falls nicht gleich alles einfach verstanden wurde, dann auch noch mehrmals und mit weiteren informieren in den verfügbaren Quellen, was Namen, Daten, - und Fakten angeht, anzuschauen.

Sonst (und vor allem für wahre Fans dieses Genres allerdings eine durchaus überzeugende und empfehlenswerte Doppel - DVD (bzw. die Filme mit "Gods & Generals" zusammen, der bisher leider nur für sich allein und jedenfalls was die Verleihversion betrifft, nur auf einer zweiseitig gepressten DVD - 9 erhältlich ist), besonders wer dabei nicht, wie ich selbst, vorher schon aus Ungeduld beide Filme seperat bzw. einzeln teurer erworben hat.
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