Gestalten Sie Ihre Traumküche: Tipps zur Auswahl und Montage von Arbeitsplatten

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Gestalten Sie Ihre Traumküche: Ratgeber für die Auswahl und Montage von Arbeitsplatten

Zum Kochen, Backen und Braten braucht man nicht nur Herd und Ofen. Ein nicht zu unterschätzendes Gut in der Küche offenbart sich häufig erst bei der Verköstigung vieler Personen: ausreichend Platz. Je mehr Menschen an den Vorräten eines Haushalts teilhaben, desto mehr sollte davon in der Küche vorhanden sein. Ein Element, das hierbei eine besondere Rolle spielt, soll in den folgenden Zeilen etwas näher beleuchtet werden. Es handelt sich dabei um die Arbeitsplatte.

Es gibt Arbeitsplatten für Küchen in vielen verschiedenen Materialien und Ausführungen. Jedes einzelne davon hat besondere Eigenschaften, die es für diese oder jene Küchenarbeit besser oder schlechter geeignet macht. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und welche Platte für Sie am besten geeignet ist. Ein paar Hinweise zum Einbau schließen den Arbeitsplattenratgeber ab.

Was gehört alles zu einer Arbeitsplatte für die Küche?

Die Arbeitsplatte ist die Freifläche in der Küche, die man zur Vorbereitung des Essens nutzt. In der Regel sind die waagerecht ausgerichteten Platten fest montiert und schließen die Einbauküche nach oben hin ab. Geräte wie Herde und Spülmaschinen sind in die Arbeitsplatte eingelassen. Die Arbeitshöhe beträgt in der Regel etwa 85 cm. Bei der Auswahl einer Arbeitsplatte müssen Sie verschiedene Dinge berücksichtigen. Hierzu zählen Material, Farbe, Belastbarkeit und Reinigungsaufwand. Da das Material eine zentrale Rolle bei der Auswahl spielt, seien im Folgenden einige verbreitete Formen vorgestellt.

Laminat und mitteldichte Holzfaserplatten

Diese erste Gruppe von Arbeitsplattenmaterialien ist in Küchen weit verbreitet. Der Vorteil von Laminat besteht in seiner widerstandsfähigen Oberfläche. Aufgrund der hohen Dichte ist die Empfindlichkeit gegen mechanische Beanspruchung gering. Eine in der Küche häufig zur Anwendung kommende Sorte ist das HPL (High Pressure Laminat). Neben mechanischer Beanspruchung hält es hohen Temperaturen über kurze Zeiträume stand. Hierzu zählen zum Beispiel Töpfe mit kochend heißem Wasser. Eine Unempfindlichkeit gegen UV-Licht und Alkohol unterstreicht die vielseitige Verwendbarkeit. Positiv sticht weiterhin der geringe Reinigungsaufwand hervor. Die Geruchsneutralität rundet den positiven Eindruck ab.

Laminat ist billiger als Edelstahl und Naturstein. Gegen Kratzer und dauerhafte Hitzeeinwirkung ist es allerdings weniger widerstandsfähig. Auf die Dauer kann sich heißes Geschirr fest in die Oberflächenstruktur des Laminats eindrücken. Dadurch sinkt nicht zuletzt seine optische Qualität. Nutzen Sie eine Arbeitsplatte aus Laminat, achten Sie aus diesem Grund immer darauf, einen Untersetzer zu verwenden, wenn Sie heiße Töpfe darauf abstellen.

Mitteldichte Holzfaserplatten bestehen aus sehr fein zerfasertem Holz. In vielen Fällen verwendet man bei der Herstellung Nadelholz ohne Rinde. Ein Vorteil dieser Art besteht in der optischen Qualität. Sie entsteht, da die Fasern gleichmäßig in Längs- und Querrichtung gepresst werden. Der Werkstoff ist fest und gleichmäßig, die Kanten stabil. Man kann sie ohne zusätzliches Anleimen fixieren. Mitteldichte Holzfaserplatten werden mit Dicken von 2-60mm und Dichten von 600-1.000 kg/m³ vertrieben.

Was gibt es bei der Verwendung von Vollholz zu beachten?

Auch massive Hölzer werden zur Herstellung von Arbeitsplatten genutzt. Eine häufig verwendete Art ist Buche. Meist finden Sie allerdings nicht bei der kompletten Platte Anwendung. Häufiger werden sie nur zur Fertigung einzelner Teile wie Schneidbretter benutzt. Unter technischen Gesichtspunkten ähnelt Vollholz Laminat und MDF-Platten. Eine Besonderheit gilt allerdings dem Schutz gegen Pilzbefall. Damit langfristig keine Schädigungen auftreten, ist das Imprägnieren mit Holzöl zu empfehlen. Beschichtete Leimhölzer sind eine Sonderform. Dabei werden mehrere Brettlagen in gleicher Faserrichtung miteinander verleimt. Materialien dieses Typs zeichnen sich durch eine hohe Zuverlässigkeit gegenüber starker statischer Beanspruchung aus.

Arbeitsplatten aus Naturstein

Unter der Klasse der Natursteine fasst man alle Steine zusammen, die in der Natur vorkommen. Man verwendet Granite, Gneise, Quarzite und weitere natürlich vorkommende Mineralien. Natursteine finden poliert oder gebürstet Anwendung in der Küche. Polierte Ausführungen glänzen. Gebürsteter Stein ist matt. Zur Ergänzung der Arbeitsplatten gibt es steinerne Oberflächen zur Anbringung der Wand. Sie dienen als optische und funktionale Ergänzung.

Die gemeinsame Besonderheit aller Natursteine ist ihre Widerstandsfähigkeit. Sie halten sowohl mechanischen als auch thermischen Belastungen stand. Im Gegensatz zum Laminat können heiße Töpfe darauf für längere Zeit ohne Beschädigung stehen bleiben. Die Reinigung von Naturstein ist wie die Reinigung von Laminat mit verhältnismäßig geringem Aufwand betreibbar. Die glatte Oberfläche bietet dem Schmutz nur sehr wenig Angriffsfläche. Weitere Vorteile bestehen in seiner Unempfindlichkeit gegen Lösemittel, Wasserdampf und Wasser.

Granit und Gneis

Zu den am häufigsten verwendeten Natursteinen zählen Granite. Sie sind in sehr vielen verschiedenen Farben erhältlich und können leicht an das Interieur angeglichen werden. Dank ihrer hohen Dichte und ihrer eingeschränkten Aufnahme von Wasser sind sie sehr widerstandsfähig. Ein Nachteil besteht in dem Umstand, dass Granit je nach Farbgebung sehr teuer sein kann. Dies erkennen Sie am Beispiel der seltenen blauen Färbung. Im Gegensatz zu Granit weisen Gneise eher buntere und hellere Farben auf. Wenn die Optik für Sie besonders wichtig ist, können Sie auf diese Steinart zurückgreifen. Zu den härtesten Gesteinsmaterialien gehören die Quarzite. Sie sind besonders unempfindlich gegen physische Beanspruchung und nehmen praktisch kein Wasser auf.

Neben diesen weitverbreiteten Typen kommen andere zum Einsatz. Hierzu zählen Sandsteine und Marmor. Steine dieser Arten weisen verschiedene Nachteile auf, beispielsweise Empfindlichkeiten gegen Essig- und Fruchtsäuren, poröse Qualität und hohe Wasseraufnahme.

Wodurch zeichnet sich die Verwendung von Quarzwerkstoff aus?

Quarzwerkstoffe sind unter optischen Gesichtspunkten interessant. Sie können in praktisch jeder Farbe hergestellt werden. Die Zugabe von mineralischen Glitzereffekten trägt weiterhin zur Beliebtheit dieses Typs bei. Quarzwerkstoffe werden in einem Vibrationsprozess im Vakuum hergestellt. Zur Herstellung dieses Kunststeins verwendet man Quarzgranulat, Harz und Farbpigmente. Einige Quarzstoffe werden zusätzlich mit antibakteriell wirkenden Stoffen wie Triclosan versehen. Dadurch kann die Reinigung zusätzlich erleichtert werden.

Arbeitsplatten aus Mineralwerkstoff

Bei Ausführungen dieses Typs kommen mineralische Bestandteile zum Einsatz. Verbreitet sind Aluminiumhydroxid, Acrylat und Polyesterharz. Mineralwerkstoffplatten werden in einem industriellen Verfahren in Stärken von 1-3mm auf die Trägerplatte aufgebracht. In der Regel handelt es sich um eine Spanplatte. Bei Stärken zwischen 6 und 24 mm wird häufig ein zusätzliches Material als Träger untergebaut. Dabei kann es sich um Spanplatten oder MDF handelt. Bei einer Stärke von 18-24 mm ist die Verwendung eines Trägermaterials nicht länger nötig. Ihr Vorteil besteht in ihrer chemischen Beständigkeit.

Mineralwerkstoffe stellen einen Kompromiss zwischen Holz und Naturstein dar. Sie sind weicher und wärmer als Steinplatten. Gleichzeitig zeigen sie eine höhere Widerstandsfähigkeit als Holz. Bei der Nutzung müssen Sie lediglich auf die Temperatur achten. Häufig wird eine Resistenz von bis zu 180°C angegeben. Nutzen Sie in diesem Fall einen Untersetzer für Ihre heißen Töpfe. Weitere Vorteile, die Mineralwerkstoffe für die Küche gut geeignet machen, sind ihre gleichmäßige Färbung, ihre Glätte und ihre Resistenz gegen Chemikalien.

Eine elegante Optik mit Arbeitsplatten aus Edelstahl

Ausführungen dieses Typs punkten in erster Linie mit Stabilität. Edelstahlplatten sind unempfindlich gegen Kratzer und gegen alle in der Küche auftretenden Temperaturen. Sie können mit verschiedenen Oberflächen geliefert werden. Zur besseren Festigkeit verklebt man Arbeitsplatten aus Edelstahl teilweise mit Holzwerkstoffen.

Gegenüber den anderen bisher vorgestellten Typen von Arbeitsplatten gehört die Edelsteinausführung in erster Linie dem gehobenen Ausstattungssegment an. Sie ist nicht zuletzt im Gastronomiebereich ein Teil der Standardausrüstung.

Moderne Ausführungen von Edelstahlplatten werden aus warmgewalzten Blechen hergestellt. Diese haben den Vorteil, dass sie leicht in Form und auf eine Breite von 6-12mm gebracht werden können. Da die Platten ohne Fugen hergestellt werden können, sind sie leicht zu reinigen. Man nutzt hier für Reinigungstücher auf Mikrofaserbasis.

Darauf müssen Sie beim Aufbau der Arbeitsplatte achten

Ehe Sie sich an den Einbau der Platte machen, überprüfen Sie die Unterschränke Ihrer Küche. Sie sollten mit den Stellfüßen waagerecht ausgerichtet sein. Es kann sonst passieren, dass sich die Maße verschieben und permanent Spannungen zwischen Küchengeräten und Platte bestehen. Haben Sie dies getan, sorgen Sie für die Sicherheit. Schalten Sie hierzu die Sicherung aus, die mit Ihrem Kochfeld verbunden ist. Anschließend entfernen Sie Ihre alte Arbeitsplatte.

Der nächste Schritt besteht im exakten Zuschneiden der Arbeitsplatte. Passen Sie sie hierbei genau an den Verlauf der Wand an. Sind Mauervorsprünge vorhanden, benötigen Sie eine Stichsäge, mit der Sie die feinen Kurven und Ecken sägen können. Tragen Sie auf die schmalen Stirnseiten der Platte anschließend einen Umleimer auf. Um den Heißleim richtig aufzubringen, überstreichen Sie ihn bei schwacher Hitze mit Ihrem Bügeleisen. Optional können Sie den Umleimer auch mit einem Kontaktkleber auftragen.

Die Kanten, die beim Auftragen des Umleimers entstanden sind, werden anschließend bündig mit einer Feile abgetragen. Zur letzten Glättung verwenden Sie feines Schleifpapier. Müssen Sie die Platten über eine Ecke verbinden, decken Sie die Vorderseite mit einer Profilleiste aus Aluminium ab. Die Ansetzung eines Frässchnitts ist ebenfalls möglich. Hierfür nutzen Sie einen Topfbandbohrer. Die Verwendung eines Stativs macht die Einbohrung für die Plattenverbindung leichter.

Im nächsten Schritt sägen Sie die Bohrstege zur Kante der anderen Arbeitsfläche hin auf. Ziehen Sie sie anschließend mit einem Plattenverbinder fest zusammen. Die Markierungen für Kochfeld- und Spülausschnitt zeichnen Sie anschließend auf die Platte. Legen Sie Spüle und Kochfeld umgekehrt darauf und nutzen Sie sie als Schablone. Haben Sie eine gut sichtbare Linie gezeichnet, sägen Sie den entsprechenden Abschnitt aus. Nutzen Sie hierfür eine Säge, die Tauchschnitte ausführen kann. Es empfiehlt sich eine Stichsäge. Die Ränder des Ausschnitts werden im Anschluss an diese Arbeit mit Silikon abgedichtet. Dadurch verhindern sie, dass langfristig Feuchtigkeit in die Platte gelangt. Wollen Sie kein Silikon verwenden, besteht auch die Möglichkeit, Dichtungsband zu nutzen. Die Unterseite der Platte schützen Sie mit Alufolie oder einem wasserfesten Bestrich vor Feuchtigkeit.

Im letzten Schritt schrauben sie die Arbeitsplatte von unten fest und bringen die Abschlussschienen an. Hierbei sind Stecksysteme vorteilhaft.

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