Geschliffene Schallplatten ?

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Gibt es die wirklich ?

Na klar doch, vielleicht. Der menschliche Erfindergeist und die Dollarzeichen in den Augen machen alles sicher möglich.
Nur ist mir persönlich noch keine begegnet.
Weil physikalisch erklärbar. Als gelernter Maschinenmechaniker hat man auch mal Flächen geschliffen im tausendstel Millimeterbereich.
Und denkt dann an den Aufbau einer Schallplatte mit "hoher" Schulter an der Einlaufrille , dem Labelsockel und der polierten Oberfläche der Pressmatrize.
Wie bitteschön soll man als Vinylfreund hier manche Ratschläge nachvollziehen ?
GARNICHT. Denn fast anonym verfasst und auf Vermutungen aufgebaut, sind die keine Hilfe.
Und mit dem vorgebrachten Details, die nicht mit der hochfeinen Vorgang von ein paar  tausendstel Millimeter  vereinbar sind, bei den dazu auf der Platte vorhandenen "Bergen" von ein paar zehntel Millimeter, auch bei 180 g-Exemplaren.
S.H., wenn, dann sieht man es sofort. Noch glatte Flächen und eben Abtrag am Einlaufbereich.
Viel Material ist bei so einer kleinen Rille auch nicht zu holen.
Ich denke alle anderen Details wie bläuliche Verfärbung, Irisieren und Ähnliches findet sich gerade bei alten Platten oft (Antistatiktücher, Disco..-Beschichtungen, Reinigungsmittel der Waschmaschinen).
Gerade die weißen Flusen oder Stäube an den Kratzern sind das völlig normale Ergebnis des harten Kontaktes von Nadel, Bruchkante des Kratzer und eben erhöhtem Abrieb.
Oder falscher Reinigungstücher.
Sollte es springen, ruhig mal unterm Mikroskop schauen, ob sich im Kratzer nicht eine "Sprungschanze" aufgebaut hat. Denn dort kehrt die Carbonbürste gern was rein.
Mir ist es zumindest ein paarmal so gegangen. Also ruhig mal auch längs des Kratzers bürsten und schwupps, es springt nicht mehr. Gutes Antiskating natürlich vorrausgesetzt. Oder einfach mal rückwärts drüber fahren, wenn die Nadel es zulässt.
Aber auch wirklich nur dann, wenn das System und Nadel abkönnen  !!!
Und wenn das einmal geschafft ist, wird man sich wundern, wie schnell auch mancher noch sichtbare Kratzer nach und nach durch den Materialabtrag (aber diesmal durch die Nadel) immer weniger hörbar ist. Und man findet immer noch den weißen Staub vom Abarbeiten.
Unabdingbare Vorraussetzung ist natürlich absolute Staubarmut, um nicht wieder den Kratzer zu füllen.
In dem Zusammenhang möchte ich auch vor den, oft beschriebenen Mikrofasertüchern warnen. Diese finden sich eben in den Kratzern und schlimmer an der Nadel wieder.
Wo wir beim Nächsten sind. Rillen im Label.
Ich kenne viele Plattenwascher mit Klemmung am Label, von Plattenklemmen und großen Gewichten mal abgesehen. Also daran kann man es wirklich nicht fest machen. Ebenso nicht an ausgeblichenen Labels, was auch bei einfachen Plattenwaschern oder Handwäsche passiert.
Zu guter letzt, immer das zulässige Systemgewicht ausreizen, also 3/4 mindestens.
Da wird aus einem angeblichen Betrug ganz schnell ein ganz normaler Klang und man sucht nicht an der falschen Stelle.
Dabei auch immer an die passende Antiskatingeinstellung denken.
Immer die passende Nadel einsetzen.
Auch mal eine Scratchnadel nehmen anstatt Superduber-Micro-Fineline. Besonders bei 60er Jahre-Platten, auch Stereo macht das einen eklatanten Unterschied.



FAZIT:
Wie vermeide ich möglichst, betrogen zu werden ?
Ich kaufe, wenn möglich nach Beschreibung, die nicht optisch, sondern nach KLANG bewertet. Oder zumindest Angaben, wie "läuft sauber durch, keine Springer".
Und merke mir die guten Verkäufer.

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