Geschichte über Fälschungen von Michael Otto.

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Hier lieber Leser eine kleine Geschichte die sich wirklich so zugetragen hat:

Ich betreibe in Bielefeld mit meinem "kleinen" Bruder einen alteingesessenen Briefmarken und Münzen Laden.
Im Programm habe ich auch Notgeld, Telefonkarten, Schmuck und natürlich Zubehör.
Vor ein paar Jahren betrat ein nicht mehr junges Ehepaar diesen kleinen Laden. Der Mann wird wohl etwa 65
Jahre, die Frau etwa 60 Jahre alt gewesen sein. Nachdem wir die übliche Begrüßung vollzogen eröffnete der
Mann das er sich schweren Herzens von einigen seiner Sammelgegenstände trennen muß. Er zeigte mir eine
kleines Album in dem etwa 100 Briefmarken wahllos eingesteckt waren. Dazu waren auf den hinteren Seiten
einige Briefe untergebracht. Dieses Album war für mich als Fachmann schon eine kleine Sensation. Denn alle
Marken waren erstklassig in der Erhaltung und im Katalogwert. Keine Marke war unter 100 DM, einige sogar
mit mehreren Tausend Katalogmark dabei. Und das Beste kommt erst noch! Alle Marken waren geprüft von
den entsprechenden Verbandsprüfern. Ich fragte den Mann was er denn dafür haben will und er sagte das
er sich 20 % vom Katalogwert vorstellt. Das war geschenkt! Und jetzt meldete sich seine Frau zu Wort. Sie
sagte das sie von dem Zeug genug hätte und endlich alles aus dem Haus haben wollte. Ich kam mir vor wie
nach einem Lottogewinn. Da steht ein Mann vor mir und will mir 15000 DM schenken! Welch ein Glücksgefühl.
Aber nach der Gier kam mein 7. Sinn der mir sagte Michael das ist zu schön um wahr zu sein. Es muß einen
Haken geben. Aber es gab keinen! Ich würde jetzt in den nächsten Sekunden das Schnäppchen machen!
Irgend was sagte mir aber das das so nicht geht! Also was tun? Ich rief dann einen Kollegen der von Beruf
diese Art der Marken über Auktionen verkauft und der müßte ja wissen ob es wirklich der super Schnapper
ist. Wenigen Minuten später war er bereits da und begutachtete die Top Marken. Da alles geprüft war waren
wir uns schnell einig das wir für etwa 15000 DM Marken dem Paar abkauften. Das beide für die Quittung
keinen Personalausweis hatten ist wohl in der grenzenlosen Gier untergegangen. Auch die Telefonnummer
die (die beiden kamen aus Paderborn angeblich) eine falsche Vorwahl hatte ist zwar aufgefallen aber es war
ja schliesslich ein "Lottogewinn" und da fragt man nicht lange...
Nachdem das Paar den Laden verlassen hatten wurden die Marken mit dem Kollegen geteilt und jeder ging
seines Weges.
Mein Kollege ging sofort den einzig richtigen Weg und lieferte alles zur Nachbegutachtung beim Prüfer ein
und wen wunderts alles aber wirklich alles inc. Prüfzeichen war falsch! Natürlich auch die Adresse nebst
Telefon Nummer.
Nett war nur der Prüfer der einige Marken behalten wollte weil er in seiner Laufbahn bisher noch keine
besseren Fälschungen gesehen hatte.
Was sagt uns diese kleine Geschichte?
Gier beim kaufen ist nicht angebracht.
Es gibt nichts geschenkt.
Auch ein vermeintlicher Lottogewinn hat immer einen Haken.
Ein "Experte" ist auch ein Mensch.





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