Gericom X5-Force / Twinhead P14G / P4 mobile Notebook

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Tipps zum Aufrüsten und Reparieren für das Twinhead P14G Notebook. Es wurde ab Mitte 2002 unter dem Namen "Gericom X5-Force" verkauft und gehörte damals mit einem Einstandspreis von 1500 - 1800 Euro je nach Ausstattung zur oberen Mittelklasse. Das Notebook macht auch heute noch einiges her wegen seines schnörkellosen, schlichten Designs und seiner sehr guten Verarbeitung. Deshalb möchte ich ein paar Tips zum Aufrüsten und Reparieren geben. Damit bekommt man ein kompaktes, robustes, leichtes Notebook für Alltagsanwendungen.

Der X5-Force hat ein stabiles Gehäuse aus Magnesium mit abschraubbaren Alu-Deckeln. Kein billiger Plastikschrott! Alle wichtigen Komponenten (Prozessor + Lüfter, RAM, Festplatte, optisches Laufwerk) sind sehr leicht zugänglich. Die Tastaturseite ist aus Plastik im Metallic-Look. Die Display-Scharniere sind aus solidem Stahl und halten auch noch nach Jahren das - relativ helle und gut entspiegelte - Display in jeder Stellung absolut fest. Eventuelle Risse an der Plastikverkleidung tun der Stabilität kaum Abbruch und lassen sich von innen mit etwas Sekundenkleber und Füller-Pulver leicht reparieren. Verloren gegangene Gummifüße lassen sich mit Heißkleber ersetzen.

Auch nach 5 Jahren reicht die Geschwindigkeit mit WinXP problemlos aus für alle Office Anwendungen und vieles mehr. Selbst die alten Akkus laufen noch. Neue Lithium-Akkus mit höherer Kapazität gibt's bei Ebay (Twinhead). Mit dem größeren Modell (9 statt 6 Zellen, 6 Ah) steht das Notebook etwas schräg, das ist ergonomischer und verbessert die Kühlung.

Nun einige Tipps zum Hochrüsten:

Ein Schwachpunkt des P14G ist die altersbedingt etwas kleine, laute und lahme Festplatte. Deshalb sollte erst mal eine neue Platte mit 80-120 GB her. Ich habe gute Erfahrungen mit den superleisen Samsung-Platten gemacht. Einfach den Deckel vorne rechts unten abschrauben, den Laufwerkstecker vorsichtig abziehen und die Platte austauschen. Der Geschwindigkeitszuwachs ist beträchtlich!

Da mein Gerät keinen DVD-Brenner hatte, habe ich das Plextor Slot-in Laufwerk eingebaut. Kostenpunkt ca, 80 Euro, aber ein geniales Laufwerk! Dazu muss man nur den kleinen Blechdeckel in der Mitte der Unterseite abschrauben und das Laufwerk herausschieben. Den Blechrahmen schraubt man dann an das neue Laufwerk. Der Einbau ist eine Sache von 10 Minuten.

Übrigens bootet das Notebook auch von USB-Festplatten, dazu muss man die Platte anschließen, den PC starten, beim gericom Logo mit Entf ins BIOS gehen und "USB" als erste Bootoption wählen.

Auch der RAM-Ausausch ist kinderleicht. Der Deckel dafür ist mittig links. 128 MB RAM sind fest verbaut. Mit einem 512 MB SO-DIMM Riegel (ab 133 MHz) lässt sich das Gerät auf maximal 640 MB hochrüsten.

Ob das Gerät ein eingebautes WLAN-Modul hat, ist heutzutage egal, da eh veraltet. Daher kauft man sich am besten einen Fritz-Stick.

Der Prozessor ist ein Pentium 4 Mobile mit 1,5 ... 2,0 GHz (je nach Ausführung). Achtung! Das Gerät wurde auch mit Celeron- und AMD-Prozessoren verkauft, davon kann man nur abraten. Bei Ebay kriegt man leicht einen gebrauchten Mobile-Prozessor. Das Aufrüsten ist eine Sache von 20 Minuten. Der Prozessor hat einen Sockel ähnlich wie beim Desktop-PC.

Einfach den Blechdeckel über dem Lüfter abschrauben, die 3 verchromten Schrauben lockern und den Kühler vorsichtig vom Prozessor lösen. Wenn man Pech hat, kann der alte Prozessor Schaden nehmen, weil der offen liegende Silizium-Chip mit dem Kupferkühler durch die Wärmeleitpaste verbacken kann. Also nicht "zum Spass" den Kühler abnehmen! Natürlich muss die Kupferfläche des Kühlers gesäubert und mit Wärmeleitpaste bestrichen werden.

Bei dieser Gelegenheit unbedingt den Staub vom Prozessorlüfter und Systemlüfter absaugen!

Grafikanwendungen und einfache Spiele sind mit dem eingebauten Nvidia GeForce4 - 420Go Grafikprozessor (32 oder 64 MB) kein Problem. Wer noch etwas tunen will, kann sich von Nvidia den Treiber Version 6.6.9.3 runterladen und hat damit die volle Treiberfunktionalität mit vielen Tweaks.

Nvidia bietet auf der Homepage nur Desktop-Treiber an, deshalb muss man in die Datei nv4_disp.inf den Abschnitt für "Mobile PCs" implantieren. Diesen kann man aus dem alten Gericom-Treiber kopieren. Achtung! Neuere Treiber als 6.6.9.3 habe ich nicht zum Laufen gebracht. Das Schöne an dem neuen Treiber ist der Nvidia Desktop und dass man die Displayfarben mit der Option "digitale Schwingung" (digital vibrance) merklich auffrischen kann.

Außerdem sollte man auch den Treiber für das Touchpad erneuern. Der neue Treiber von der Synaptics-Homepage ruckelt weniger und hat ein paar praktische Features, mit denen die Touchpad-Benutzung deutlich mehr Spass macht. Im BIOS muss die PS2-Maus aktiviert sein!

Die Audio-Treiber kann man auf der VIA-Homepage aktualisieren, aktuell ist der "Vinyl"-Treiber 6.80 mit netten Effekten. Abgesehen davon gibt es auf der Gericom-Homepage noch immer die Anleitung und die alten Treiber für den P14G.

Ich hatte nur wenige Fehler an der Hardware:

(1) Die Netzteil-Buchse und die linke USB-Buchse bekommen nach Jahren öfters einen Wackelkontakt. Ist mit einem feinen Lötkolben meist problemlos behebbar. Dazu muss man leider das Notebook komplett zerlegen, was ohne Anleitung nicht ganz einfach ist (siehe unten).

(2) Das Notebook bootet manchmal nicht von der Festplatte. Der CMOS-Pufferakku ist winzig klein und schwächelt nach ein paar Wochen Ladepause, was zur Folge hat, dass das Notebook beim Booten die Festplatte nicht mehr erkennt, obwohl diese völlig intakt ist. Anfangs kann man das noch umgehen, indem man das Notebook ausschaltet, mit "Entf" das BIOS startet und das "Harddisk Autodetect" Feature startet. Funktioniert das nicht, kann die Festplatte defekt sein.

Wie man das Notebook komplett zerlegt, und CMOS-Akku, Lüfter, Prozessor, Mainboard und Display austauscht und die wichtigsten Reparaturen durchführt, steht in einer ausführlichen bebilderten Anleitung, die Sie bei mir bestellen können (10 Euro).

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