Gefälschte Briefmarken

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Wer die nachgemachten 55-Cent-Wertzeichen in Umlauf gebracht hat, ermittelt nun die Polizei.

Professionelle Täter haben in Köln mehrere hundert gefälschte Briefmarken in Umlauf gebracht. Die Imitate sind von echten Wertzeichen kaum zu unterscheiden. Nun ermittelt die Polizei. Aufgefallen waren die falschen Marken vor etwa zwei Wochen in einem Briefzentrum der Deutschen Post bei Köln. Dort war auch Monika Beckers Weihnachtspost gelandet, die die Kölnerin an Freunde und Verwandte abgeschickt hatte. Doch die Frankiermaschine schlug Alarm - die Sendungen wurden aussortiert und einen Tag vor Neujahr an Becker zurückgeschickt. Anbei ein Schreiben der Post, in dem es heißt: „Wir verzichten in diesem Fall darauf, die Handlung zur Anzeige zu bringen und Ihre Sendung beschlagnahmen zu lassen.“ Monika Becker nimmt es mit Humor: „Wie gütig von der Deutschen Post“, sagt sie und lacht.

Die Marken hatte Becker in einem Postshop in Klettenberg gekauft. Genau wie Ernst-Peter Buchsteiner. Auch dessen Weihnachtspost ist am Samstag zurückgekommen. „Die Post hat mir bereits signalisiert, dass man mir die Marken erstatten wolle“, so Buchsteiner. Doch wie gelangten die falschen Marken überhaupt in den Verkauf? „Wir ermitteln gegen unbekannt“, sagt Polizeisprecherin Gudrun Haustetter. „Es scheint so, als sei bislang nur diese eine Partnerfiliale betroffen“, berichtet Post-Sprecher Achim Gahr.

Fest steht: Die Fälschungen sehen täuschend echt aus. Selbst Philatelist Helmut Kind, der ein Fachgeschäft auf der Breite Straße führt, bestätigt: „Mit bloßem Auge kann man nichts erkennen. Nur wenn man eine falsche auf eine echte Marke legt, dann sieht man, dass die Zähnung am Rand nicht identisch ist.“ Die Frankiermaschinen erkennen die Falsifikate dagegen sofort. Woran, das will Postsprecher Achim Gahr aus Sicherheitsgründen nicht verraten. Bloß so viel: „Es gibt verschiedene Merkmale, unter anderem Zeichen aus fluoreszierender Farbe.“ Doch selbst daran haben die Täter im vorliegenden Fall gedacht. „Die falschen Marken fluoreszieren. Aber möglicherweise ist die Zusammensetzung des Leuchtstoffs nicht original“, glaubt Fachmann Kind. Er weiß: Sollte doch mal eine gefälschte Marke abgestempelt und verschickt werden, wäre die unter Sammlern nichts wert. „Nur amtliche Fehldrucke haben unter Umständen Sammlerwert.“

Und wie erkennt der Laie eine gefälschte Briefmarke? Postsprecher Gahr: „ Das ist schwer. Die größtmögliche Sicherheit hat man aber dennoch, wenn man die Marken direkt bei der Post oder in einer Partnerfiliale kauft.“ Der Postshop in Klettenberg wurde vorerst geschlossen, sagte Gahr. Im angrenzenden Kiosk können Kunden bereits gekaufte Fälschungen eintauschen, versicherte eine Verkäuferin.

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