Geburt eines Geschwisterchens - nicht immer leicht

Aufrufe 8 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Man hört immer wieder unterschiedliche Dinge, die man beachten soll, wenn ein kleiner König oder eine Prinzessin vom Thron gestoßen werden muss -  sprich ein Geschwisterchen bekommt. Die eine Zeitschrift meint, man sollte das Kind gleich von Anfang an mit einbeziehen, die nächste Zeitschrift sagt, erst bei Kindern über 2 Jahren. Es gibt sogar Leute, die würden Kindern unter 2 Jahren nach der Geburt erzählen, man hätte das Kind gefunden oder der noch Thron-Inhaber darf eine Kindbestellung aufgeben und erhält dann das vermeintlich gewünschte Produkt.

* WANN * SAG * ICH * ES *:

Wie ich ja eben schon gesagt habe, gibt es dadurch ganz unterschiedliche Meinungen. Ich habe es meinem Sohn zu früh erzählt, denn er war ja dann noch unter 2 Jahren und 9 Monate sind eine verdammt lange Zeit. Kinder können sich ja noch nicht mal vorstellen, wie lange 5 Minuten sind und 9 Monate sind einfach weit ab von jeder Vorstellungskraft eines Kleinkindes.

Zwar hat Herr Knirps gesehen, dass mein Bauch gewachsen ist, aber zum Einen war irgendwann die Spannung weg und zum Anderen wurde der Knirps dann irgendwann auch richtig wütend, weil der Bauch immer weiter gewachsen ist und da einfach niemand rauskommen wollte.

Ich würde das dem Kind heute erst dann sagen, wenn es von selbst darauf kommt und fragt. Kinder haben einen sechsten Sinn und fragen dann schon mal: Mama, hast du einen Speckbauch? Das wäre dann vielleicht ein guter Zeitpunkt zu erklären, dass es Familienzuwachs gibt, allerdings sollte man das auch nicht so unvorbereitet machen, also Knall auf Fall. Ich habe Herrn Knirps schon in der 12. Woche erzählt, dass ein Geschwisterchen unterwegs ist und bin kurz danach ins Krankenhaus gekommen, kein guter Start, denn Herr Knirps war prompt schon mal sauer auf den Inhalt meines Bauches, denn schon jetzt hatte der Vorrang und wegen dem war ich dann auch nicht bei ihm, sondern im Krankenhaus.

* WIE * SAG * ICH * ES *:?

Im Endeffekt hängt das natürlich ganz vom Alter des Kindes ab und was man erzählen möchte. Wir haben die ganze Sache vorbereitet, mit einem Buch, welches hieß ?Wenn ich ein Baby wär?... ! In dem Buch, dass wir ca. in der 8. Schwangerschaftswoche (ohne Hinweis auf den neuen Bauchbewohner) jeden Tag gelesen haben, war ein kleines Baby zu sehn und seine größere Schwester. Das kleine Baby wurde geknuddelt, es kam dauernd auf den Arm, es wurde gefüttert, es bekam Geschenke und war Allgemein der Mittelpunkt des Interesses bei Fremden oder dem Rest der Familie.

Allerdings konnte das Baby weder Freunde empfangen noch telefonieren, es musste schlafen wenn man es hinlegte und konnte noch nicht mal richtig essen. Wir hatten uns dadurch erhofft, dass Herr Knirps erkennt, dass Baby sein gar nicht so toll ist. Und das Babys teilweise recht stressig sind und nicht als fertige Spielkameraden auf die Welt kommen. Im Buch schien er die Moral der Geschichte auch zu verstehen, doch als das Baby dann auf der Welt war, schien alles vergessen. Erst nach und nach nachdem Zwergi auf der Welt war, kamen dann die Sprüche vom Buch... ?Ach das Baby kann aber noch nicht sitzen, die kann ja noch nicht mal sprechen, aber ich bin groß?...!

* MEINE * GANZER * STOLZ *:

Man sollte es nicht übertreiben, aber es hilft den Kids ungemein (und das egal in welchem Alter), wenn sie nun die Großen sind und gebraucht werden. Gebraucht, allerdings nicht missbraucht im Sinne von Dauerwindelwechsler und Immerfläschchengeber.

Herr Knirps sagt seit dem das Baby auf der Welt von sich, dass er der Große ist. Natürlich hat er jetzt (vermeintlich) mehr Rechte, denn größere Kinder dürfen halt auch mehr. Natürlich ist das eine Gradwanderung, denn so groß ist man mit 2 ½ Jahren nun ja wirklich noch nicht, aber eben schon sehr viel größer als ein Baby. Ob man in dem Alter auch wirklich immer vernünftiger ist, sei dahin gestellt...!

* BRINGT * DAS * BABY* WAS * MIT *:?

Natürlich wissen auch schon ganz kleine Kinder meistens, dass es unwahrscheinlich ist, dass das Baby, das ja selbst noch so unfertig ist, aus dem Bauch ein tolles und ganz fertiges Spielzeug mitbringt. Trotzdem wurde mir vom Freundes- und Bekanntenkreis berichtet, dass Geschenke, die Geschwisterkinder mitbringen, ein Leben lang einen Ehrenplatz behalten. Natürlich keine Gummibärchen oder ganz super teuere Geschenke, sondern eher etwas Kleines, eine tolle Puppe, ein Schnuffeltuch, ein Auto und vielleicht dazu noch ein Stück Schokolade oder eben etwas Besonderes zum Naschen, was man sonst nicht bekommt.

Das ehrt das Geschwisterkind ganz ungemein und außerdem fühlt es sich mit dem Neuankömmling verbündet, weil er was mitgebracht hat, was man sonst nicht bekommt. Wir haben ein Auto gekauft, total süß, mit einer kleinen Steuerung. Das Auto haben wir ins Bettchen von Zwergi im Krankenhaus gelegt und der Knirps durfte es dann rausholen, als er das erste Mal zu Besuch war.

Leider hatte es bei uns nicht so sehr den gewünschten Erfolg, denn erstens war Zwergi danach nicht mehr wirklich interessant und zweitens flog das Auto so lange achtlos herum, bis ich es weggeräumt habe. Trotzdem scheint es bei allen andern gewirkt oder etwas bewirkt zu haben.

* KEINE * FALSCHEN * VERSPRECHUNGEN *:

Wenn schon so ein Thronschubser kommt, dann soll er wenigstens gleich in der Lage sein mit Fußball zu spielen, einkaufen zu gehen oder als Judopartner zu dienen. Das dann aber so ein zahnloses Monster kommt, das noch nicht mal besonders hübsch anzuschauen ist, ist äußerst ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es allerdings, wenn die Eltern vorher falsche Versprechungen gemacht haben.

Für Geschwister wird es nie einfach sein zu begreifen, warum um diesen Winzling, der so viel schreit, nun so viel Aufhebens gemacht wird. Allzu düster sollte man natürlich den Neuankömmling auch nicht beschreiben. Wer das Kind auf einen schreienden und spukenden Noch-Nichts-Könner vorbereitet, wird nicht nur Unverständnis erhalten, sondern statt der Eifersucht eine ziemliche Wut.

* ICH * ZUERST *:

Tatsächlich sollte man dem Erstgeborenen dieses Recht zugestehen. Er / sie darf entscheiden, ob der Nachkömmling die eigenen Spielsachen benutzen darf, natürlich ohne dass das erstgeborene Kind einen Diktator-Status erreicht. Man sollte aber zum Beispiel auch den Verwandten und Freunden schon für die Geburt im Krankenhaus sagen, bringt lieber dem Knirps etwas mit, Strampler und Ührchen haben wir noch genug, zumindest kann man das ja zu einigen sagen, damit es sich die Waage hält.

Nichts tut Thronsitzern mehr weh, als ein Menschenauflauf, bei dem sich plötzlich niemand, aber auch gar niemand, für einen interessiert Und das ist z.B. der Zeitpunkt, in dem man selbst Kontakt mit dem Winzling aufnehmen möchte, dabei aber trotzdem im Mittelpunkt stehen will ? nämlich im Krankenhaus.

Wenns dann aber Geschenke gibt und ein großes Hallo für den neuen Bruder / die neue Schwester, ist das gar nicht so übel ein Geschwisterchen zu bekommen.

Als wir in der Kur waren, stürzte jeder auf Zwergi. Ach ist die süß hieß es, als wir den ersten Kindertreff hatten. Hier hätte ich jetzt schalten müssen und Herrn Knirps auf den Arm nehmen und sagen, ja und ihr großer Bruder, der hilft mir auch so sehr, da bin ich richtig stolz auf ihn. Leider habe ich das dank Zeitmangel nicht mitbekommen und so hatten wir einen strahlenden Zwergimittelpunt und ein weinendes Knirpselend.

Das ist ungefähr so als wäre man jahrelang die Chefsekretärin, würde dauernd gelobt und wäre die Nummer eins und auf einmal kommt eine neue und jüngere Sekretärin, die hilflos und niedlich und unerfahren ist und auf einmal ist man abgemeldet, jeder nimmt sich der hilflosen Person an und sie wird von allen Seiten betütelt, das würde uns auch nicht gefallen.

* HILFST * DU * MAL *:

Leider habe ich auch hier ein besonderes Erstexemplar, dass wenig Freude daran zeigt, mir zu helfen die Windel zu wechseln, versuchen eine Flasche oder einen Schnuller zu geben oder sonstige Animationsprogramme zu vollführen. Das Einzige was ich lange Zeit überhaupt verlangen konnte, war Zwergi überhaupt Hallo zu sagen, aber das war es dann auch schon. Auch hier habe ich wieder von den Wundern des Miteinbeziehens gehört und tatsächlich, im Bekanntenkreis sind gerade die Mädels sehr wild auf ihre Geschwisterkinder und ab dem Alter von 3 Jahren schon selbst kleine Muttis, die gerne stillen würden und als Minibabysitter fungieren.

Mittlerweile bringt Herr Knirps aber auch die Windeln ab und an, dreht seine Schwester sogar mal rum, wenn sie auf dem Bauch liegt und nicht mehr vorwärts kommt und sagt im Auto bei herzzereisendem Gebrüll des Babys ? Schätzlein hör auf zu weinen, du bekommst ja gleich was zu Essen.

* NICHT * AUS * ZUCKER *:

Das ist nun der letzte Punkt vorm Fazit, die Neugeborenen sind nicht aus Zucker. Es macht wenig Spaß sich einem Winzling zu nähern, von dem man die ganze Zeit nur hört, pass auf, sei ruhig, nicht so fest, nein, das geht noch nicht. Natürlich sollte man nicht ein Kleinkind ein Baby tragen lassen, aber wenn man sich neben dran setzt, kann der Große das Kleine auf den Schoß nehmen oder eben auch mal rumrollen.

Auch bei kleineren Streitereien springe ich nicht sofort dazwischen, dass müssen die dann unter sich ausmachen, allerdings natürlich nur, wenn das Baby keinen Schaden nimmt. Aber Zwergi weiß oft schon, dass jetzt was jähzorniges kommt oder eine eifersüchtige Aktion und rollt sich dann weg oder lacht bezaubernd, was die Situation besser entschärft, als käme ich dazwischen gesprungen und würde rumschreien und das Baby in Schutz nehmen. Damit meine ich jetzt natürlich schon, dass ich neben dran stehe und eingreifbereit bin, aber nicht überall das Baby als Zuckerpuppe beschützen muss.

* FAZIT *:

Egal welches Alter, stellt euch mal vor: Eurer Mann oder Freund kommt nach Haus und bringt eine Frau mit. Die wohnt ab jetzt hier wird euch gesagt und dann noch, sei lieb zu ihr, sie ist total verletzlich und braucht deine Hilfe. Vermutlich wäre die Frau noch vor dem Mann oder Freund wieder die Haustür raus und wir hätten eine Riesenwut. Wir würden es sehr wahrscheinlich nicht mal fertig bringen, dieser Frau zuzulächeln, wenn sie uns am Frühstückstisch begegnen würde, denn sie hat uns definitiv was weggenommen, nämlich einen Teil der Liebe unseres Mannes oder Freundes.

Nicht anders ergeht es Geschwisterkindern, gerade wenn sie lange Throninhaber waren. Deswegen sollte man, wenn wie bei uns, viele der Tipps gar nicht oder ganz lange nicht, funktionieren, trotzdem in großem Maß Geduld haben und Verständnis aufbringen. Denn so langsam wird das schon, mittlerweile ist Zwergi öfters Schätzchen, genau so oft bekommt sie allerdings auch noch eine mit, wenn sie gerade mein Liebe nimmt, während Herr Knirps sie braucht.

Ich wünsch euch viel Gelassenheit und Geduld!

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden