Gebrauchte Rahmen und Teile für die Kawasaki Z 900 – Tipps zu Auswahl und Kauf

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Gebrauchte Rahmen und Teile für die Kawasaki Z 900 – Tipps zu Auswahl und Kauf

Sogenannte Superbikes

Unter dem Begriff Superbikes werden heute Rennmotorräder mit Straßenzulassung und mindestens 1.000 Kubik zusammengefasst, wobei die Motorradklasse noch relativ jung ist. Aufgekommen ist das Segment nämlich erst Ende der 1980er und Anfang der 1990er, was der Fan dem Rennsport verdankt. Genauer der Superbike-WM der FIM.

Zuvor wurden Superbikes eher schlicht als „schwere Bikes" bezeichnet, die natürlich ebenfalls schon das eine oder andere beliebte Modell hervorbrachten. Eines dieser Bikes dürfte die Z 900 von Kawasaki sein, die1976 das zweite Modell der Z-Reihe stellte. Obwohl die Z 900 schon ein Jahr später einem Nachfolger - die Kawasaki Z 1000 - bekam, ist die 900 bis heute auf der Straße zu finden.

Selbstredend gilt die Kawasaki Z 900 längst als sogenannter Motorrad-Klassiker oder eben Oldtimer auf zwei Rädern. Das stellt Halter und Fahrer aber durchaus vor Probleme, denn nicht immer ist für solche Klassiker die Versorgung mit Ersatzteilen gesichert. Die Z 900 ist da kaum ausgenommen, wobei sogar durchaus noch Neuteile zu finden sind. Nichtsdestotrotz muss sich der Fan oftmals mit gebrauchten Ersatzteilen begnügen, die mitunter nicht immer einfach zu finden sind. Was Sie beim Kauf gebrauchter Teile für die Kawasaki Z 900 alles beachten müssen, sollen Ihnen folgende Tipps verraten.

Rückblick: Die Z 900 erobert für Kawasaki die schweren Bikes

Vorher jedoch ein paar kurze Worte zur Kawasaki Z 900 selbst, denn die ist gerade für den Hersteller etwas Besonderes. Mit der Kawasaki Z beziehungsweise vielmehr der Z-Serie wagte der Motorradbauer 1972 den Einstig in die schweren Bikes. Zuvor hatte sich Kawasaki eher auf leichte Motorräder mit Zweitaktmotoren konzentriert. Die Z-Serie stellt somit für die Japaner einen Meilenstein der eigenen Geschichte. Denn die erste Z1 war nicht nur ein großer Wurf, sondern ermöglichte vor allem Kawasakis Aufstieg unter die vier größten Zweiradproduzenten Japans.

Tatsächlich galt die Kawasaki Z1 in vielen Bereichen besser als der bisherige Branchenprimus Honda CB 750, weswegen die Japaner alle paar Jahre neue Modelle in den Handel rollten. Der ersten Z1 folgte die bereits erwähnte Z 900, bei der der Hersteller noch mal nachlegte. Beispielsweise war die Kawasaki Z 900 mit einem stabileren Rahmen ausgestattet, was mehr Haltbarkeit wie ebenso mehr Sicherheit versprach. Mehr Sicherheit garantierten ebenso die größeren Vorderradbremsen. Optisch wurden das Heck oder die Instrumente aufgefrischt.

Eines aber behielt Kawasaki vom Vorgänger bei, die wuchtige Auspuffanlage der Z1. Die dürfte selbst heute noch als ungewöhnlich gelten, setzten die Asiaten bei der Anlage doch auf ein sogenanntes 4-in-4 Modell. Dessen Erklärung ist relativ einfach: Jeder der Zylinder - der Z 900 war ein Vierzylinder als Antrieb eingebaut - war mit einem eigenen Krümmer und sogar Auspuffrohr versehen. Daher zeigte die Z1 ebenso wie die spätere Z 900 auf jeder Seite ein doppeltes Auspuffrohr, was der Maschine neben der Optik einen besonderen Sound verleiht.

Bei manchen Modellen wurden zwei Krümmer auch in einem Auspuff vereint, typisch war jedoch mindestens ein Rohr auf jeder Seite des Motorrads. Ebenso typisch waren bei Z1 und Z 900 die vier Krümmer, ergo einer pro Zylinder.

Rahmen: Mögliche Schäden an der Kawasaki Z 900 erkennen

Mit der Z-Reihe gelang Kawasaki jedenfalls der große Wurf, weswegen bis zur Einstellung der Serie etliche weitere Versionen und zahlreiche Schwestermodelle auf den Markt kamen. Trotzdem wurde die Z-Serie mit der Kawasaki Z 1100 R anno 1983 eingestellt. Zwar wurden gewisse Ableger wie die Kawasaki 1300 noch bis 1989 gebaut, die jedoch gelten nicht als echtes „Z". Ende der 1980er stellte Kawasaki seine erfolgreiche Z-Serie somit endgültig ein, offizieller Nachfolger wurde die neue GPZ-Reihe.

Die Kawasaki Z 900 wurde sogar nur ein einziges Jahr gebaut, genauer von 1976 bis 1977. Das macht für heutige Halter die Ersatzteillage nicht unbedingt einfacher, weswegen oftmals gebrauchte Teile verbaut werden müssen. Gerade für den Rahmen ist das weniger schön, ist dieser doch der erste Garant für Stabilität und Sicherheit. Daher sollten Sie bei Klassikern wie der Z 900 vor allem auf den Rahmen schauen, was vor allem bei einem entsprechenden Neuerwerb gilt.

Ein Schaden am Rahmen ist aber durchaus zu erkennen, wenn Sie einige Tipps beherzigen. Achten Sie auf Stellen, wo der Lack abgeplatzt ist. Zwar muss ein kleiner Lackschaden noch lange nichts heißen, größere Stellen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Obendrein ist Rost meist nicht mehr allzu fern, wenn der Schutz durch die Lackierung fehlt. Ebenfalls wichtig sind sämtliche Schweißstellen und -nähte. Sind diese gut gearbeitet? Oder gar mangelhaft ausgeführt? Da ein Rahmen nie aus einem Stück, sondern etlichen Einzelteilen besteht, ist gute Qualität in Material wie ebenso Verarbeitung ungemein wichtig.

Schon die Optik gibt also einen gewissen Aufschluss. Wobei ein klar erkennbar alter Rahmen keine gute Idee zum Kauf ist. Achten sollten Sie übrigens auch auf nachlackierte Stellen, die auf einen Unfall oder sonstigen Schaden schließen lassen.

Vermessung: Kontrolle eines Kawasaki Z 900-Rahmens

Sind Sie unsicher, lohnt eine Vermessung des Kawasaki Z-Rahmens. Da die Maße einheitlich und vom Hersteller bekannt sind, kann eine Vermessung schnell Aufschluss geben, ob beispielsweise ein Unfallschaden vorliegt. Dann nämlich wird der Rahmen kaum mehr die originalen Abmessungen vorweisen und schlichtweg verzogen sein. In solchen Fällen lohnt eine Verwendung des Rahmens natürlich nicht mehr, ist im Gegenteil sogar alles andere als empfehlenswert, weil einfach zu unsicher.

Zuletzt sind außerdem die Papiere wichtig. Kaufen Sie nur einen gebrauchten Rahmen, zu dem die nötigen Papiere vorliegen. Vergleichen Sie die Fahrgestellnummer des Rahmens mit der Nummer in den Papieren. Kaufen Sie den Rahmen auf keinen Fall ohne Papiere. Zum einen lässt sich der Rahmen in einem solchen Fall weniger gut zurück verfolgen, zum anderen könnte Ihnen sogar Diebesgut verkauft werden. Und selbst als Käufer machen Sie sich damit strafbar, zumal im schlimmsten Fall die Herausgabe des Rahmens ohne jeden Ersatzanspruch droht.

Defekt: typische Verschleißteile der Kawasaki Z 900

Der Rahmen ist jedoch nur ein Teil von vielen, der bei einem Klassiker wie der Kawasaki Z 900 dem Verschleiß unterliegt. Typische weitere Bauteile, die Sie eventuell sofort oder irgendwann erneuern müssen, sind schnell aufgezählt.

Zum einen unterliegen natürlich Bremsen, Dämpfer und Federn oder Scheinwerfer und Rücklichter einer permanenten Abnutzung durch ständigen Gebrauch. Irgendwann kann obendrein der Kawasaki Z Motor seinen Dienst einstellen. In dem Bereich drohen außerdem die gewohnten Mängel wie Elektrik oder Zündung, ebenso das Getriebe.

Vor Motor oder Getriebe wird es allerdings zuerst den Auspuff erwischen, zumal der aufgrund seiner „4-in-4" Bauart einen Defekt geradezu nötigt. Das hat weniger mit der Qualität seitens Kawasaki zu tun, als vielmehr mit der Menge. Bei vier Auspuffrohren oder zwei Doppelauspuffrohren sowie vier Krümmern geht sicherlich schneller ein Bauteil entzwei als bei einer kleineren Auspuffanlage mit nur zwei Krümmern und einem Auspuff.

Ebenfalls typisch, aber selbst bei einem Klassiker weniger problematisch, sind abgenutzte Reifen. Die dürften allerdings nicht wirklich erwähnenswert sein, außer vielleicht die in Deutschland vorgeschriebene Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern. Deutlich problematischer könnten hingegen andere Ersatzteile werden, etwa ein originaler Kawasaki Z-Tank oder eine Sitzbank für die Kawasaki Z.

Je nach Ersatzteil werden Sie mehr oder weniger Probleme bei der Suche nach passenden Teilen für Ihre Kawasaki Z 900 haben. Eine große Hilfe sind spezielle Teilemärkte für Klassiker und Oldtimer. Ebenso kann Ihre Zulassung helfen, die Ihnen anhand der Schlüsselnummern - siehe oben die Nummern 2.1 und 2.2 für Hersteller und Modelltyp - jederzeit die richtigen Teile offenbart.

Passende Ersatzteile für die Kawasaki Z 900: Zulassung hilft

Wer gebrauchte Ersatzteile kaufen will, sollte schließlich einige Tipps bei Suche und Erwerb beachten. Zum einen ist die Originalität wichtig. Das gilt besonders, wenn Ihre Kawasaki Z 900 den Status eines Klassikers behalten soll. Dieser Status ist bei der TÜV-Abnahme und der Vergabe eines H-Kennzeichens für Oldtimer interessant. Mit einem H-Kennzeichen zahlen Sie nur einen kleinen pauschalen Steuersatz, gewährt wird das Kennzeichen allerdings nur bei Originalzustand oder fachmännischer Restauration.

Eine andere Möglichkeit für gebrauchte Ersatzteile sind daher sogenannte Nachbauteile, die Zweit- oder Drittfirmen in Lizenz und nach Originalplänen produzieren. Inwieweit solche Teile für die Kawasaki Z 900 angeboten werden, müssten Sie selbst recherchieren. Doch beim Kauf gilt auch hier wieder Achtung. Wichtig nämlich ist eine ABE, die Ihnen die Nutzung der Teile erlaubt. Ohne ABE ist ein Besuch bei einer Prüforganisation nötig, eine Abnahme aber nicht garantiert. Außerdem gilt bei solchen Nachbauteilen wieder die Originalität - Stichwort H-Kennzeichen - zu beachten. Die sollte zwar gegeben sein, eine vorherige Nachfrage schadet aber kaum.

Für das gewünschte H-Kennzeichen muss übrigens dem Rahmen die originale Fahrgestellnummer eingestanzt oder eingeschlagen sein, was der Nummer noch mal zusätzliches Gewicht verleiht. Gewisse Teile dürfen in einem gewissen Rahmen modernisiert sein, was beispielsweise für den Wechsel von Trommelbremsen auf Scheibenbremsen gilt. Erlaubt ist der Umbau allerdings nur, wenn das Modell einen solchen Wechsel auch in der früheren Serie zeigte. Motor, Getriebe und Auspuff müssen für ein H-Kennzeichen ebenfalls original sein, wobei der Auspuff ein originalgetreuer Nachbau und dieser sogar aus Edelstahl gefertigt sein darf. Das gleiche Muss in puncto Originalität gilt für Tank und Sitzbank, weswegen Sie auf Originalteile oder Originalnachbauteile unbedingt Wert legen sollten.

Ansonsten dürfte eine Kawasaki Z 900 mit dem Baujahr 1976/1977 beim H-Kennzeichen kaum Probleme bereiten. Als Oldtimer gelten schließlich sämtliche Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren.

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