Gebrauchte E-Gitarren

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Guten Morgen,
nach dem ich diese Woche meine 50. gebrauchte E-Gitarre bei ebay ersteigert habe, halte ich es für angebracht meine Erfahrungen an potentielle Käufer weiterzugeben.

!Warnung!
Gitarrenkauf kann süchtig machen. Weitere Infos im Netz unter GAS (Guitar Aquisition Syndrom).

Meine Beschreibungen beziehen sich auf die Verarbeitung und nicht den Klang, denn der ist immer sehr subjektiv.

Worauf sollte man (und gelegentlich aber eher selten frau) achten?

Generell gilt:
- wenn außer euch keiner mehr als 100 Euro bietet, taugt das Ding eh nichts
- Gebrauchtgitarren kosten immer irgendwie 60% vom Neupreis, Sammlerstücke ausgenommen
- Passt beim Transport auf! Viele Verkäufer senden ihre Gitarren in abenteuerlichen Verpackungen. Halsbruchgefahr garantiert. Klärt vorher die Verpackung und lasst die Saiten entspannen
- Vorsicht bei Sprüchen wie: "von einem potentiellen Gitarrenbauer eingebaut". Kein Mensch bezahlt 100€ damit ein Gitarrenbauer Pickups in einer 200€-Epiphone wechselt. Das war dann doch eher der Besitzer selbst oder der handwerklich begabte Kumpel der eine Lehre als Installateur macht und perfekt mit der Rohrzange umgehen kann. Lasst euch die Rechnung zeigen.
- Vorsicht bei Sprüchen wie: "Die Pickups kosten bei Thomann allein 270€ UVP". Das bedeutet :  Sie kosten bei Thomann 140€ und der Besitzer hat sie gebraucht für 70€ bei ebay geschossen und dann selbst eingebaut.
- "Kerzengerader Hals" Das ist schön , aber zum Gitarrenspielen ist eine leichte Beugung nach vorne notwendig, sonst schnarrt es in den tiefe Lagen. Ideal sind ca. 0,5 mm Abstand zum 10.Bund, wenn man die Saite auf den 1. und letzen Bund nieder drückt.
- Pickupwechsel: Nette Idee, bringt aber bei teuren Gitarren meist gar nichts, weil dort schon passende Pickups verbaut sind und reißt billige Klampfen auch nicht heraus.
Außerdem braucht es einiges an Erfahrung um den richtigen Pickup auszusuchen. Und trotzdem kann das Ergebnis nicht immer überzeugen.
- Kauft als Anfänger eine günstige Gitarre eines Markenhersteller (Yamaha, Ibanez, Fender...). die sind ihr Geld allemal wert. Kauft keines dieser Noname-Produkte die hier massenhaft (und auch nur bei ebay und keinem Händler) angeboten werden. Egal wie blumig sie beworben werden, ihr ärgert euch nur.
- Schaut euch die Bewertungen der Gitarre bei harmony-central an!



1) Herkunftsland
Es gab einmal eine Zeit, in der Gitarren aus den USA einmal das Nonplusultra waren. Heute trifft das vorwiegend auf den Preis zu.
Gitarren aus den USA haben auch kein besseres Niveau als Autos oder andere Waren aus den USA.....das sollte man im Hinterkopf behalten...

Also nun meine rein subjektiven Erfahrungen...

a) Deutschland
Ältere Gitarren, wenn sie nun nicht gerade von Höfner stammen, sind eher Mittelklasse und recht günstig zu bekommen. Neue Modelle von Framus und Konsorten sind allerdings perfekt verarbeitet und entsprechend gesucht und teuer.

b) USA
Gut, aber das Preis-Leistungsverhältnis ist eher schlecht. Aber, dort kommen halt die Klassiker her und noch bekommt man das eingesetzte Geld immer wieder zurück.

b) Japan
Vor 1970 kann man Glück haben...oder viel Pech, danach sind sie meist sehr gut verarbeitet und dadurch teuer

c) Korea
Mein momentaner Tip.
Sehr gute Verarbeitung und irgendwie mehr Seele als Gitarren aus Japan.
Meine Epiphone Sheraton aus Korea ist über jeden Zweifel erhaben. Sehr gut : Cort, die sind jeden Euro doppelt wert.

d) China
Eigentlich hat China zu Unrecht einen schlechten Ruf. Von einer 60€ Gitarre kann man keine tollen Hölzer und keine perfekte Hardware erwarten.
Die Modelle der großen Herstellen die in China produzieren sind allerdings sehr gut verarbeitet und sehr günstig. Meine Ibanez Artcore AS ist die schönste und bestverarbeitete Gitarre die ich je hatte.

e) Indonesien
Als Noname durchgängig übel, meine Yamaha Pacifica 112 war allerdings für den bezahlten Preis genial.


2) Zustand

a) wie neu
Der Besitzer wollte Gitarre lernen, hat es aber aufgegeben. Ideal für Anfänger um eine quasi neue Gitarre für die besagten 60% zu ergattern

b) guter gebrauchter Zustand ohne Dings und Dongs
Der Besitzer liebte seine Gitarre und hat sie entsprechend gepflegt und im Koffer aufbewahrt. Er spielte nur selten und die Bünde sind noch sehr gut. Was für Sammler, besonders wenn das Teil 20 Jahre alt ist. Kling meist besser als ne Neue und verzieht sich nicht mehr.

b) "Player", "Bühnengitarre"
Eine Gitarre mit Soul, mein Favorit. Weil: gut eingespielt und eingestellt. Ihr müsst höllisch auf den Zustand der Bünde achten!
Nicht für Sammler!
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