Gebäude-Modellbau mit Papier – 10 Tipps für die Gestaltung von Dioramen

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Gebäude-Modellbau mit Papier – 10 Tipps für die Gestaltung von Dioramen

Modelleisenbahnen sind ohne sie nicht zu denken, denn sie machen eine perfekte Kulisse aus – Dioramen. Wer möchte schon einer Eisenbahn stundenlang zusehen, die ihre Kreise auf farblosen Schienen zieht? Daran hat man nicht sehr lange Freude, selbst eingefleischte Modelleisenbahner werden einer solchen Eintönigkeit mit der Zeit überdrüssig. Dioramen schaffen eine einzigartige Atmosphäre rund um die Eisenbahn mit Anhängern und Wägen. Welche Szene man sich hierbei wählt, ist dem eigenen Geschmack überlassen. Wer sich für Gebäude entscheidet, sollte den folgenden Text lesen. Die zehn Tipps zum Thema sind eine gute Grundlage, um die Mission „Gebäude-Modellbau“ anzugehen.

Modellbau mit Papier erfordert Aufmerksamkeit und eine ruhige Hand

Gebäude sind das Grundgerüst, entscheidet man sich für das Thema Stadt. Die erste Frage lautet hierbei: Will man die Gebäude selbst bauen oder reicht es einem ein passendes Set, das bereits komplett ist, zu erwerben? Die Vorteile des Selbstzusammenbaus zu dem Pendant Komplettset werden im Folgenden direkt gegenübergestellt:

1. Die Zeit ist ein nicht zu unterschätzendes Problem

Man spart sich enorm viel Zeit mit einem Komplettset. Für ein Haus im Maßstab 1:87 braucht man mindestens eine Woche. Für die passende Lackierung und den Kauf dieser sollte man ebenso einen Zeitplan erstellen. Oftmals entsprechen die Farben nicht dem Original oder der eigenen Vorstellung und müssen erst erstellt werden. Es gibt zwar auch sogenannte Papier-Bastelbögen, die richtige Modellbaufans aber eher selten anwenden.
Allerdings ist ein Gebäude aus einem Set oder dem Einzelhandel kein Unikat. Man muss es so annehmen, wie man es erwirbt. Höchstens die Farbe kann verändert werden. Das Material und der Aufbau kann nicht in seinen Ursprüngen umgeworfen werden.

2. Die Kosten variieren

Will man beispielsweise einen Bergbauernhof erwerben, zahlt man im günstigsten Fall rund 100 Euro. Man sollte dabei nicht vergessen, dass ein Komplettset nie nur das Haus an sich liefert. Im genannten Beispiel kommen hierzu noch der passende Zaun, Kühe, Figuren und Zubehörteile wie Steine oder eine Tränke für die Tiere hinzu.
Der Preis für ein Gebäude aus Papier ist häufig günstiger. Dies sind die bereits genannten Bastelbögen, die man einfach zusammenstecken kann. Der Preis liegt zwischen 5 Euro und 10 Euro. Wer sich aber die Mühe macht, ein eigenes Foto auf Papier umzusetzen und sich selbst eine derartige Schablone erstellt, zahlt alleine für den Druck auf Papier mehr als den genannten Preis.

3. Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete

Wer die vorgebrachten Argumente gegeneinander abgewogen hat, hat bereits einen Schritt davor erledigt: Sich für ein bestimmtes Thema entschieden. Denn nicht nur in der Stadt kommen Häuser vor.

Wollen Sie eine Almlandschaft erstellen, sind Ställe und Unterkünfte sowie Bauernhäuser obligatorisch. Planen Sie hierbei den Platz mit ein. Viele dieser original nachgebauten Modelle sind sehr ausufernd, was an dem Ausmaß der Dächer liegt. Achten Sie auch darauf, dass zu einem Bauernhaus immer der passende Hof gehört, der wiederum Fläche einnimmt.
Wollen Sie einen Militärstützpunkt imitieren, sollten Sie die Häuser logischerweise immer größer einplanen als Panzer oder andere Militärfahrzeuge. Oft passiert der Fehler, dass der Hintergrund in diesem Fall unterschätzt wird. Ein reales Ergebnis kann so nicht erreicht werden. Wiegen Sie die Maße in der Regel bereits bei einem Entwurf auf Papier gegeneinander ab.
Wenn Sie eine Stadt gewählt haben, kommt es darauf an, ob es diese in Wirklichkeit gibt oder sie lediglich Ihrer Fantasie entsprungen ist. Im ersten Fall gilt es, auf die genaue Nachbildung zu achten. Aus welchem Jahrhundert sind diese Häuser? Können Sie sie einer bestimmten Epoche zuordnen? Gibt es Besonderheiten wie Embleme oder Wappen an den Gebäuden? Alles das muss für eine originalgetreue Nachbildung mit in die Überlegung einbezogen werden.

4. Ein rein aus Papier bestehendes Haus gibt es nur in Schablonenform

Papier ist natürlich nur ein Material, aus welchem Gebäude entworfen werden können. Wollen Sie allerdings aus Haus, egal, welcher Art, dass lediglich aus Papier besteht, greifen Sie auf eine Schablone zurück.

Die bereits angesprochenen Bögen sind leicht zusammenfaltbar und robust. Dies liegt daran, dass die Außenfläche schlicht glatt ist. Legen Sie jedoch Wert auf detailgenaue Nachbildungen mit Fensterläden aus Holz oder Glasfenstern, sind Sie mit einer reinen Papiervariante schlecht bedient.
Der große Nachteil daran ist auch, dass die Häuser nicht naturgetreu aussehen. Es fehlen die Feinheiten. Diese sind aufgrund des Materials selbstverständlich zu entschuldigen. An Kirchen fehlen beispielsweise die prachtvollen Eingangsornamente und die Zinnen auf den Dächern. Generell werden Ziegel, Fensterrahmen, Backsteinfassaden und vieles mehr nie im Original dargestellt.

5. Soll die Nachbildung wie im Original sein, muss das Bauwerk aus Papier erweitert werden

Wer demnach nicht auf die Details im Einzelnen verzichten möchte, für den gibt es zwei Möglichkeiten:

Eine Papierschablone wird durch Besonderheiten wie Türen aus Metall nachjustiert. Wer mehr Gebäude aufstellen möchte, sollte beachten, dass in dieser Weise mit allen Häusern zu verfahren ist. Nur so kann ein stimmiges Gesamtbild entstehen.
Greift man auf die Variante zurück, die gewünschten Gebäude frei von Hand zu erstellen, so kann das Grundgerüst aus Papier oder Pappe bestehen. Das dies wie gesagt aufwendiger ist, wird durch den optischen Effekt im Nachhinein ausgeglichen.

6. Papierhäuser erstellen – die Außenfassade

Sie sind zu der Einsicht gekommen, dass Sie selbst mindestens ein Gebäude aus Papier erstellen möchten? Dann ist der erste Schritt der, sich die passenden Materialien zu besorgen.
Steht die gewünschte Pappfassade bereits, werden die Öffnungen für Türen und Fenster ausgeschnitten. Dafür umhüllen Sie die gesamte Fassade mit dünnem Styrodur. Dieses Material hat eine raue Oberfläche und ahmt deshalb die Außenstrukturen echter Häuser perfekt nach. Sie geben eine putz – oder steinähnlichen Anblick ab. An den Öffnungen wird das Styrodur sauber entfernt. Auch Verzierungen oder die angedachte Mauerstruktur ist mit dem Styrodur leicht herzustellen. Mit einem Bleistift und einem Lineal sind diese einzuzeichnen und bleiben so auch dauerhaft erhalten. Um den Effekt zu verstärken, kann der Bleistift mit einem dunklen Kugelschreiber nachgezogen werden.
Die Fenstereinfassungen sind, wie bei den Originalen, entweder aus Holz oder aus Plastik. Fensterläden oder Balkongitter können bereits fertig erworben werden. Schauen Sie dazu vor dem Bau auf die Internetseite eines eingetragenen Händlers. Dort sind die Maße bereits beschrieben. 

7. Das Haus wird fertiggestellt und das Dach wird montiert

Haben Sie die genannten Arbeiten abgeschlossen, begutachten Sie Ihr Werk. Sind die Fenster stimmig? Haben die Mauerstrukturen das korrekte Aussehen? Hierbei können Sie noch mit einem Lineal nachbearbeiten, ist es denn nötig.

Da das Dach noch fehlt, stellt sich die Frage, aus welchem Material dies sein soll. Ein Holzdach kann durch zurechtgeschnittene Zweige erstellt werden. Diese werden vorab nebeneinander festgeklebt. Für ein Dach aus Ziegeln kann Wellpappe dienen: In der richtigen Farbe lackiert, sieht es den echten Stücken zum Verwechseln ähnlich.

8. Um zu einem perfekten Aussehen zu gelangen, wird das Haus lackiert

Bei der Lackierung kommt es darauf an, welche Farbe das Original hat oder ob Sie eine bestimmte Vorstellung haben.
Die Details werden mit einem kleinen Pinsel bemalt. Auch etwaige Verzierungen im Miniformat sind so handzuhaben. Soll das Haus einen verwitterten Eindruck machen, wird dies durch Ölfarbe in Pigmenten einzeln aufgetragen. Um sich die Arbeit zu erleichtern und einen unifarbenen Ton zu erreichen, benutzt man die Airbrush - Technik. Hierbei kann man großflächig arbeiten und die Farbe wird gleichmäßig verteilt.

9. Die optimale Anpassung an die Umgebung

Bei einem Diorama ist immer zu beachten, dass es ein stimmiges Ganzes ergibt. Ein detailgenaues Papierhaus kann nicht neben einfach zusammengesteckten Schablonenautos existieren. Wer eine Linie verfolgt, sollte diese auch konsequent so weiterführen. Erleichtern Sie sich die Arbeit, indem Sie Papierelemente mit einzelnen Plastikstücken mischen. Werden diese am Schluss lackiert, fällt der Unterschied nicht auf.
Auch die Straßen können aus Papier gebaut werden. Dazu gibt es realistisch nachgebaute Teerstraßen und auch Pflastersteine, die man als Folie „verlegen“ kann.

10. Sicherer Stand und absolute Trockenheit

Zuletzt sollten noch die Tipps beachtet werden, wo Ihr Diorama am besten aufgebaut werden soll. Nicht jeder Ort ist hierfür optimal geeignet, zumal, wenn einige Teile aus Papier bestehen.

Eine Bahn sollte generell nie einer extremen Witterungsbedingung ausgesetzt sein. So ist direkte und dauerhafte Sonneneinstrahlung auf das Modell sowie das Diorama zu vermeiden. Eine Ausnahme bilden hierbei die Gartenbahnen. Diese wurde für den Gebrauch draußen, als auch für den Innenraum konzipiert. Schnee und Regen sind für alle Arten nicht besonders vorteilhaft. Auch starker, währender Frost kann die Bahnen, als auch die Häuser, Figuren und sonstige Dioramenstücke sprengen. Um diese liebevolle Kleinarbeit nicht umsonst gemacht zu haben, sollten Sie rechtzeitig vorsorgen und die Landschaften sicher verstauen.
Bei der „Überwinterung“ der Dioramen ist darauf zu achten, dass sie staubfrei und sicher verpackt sind. Fällt Schmutz auf die Figuren oder Häuser, ist eine ausführliche Reinigung unumgänglich. Dies kann wiederum ungewollt zu Schädigungen führen. Kleine Teile können abbrechen und auch Gebäude aus Papier sollten möglichst selten angefasst werden. Die Gefahr, dass etwas fehlerhaft zurückbleibt, ist groß. Auch deshalb sollte eine sichere Verpackung gewährleistet sein. Diese darf weder mit Flüssigkeiten in Berührung kommen noch leicht hinabfallen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden