Ganz schön tricky: Wissenswertes über Animationsfilme

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Ganz schön tricky: Wissenswertes über Animationsfilme

Was einen Animationsfilm als Animationsfilm auszeichnet

Mit dem Begriff „Animationsfilm“ verbinden viele Menschen zunächst verschiedenste animierte Kinderfilme, da sie selbst in ihrer Kindheit solche und andere gesehen haben. Dass die Welt der Animationsfilme sehr vielfältig ist – und auch über die Faszination von Kinderaugen hinaus gehen kann – zeigt sich vor allem an den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Dabei ist besonders zu bedenken, dass sich die Essenz des Animationsfilms in allen Filmen wiederfindet: Durch das Erstellen und Anzeigen von Einzelbildern wird für den Betrachter ein bewegtes Bild geschaffen. Diese Illusion funktioniert für das menschliche Auge ab einer Frequenz von etwa fünfzehn Bildern pro Sekunde, da es dann keine Einzelbilder mehr wahrnehmen kann. Um ein flüssigeres Bewegtbild zu gewährleisten, das optisch einer realen Bewegung ähnelt, werden Kinofilme mit einer Geschwindigkeit von mindestens 24 Bildern pro Sekunde gezeigt. Der bedeutende Hauptunterschied des Animationsfilms ist, dass für seine Herstellung keine realen Vorgänge als Ganzes abgefilmt werden: Hier werden die Einzelbilder individuell durch verschiedenste Techniken erstellt. Bei einem Kinofilm von 90 Minuten können dies – in Abhängigkeit von der Wiedergabegeschwindigkeit – problemlos 129.600 Einzelbilder sein. Eine große Auswahl an Animationsfilmen – beispielsweise auf DVD oder Blu-ray – finden Sie auf eBay.

Eine kleine Geschichte des Animationsfilms

Die Geschichte des Animationsfilms – oder auch der Animation an sich – geht einher mit der Geschichte des Films: Die ersten Bewegtbilder im weitesten Sinne gab es schon im 17. Jahrhundert, als die Illusion der sich bewegenden Bilder durch die sogenannte Laterna Magica erzeugt wurden. Dies war ein früher Bildprojektor, bei dem durch bemalte Glasplatten Bilder an die Wand geworfen werden konnten – die Bewegung musste allerdings noch manuell erfolgen. Eine Weiterentwicklung dieser Technik gelang im Rahmen der Erfindung der Fotografie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Mit der Entwicklung des Lebensrades entstand 1832 der Vorläufer des heutigen Filmprojektors. Das Lebensrad – auch Phenatiskiskop genannt – benutzte als erstes Gerät den stroboskopischen Effekt zur Animation von gezeichneten Bildern. Dies bedeutet, dass eine Bewegungsillusion für das menschliche Auge erzeugt wird, wenn die Einzelbilder mit Unterbrechung und in zureichender Schnelligkeit aufeinanderfolgen. Mit der Erfindung der Fotografie in den darauffolgenden Jahrzehnten gelang ein großer Schritt in Richtung des heutigen Films. 1872 war wiederum ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Bewegtbilder, da es dem Fotografen Eadweard Muybridge erstmals gelang, Serienfotografien eines galoppierenden Pferdes herzustellen und dadurch dessen Bewegungsabläufe fotografisch zu dokumentieren. Diese Technik wurde von verschiedenen Pionieren der Fototechnik weiter verbessert. Im Zuge der Verbesserung der Qualität der Objektive und des Negativpapiers wurde Fotografie zudem massentauglich gemacht. Mit der Kodak-Box von George Eastman, die fünfzehn Bilder pro Sekunde abspielen konnte, entstand ein neues Medium: die Kinematographie, die Bewegungsaufzeichnung. Eine der ersten Filmkameras, der Kinetograph, wurde 1891 von Edison entwickelt, zwei Jahre später folgte mit dem Kinetoskop der Prototyp eines Projektionsgerätes. Die ersten bekannten kommerziellen Filmvorführungen, die als die Geburtsstunden des Mediums gelten, folgten 1895 durch die Brüder Skladanowsky in Berlin sowie die Brüder Lumière in Paris. Vom heutigen Film unterschied sich damals noch vieles, die Grundsteine waren aber gelegt. Nach wie vor gibt es aber zwei Hauptausprägungen des Films: Zum einen steht die klassische Filmarbeit im Fokus, die sich durch die Ablichtung von Ereignissen auszeichnet, die durch fotografische Verfahren Einzelbilder in schneller Sequenz auf Sensoren respektive Filmmaterial überträgt. Zum anderen spielt der Trickfilm – auch Animationsfilm genannt - eine große Rolle, bei dem die Bilder einzeln erzeugt werden. Dies geschieht zumeist durch Zeichnen, Stop-Motion oder digitale Animation.

Verschiedene Animationstechniken für Animationsfilme

Es gibt viele unterschiedliche Techniken, um Animationsfilme herzustellen. Die Geläufigsten in den heutigen Filmen sind entweder Zeichentrick oder 3D-Computeranimation, da sie aus kommerzieller Sicht betrachtet am besten für die industrielle Produktion geeignet sind. Die Filmgeschichte selbst hat aber über die Zeit ihrer Entwicklung eine Vielzahl an Animationstechniken hervorgebracht, die alle ihre eigene Ästhetik bieten.

Stop-Motion oder Objekt-Animation im Animationsfilm

Die Stop-Motion Technik zeichnet sich dadurch aus, dass unbewegte Gegenstände für jedes aufgenommene Bild manuell geringfügig bewegt werden. Demzufolge wird die Illusion der Bewegung – die Animation – durch die Aneinanderreihung der leicht unterschiedlichen Einzelbilder erzeugt. Man bezeichnet dies auch als den Stopptrick. Hierbei wird eine Einstellung mit einer Filmkamera gedreht, dann wird die Kamera angehalten und eine Änderung am Bild vorgenommen. Daraufhin wird die Aufnahme fortgesetzt. Durch den direkten Anschluss wirken die beiden Einstellungen als eine einzige. Hierdurch kann man beispielsweise auch Gegenstände oder Figuren verschwinden und erscheinen lassen. Es gibt Trickfilme, die ausschließlich mit der Stop-Motion Technik erzeugt wurden, aber auch Realfilme, die dies als Spezialeffekt benutzen.

Es gibt verschiedene Ausprägungen der Filmproduktion, die mit Stop-Motion Technik arbeiten: Bei der Form der Brickfilme (engl. Brick = Baustein) bestehen die Kulissen aus Legosteinen und die Hauptdarsteller sind Legofiguren. Frühe Filme dieser Richtung entstanden schon in den 1980er Jahren, inzwischen gibt es im Internet zahlreiche Filme zu finden. Ein bekannter Vertreter ist der Film „Die Helden von Bern“, den Sie auch bei eBay finden. Eine andere Form der Stop-Motion Technik wird bei Claymation – den Knetfigurenfilmen – verwendet. Durch die aufwendige Herstellung der Figuren aus Ton oder Knetgummi respektive Plastilin, die keine Wiederverwendung von Bewegungen einräumten, waren Knetanimationsfilme bis in die 1990er Jahre hauptsächlich in Kurzfilmen im Fernsehen zu betrachten. Ins Rampenlicht – auch für aufwendige und längere Filme – rückten diese Filmform erst neuere Techniken wie videokontrollierte Aufnahmen und auswechselbare Teile anstelle von vollständigen Figuren pro Bewegung. Filme wie „Wallace & Gromit“, „Mary & Max“ oder auch „Chicken Run – Hennen Rennen“ stehen für die neue Bekanntheit von Knetanimationen. Auch Puppentrickfilme sind zu erwähnen, deren Herstellung ebenfalls sehr aufwendig ist, da Mimik und Gestik für den Dialog der Puppen eine große Rolle spielen. Als Konsequenz müssen für diese Veränderungen entweder sehr viele Köpfe zur Verfügung stehen oder die einzelnen Partien müssen austauschbar sein. Für die Gestik sind die Puppen oftmals mit Kugelgelenkarmaturen ausgestattet, um dem Animator größtmögliche Freiheit für die relativ naturgetreue Ausführung der Bewegungen zu geben. Verschiedenste Puppentrickfilme – auch frühe Exemplare – können Sie auf eBay erwerben. Ein bekannter Repräsentant der neuen Generation ist beispielsweise der Film „The Nightmare Before Christmas“. Weitere Formen der Stop-Motion Technik werden in Collagenfilmen und bei Pixalation verwendet.

2D-Animation im Animationsfilm

Unter 2D-Animationsfilme fällt als bekannteste Art der Zeichentrickfilm. Namensgebend für den Zeichentrickfilm ist die Tatsache, dass alle Einzelbilder, aus denen sich der jeweilige Film zusammensetzt, einzeln gezeichnet sind. Jedes Einzelbild unterscheidet sich so von den darauffolgenden, dass sie – in der richtigen Reihenfolge auf Film angeordnet – eine fließende Bewegung erzeugen. Dieses Phänomen ist vergleichbar mit einem Daumenkino. Heute werden die zugrunde liegenden Zeichnungen zumeist digitalisiert (eingescannt) und danach am Computer weiterbearbeitet. Für die Zeichnungen selbst kann jede zeichnerische oder malerische Technik benutzt werden, eine Beschränkung gibt es in dieser Hinsicht nicht. Die Technik des gezeichneten Films ist schon relativ alt: Das Jahr 1906 gilt als Geburtsjahr des Zeichentrickfilms, mit „Humorous Phases of Funny Faces“ als erstem vollständig animierten Film seiner Art. Populäre Vertreter in den nachfolgenden Jahren waren „Little Nemo“, die Reihe der „Popeye“-Filme, „Felix The Cat“ und nicht zu vergessen „Micky Maus“. Die Letzteren entstanden schon nicht mehr durch alleine arbeitende Animatoren, sondern im Rahmen der neu gegründeten Studios.

In der Anfangszeit des Zeichentrickfilms hat sich technisch viel geändert: Wurden zu Beginn die Zeichnungen direkt auf den Filmstreifen aufgetragen, so kam kurz danach ein System, dass das Abfilmen von Zeichnungen auf Papier erlaubte. Wieder etwas später wurden die Zeichnungen auf spezielle Folien, sogenannte Cells, übertragen, die eine Kombination mit aufwendigen Hintergründen ermöglichten. Ton und Farbe folgten wenig später. Mehr räumliche Tiefe durch die Beweglichkeit der Hintergrundelemente auf verschiedenen Ebenen kam im Zuge der Entwicklung der Multiplan-Kamera, eine direkte Kopie der Zeichnung auf Folie wurde durch das Xerox-Kopiersystem möglich. Die Digitalisierung setzte erst in den 1970er Jahren ein, als Kamerafahrten am Rechner kalkuliert und berechnet wurden. Im Gegensatz zum früheren Kopieren folgte das Scannen der Zeichnungen in den 1990ern. Alle weiteren Arbeitsschritte konnten ab dann digital erledigt werden – hierunter fallen beispielsweise Kolorieren und Kamera. Bis heute ist für den Zeichentrickfilm das handwerkliche Arbeiten mit Bleistift und Papier respektive Grafiktablett essentiell: Für einen abendfüllenden Zeichentrickfilm lassen sich problemlos mehrere Zehntausend Zeichnungen rechnen. Neben den bereits genannten Filmen sind die folgenden besonders prägend für die Geschichte des Zeichentrickfilms: „Donald Duck“, „Bugs Bunny““, „Der rosarote Panther“, „Familie Feuerstein“ und „Scooby Doo“, „Die Schlümpfe“, „Die Simpsons“ und „Futurama“ sowie „Family Guy“ und „American Dad“.

Weitere Formen der 2D-Animation werden eher in Kurzfilmen, in der Werbung oder auch zu Lehrzwecken an Filmhochschulen verwendet. Eine Ausnahme stellt der Legetrickfilm – auch Flachfigurenfilm genannt – dar, bei dem einzelne Körperteile der Figuren unter der Kamera zusammengelegt werden. Ein Beispiel hierfür sind die Animationen von Terry Gilliam in den „Monty Python“-Filmen. Bei „Southpark“ wird mit derselben Ästhetik gearbeitet, allerdings wird sie hier am Computer erstellt.

Computeranimation im Animationsfilm

Seit der Entwicklung der Möglichkeit Zeichnungen einzuscannen, hat sich der Bereich der Computeranimation sehr schnell weiterentwickelt: Durch die Erfindung der CGI (Computer Generated Imagery) ist es inzwischen möglich, sämtliche Bildobjekte vollständig digital zu erstellen. Hierfür werden hauptsächlich die folgenden drei Techniken verwendet: Keyframe-Animation, aktionsbasierte Animation und Bild-für-Bild-Animation. Der ersparte Aufwand liegt vor allem darin begründet, dass durch die Animationssoftware aus einzelnen Parametern aller im Film gewünschten Objekte in Bezug auf Aussehen und Bewegungen die jeweils benötigten Einzelbilder zu errechnen und in der gesuchten Auflösung zu synthetisieren. Dies ist sowohl in 2-D als auch in 3-D möglich, wobei mittlerweile 3-D den größeren Marktanteil besitzt. Als erster komplett im Computer entstandener Spielfilm ist an dieser Stelle „Toy Story“ zu nennen, dessen erster Teil 1995 von Pixar realisiert wurde. Mittlerweile können durch den stetigen Anstieg der Rechenleistung der Computer annähernd fotorealistische Menschen und Örtlichkeiten ausschließlich digital für Animationsfilme erstellt werden.

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