Galgenfrist für analoge Schnurlostelefone

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Ratgeber Galgenfrist für analoge Schnurlostelefone

Version 1.0 (20. 06. 2008)

Dieser Ratgeber soll in kurzen Worten darüber informieren, daß ein großer Teil der derzeit auf dem deutschen (Gebraucht-)markt angebotenen Schnurlostelefone zum Jahreswechsel 2008/09 von Amts wegen nur noch zu Sammler- und Dekorationszwecken dienen dürfen. Wie die Bundesnetzagentur in einer Pressemitteilung vom 27. Mai 2008 bekannt gibt, dürfen schnurlose Telefone der Standards CT1+ und CT2 ab dem 1. Januar 2009 nicht mehr betrieben werden (für diejenigen nach dem Standard CT1 gilt dies schon länger). Damit sind sämtliche Schnurlostelefone älterer Standards als des aktuellen „DECT" dann museumsreif.

Wie die Behörde weiter ausführt, ist der Betrieb der Schnurlostelefone der Standards CT1+ und CT2 bereits aktuell zu unterlassen, wenn dadurch andere Teilnehmer gestört werden. Ebenso müssen Störungen durch andere Geräte hingenommen werden. Grund für das Weiterbetriebsverbot ist, daß die von diesen Geräten genutzten Funkfrequenzen im Dienste der europäischen Harmonisierung inzwischen für andere Funkanwendungen genutzt werden bzw. reserviert sind. Deshalb wurden die Frequenzzuteilungen seinerzeit in weiser Voraussicht bereits nur befristet erteilt. Inverkehrbringer (Hersteller, Importeure, Händler u. dergl.) haben bereits seit einiger Zeit auf diesen Umstand hinzuweisen. Wer nach Störungsmeldungen anderer Teilnehmer als Störer ermittelt wird, muß die Auferlegung erheblicher Kosten befürchten.

Zu erkennen sind die betroffenen Geräte im Zweifel durch einen Blick in die technischen Datenblätter. Sind dort Kürzel „CT..." (mit Ausnahme der bis mindestens 2013 zulässigen DECT) bzw. Frequenzen von 864,1 bis 868,1 oder 885 bis 887 und 930 bis 932 MHz angegeben, handelt es sich um eines der künftig nicht mehr zu betreiben erlaubten Geräte.

Einige Verbraucherschützer und Strahlenbiologen bedauern diese Entscheidung. Faktisch stehen dadurch in Deutschland künftig nur noch Schnurlostelefone des Standards DECT zur Verfügung, die digital und insbesondere mit gepulsten Signalen arbeiten. Dieses Verfahren ist zwar aus telekommunikationstechnischer Sicht optimiert, steht jedoch im Verdacht, für gegenüber Funkstrahlenbelastungen empfindliche Personen die schlechteste der aktuell verfügbaren Techniken zu sein. Zur „Ehrenrettung" der Behörde ist zu sagen, daß diese damit keine politische Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Sendeverfahren treffen wollte oder getroffen hätte. Es wurden lediglich von vornherein nur befristet zugeteilte Frequenzbereiche wieder eingezogen. Es liegt nun an der Industrie, die in den aktuell verfügbaren oder künftig zu beantragenden Frequenzbereichen liegenden Möglichkeiten mit lebensverträglicheren Verfahren fortzuentwickeln.

Der derzeit aktuellste Standard DECT, der in einem nach Angaben der Behörde noch bis mindestens 2013 dafür verfügbaren Frequenzbereich stattfindet, muß ja nicht der Weisheit letzter Schluß bleiben. Wünschenswert für die Verbraucher wäre jedoch bei einer Fortentwicklung, nur die Unzulänglichkeiten abzustellen und den Standard zum Bisherigen kompatibel zu halten – andernfalls heißt es in vielleicht zehn Jahren wieder, noch funktionsfähige Geräte dennoch ausmustern zu müssen.

Soweit zum Thema Galgenfrist für die analogen CT-Standards – mehr über schnurlose Telefone findet sich in meinem ebay-Ratgeber „schnurlose Telefone".

Copyright by Thies Joachim Hoffmann

Rückfragen und Verbesserungsvorschläge sind herzlich willkommen. Kontaktaufnahmen mit dem Autor sind jederzeit über die Funktion „mit dem Mitglied Kontakt aufnehmen" (ebay Member „telthies") möglich.

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