Gainward GTX580 Phantom im Praxistest

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Prolog

Ich habe die Gainward GTX 580 Phantom gekauft, da ich grafiktechnisch mal eine Stufe "aufsteigen" wollte, die 8er Serien von Nvidia siedeln sich ja bekanntlich im Oberklassesegment an.
Leistungstechnisch war sie vor einigen Jahren ein High-End Produkt, aber heutzutage gibt es Besseres, wenn man ein wenig mehr Geld investiert.
Edle Optik an schwerem Gerät.
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Das Kühlsegment sieht wirkungsvoll aus, überzeugt in der Praxis aber nicht.
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Hitze und Lärm...

Auf der Verpackung wirbt Gainward mit den Worten "Extreme Silent, Extreme Cool"...nun ja, wenn man an einer Autobahn in der Nähe der Sonne wohnt, mag das wohl hinkommen, aber die Realität sieht anders aus. Unter Vollast blasen die 3 integrierten 80mm Lüfter ein Crescendo, welches den Trompeten von Jericho zur Ehre gereicht und die Karte wird so warm, dass man entweder über eine Wasserkühlungsoption nachdenken sollte, oder ein Gehäuse besitzt, welches einen mind. 220mm grossen Seitenteillüfter beherbergt, um der Betriebstemperatur von ca. 85-90 Grad Celsius Herr zu werden.
Da die Karte kein "DHE" Abluftsystem nutzt, sondern ihre Heissluft nach unten, vorne und zur Seite abträgt, sollte man entweder ein Flip-Down Gehäuse haben (das Mainboard ist gedreht eingebaut, somit zeigt die Grafikkarte nach oben und kann besser belüftet werden, z.B. durch Einbau eines Slotblechlüfters oder durch Lüfter im Gehäusedeckel), oder man muss die Grafikkarte komplett in die Airflowberechnungen des Towers mit einbeziehen.

Pro & Contra

Leider wiegen die negativen Eigenschaften schwerer, als die Vorzüge der GTX 580 Phantom, hier meine persönliche Zusammenfassung:
Pro:
+ 384bit Speicheranbindung
+ relativ gute Grafikleistung, selbst im Jahr 2015 können aktuelle Spieletitel noch problemlos betrieben werden, wenn auch nicht auf Ultra-Einstellungen
+ gute Übertaktungsoptionen (welche die Karte allerdings noch lauter und heisser werden lassen)
Contra:
- 42 Ampere auf der 12V-Schiene des Netzteils werden benötigt
- Extrem lang (280mm)
- Extrem breit (3 Slots werden besetzt)
- Extrem schwer (die Karte sollte mit 2 Schrauben am Slot fixiert werden, anderenfalls
  kann sich der PCI-E Slot lösen)
- Karte wird unter Last sehr laut
- Karte wird unter Last sehr warm (über 80 Grad unter optimierten Bedingungen;
  nichts für Plug&Play Enthusiasten)
- Extrem hoher Stromverbrauch
- Zu wenig VRAM (1536MB) für die verfügbare Leistung, es gibt aber auch eine
  3072MB Variante

Fazit

Wer mit dem momentan günstigen Anschaffungspreis von ca. 85 Euro liebäugelt, sollte sich lieber noch ein wenig mehr Geld beiseite legen und eine Serie überspringen. Auf eine Radeon R9 280X oder GTX770 zu sparen macht bedeutend mehr Sinn, da die GTX680 und vergleichbare zu teuer sind und ebenfalls noch zuviel Strom verbrauchen.
Vor allem: Finger weg vom Phantom-Kühlsystem, ein DHE-System kühlt effizienter und beeinträchtigt den Airflow nicht!

PS: Wie Testberichte entstehen, welche sich im Lob der Karte förmlich überschlagen, kann ich nicht nachvollziehen. Da die meisten Tester allerdings Bench-Tables nutzen, liegt wohl dort der Hund begraben, ohne umschliessendes PC-Gehäuse kann die Karte natürlich frei atmen und auch ihre Abluft ohne Einschränkungen loswerden.

Abschliessende Worte

Die Gainward GTX 580 Phantom ist vergleichbar mit einem amerikanischen Muscle Car aus den späten 60ern, wo man sich über Ressourcen noch keine Gedanken gemacht hat und nur Optik und Leistung im Vordergrund der Entwicklung standen.
Die Adjektive groß, durstig, laut und extravagant beschreiben die Karte recht treffend.
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