Gänsehautgarantie: Ratgeber zur Noten-Auswahl von Klassikern fürs Saxophon

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Gänsehautgarantie: Ratgeber zur Noten-Auswahl von Klassikern fürs Saxophon

Dass Musik emotionale Reaktionen hervorrufen kann, ist nicht gerade etwas Neues. Allerdings gibt es inzwischen auch wissenschaftliche Forschungen, die zu diesem Ergebnis gekommen sind: Offenbar gibt es nur wenige Bereiche im Gehirn, die beim Musikhören nicht aktiviert werden. Das scheint auch daran zu liegen, dass das Gehirn beim Klang von Musik sofort nach emotionaler Bedeutung des akustischen Signals sucht. Die jeweilige Wirkung ist aber in vielen Fällen subjektiv – genauso wie die Erinnerungen und Erlebnisse eines jeden Menschen. So kann beispielsweise Gänsehaut sowohl bei angenehmen als auch unangenehmen Tönen und Erfahrungen hervorgerufen werden. Entweder läuft Ihnen ein wohliger Schauer den Rücken hinunter, oder Ihre Haare sträuben sich vor Grauen. Auch bei Saxophon-Musik kann diese Wirkung erzeugt werden – erwünscht ist natürlich die positive Reaktion. 

Der Erfinder des Saxophons Adolphe Sax und seine Erfindung

Erfunden wurde das Saxophon durch den belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax, dessen Geburtsname eigentlich Antoine Joseph Sax war. 1840 hatte er schon in der Instrumentenwerkstatt seines Vaters in Brüssel als sein erstes eigenständiges Werk an der Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette gearbeitet. Wirklich selbständig machte sich Sax 1842 mit seinem Gang nach Paris – zusammen mit seiner neuen Erfindung: dem Saxophon. Durch die Unterstützung einiger Pariser Persönlichkeiten des Musiklebens, wie beispielsweise dem Komponisten und Musikkritiker Hector Berlioz und verschiedenen Sponsoren, konnte er seine Erfindung weiterentwickeln.

Das erste Patent

Patentiert wurde das neue Holzblasinstrument 1846 ebenfalls in Frankreich: Sax argumentierte überzeugend, dass mit diesem Instrument die Lücke der gut klingenden Holzblasinstrumente in tiefen Lagen geschlossen werde. Sein erstes Saxophon war auch dementsprechend ein Bassinstrument in C. Zum Bau seiner Saxophone und auch zur Konstruktion von weiteren Blasinstrumenten nutzte Sax die Kenntnisse seines Vaters in Bezug auf bestmögliche Resonanz in Röhren. So entstanden in neuer Gestalt aus Trompeten, Hörnern und Tuben die Bezeichnungen Saxtromba, Saxhorn und Saxtuba. Zusammengefasst sind sie auch unter dem Namen der „Familie der Saxhörner" bekannt. In seinem späteren Leben war Adolphe Sax unter anderem auch Lehrer für Saxophon am Pariser Konservatorium und Direktor des Bühnenorchesters der Pariser Oper. Außerdem entwickelte er ein Lehrbuch, eine sogenannte Schule, für das Saxophon-Spiel und weitere von ihm erbaute Instrumente. 

Die Variationen des Instruments

Das Saxophon, auch nach neuer Rechtschreibung Saxofon geschrieben, zählt zu den neueren Entwicklungen der Holzblasinstrumente. Ausschlag für die Klassifikation gibt hierbei nicht der metallische Korpus, sondern das hölzerne Rohrblatt, das den Ton des Instruments erzeugt.

Adolphe Sax selbst baute acht verschiedene Größen – und damit auch acht unterschiedliche Stimmlagen – des Instruments: Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass und Subkontrabass. Nach der Patentierung erlangte das Instrument schnell große Berühmtheit, vor allem zunächst in der französischen Militärmusik respektive Marschmusik. Für diese Musikrichtung konzipierte Sax Saxophone in B/Es-Stimmung. Für die Benutzung im Sinfonieorchester entwickelte er Instrumente in C/F-Stimmung. Letztere werden heute aber nur noch selten hergestellt. Eine Ausnahme stellt hier das C-Melody-Saxophon dar, das für die Verwendung im Swing und Jazz bis in die 1950er-Jahre gebaut wurde. Mit dem Aufkommen dieser beiden Musikrichtungen um 1900 beziehungsweise 1926 setzte der eigentliche Erfolg des Saxophons außerhalb der Militärmusik ein. Wegen seines variablen Klangs und großen dynamischen Umfangs ist es auch heute ein beliebtes Soloinstrument in der Konzert- und Tanzmusik.

Klassiker für das Saxophon: „A Love Supreme" von John Coltrane

Auch wenn es viele musikalische Bereiche gibt, in denen das Saxophon verwendet wird, ist es hauptsächlich im Jazz zu Hause. So gibt es kaum ein Jazzensemble, das keine wichtige Solistenrolle für Saxophon besitzt. Ein bedeutender Vertreter dieser Musikrichtung war der US-amerikanische Jazz-Saxophonist John Coltrane. Während seiner Jahre als Musiker hatte er verschiedene Phasen in seiner Saxophon-Benutzung: Anfangs spielte er hauptsächlich Altsaxophon, in den frühen 1950ern Tenorsaxophon und ab den 1960er Jahren auch Sopransaxophon. Das Album „A Love Supreme" von 1965 ist das berühmteste und auch erfolgreichste Werk des Jazzmusikers. Es gilt bis heute als sein Meisterwerk und wurde zudem für zwei Grammys nominiert. Coltrane spielte bei diesem als Suite komponierten Jazzalbum das Tenorsaxophon. Noten für die Stückes dieses Albums und vieler weiterer Lieder für Tenorsaxophon erhalten Sie bei eBay.

Ein Klassiker für Altsaxophon ist das Album „At The 'Golden Circle' Stockholm"

Hinter dem Album „At The 'Golden Circle' Stockholm", das 1965 bei Blue Note Records erschienen ist, steckt das Ornette Coleman Trio. Es dokumentiert die Auftritte der Kombo vom 3. und 4. Dezember des Erscheinungsjahre im Gyllene Cirkeln Club in Stockholm. Alle Stücke des Werkes wurden von Ornette Coleman komponiert, der neben dem Altsaxophon auch Violine und Trompete bei den Auftritten spielte. Des Weiteren waren David Izenzon am Doppelbass und Charles Moffet am Schlagzeug beteiligt. Coleman gilt als einer der bedeutendsten Musiker, die die Richtung des Free Jazz in den 1960er Jahren prägten. Außerdem wurde er bislang schon mit vielen Auszeichnungen geehrt, wie beispielsweise 2007 mit einem Grammy für sein Lebenswerk. Für Altsaxophonspieler wie Ornette Coleman gibt es ein breites Spektrum an Noten

„A Night At The Village Vanguard" als Beispiel für Saxophon-Klassiker

Der Jazz-Saxophonist Sonny Rollins, der gebürtig Theodore Walter Rollins heißt, ist bekannt für seine große Rolle in der Entwicklung der Jazz-Musik. Viele seiner Stücke gehören heute zu Standards dieser Musikrichtung. Neben Tenorsaxophon – wie auf dem Album „A Night At The Village Vanguard" - spielt Sonny Rollins auch Klavier und Altsaxophon. Dieses Album wurde aus zwei Live-Veranstaltungen zusammengestellt, die am 3. November 1957 in dem New Yorker Village Vanguard Club stattfanden. Hierbei spielte Sonny Rollins zuerst zusammen mit dem Bassisten Donald Bailey und dem Schlagzeuger Pete LaRoca sowie danach mit Wilbur Ware am Bass und Elvin Jones am Schlagzeug. Im Verlauf seiner Karriere hat Sonny Rollins viele Auszeichnungen erhalten, so zum Beispiel auch die Ehrendoktorwürde des Colby College in Maine und der Juilliard School in New York.

Gerald Joseph „Gerry" Mulligan und die Klassiker des Baritonsaxophons

Auch wenn er vorrangig als Baritonsaxophonist im Jazz bekannt ist, war Gerald Joseph „Gerry" Mulligan auch als Klarinettenspieler sowie Komponist und Arrangeur tätig. Seine Musik wird hauptsächlich dem Cool Jazz zugeordnet, der sich vom klassischen Jazz durch einen leichteren Ton sowie einem ruhigeren Tempo unterscheidet. Bekannt ist zudem die sogenannte klavierlose Phase von Gerry Mulligan in den frühen 1950ern, in der er vor allem mit dem Trompeter Chet Baker zusammenarbeitete. Aus dieser Phase stammt auch das Album „The Original Quartet with Chet Baker", das ursprünglich 1953 bei Pacific Label erschienen ist. In der Neuauflage wurde es 1998 bei Blue Note zwei Jahre nach dem Tod von Gerry Mulligan veröffentlicht. Spieler von Baritonsaxophonen können bei eBay sowohl mit Instrumenten und Zubehör als auch mit Noten fündig werden.

Saxophon-Klassiker „Dynasty" und „Anniversary!" von Stan Getz

Von dem Saxophonisten Stan Getz zählen direkt zwei Alben zu den Klassikern der neuen Musikgeschichte: „Anniversary!" und „Dynasty". Der Musiker spielte sowohl Tenorsaxophon als auch Baritonsaxophon in den Stilrichtungen Bossa Nova, West Coast Jazz, Cool Jazz, Bebop und auch klassischem Jazz. Das Album „Dynasty" ist in mehreren Sessions im Verlauf des Jahres 1971 in London entstanden – zusammen mit dem Pariser Trio aus Organist Eddy Louiss, Gitarrist Rene Thomas und Schlagzeuger Berbard Lubat. Die drei hatte Stan Getz ein Jahr zuvor bei einem ihrer Konzerte in Paris kennengelernt. Nach Proben im August, spielte das Quartett im Dezember 1970 seinen ersten Auftritt im „Le Chat Qui Peche Club" in Paris. Das Album „Anniversary" mit Aufnahmen vom 6. Juli 1987 entstand aus Anlass von Getz' 60. Geburtstag am 2. Februar desselben Jahres. Diesen feierte er – ebenso wie seinen 50. - mit einem Auftritt im „Montmartre Club" in Kopenhagen. Unterstützt wurde er bei diesem Konzert von dem Pianisten Kenny Barron, dem Bassisten Rufus Reid und dem Schlagzeuger Victor Lewis.

Coleman „Hawk" Hawkins am Tenorsaxophon: Der Klassiker „The Hawk Swings"

Als „Vater" des Tenorsaxophons bekannt, war Coleman Hawkins auch einer der ersten stilbildenden Solisten des Instruments. In dieser Hinsicht steht er auf einer Stufe mit Lester Young. Generell wurde sein Schaffen dem Mainstream Jazz zugeordnet, er spielte aber auch gerne mit den jeweiligen Avantgardisten ihrer Zeit. Im Verlauf seines Arbeitens – von 1922 bis 1969 – erwarb er sich zwei Spitznamen: „Hawk" und „Bean". Die Aufzeichnungen für das Album „The Hawk Swings" entstanden 1960 in New York zusammen mit den vergleichsweise jüngeren Jazzmusikern Thad Jones an der Trompete und Eddie Costa am Klavier und Vibraphon. Außerdem mit von der Partie waren der Bassist George Duvivier und der Schlagzeuger Osie Johnson. Trotz aller Unterschiede, die die Musiker durch ihre verschiedenen musikalischen Hintergründe mitbrachten, entwickelte sich ein entspanntes und dennoch nicht eintöniges Set. 

Avantgardistischer Klassiker: Das Album „Spiritual Unity" von Albert Ayler

Das Album „Spiritual Unity", das 1965 bei ESP-Disk erschienen ist, hat durch seine Unkonventionalität zu internationaler Bekanntheit des Jazzsaxophonisten, Sängers und Komponisten Albert Ayler geführt. Charakteristisch für sein Spiel war der tiefe „glühende" Ton, den er mit seinem Tenorsaxophon erzeugte. Bei den Aufnahmen zu den Alben „Spiritual Unity" und „The Hilversum Session", die beide 1964 eingespielt wurden, benutzte Albert Ayler improvisierte musikalische Gedanken von John Coltrane und Ornette Coleman. „Spritual Unity" entstand nach Kompositionen von Ayler in New York, gemeinsam mit dem Bassisten Gary Peacock und dem Schlagzeuger Sunny Murray.

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