GRAVITY CRASH PS3

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Arcade-Shooter findet man heutzutage nur noch sehr selten beim Elektronikfachhändler, im Kaufhaus oder in kleinen Game-Stores. Insofern scheint das Genre mittlerweile nahezu ausgestorben zu sein. Allerdings gibt es immer mal wieder Download-Titel, die versuchen, an die alten Zeiten anzuknüpfen und unkomplizierte Baller-Action zu liefern. Gravity Crash ist eines dieser Spiele und nun schon seit einiger Zeit im PSN-Store der Playstation 3 erhältlich. Lohnt sich der Download oder sollte man lieber seine alten 80er-Jahre-Konsolen aus dem Keller hervorkramen? Diese Frage werden wir euch in unserem Test beantworten.

Vorsicht, Schwerkraft!

Gravity Crash basiert auf dem C64-Klassiker Thrust und der späteren Amiga-Fassung Gravity Force. Ihr steuert ein Raumschiff durch 35 Levels, die in einer Kampagne zusammengefasst sind. Eure Aufgaben liegen darin, eine bestimmte Anzahl an Gegnern zu töten, an Kristallen aufzusammeln oder alle befreundeten Männchen zu retten, indem ihr diese in euer Schiff einsteigen lasst. Das Besondere dabei ist, dass euer Fluggefährt stets von der Gravitation angezogen wird, daher auch der Name Gravity Crash. Knallt ihr gegen Planetengestein, explodiert das Raumschiff sofort, es sei denn, ihr aktiviert euren Schutzschild. Das könnt ihr entweder manuell tun, oder es automatisch vom Spiel regeln lassen. In letzterem Fall muss die Energie, die der Schild benötigt, jedoch durch Kristalle aufgeladen werden.

Damit wäre das Spielprinzip des Titels eigentlich auch schon erklärt. Ab und zu gibt es zwar noch den ein oder anderen Bosskampf zu bestreiten, aber das war es dann auch schon mit der spielerischen Vielfalt. Gravity Crash ist nunmal ein klassischer Arcade-Shooter, ohne großen Schnickschnack. Und das ist ja auch beileibe nicht schlecht.


Wähle die Mittel!

Ihr habt die Möglichkeit, das Spiel auf zwei unterschiedliche Arten zu steuern. Entweder über die klassische Variante, bei der ihr mit "X" Gas geben müsst und mit "R1" schießt, oder ihr nutzt nur den linken Analogstick zum Fliegen, und müsst dafür jedoch mit dem rechten eure Kanone drehen und mit dieser feuern. Uns hat letztere Steuerungsart besser gefallen, da sich das Spiel so ein wenig leichter steuern ließ. Aber das ist wohl Geschmacks- bzw. Empfindungssache und soll nicht in die Wertung mit einfließen.

Neben der Wahl der Steuerungsvariante könnt ihr euch auch noch eine von vier Spezial-Waffen aussuchen. Wollt ihr eine starke Plasmakanone haben, die in die Richtung feuert, in die das Schiff ausgerichter ist, oder doch lieber zielsuchende Drohnen, die in großer Anzahl abgefeuert werden, dafür jedoch um einiges weniger Schaden anrichten?

Trotz des simplen Spielprinzips ist Gravity Crash jedoch ein harter Brocken. Zu Beginn lassen sich die Levels noch ganz gut meistern, zum Ende der Kampagne hin steigt der Schwierigkeitsgrad jedoch enorm an, sodass Anfänger viele Frustmomente in Kauf nehmen müssen. Denn ehe man sich versieht, knallt man gegen eine Planetenwand, explodiert und sieht den Game Over-Bildschirm, da alle Leben aufgebraucht sind. Das liegt auch an der Steuerung, die in beiden Varianten dem Spieler das Gefühl gibt, aufgrund der Schwerkraft nicht die komplette Kontrolle über das Raumschiff zu haben.


Little Big Planet lässt grüßen

Habt ihr die Kampagne durchgespielt, muss das jedoch noch lange nicht das Ende des Spaßes an Gravity Crash bedeuten. Denn der Entwickler Just Add Water hat einige nette Features eingebaut, um die Langzeitmotivation zu erhöhen. So gibt es zum einen eine Online-Rangliste, in der ihr euch mit anderen Spielern messen könnt, ganz nach dem Motto: "Wer hat welchen Level schneller gemeistert?" Zum anderen bietet der Titel einen Editor, mit dem ihr auf sehr einfache Art und Weise eigene Welten kreieren und diese dann mit anderen Leuten auf der ganzen Welt teilen könnt. Das ist super, denn somit ist ein unendlicher Levelnachschub gesichert, zumindest in der Theorie. Ihr könnt auch die Levels anderer Spieler bewerten. Klasse!

Einen Online-Multiplayer gibt es jedoch nicht. Das ist aber auch gar nicht mal so schade, denn der Offline-Mehrspieler für bis zu vier Leute ist nicht gerade ein Highlight. Euch stehen drei Spielmodi zur Wahl: Das klassische Deathmatch, die "Materialsammlung", in der ihr als erster eine vorher bestimme Anzahl an Kristallen aufsammeln müsst, und ihr könnt auch Rennen gegeneinander fliegen. So richtig Laune macht jedoch keiner der drei Modi. Nur mit vier Leuten hat man ansatzweise Spaß an der Sache, jedoch auch nur für eine arg kurze Zeit. Als Partyspiel ist Gravity Crash also nicht unbedingt geeignet. Schade!

Dafür stimmt die Technik. Die Grafik ist zwar sehr minimalistisch, bietet jedoch Lichteffekte und Hitzeflimmern. Und das sogar in der Full-HD-Auflösung mit 1080p. Die Musik ist sehr stark an die Midi-Melodien der 80er-Jahre angelehnt und stammt von CoLD SToRAGE, welche bereits in Wipeout HD für einen passenden akustischen Hintergrund gesorgt haben. Fans von elektronischer Retro-Musik kommen also voll auf ihre Kosten.


Gravity Crash ist definitiv kein Spiel für Warmduscher. Der hohe Schwierigkeitsgrad sorgt besonders im späteren Kampagnenverlauf für einige Frustmomente. Der Titel richtet sich demnach eher an Profis und große Fans klassischer Arcade-Shooter. Aber das ist kein Grund, das Spiel mit einer niedrigen Wertung zu bestrafen. Denn Spaß macht es allemal. Dank der Online-Rangliste ist die Motivation, die Levels nach der Kampagne nochmals anzugehen, um bessere Zeiten hinzulegen, hoch und dank des Editors ist auch schon für Nachschub gesorgt. Noch dazu ist die Grafik nett. Der Multiplayer enttäuscht jedoch. Für Arcade-Experten ist Gravity Crash dennoch eine klare Empfehlung. 80 % Sehr Gut
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