Futterratgeber: Was fressen Frettchen und Chinchillas?

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Futterratgeber: Was fressen Frettchen und Chinchillas?

Außergewöhnliche Haustiere - außergewöhnliche Futter-Bedürfnisse

Für klassische Haustiere wie Hund und Katze ist eine große Auswahl an Futterbedarf im Handel erhältlich. Deshalb sind ihre Halter nicht ausschließlich auf den Zoofachhandel angewiesen. Anders sieht es für Besitzer außergewöhnlicher Haustiere aus. Wer ein Frettchen oder ein Chinchilla im Haus hält, wird spätestens bei der Suche nach artgerechter Nahrung nicht um einen Besuch im Tierfachgeschäft herumkommen. Um herauszufinden, welches Futter für Ihr Tier das richtige ist und was Sie sonst im Bereich Kleintierzubehör benötigen, können Sie sich diesbezüglich im Fachhandel beraten lassen. Wenn Sie nach Alternativen suchen, ist es wichtig, einige Dinge zu beachten. Insbesondere für solche Halter, die noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit ihren Haustieren haben, bietet es sich an, vorab die wichtigsten Fragen bezüglich einer artgerechten Fütterung zu klären. Zwar werden Sie schnell viele Produkte für Frettchen und Chinchillas im Bereich Haustierbedarf ausfindig machen, die Suche muss sich dadurch aber nicht einfacher gestalten.
Damit Sie sich bei dieser großen Menge an Produkten besser orientieren können, finden Sie hier Informationen darüber, was Sie bei der gezielten Suche nach Futtermitteln beachten müssen und welche Erzeugnisse Sie am besten vermeiden sollten. Frettchen und Chinchillas können, wie andere Haustiere auch, beim Futter schnell bestimmte Vorlieben entwickeln. Aus diesem Grund sollte die Nahrung von Anfang an abwechslungsreich sein, um Mangelerscheinungen auszuschließen und das Tier nicht unnötig dazu zu verleiten, sich auf ein bestimmtes Futtermittel festzulegen. Da man bei den Tieren noch nicht alle benötigten Nährstoffe genau definieren kann, sollte unbedingt eine zu einseitige Ernährung vermieden werden.  

Artgerechte Ernährung für Frettchen

Ein Missverständnis bei der Typisierung von Frettchen besteht darin, dass die Tiere oft für Nager gehalten werden. Tatsächlich handelt es sich bei Frettchen jedoch um Raubtiere, die entsprechend ihrer Natur auf eine fleischreiche Ernährung angewiesen sind. Das Frettchen ist mit dem Iltis verwandt, der sich in freier Wildbahn vorwiegend von kleinen Beutetieren wie Vögeln, Würmern oder kleinen Nagern ernährt. Darum braucht auch dieses kleine Haustier für eine gesunde Ernährung unbedingt die Proteine aus seiner Nahrung. Weil die Verdauung bei Frettchen innerhalb von drei bis vier Stunden zum Abschluss kommt, müssen die Futtermittel vor allem reich an tierischen Proteinen sein. Das heißt, dass der Fleischanteil im Futter sehr hoch sein sollte und nicht zu viele tierische Nebenerzeugnisse aufweisen darf. Nur so bekommt das Tier nämlich die Möglichkeit, ausreichend Eiweiß in sich aufzunehmen.
Für einen gesunden Stoffwechsel und um Mangelerscheinungen durch falsche Ernährung zu vermeiden, sollten ausgewachsene Frettchen zwischen 150 und 200 Gramm Futter am Tag erhalten. Die Nahrung muss jedoch unbedingt kohlenhydratarm sein, da das Tier durch einen fehlenden Blinddarm keine Enzyme produziert, die zum Aufspalten von Kohlenhydraten, beispielsweise aus Getreide, dringend notwendig sind. Bedingt durch ihren sehr kurzen Darm können Frettchen die Nährstoffe aus pflanzlichen Futtermitteln in ihrem Stoffwechsel nur unzureichend nutzen, sodass nur ab und an mit Obst oder Gemüse zugefüttert werden sollte. Mittlerweile sind sehr vielfältige Produkte aus dem Bereich Frettchenfutter im Handel erhältlich. Achten Sie deshalb immer auch darauf, ob die darin enthaltenen Zutaten in einem geeigneten Verhältnis verarbeitet sind.  

Trockenfutter für Frettchen

Wichtig bei der richtigen Wahl des Trockenfutters ist ein hoher Fleisch- und Fettanteil unter Zusatz von Taurin. Auf keinen Fall sollte dem Futter jedoch Zucker oder Salz zugesetzt worden sein, da dem Tier beides schaden kann. Anders als beim Chinchilla ist der Anteil an Rohfasern möglichst unter zwei Prozent zu halten. Dafür dürfen Fett und Proteine jeweils zu mindestens 20 Prozent enthalten sein. Produzenten von Trockenfutter für Frettchen sind unter anderem unter Marken wie Totally Ferret, Kennel Nutritions Ferret oder Frettchen4You zu finden. Ersatzweise kann für eine artgerechte Nahrung auf hochwertiges Katzentrockenfutter ausgewichen werden, da hier alle erforderlichen Kriterien erfüllt sind. Entsprechende Marken sind beispielsweise Royal Canin oder Animonda. Trockenfutter verdirbt nicht so schnell wie Nass- oder Frischfutter und sollte deshalb jederzeit zugänglich sein. Da das Frettchen sehr schnell verdaut, ist es besonders wichtig, dass das kleine Raubtier immer an den Napf kommt, um einen Nachschlag zu bekommen. Sie können bei Bedarf auch mehrere Sorten Trockenfutter mischen. Qualitativ muss Trockenfutter nicht minderwertiger sein als Nassfutter oder frische Erzeugnisse. Der Vorteil liegt zudem darin, dass das Kauen von Trockenfutter Zahnsteinbildung verhindern kann.  

Nassfutter für Frettchen

Für die kleinen Raubtiere lassen sich noch nicht so viele Fertigprodukte im Handel erwerben. Dabei bildet das Nassfutter einen guten Ersatz für frisches Futter, lässt es sich doch hervorragend auf Vorrat kaufen und aufbewahren. Geeignetes Nassfutter weist einen sehr hohen Anteil an Fleisch und Taurin auf, aber auch Biotin, Vitaminflocken und Öl sind darin vertreten. Für junge Frettchen empfiehlt sich außerdem der Zusatz von Welpenkalk. Ausgewachsene Frettchen bekommen etwa zweimal täglich eine kleine Portion Nassfutter als Ergänzung zum Trockenfutter. Eine der bekanntesten Marken finden Sie unter dem Namen Totally Ferret Bits. Durch Mangel an Produkten ist hochwertiges Nassfutter für Katzen mit hohem Fleischanteil gut als Ersatz geeignet, allerdings muss es unbedingt zucker- und salzarm sein. Die Entscheidung, ob Sie sich für Fleisch in Soße oder Gelee entscheiden, sollten Sie nach einer Testphase Ihrem Haustier überlassen. Einige Alternativen stehen unter anderem durch Marken wie RopoCat, Animonda Carny oder Hill’s bereit.  

Frischfutter für Frettchen

Frische Nahrung sollte immer aus ungewürztem und am besten rohem Fleisch bestehen. Dabei kommt Schweinefleisch weniger in Betracht, da es gefährliche Krankheitserreger enthält. Es ist allerdings möglich, das Fleisch vor der Fütterung zu garen, sodass es für das Tier zum Verzehr geeignet ist. Besser sind hingegen Geflügel-, Kaninchen- und Rindfleisch. Für eine optimale Eiweißversorgung sollte das Fleisch am besten aus Muskelgewebe bestehen. Zudem mögen Frettchen auch Fisch, wobei hier außer Forelle nur Seefisch verfüttert werden sollte. Ebenso können auch Eier eine selten empfohlene Abwechslung darstellen. Allerdings darf dabei nur das Eigelb roh gereicht werden, das Eiweiß sollte zuvor immer gekocht werden. Gegen frisches Gemüse und Obst mit hohem Wasseranteil ist auch nichts einzuwenden.  

Nahrungsergänzung für Frettchen

Um Mangelerscheinungen ausschließen zu können, bietet es sich an, ergänzende Produkte, beispielsweise für den Vitamin- und Mineralhaushalt, zu verwenden. Sie haben den Vorteil, dass in ihnen alle wichtigen Nährstoffe in konzentrierter Form vorhanden sind. Darunter fallen beispielsweise auch Malzpasten, die besonders reich an Taurin sind.  

Artgerechte Ernährung für Chinchillas

Anders als beim Frettchen handelt es sich beim Chinchilla um ein Nagetier, das ursprünglich aus den südamerikanischen Andengebieten stammt und deshalb in der freien Wildbahn in recht trockenen Klimazonen beheimatet ist. Das Chinchilla ist ein rein Pflanzen fressender Nager, an erster Stelle seines Speiseplans stehen Gräser und Kräuter. In ihrem natürlichen Lebensraum treffen die Tiere selten auf Früchte und sie sind durch ihren Körperbau ebenso wenig dazu fähig, in der Erde nach Wurzeln zu graben. Aus diesem Grund sollten auch die Heimtiere möglichst nicht mit Obst oder Gemüse gefüttert werden. Wichtig für eine ausgewogene Fütterung sind hingegen leichter verdauliche Pflanzen, die reich an Kohlenhydraten und Rohfasern sind. Natürlich sollte das Chinchilla über sein Futter ausreichend mit Mineralien und Vitaminen versorgt werden.
Spezielles Chinchillafutter für den Haustierbedarf erfüllt in der Regel alle genannten Kriterien und ist zudem mit wichtigen Nährstoffen angereichert. Dennoch sollten Sie sich als Halter nicht auf ein bestimmtes Produkt festlegen und stets darauf achten, dass industriell hergestellte Futtermittel nicht zu viele Proteine aufweisen.  

Trockenfutter für Chinchillas

Das wichtigste Futtermittel für das Chinchilla ist Heu. Es wird in der Regel vorzugsweise durch trockene Kräuter, Blätter, Blüten und zum Teil auch mit getrocknetem Gemüse ergänzt. Pflanzen sind bei der Ernährung deshalb so notwendig, weil sie reich an Vitaminen und Mineralien sind und beim Kauen den Zahnabrieb des Nagers unterstützen. Die Rohfasern tragen zu einer gesunden Darmflora bei, was in Anbetracht der Tatsache, dass das Chinchilla einen besonders empfindlichen Darm besitzt, nützliches Wissen sein kann. Der Nager ist als Vegetarier zudem auf eine individuelle Mischung aus besonders reichhaltigen und bekömmlichen Trockenfuttermitteln angewiesen. Da in erster Linie der Vitamingehalt ausschlaggebend ist und dieser in kurzer Zeit abnimmt, sollten Vorräte höchstens für zwei bis drei Monate angelegt werden. Bei handelsüblichen Mischungen werden nicht selten auch große Mengen an Kernen oder zuckerhaltigen Bestandteilen hinzugefügt, die zu Verfettung führen oder für das Tier gesundheitsschädlich sein können. Sie sollten nur selten oder am besten gar nicht bereitgestellt werden. Besser ist es, Sie greifen auf Pellets zurück, da durch sie die primär entscheidenden Nährstoffe geliefert werden. Eine hochwertige Qualität erreichen beispielsweise die Pellets der Marke Ovator.  

Frischfutter für Chinchillas

Da das Chinchilla genauso wie das Frettchen Frischfutter braucht, können dem Nager alternativ zur Trockennahrung auch frische Kräuter, Blüten und Blätter angeboten werden. Allerdings verträgt nicht jedes Tier die in Europa beheimateten Pflanzenarten. Aus diesem Grund muss bei jedem Chinchilla stets darauf geachtet werden, ob der Nager die Pflanzen tatsächlich verdauen kann. Das Gleiche gilt auch für Obst und Gemüse, denn Stärke ist eigentlich wenig geeignet für eine ausgewogene Ernährung in der freien Wildbahn. Säure wiederum kann eventuell zu Durchfall führen. Wenn Ihr Tier keine Rohkost verträgt, versuchen Sie es nicht immer wieder. Sollte Ihr Chinchilla gerne von frischem Obst und Gemüse naschen, dann halten Sie sich dennoch damit zurück, dieses zu oft anzubieten. Möhren, Sellerie oder Äpfel dürfen dabei ab und an auf dem Speiseplan stehen. Nahrungsergänzungsmittel werden bei einer umfangreichen Mischung der restlichen Futtermittel häufig nicht benötigt.  

Besonderheiten bei der Bereitstellung von Nahrung für Chinchillas

Chinchillas haben einen sogenannten Stopfdarm und müssen ständig in der Lage sein, Futter aufzunehmen. Zu diesem Zweck sollte sich stets genug Nahrung in Reichweite des Tieres befinden. Wird der Darm nicht regelmäßig mit neuem Futter gefüllt, kann die bereits verdaute Nahrung nicht durch den Darmtrakt transportiert werden. Um die Verdauung zu unterstützen, ist es mindestens genauso wichtig, den Tieren ausreichend frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.
Grundsätzlich sollten alle Futtermittel in überschaubaren Mengen gereicht werden, da Chinchillas zwar gerne einen Snack für zwischendurch benötigen, ihre Nahrung jedoch nur in sehr geringen Portionen zu sich nehmen. Wie Sie wissen, verlieren Pellets & Co. rasch ihre Vitamine. Sorgen Sie also lieber täglich für einen kleinen und frischen Nachschub.

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