Funktionswäsche für Herren: Welches Material passt zu welchem Sport?

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Funktionswäsche für Herren: Welches Material passt zu welchem Sport?

Wer viel und vor allem intensiv Sport betreibt, wird sich bei der Herren Bekleidung sicherlich auch mit der modernen Funktionswäsche beschäftigen, die es von vielen unterschiedlichen Herstellern für ebenso viele verschiedene Sportarten auf dem Markt und bei eBay unter der Kategorie Hobby & Freizeit gibt. Die Anforderungen und Ansprüche sind dabei ähnlich vielfältig und abhängig davon, ob die bevorzugte Aktivität im Outdoor-Bereich angesiedelt ist oder Sie diese eher in geschlossenen Räumen durchführen, wie zum Beispiel beim Bodybuilding oder Handball, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Auf was Sie bei der Auswahl der Funktionswäsche für Herren, bei der Suche und beim Kauf achten sollten, ist das Schwerpunktthema des nachfolgenden Einkaufsratgebers. Eingegangen wird dabei auf Aspekte wie die verwendeten Materialien und deren Eigenschaften sowie die generelle Verträglichkeit. Eine erste Empfehlung jedoch bezieht sich auf die Art, wie Sie sich nach Möglichkeit kleiden sollten.

Bekannte Hersteller im Bereich der Funktionswäsche sind zum Beispiel Adidas, Puma, Burton, North Face, Mammut oder auch Jack Wolfskin, um nur einige Beispiele zu benennen.

Anziehen nach dem Zwiebelprinzip

Das Zwiebelprinzip ist keine neue Erfindung, sondern hat sich schon immer bewährt: Dabei trägt man mehrere Bekleidungsschichten übereinander, was auf den ersten Blick den Vorteil mit sich bringt, dass man sich bei Bedarf einzelner Schichten entledigen kann, wenn es die äußeren Bedingungen erfordern. Wer etwa mit seinem Mountainbike auf Tour geht, wird ein Lied davon singen können: Starten Sie morgens noch bei leichten Nieselregen, kann sich das Blatt schnell wenden und im Laufe des Tages verziehen sich die Wolken und machen der Sonne Platz, ebenso wie es umgekehrt der Fall sein kann.

Bei der modernen Funktionswäsche ist es nicht so ganz einfach, die einzelnen Bekleidungsschichten perfekt aufeinander abzustimmen. Dazu sollte man wissen, welche Eigenschaften die verschiedenen Materialien besitzen, damit das System nicht unterbrochen wird und von innen nach außen eine Einheit bildet. Die Rede dabei ist zumeist von drei Schichten:

  • Unterwäsche direkt auf der Haut
  • Die Wärme- oder Isolierschicht
  • Der Wetterschutz

Wie viele Schichten tatsächlich notwendig sind, hängt natürlich von der Jahreszeit und den vorherrschenden Wetterbedingungen ab. Die Aufgabenverteilung liegt dabei auf der Hand: Alle drei Schichten müssen Feuchtigkeit von innen nach außen transportieren. Die Isolierschicht dient als zusätzlicher Wärmepuffer und die äußere Schicht schützt etwa vor Regen oder kühlem Wind und hält beides im Idealfall vom Körper fern.

Regulierung der Körpertemperatur

Wer sich bewegt, kommt ganz schlicht und einfach ins Schwitzen, je nach Intensität und Außentemperatur einmal mehr, einmal weniger – zuständig dafür sind die ungefähr zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt ihre Aufgabe erledigen. Die wichtigste beim Sport: Die Regulierung bzw. Kühlung der Körpertemperatur - und genau diesen Vorgang muss die Funktionswäsche möglichst gut unterstützen.

Schweiß besteht dabei übrigens zu weit über 95 Prozent aus reinem Wasser und ist damit geruchlos, erst verschiedene Stoffwechselprodukte sind es, die als Duftstoffe ihren Teil zum möglicherweise entstehenden Geruch als Begleiterscheinung des Schwitzens beim Sport beitragen. Grundsätzlich übernimmt der Schweiß jedoch noch weitere Aufgaben: Er trägt zum Beispiel mit dazu bei, auf der Haut einen Säureschutzmantel zu erzeugen: mit einem ph-Wert, der etwa bei 5 liegt. Zudem wird über das Schwitzen der Mineralstoffhaushalt reguliert. Nicht umsonst heißt es im Volksmund also oft: Schwitzen ist gesund.

Diese Aufgaben muss Ihre Funktionswäsche erfüllen

Wie zuvor erwähnt, kommt man beim Sport zwangsläufig ins Schwitzen. Die Hauptaufgabe der Funktionsunterwäsche besteht daher darin, die Feuchtigkeit von der Haut aus in die äußere Umgebung abzutransportieren. Dieser Transport nach außen funktioniert nur dann optimal, wenn das verwendete Material nicht selbst die Feuchtigkeit aufsaugt. Allerdings müssen Sie hier das Augenmerk genauso auf die ausgeübte Sportart legen, dazu nachfolgend zwei typische Beispiele, wie sie kaum unterschiedlicher sein können.

Funktionsunterwäsche für Skifahrer

Die Besonderheit beim Skifahren liegt in den inaktiven Zeiten, während man im Lift unterwegs zu den Gipfeln ist - in diesen Phasen wird vom Körper keine zusätzliche Bewegungswärme erzeugt und es kommt bei einem suboptimalen Abtransport der Feuchtigkeit schnell dazu, dass Sie frieren, wenn einem zusätzlich noch der Wind um die Ohren pfeift. Empfehlenswert im Zusammenhang mit dieser Sportart wäre etwa Thermounterwäsche, die aus zwei oder mehr einzelnen Schichten besteht und zudem hauteng anliegend sollte, um optimal zu funktionieren: Die Feuchtigkeit wird über die Innenfläche schnell abtransportiert und auf die äußeren Schichten verteilt, sodass auf der Haut keine Verdunstungskälte entsteht - die Außentemperaturen sorgen in der Regel für eine ausreichend natürliche Kühlung.

Funktionsunterwäsche für Radsportler

Als durchschnittlicher Biker werden Sie Ihr Fahrrad während der kalten Jahreszeit vermutlich eher wetterfest im Keller oder in der Garage unterbringen und voller Vorfreude auf den kommenden Frühling warten. Entsprechend anders verhält es sich mit den klimatischen Bedingungen - optimalerweise erwischen Sie strahlend blaue Tage und viel Sonnenschein, verbunden mit deutlich höheren Außentemperaturen als beim Skifahren. Entsprechend diesen Rahmenbedingungen muss die Funktionsunterwäsche ausgelegt sein: Beliebt und bewährt etwa sind dabei Trikots oder auch Shirts aus sogenannten Mesh-Materialien. Die spezielle Netzstruktur der Produkte trägt nicht nur dazu bei, die Feuchtigkeit abzutransportieren, sondern sorgt zudem für eine erhöhte Luftzirkulation, die bei den erwähnten hohen Außentemperaturen für eine zusätzliche und damit angenehme Kühlung zuständig ist - für den Skifahrer naturgemäß eher ein Gräuel.

Materialien bei der Funktionswäsche

Die nachfolgende Liste verschafft Ihnen einen schnellen Überblick über die am häufigsten verwendeten Kunstfasern für Funktionswäsche, dabei werden Unterschiede zwischen Produkten für Damen und Herren primär im Bereich der Schnitte und damit der Passform gemacht.

Elastan

Elastan wird der Funktionswäsche im Materialmix in einem zumeist geringeren Anteil beigefügt, um die Dehnbarkeit und damit die Passgenauigkeit zu gewährleisten, die einen maßgeblichen Beitrag zur Funktionsfähigkeit beisteuert - sind Sie sich bei der Größe unsicher, ist es von daher eher empfehlenswert, die nächstkleinere Konfektionsgröße zu wählen.

Polyester (PES)

Am häufigsten wird Polyester verwendet, vorteilhaft ist dabei die Robustheit gegenüber klimatischen Gegebenheiten sowie die geringe Aufnahme von Feuchtigkeit, die bei unter einem Prozent des Eigengewichts liegt.

Polyamiden (PA)

Von Polyamiden spricht man etwa bei Nylon oder auch Perlon, Fasern die im Gegensatz zu Polyester Feuchtigkeit bis zu vier Prozent des Eigengewichts aufnehmen und daher etwas langsamer trocknen.

Polypropylen (PP)

Mit etwa 0,1 Prozent des Eigengewichts nimmt Polypropylen am wenigsten Feuchtigkeit auf, allerdings verbunden mit dem Nachteil einer verstärkten Geruchsentwicklung. Geht es um Ausdauersportarten wie Joggen oder längere Radtouren, haben sich Polyester und Polypropylen aufgrund der Eigenschaften besonders bewährt.

Funktionswäsche als Oberbekleidung

Geht es um Funktionswäsche im Bereich der Oberbekleidung, werden Ihnen immer wieder die beiden Begriffe Softshell und Hardshell begegnen, gerade wenn es um Outdoor-Aktivitäten in Bergregionen oder längere Wandertouren geht. Nachfolgend die wichtigsten Eigenschaften im Unterschied.

Softshell-Jacke

Die Softshell-Jacke gilt als Allrounder, ist durchaus alltagstauglich und damit auch gut aufgehoben im normalen Kleiderschrank: Sie ist relativ weich, elastisch und trageleicht. Hergestellt wird diese aus zwei oder drei Schichten mit jeweils spezifischen Eigenschaften und bietet so eine effektive Atmungsfähigkeit. Im Gegensatz zu den nachfolgend beschriebenen Hardshell-Jacken sind diese zwar wetterfest, aber nicht wasserdicht und daher nicht für die Verwendung bei Dauerregen geeignet.

Hardshell-Jacke

Die Hardshell-Jacke ist speziell für längere Outdoor-Aktivitäten bei widrigen Wetterverhältnissen konzipiert und in der Regel dauerhaft wasserdicht. Genauere Auskünfte gibt dabei die sogenannte Wassersäule: Dabei werden Materialien in Labortests unter ein Messrohr gespannt, das Millimeter für Millimeter mit Wasser befüllt wird - das verwendete Material muss dabei mindestens 24 Stunden "dicht halten". Ab einer Wassersäule von 4.000 Millimetern gilt die Jacke dann als komplett wasserdicht, sofern Nähte und Reißverschlüsse ebenfalls ausreichend verarbeitet sind. Hardshell-Jacken sind allerdings sehr robust und fest, schränken daher die Bewegungsfreiheit etwas mehr ein und sind eher nicht für den Alltag gedacht. Ab einer Außentemperatur von 18 Grad verlieren die Produkte zudem die Atmungsfähigkeit, allerdings werden Sie die Jacke bei diesen Bedingungen kaum mehr freiwillig tragen.

Funktionswäsche aus Merinowolle

Viele Hersteller greifen in Bezug auf Funktionswäsche wieder auf die hochwertige Merinowolle mit vielen positiven Eigenschaften zurück. Rohstoff-Lieferant sind die gleichnamigen Merino-Schafe, insofern handelt es sich im Gegensatz zu Kunstfasern um einen nachwachsenden Rohstoff – als Hauptexporteur gelten Australien und Neuseeland.

Merinowolle trägt sich sehr angenehm auf der Haut, da sich die elastischen Fasern im Gegensatz zur Schurwolle krümmen und daher keinen Kratzeffekt hervorrufen. Mit einem Luftanteil von bis zu 85 Prozent im Gewebe selbst bietet die Merinowolle einen hohen Isolationsfaktor gegen Kälte, zudem kann im Inneren der Faser Feuchtigkeit bis zu 30 Prozent des Eigengewichts gespeichert werden und wärmt dennoch, was jedoch zu einem Nachteil führt: Im Gegensatz zu Kunstfasern ist die Trockendauer deutlich länger. Was bei Kunstfasern durch die Verwendung von Silberfasern erreicht werden soll, ist der Merinowolle dagegen von Natur aus mitgegeben: Sie müffelt längst nicht so schnell, das nächtliche Lüften zwischen zwei Tagestouren reicht vollkommen aus. An wärmeren Tagen ist es allerdings empfehlenswert, eher auf Wäsche aus Merinowolle zu verzichten.

Fazit

Neben den zuvor erwähnten Funktionen hängt es natürlich auch davon ab, zu welchem Sporttyp Sie selbst sich zählen, zudem kann sich das Trageempfinden bei gleichem Material von Mensch zu Mensch völlig anders anfühlen. Fehlt es an eigener Erfahrung, gilt es, die verschiedenen Materialien auszuprobieren, bis am Ende alles sitzt und passt und das Gefühl stimmt.

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