Funklautsprecher reparieren – so einfach geht’s

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Funklautsprecher reparieren – so einfach geht’s

In der heutigen Wegwerf-Gesellschaft ist es schon etwas Besonderes geworden, selbst Hand anzulegen und Dinge zu reparieren. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, kann Sie heutzutage allerdings leicht in die Verzweiflung treiben – denn mit der Weiterentwicklung der Technik werden Geräte nicht nur verbessert, sondern auch komplizierter gemacht. Lautsprecherboxen werden noch relativ häufig von begeisterten Musik-Bastlern selbst hergestellt und auch repariert. Doch wie sieht es mit Funklautsprechern aus? Inwiefern unterscheiden diese sich von gewöhnlichen Lautsprechern und können Sie überhaupt selbst repariert werden? Je mehr Sie über Zusammensetzung und Technik wissen, desto eher können Sie ein defektes Gerät eigenständig reparieren. Für diesen Zweck stellen wir Ihnen folgenden Ratgeber zur Verfügung.

Die Funktion von Funklautsprechern: Wie werden Signale per Funk übertragen?

Signale unterschiedlicher Frequenz werden auf die gewünschte Wellenlänge moduliert. Diese modulierte Welle kann von einer Antenne abgestrahlt und von einer weiteren, die sich in entsprechender Nähe befindet, wieder empfangen werden. Beim Empfänger wird das Signal in seine ursprüngliche Form gebracht und kann damit wieder in dieser gehört werden. Diese Art der Übertragung hat vor allem einen großen optischen Vorteil:

Sie müssen keine langen, unschönen Kabel quer durch Ihr Wohnzimmer verlegen, wenn Sie Ihre Anlage anschließen möchten. Ein ineinander verschlungener Kabel-Haufen hinter der Fernsehkommode oder dem Nachtkästchen gehört damit der Vergangenheit an. Aber nicht nur der optische Vorteil überzeugt, denn Funklautsprecher ermöglichen es Ihnen zudem, Musik an Orten zu hören, an denen keine direkte Kabelverbindung möglich ist.

Stromzufuhr

Natürlich benötigen auch Funklautsprecher Strom. Um weitgehend auf Kabel verzichten zu können, werden viele dieser Lautsprecher mit Batterien oder Akkus betrieben. Ein sehr häufiges Verwenden des Tongeräts führt jedoch zu einer raschen Entladung dieser, weshalb Kabel nach wie vor die wirtschaftlichste Version der Stromversorgung sind. Doch das Verlegen von Kabeln ist nicht überall möglich oder erwünscht.

Meist werden bei Funklautsprechern analoge Signale auf einer festgelegten Frequenz übertragen. In diesem Punkt ähneln sie dem Radio-Prinzip. Auch Funkboxen benötigen einen Sender, der das eingehende Audio-Signal erst in ein Funksignal umwandeln kann, ehe er es abschickt. Allerdings wurde auch schon der digitale Musikfunk entwickelt und ist in Form von Funklautsprechern im Handel erhältlich. Im Gegensatz zur analogen Übertragung ist die digitale Signalweiterleitung selbst bei wachsendem Abstand von Sender und Empfänger rauschfrei.

Bluetooth und AirPlay

Viele Funklautsprecher senden über Bluetooth. Dieses Funkverfahren wurde speziell für die Übertragung von Informationen auf kurzen Distanzen entwickelt. Die Empfangs- und Sendereichweite kann von einem bis etwa hundert Meter gehen. Andere Funklautsprecher haben die Möglichkeit, sich über W-Lan mit dem Sender zu verbinden. Vor allem in Multiroom-Systemen ist diese Variante sehr beliebt, da sie stabiler und störungsfreier läuft als eine Bluetooth-Übertragung. Natürlich müssen die Lautsprecher, bei beiden Varianten, immer in Funkreichweite stehen, um auch zu funktionieren. Ein beliebter W-Lan-Standard für Apple-Geräte ist AirPlay. Dieses speziell auf Musikübertragung zugeschnittene Verfahren wird von iPhones, iPads, MacBooks und anderen unterstützt. Ein ähnlicher Standard, der zwar in der Installation aufwendiger ist, dafür universeller eingesetzt werden kann, ist DLNA.

Wissenswerte Details über die unterschiedlichen Formen von Lautsprecherboxen

Lautsprecher haben die Aufgabe, elektrische Impulse in Luftbewegung umzuwandeln. Dabei kann einiges an Qualität verloren gehen, weshalb qualitativ hochwertige Lautsprecher für einen optimalen Sound fast wichtiger sind als besonders teure Anlagen. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Bauformen, die sich alle jedoch an bestimmte Grundtypen anlehnen:

  • Konuslautsprecher. Er besteht aus einem kegelförmigen Korb mit eingeklebter Membran und einem Magneten. Ein besonders großer Konus-Durchmesser ist vor allem für tiefe Lagen, also den Bassbereich, geeignet. Umgekehrt wandeln Lautsprecher mit kleinem Durchmesser besonders hohe Frequenzen gut um. Die Größenangabe bezieht sich immer auf den Außendurchmesser des Kegels und wird in Zoll angegeben.

  • Kalottenlautsprecher. Sie haben hingegen keinen Membran-Konus mehr, sondern eine Membran-Kalotte. Sie strahlen obere Mitten und Höhen in einem großen Abstrahlwinkel ab und sind für HiFi-Boxen schon lange in Verwendung.

  • Hornlautsprecher. Sie bündeln den Schall, wie ihr Name verrät, durch ein Horn. Sind diese Hörner nicht richtig dimensioniert, kann es passieren, dass Resonanzen und Nicht-Linearitäten auftreten.

Belastbarkeit, Übertragungsbereich und Schalldruck   ̶ vergleichbare technische Daten

Von der Belastbarkeit eines Lautsprechers wird dann gesprochen, wenn die Spitzenleistungen gemeint sind, die das Gerät über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten kann. Kurzzeitige Belastbarkeiten sind irrelevant. Die Ausgangsleistung eines Verstärkers sollte in etwa mit der Belastbarkeit übereinstimmen. Diese wird in Watt unter der Bezeichnung RMS angegeben.

Der Übertragungsbereich ist ein besonders wichtiges Kriterium bei der Auswahl der richtigen Boxen. Die als Frequenzgang bezeichnete Übertragung aller Frequenzen ist technisch gesehen unmöglich – verschiedene Frequenzen benötigen ja verschiedene Bauformen. Der Sendebereich von Funklautsprecherboxen liegt für gewöhnlich in einem Bereich um die 2.400-2.500 GHz. Studioboxen müssen natürlich, entsprechend ihrer Anwendung, teilweise auch ganz andere Bereiche abdecken.

Der Schalldruck macht die Lautstärke eines Lautsprechers aus. Dieser wird in dB angegeben, wobei davon ausgegangen wird, dass 100 dB etwa die Schmerzgrenze eines menschlichen Ohrs erreichen. Es hängt natürlich auch stark davon ab, wo Sie Ihren Lautsprecher verwenden. Im Freien geht einiges an Druck und damit Lautstärke verloren, die in einem kleinen Raum schon als unangenehm laut empfunden werden könnte.

Welche Lautsprecher-Teile Sie relativ leicht selbst reparieren können

Lautsprecher selbst sind im Grunde genommen nur die Membran-Systeme. Doch zu einer Lautsprecherbox gehören noch andere Teile. Da wäre zu einem das Gehäuse. Ein beschädigtes Gehäuse zu reparieren oder neu zu bauen dürfte die meisten Bastler vor kein großes Problem stellen. Es benötigt im Grunde nur die handwerkliche Fähigkeit, eine in der Größe passende Box zu konstruieren. Entnehmen Sie am besten die Maße Ihrer alten Box, dann findet das Innenleben garantiert Platz darin. Boxenmaterial wie eine Dämmung, Füße, Gitter und vieles mehr können Sie in speziellen Läden erstehen oder auch im Internet finden. Ein geschlossenes Gehäuse stellt im Prinzip eine unendliche Schallwand dar. Dadurch bietet es ein besseres Impulsverhalten als ein offenes.

Treiber

Neben dem Gehäuse ist der wichtigste Teil natürlich der Lautsprecher selbst, auch Chassis oder Treiber genannt. Diese können Sie als fertige Ersatzteile finden. Hierbei müssen Sie auf die Art und auf die Größenangabe achten. Andere technische Vergleichsdaten wurden bereits erwähnt – möglicherweise können Sie das Unglück eines nicht mehr funktionsfähigen Lautsprechers in etwas Positives verwandeln und den alten Lautsprecher durch einen hochwertigeren Treiber – sollte einer passen – aufwerten. Für die meisten Musikanlagen werden Sie Breitband-Systeme benötigen. Selbstverständlich können auch die Teile einzeln ersetzt werden. Ein gewöhnlicher Konus-Lautsprecher besteht aus folgenden Bauteilen:

  • Einer Bodenplatte, auf der alle restlichen Teile montiert werden.
  • Einem Polkern. Dieser umschließt gemeinsam mit einer Polplatte den Magnetring.
  • Über Anschlussfahnen werden die Polplatten an den Korb der Chassis montiert. Besonders hochwertige Körbe bestehen aus Aluminium-Legierungen.
  • Im Korb befindet sich eine Schwingspule.
  • Und natürlich die Zentriermembran mit dem Membrankonus.
  • An diesen werden noch der Sickenrand, dieser verbindet und dichtet ab, und eine Staubschutzkalotte montiert.

Frequenzweichen

Frequenzweichen teilen elektrische Signale ihrer Frequenz entsprechend in mehrere Ausgänge auf. Dies ist bei der Verwendung einiger Lautsprecher ebenso notwendig wie für optimal klingende Breitbandsysteme. Die auf einer Platte angebrachten Spulen sind in der Regel sehr robust und haltbar. Sollte die Weiche dennoch eine Störung haben, kann sie relativ einfach und kostengünstig ersetzt werden. Achten Sie darauf, den richtigen Weichentyp zu verbauen: Es gibt aktive und passive Weichen. Während manche Lautsprecher einen Umbau verzeihen, könnten andere mit der falschen Frequenzweiche gar nicht mehr funktionieren. Wenn es nicht notwendig ist, die gesamte Weiche auszutauschen, so kann auch Weichenzubehör wie Spulen oder Widerstände einzeln erstanden werden.

Anschlüsse

Die meisten Funklautsprecherboxen haben Cinch-Eingänge oder verfügen sogar über einen USB-Anschluss. Ausgeleierte oder beschädigte Cinch-Buchsen können problemlos ersetzt werden, damit wieder ein ungestörtes Anschließen Ihres Musik-Speichers ermöglicht wird. Wenn ein Wackelkontakt vorliegt, können Sie ja zuerst probieren, die alten Buchsen ein- und wieder auszubauen, ehe Sie auf neue zurückgreifen. Mit USB-Einbaubuchsen können Sie ebenso verfahren. Abgenutzte Buchsen hindern den Lautsprecher zwar nicht daran zu funktionieren, können aber mit der Zeit äußerst lästig werden.

Fingerspitzengefühl ist gefragt

Funksender zu reparieren, erfordert wohl das meiste Fingerspitzengefühl, Erfahrung und genügend technisches Wissen. Während Sie beim Schrauben an Lautsprechergehäusen im Grunde nicht viel kaputt machen können, ist das Ersetzen eines Funksenders- oder Empfängers eine weit heiklere Angelegenheit. Wenn es sich bei Ihrem Lautsprecher um ein hochwertiges, ansonsten voll funktionsfähiges Gerät handelt, sollten Sie überlegen, vielleicht doch besser einen Profi für die Reparatur zu engagieren. Hegen Sie keine sentimentalen Gefühle zu Ihrem Funklautsprecher und möchten einfach mal ausprobieren, ob sie den Funksender selbst reparieren können, müssen Sie sich zuvor nur gründlich darüber informieren, welcher Sender verbaut wurde. Nicht jedes Teil ist nämlich einfach im Handel erhältlich.

 

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