Funkenschutz für Kamine: Mit diesen Bodenplatten und Gittern schützen Sie Ihren Boden

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Funkenschutz für Kamine: Mit diesen Bodenplatten und Gittern schützen Sie Ihren Boden

Zur Ausstattung des eigenen Wohnzimmers mit einem gemütlichen Kamin ist es oft ein weiter Weg. Die Form muss gewählt, die Größe festgelegt, die Entscheidung für eine Funktionsweise gefällt werden. Ein offener Kamin hat andere Anforderungen an einen sicheren Betrieb als eine geschlossene Variante. Für beide Modelle sind darüber hinaus unterschiedliche Zubehörteile notwendig.

Um Ihnen zu verdeutlichen, wie vielfältig die Möglichkeiten zur Optimierung eines Kamins sind, erhalten Sie im Folgenden einen Überblick über zwei wichtige Extras. Es handelt sich dabei um Bodenplatten und Kamingitter. Bei der Auswahl von Kaminen und Zubehörteilen kann dieser Ratgeber Ihnen als Orientierungshilfe dienen. Die einleitenden Erläuterungen zur Funktionsweise des Kamins helfen Ihnen darüber hinaus, die Qualitätsmerkmale anderer Bauteile differenziert zu beurteilen.

Basiswissen zur Technik von Kaminen

Der Kamin ist eine Ofenart, die mit offenem Feuer funktioniert. Aufgrund der Betriebsweise und seiner Position im Wohnzimmer wird er seit Langem mit Gemütlichkeit assoziiert und auch heute noch gern gekauft. Je nach Bauart unterscheidet man offene von geschlossenen Kaminen. Die erste Variante ist diejenige, die sich die meisten zuerst vorstellen, wenn von einem Kamin die Rede ist. Alle Menschen im Raum können ohne Hindernis auf das prasselnde Feuer sehen. Bei einem geschlossenen Kamin ist eine Tür verbaut, vermittels deren sich der Feuerraum abschließen lässt. Der Großteil der Kamine neuerer Bauart ist auf diese Art hergestellt worden. Ist Ihnen der Anblick des Feuers besonders wichtig, müssen Sie diese Kaminart dennoch nicht von Ihren Überlegungen ausschließen. Neben Türen aus Edelstahl und Gusseisen gibt es auch solche aus Keramikglas. Man kann gut durch sie hindurchsehen und sie transportieren die Wärme gut nach außen.

Die meisten Kamine bestehen aus den drei Bestandteilen Feuerraum, Rauchfang und Schornsteinweiterleitung. Zur besseren Nutzung können diese basalen Komponenten um weitere Extras ergänzt werden. Neben Bodenplatten und Gittern zählen hierzu Innenverkleidungen, Kaminbestecke, Rauchklappen, Feuerroste und Feuerböcke. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Fakten zu den Systemkomponenten zusammengefasst.

Der Feuerraum – das optische und funktionale Zentrum des Kamins

Im Feuerraum wird der Brennstoff verbrannt. Je nach Ausführung ist er quaderförmig, rund oder würfelförmig. Man legt Brenngut wie Kiefer-, Buchen-, Eichen- oder Fichtenholz hinein und entfacht es mit Brandbeschleunigern. Hat man einen geschlossenen Kamin, wird anschließend die Kamintür zugemacht.

Zur Herstellung von Feuerräumen verwendet man in vielen Fällen Schamottsteine. Dabei handelt es sich um künstliche Mischungen aus Tonerde und Aluminiumoxiden. Das Material zeichnet sich durch seine hohe Hitzebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit aus. Ein anderes häufig zur Anwendung kommendes Material ist Gusseisen. Seine Wärmeleiteigenschaften sind besonders vorteilhaft. Entscheiden Sie sich für einen Kamin aus Stahlblech, kann eine nachträgliche Auskleidung mit hitzebeständigen Materialien notwendig sein. Nutzen Sie in diesem Fall Kalziumsilikat, Vermiculite oder Schamottsteine.

So funktioniert ein Kamin

Die vom Kamin abgestrahlte Wärme kommt aus zwei Quellen. Die erste ist das in Brand gesetzte Holz selbst. Die zweite Wärmequelle sind die Steine und die Verkleidung des Kamins. Sie nehmen die Wärme der Flamme auf und strahlen sie wieder ab. Es gibt spezielle Konstruktionen, bei denen eine dritte Art der Wärmeerzeugung genutzt wird. Man bezeichnet sie als Konvektion. Dabei wird Luft aus dem Raum über integrierte Kanäle hinter das Brenngut geführt. Durch die zusätzliche Sauerstoffzufuhr erhitzt es sich besonders stark.

Ein Problem bei offenen Kaminen besteht in ihrem geringen Wirkungsgrad. Er ist darauf zurückzuführen, dass ein vergleichsweise großer Nebenluftvolumenstrom entsteht. Dieser verhindert zwar, dass Rauch ins Innere des Wohnraums gelangt, doch führt er auch erwärmte Luft wieder hinaus. Die Wärmeausbeute sinkt damit frappant. Nebenluft und Verbrennungsluft spielen darüber hinaus eine sehr wichtige Rolle für das Funktionieren des Kamins. Sie müssen in ausreichendem Maße zugeführt werden und nachströmen können. Grundsätzlich geht man von einem Bedarf von 360 m³/h je m² aus.

Bei einem geschlossenen Kamin ist der Wirkungsgrad deutlich erhöht. Dies hängt damit zusammen, dass der Feuerraum durch zwei Kamintüren nach außen hin abgeschlossen ist. Der bei offenen Kaminen notwendige Nebenluftstrom entfällt hierdurch. Die Wärmeabgabe an die Umgebungsluft erhöht sich. Damit Sie die Flammen auch bei einem geschlossenen Kamin beobachten können, verwenden Sie eine Ausführung aus Keramikglas.

Sicherheitsvorkehrungen bei der Verwendung von Kaminen

Ist die gemütliche Runde am Kamin auch sehr beliebt, werden dabei doch allzu oft die Gefahren unterschätzt. Glut und Flammen, die den Feuerraum verlassen, stellen ein unkalkulierbares Risiko dar. Neben baulichen Mängeln und fehlenden Prüfungen durch Fachleute sind es häufig fehlende Sicherheitszubehörteile, die einem Brand Tür und Tor öffnen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Holz von Nadelbäumen. Es enthält viel Harz, das bei der Entzündung flüssig wird und weit aus dem Kamin herausspritzen kann. Mit den richtigen Extras können Sie sicherstellen, dass selbst dieser Umstand ungefährlich bleibt.

Wofür brauchen Sie eine Bodenplatte?

Mit Bodenplatten schützen Sie Ihren Fußboden vor vereinzelten Brandflecken oder Brandausbreitung. Die unbrennbare Schicht fängt Funken und Glut auf, ohne dass sie auf den Boden gelangen können. Interessieren Sie sich für eine Bodenplatte, werden Sie schnell die Vielzahl der unterschiedlichen Ausführungen bemerken. Ein erstes Unterscheidungsmerkmal ist das Material. Die meisten Platten sind aus Glas, Metall oder Schiefer.

Wie die Metall- und Schiefervariante bietet die Glasplatte sicheren Schutz vor herausfallender Glut und Funken. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Glas ist ein Abstrahlschutz, der seitlich vom Kamin an der Wand angebracht wird. Er hat die Aufgabe, die Wärmeabstrahlung in bestimmte Raumbereiche zu verhindern. Bodenplatten sind in verschiedenen Größen erhältlich, Sie können sie ideal an die Gegebenheiten in Ihrem Wohnzimmer anpassen. Neben viereckigen Platten gibt es fünf- und sechseckige Muster. Darüber hinaus finden Sie Tropfenformen und Halbkreise. Über den Zuschnitt hinaus lassen sich die Platten durch die richtige Farbgebung an Ihren Fußboden anpassen. Sie fallen auf diese Weise kaum auf.

Schiefer- und Metallplatten haben über die Wärmedämmung und den Brandschutz hinaus einen weiteren Vorteil. Sie verteilen das Gewicht des Kamins sehr gut. Dies ist vor allem in Altbauten relevant, deren Deckenkonstruktionen von der starken punktuellen Belastung eines Kamins möglicherweise überfordert sind. Dass Platten aus Glas durch das Gewicht nicht beschädigt werden, können Sie durch Filzunterlagen sicherstellen. Sie bringen sie an der Unterseite des Kamins an, ehe Sie ihn auf die Platte stellen.

Darauf müssen Sie bei der Auswahl von Funkenschutzplatten achten

Da die Auswahl verschiedener Unterlegplatten groß ist, empfiehlt sich eine Eingrenzung des infrage kommenden Sortiments. Anbei erfahren Sie, wobei Sie dabei besonders achten müssen.

Größe und Ausrichtung der Platte

Positionieren Sie die Platte so, dass an keiner Stelle enge Zwischenräume entstehen, in denen sich Schmutz anlagern kann. Es empfiehlt sich ein kleiner Abstand zur Wand. Darüber hinaus müssen Sie beachten, dass die Platte weit genug über die Grundfläche des Kamins hinausragt. Nur so ist ein großflächiger Schutz vor spritzenden Harzen und Funken gegeben. Ein Richtwert besagt, dass die Platte nach vorn 50 cm über den Kamin hinausstehen sollte. An den Seiten genügen 20 cm. Beachten Sie bei der Auswahl, dass die Werte bei verschiedenen Kaminen variieren können. Sicherheitshalber prüfen Sie vor dem Kauf die Empfehlungen auf der Verpackung. Ein weiterer Ansprechpartner sollte Ihr Schornsteinfeger sein.

Wann macht eine Dichtlippe Sinn?

Bei Dichtlippen handelt es sich um Abdichtungen, die an den Rändern der Plattenunterseite angebracht werden. Sie verhindern, dass sich Staub, Asche und altes Waschwasser darunter ansammeln. In den meisten Fällen sind sie aus Silikon gefertigt. Dieses Material hat den Vorteil, dass es sehr hitzebeständig ist.

Die Befestigung ist einfach. Die meisten Silikondichtlippen sind selbstklebend und halten sicher. Da Sie transparent und elastisch sind, fallen sie kaum auf. Sie passen sich an die Oberflächenstruktur des Untergrunds an. Dadurch wird der Druck, den der Kamin auf die Platte ausübt, gesenkt. Die Elastizität gewährleistet weiterhin, dass sie nicht ins Rutschen gerät.

Die Stärke der Bodenplatte

Wie stark Ihre Unterlegplatte sein soll, hängt von der Beschaffenheit Ihres Untergrunds ab. Für härtere Untergründe nutzt man dünnere Platten. Häufig sind sie 6 mm dick. Auf weichen Untergründen verwendet man dickere Platten von 8 mm. Sie gleichen die Oberflächeneigenschaften aus und gewährleisten Stabilität.

Dafür brauchen Sie Kamingitter

Ein Gitter erfüllt zwei Aufgaben. Die erste besteht in der optisch ansprechenden Abdeckung des Feuerraums. Darüber hinaus gewähren Sie den notwendigen Luftaustausch. Man unterscheidet Warmluft- von Kaltluftgittern. Die ersten sorgen dafür, dass die erwärmte Luft in den Wohnraum gelangt. Sie verfügen über Lamellen, die sich frei bewegen können. Kaltluftgitter haben die Aufgabe, dem Ofen Luft von außen zuzuführen, die zur Entfachung des Feuers notwendig ist. Gitter werden in der Regel aus Stahlblech gefertigt. Die Blenden können weiß oder schwarz lackiert sein. Die Edelstahloptik ist ebenfalls beliebt.

Damit die Gitter ihre Aufgabe möglichst zuverlässig erfüllen können, müssen Sie beim Kauf einige wichtige Dinge beachten. Grundvoraussetzung ist die Verstellbarkeit und Beweglichkeit der Lamellen. Prüfen Sie dies vor dem Kauf. Da im Kamin hohe Temperaturen herrschen, ist auf eine ausgeprägte Hitzebeständigkeit Wert zu legen. Diese muss nicht nur bei der Lamelle selbst, sondern auch beim Lack gegeben sein. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie sie nach kurzer Zeit wieder auswechseln. Weiterhin ist eine hohe Laufruhe der eingebauten Lamellen wichtig. Dies hängt damit zusammen, dass sie permanent von verschiedenen Luftmassen durchströmt werden. Geräusche würden die entspannenden Eigenschaften eines Kamins sehr stark beeinträchtigen. Zum Schluss ist darauf zu achten, dass die Gitter leicht eingebaut und gelöst werden können. So können die einzelnen Komponenten im Fall eines Defekts problemlos herausgenommen und ersetzt werden.

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