Funkantennen im Vergleich: Der Verwendungszweck bestimmt die Ausstattung

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Funkantennen im Vergleich: Der Verwendungszweck bestimmt die Ausstattung

Funkantennen werden für die unterschiedlichsten Bereiche eingesetzt. Während der CB-Funk die Benutzung der Nachrichtenübertragung mittels Funkwellen für jedermann vorsieht, hat sich der Amateurfunk auf Benutzer mit technischem Grundwissen spezialisiert und erlaubt Interessenten die Nutzung dieser Frequenzen erst nach dem Erwerb einer entsprechenden Lizenz. Noch weiter spezialisiert ist der Anwendungsbereich des BOS-Funks, also des Funkverkehrs von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Dazu gehören in erster Linie Polizei, Feuerwehr und THW aber auch der Flug- und Bahnfunk oder Werksfunk von Betrieben. Je nach Art der Funkanwendung benötigen Sie für den Funkbetrieb eine andere Funkantenne. Das hängt in erster Linie mit den unterschiedlichen Frequenzbereichen zusammen, auf denen die Funknachrichten übertragen werden. Dieser Ratgeber stellt Ihnen die gebräuchlichsten Antennenformen für Amateur-, CB- und BOS-Funk vor und erklärt die jeweiligen Unterschiede in der Ausstattung.

Funkantennen – essenzielles Bauteil in der Funktechnik

Dass eines der wichtigsten Bauteile einer guten Funkanlage die Antenne ist, ist hinlänglich bekannt. Denn nur durch eine gut eingestellte Antenne können Funksignale auch über größere Entfernungen hinweg einwandfrei gesendet und empfangen werden. In Deutschland hat der Gesetzgeber für jede Art von Funkdienst genaue Richtlinien festgelegt. Diese umfassen sowohl die Art der zugelassenen Antennen als auch ihre Sendeleistung. Dem Amateurfunk stehen aufgrund seiner offiziellen Stellung als Experimentierfunk weitaus mehr unterschiedliche Bauformen zur Verfügung als dem CB-Funk. Auch in Sachen Antennenleistung sind dem CB-Funk auch heute noch größere Begrenzungen auferlegt. Dagegen steht beim BOS-Funk die absolute Erreichbarkeit der einzelnen Mobil- und Feststationen im Vordergrund. Dazu werden oftmals zu der eigentlichen Antenne spezielle Antennenschaltungen und Relais notwendig. Zudem ist die Bandbreite bei BOS-Funk stark eingeschränkt. Dieser Funkbereich ist speziell für bestimmte Bereiche im 2m und 4m Band ausgerichtet. Dort liefern diese Antennen dann auch exzellente Ergebnisse, aber eben nur für die bevorzugten Frequenzbereiche. Durch diese Schmalbandigkeit sind BOS-Funkantennen trotz ihrer guten Werte nur begrenzt für den Amateurfunkbereich geeignet.

BOS-Funkantennen – allzeit gut erreichbar

BOS-Funk, auch nichtöffentlicher Landfunk (= nömL) genannt, muss mit vielen Herausforderungen fertig werden. Zum einen müssen Handfunk- und Mobilgeräte sowie Feststationen optimal aufeinander abgestimmt sein, um guten Empfang zu gewährleisten. Ein weiteres Problem ist die relativ geringe Sendeleistung dieser Funkart. Bei höherer Sendeleistung würde der BOS-Funkverkehr Störungen im öffentlichen Telefonnetz oder dem Kabelfernsehen verursachen. Um dennoch eine ausreichend hohe Reichweite zu erzielen, werden Funkantennen hier auf Gebäude oder Sendemasten montiert. Auch bedarf jede Funkanlage die Erlaubnis der Behörden. Wird eine Antennenanlage für BOS-Funk geplant, müssen die einzelnen Faktoren dafür genau berechnet werden. Die fertigen Pläne nebst vorgesehener Sendeleistung, Antennenart, - höhe und -gewinn müssen anschließend der zuständigen Bundesnetzagentur zur Überprüfung eingereicht werden. Erst wenn diese grünes Licht gibt, darf die BOS-Funkanlage errichtet werden. Auch die zu benutzende Frequenz darf nicht willkürlich gewählt werden. Sie wird den Betreibern des Funknetzes von der Bundesnetzagentur zugeschrieben. Demnach richtet sich die Art der Antenne auch nach der bindend vorgeschriebenen Frequenz. Als Antennenart sind dabei sowohl Rundstrahler als auch Richtantennen mit und ohne Gewinn erlaubt, wobei Rundstrahler aufgrund der Frequenzökonomie bei Festnetzstationen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Sie werden in der Regel auf Fahrzeugen oder an Handfunkgeräten verwendet.

Inzwischen steht der BOS-Funk mit der Einführung der digitalen Variante BOS TETRA vor neuen Herausforderungen. Nun müssen analoge und digitale Komponenten im Mischbetrieb gefahren werden oder aber mithilfe von Umbau-Sets auf rein digitalen Betrieb umgerüstet werden. Durch diese vielfachen Auflagen, Richtlinien und speziellen Anforderungen ist BOS-Funk und seine Antennentechnik wirklich nur etwas für das Rettungswesen, Betriebe und andere sicherheitsrelevante Einrichtungen.

Antennentechnik für CB-Funk – Jedemannfunk zuhause und unterwegs

Die Abkürzung „CB" steht für „Citizens' band radio" was wörtlich Übersetzt in etwa „Bürgerfunk" bedeutet. CB-Funk ist für jedermann zu privaten Zwecken erlaubt und schließt die Lücke zwischen Betriebsfunk und Amateurfunk. CB-Funk sendet auf 80 Kanälen im 11m – Band, also ca. bei 27 MHz und gehört ebenfalls zum nichtöffentlichen zivilen Landfunk. Erlaubt sind bei dieser Funkkommunikation die Modulationsarten AM, FM und SSB. Dabei darf auf AM und FM mit 4 Watt, auf SSB mit 12 Watt Sendeleistung gesendet werden.

Je nachdem, ob Sie eine Heimstation, ein Mobilgerät im Kfz oder ein Handfunkgerät betreiben, stehen Ihnen beim CB-Funk eine große Auswahl unterschiedlicher Antennen zur Verfügung.

Der lange Draht nach Übersee – Hochantennen für CB-Betrieb

Die effektivste Antenne für CB-Funk ist die Hochantenne. Diese vertikalen Rundstrahler sind, je nach Ausführung, fünf bis acht Meter lang. Daher kann es unter Umständen zu Problemen mit Nachbarn oder dem Vermieter kommen, wenn dieser lange Stab auf dem Hausdach oder dem Balkon ihre Aussicht stört. Klären Sie diesen Punkt daher lieber vor dem Kauf der Antenne ab. Auch im portablen Betrieb werden diese langen Antennen gerne benutzt. Die sogenannten „Bergfunker" fahren damit auf einen höher gelegenen Punkt und versuchen dort mit ihrem Funkgerät Weitverbindungen, auch DX-Verbindungen genannt, zu bekommen. Bei günstiger Funkwetterlage können Sie mit einer Hochantenne portabel oder stationär Funkverbindungen bis nach Frankreich, Großbritannien oder sogar bis in die USA bekommen.

Balkonantennen – die Alternative im Nahbereich

Wer die Montage einer Hochantenne scheut oder die Erlaubnis dazu verwehrt bekam, kann sich als Alternative dazu nach einer Balkonantenne umsehen. Denn im Gegensatz zu einer Hochantenne ist die Balkonantenne sehr kompakt und besitzt oftmals spezielle Bauformen wie zum Beispiel nur mit einer Radiale. Dadurch passen sie zwar bequem auf den Balkon oder ans Fensterbrett, haben jedoch keine so gute Abstrahlung wie eine Hochantenne. Eine andere Möglichkeit wäre der Einsatz einer Langdrahtantenne, wie sie im Amateurfunk üblich ist. Dieser gespannte Draht muss von der Länge her auf das 11-m-Band abgestimmt sein. Berechnungsbeispiele und Bauanleitungen dazu finden Sie zum Beispiel bei eBay. Die Drahtantenne hat den Vorteil, dass sie nahezu unsichtbar an der Dachrinne entlang oder zwischen zwei Bäumen gespannt werden kann und dabei ähnlich gute Werte liefert, wie eine Hochantenne.

Richtantennen für CB – aufwändiges Equipment für eine gute Verbindung

Richtantennen für den CB-Bereich sind unhandlich und groß. Daher empfiehlt sich für den optimalen Betrieb die Montage auf einem festen, stabilen Mast. Auch ein elektrischer Rotor ist hilfreich, um die Richtantenne genau in die gewünschte Position bringen zu können. Diese komplizierte und teure Konstruktion lohnt sich jedoch nur, wenn sie es vor allem DX-Verbindungen abgesehen haben. Für den Funkbetrieb im Nahbereich sind Richtantennen eher ungeeignet, da ihre Abstrahlung nach einer Seite hin zu eingeschränkt ist.

Mobilantennen für CB – guter Empfang im Auto

Mobilantennen sind meist verkürzte ¼ Lambda Strahler. Mit ihnen haben Sie im KfZ bis zu 30 Km Reichweite. Es gibt aber auch Mobilantennen mit einer Länge bis über 2,5 Meter. Diese müssen allerdings während der Fahrt abgespannt werden, da sie sonst ein erhebliches Sicherheitsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer darstellen würden. Mit diesen extra langen Mobilfunkantennen können Sie bei einem günstigen, erhöhten Standort ähnlich gute Ergebnisse erzielen, wie mit einer festen CB-Station zuhause. Für die Befestigung einer Mobilfunkantenne gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können Sie die CB-Antenne fest auf dem Fahrzeug verschrauben. Dazu müssen Sie jedoch ein Loch in die Karosserie bohren. Wem dies nicht zusagt, der kann auf Magnet- oder Klemmfüße für Kofferraum oder Seitenscheibe zurückgreifen.

Amateurfunk-Antennen: Viele Formen - viele Möglichkeiten

Der Amateurfunk bietet von allen drei Funkdiensten ganz klar die meisten Spielarten an Antennen.

Ein günstiges Modell mit sehr guten Werten für die  Bereiche Kurz-, Mittel- und Langwelle ist auch im Amateurfunkbereich die Langdrahtantenne. Allerdings handelt es sich bei der Amateurfunk-Version um Drahtlängen von bis zu 40 Metern. Diese können zwar in Schleifen angelegt werden oder in Drei- bzw. Vierecksform gespannt werden, dennoch bleibt diese Antennenlösung relativ umfangreich. Der beste Ort, um diese Antenne unsichtbar für die Nachbarn aufzubauen, wäre hier auf dem Speicher, direkt unter dem Dach. Wer dafür nicht genügend Raum zur Verfügung hat, kann auf eine Groundplane oder eine Magnetic Loop zurückgreifen. Beide Antennenarten kommen zwar nicht ganz an die Langdrahtantenne heran, liefern jedoch für ihre kompakte Bauweise sehr zufriedenstellende Ergebnisse. Die Magnetic Loop funktioniert mit einem Schwingkreis, der mithilfe eines Kondensators und einer Spule erzeugt wird. Diese Antenne setzt jedoch einiges an Erfahrung voraus, um sie richtig einstellen und nutzen zu können. Bequemer gehen Sie auf jeden Fall mit der Groundplane auf Empfang. Diesen Vertikalstrahler können Sie entweder selbst bauen oder gebrauchsfertig erwerben. Sie besteht meist aus einem senkrechten Rohr aus Stahl, Aluminium oder Glasfiber mit Radialen an der Unterseite. Diese Konstruktion eignet sich sehr gut für die Montage auf dem Dach oder einem Mast. Durch die Radialen hat die Groundplane einen sehr flachen Abstrahlwinkel, was ihr bei der Signalübermittlung im Nahbereich besonders zugute kommt. Auch Richtantennen sind im Amateurfunk sehr beliebt. Hierbei können Sie die maximale Sendeleistung gezielt in eine bestimmte Richtung lenken und so weite DX-Verbindungen fahren. Eine bekannte und sehr geschätzte Richtantenne für den Amateurfunk ist die Yagi. Sie überzeugt durch ihre ausgezeichneten Werte und die relativ simple Bauweise.

Fazit:

Egal, um welche Funktechnik es sich handelt, der Verwendungszweck entscheidet stets über den Aufbau und die Größe der Funkantenne. Daher sollten Sie sich vor dem Kauf genau überlegen, für welche Zwecke Sie die Antenne hauptsächlich benötigen. Diese Überlegung spielt vor allem beim Amateurfunk eine Rolle, bei dem für Nah- und Fernverbindungen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Beim CB-Funk ist die Wahl der Antenne eher eine Gratwanderung zwischen baulichem Aufwand und maximaler Reichweite. Durch die Begrenzung auf 4 Watt AM und FM bzw. 12 Watt SSB bleibt im Grunde nur eine möglichst große Antenne, um größere Entfernungen gut überbrücken zu können. Beim BOS-Funk hingegen nimmt Ihnen der Staat Entscheidungen bezüglich Bauform und Sendeleistung ab, indem viele Punkte gesetzlich vorgeschrieben werden.

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