Full HD Camcorder – So gelingen die Aufnahmen im High Definition Standard

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Full HD Camcorder – So gelingen die Aufnahmen im High Definition Standard

Sind Hobbyfilmer früher mit einer Videokamera durch die Gegend gestolpert, ist es heute wohl eher ein Camcorder. Damit muss der Hobbyfilmer nicht mehr stolpern, sondern kann aufrecht gehen. Warum, erfahren Sie später.

Fakt ist, dass der Camcorder für den Filmer einen ähnlichen Entwicklungsschritt darstellt wie die Digitalkamera für den Fotografen. Die neuen Modelle sind kleiner und damit vor allem deutlich leichter.
Dieser Ratgeber informiert Sie umfassend zum Thema Camcorder. Zu Begriffen wie HD, Full HD oder High Definition und mehr.

Einführung: Was ist ein Camcorder

Einfach gesagt, ist ein Camcorder nichts anderes als eine moderne Kamera. Salopp ausgedrückt ist ein Camcorder eine digitalisierte Videokamera. Ganz so einfach ist es aber doch nicht, denn von der Videokamera bis zum Camcorder war es ein langer Weg.

Wobei der Camcorder sogar zwei Geräte in einem vereint. Das verrät schon der Name. Der nämlich ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern „camera" und „recorder", was in deutscher Sprache für „Kamera" und „Aufnahmegerät" steht. Über das Gerät als solches sagt der Name demnach zweierlei aus. Denn der Camcorder ist Videokamera inklusive Videorekorder. Mit anderen Worten: Der Camcorder kann ebenso filmen wie aufnehmen.

Die ersten Modelle kamen bereits 1983 auf den Markt, als Sony seine Betamovie-Modelle vorstellte. Allerdings waren die Sony-Versionen noch ohne Wiedergabe der Bilder und Videos. Konkurrent JVC zog prompt nach und brachte ebenfalls einen ersten Camcorder in den Handel, der mit dem Kassettenformat VHS-C ausgestattet war. Und dieses JVC-Modell konnte tatsächlich bereits Bilder wiedergeben, entweder über den eigenen Sucher oder ein angeschlossenes TV-Gerät.

Erklärt: Was sind HD und High Definition

Ein Camcorder ist also eine Mischung aus Videokamera und Videorekorder, womit das Gerät erklärt ist. Was aber bedeutet HD? Oder Full HD? Oder High Definition? Letzten Endes bezeichnen alle drei Namen das gleiche. HD ist lediglich die Abkürzung für High Definition. High Definition steht wieder für „hochauflösendes Video", was sicherlich einiges mehr verrät: nämlich gute Videos.
Wobei diese Erklärung nicht wirklich exakt ist. HD oder High Definition stehen nämlich generell für „hochauflösende digitale Videos", wobei die Betonung auf digital liegt. Und auch „Videos" ist eher mit „Videoformaten" zu ersetzen. Aufgekommen bereits Mitte der 1990er, folgte HD auf den damaligen Videostandard DV oder Digital Video. Nötig wurde High Definition vor allem wegen den immer höheren Auflösungen der ersten Camcorder, zumal Kunden und Fans ebenfalls nach mehr Qualität verlangten. Ohne allzu groß auf die Technik im Einzelnen eingehen zu wollen, zeigt HD oder High Definition heute verschiedene Formate.

Beispiele hierfür sind AVCHD, was für „Advanced Video Codec High Definition" steht; HDV, 4K2K oder UHDV, Ultra High Definition Television. Das bekannte Blu-Ray zählt übrigens nicht zum High-Definition-Standard, sondern gilt als Konkurrent. Trotz vieler gleicher Funktionen zeigen HD und Blu-Ray einige Unterschiede, etwa in Bezug auf die Speicherkapazität oder in der Technologie. Wobei es hier zugegeben auch mehr um das Thema DVD denn Camcorder geht.

Full HD zählt hingegen sehr wohl zu HD und steht für „Full High Definition" oder übersetzt eben „vollständig hochauflösendes Videoformat". Mit anderen Worten: Full HD spiegelt die derzeit beste Videoqualität wieder, die möglich ist. In Pixel ausgedrückt bedeutet Full HD ein Format von 1920 x 1080 Pixeln, was 2,07 Megapixeln entspricht. Der Handel wirbt zudem gern mit ähnlichen Begriffen wie „HD ready" oder „Half HD", was einem Format von 1280 x 780 Pixeln und somit der ungefähren Hälfte von Full HD entspricht.

Alt gegen neu: Videokamera versus Camcorder

Als Erbe des Videorekorders musste der Digital Camcorder natürlich einige Vorteile haben. Der erste große Unterschied zur Videokamera als Vorgänger fällt bereits optisch auf. Camcorder sind kleiner und leichter, damit deutlich besser im Handling. Tatsächlich waren zumindest die ersten Videokameras wahre Monster. Die ersten, großen schweren Videokameras waren auf Dauer nicht einfach zu handhaben, was letzten Endes die Beweglichkeit des Filmers einschränkte.

Das Speichermedium des Camcorders ist ebenfalls ein anderes und ungleich kleiner als frühere VHS-Kassetten. Statt auf monströse Kassetten setzt die Branche heute auf geradezu winzige Flash-Speicher wie SDHC, die Sie auch in Ihrer Digitalkamera verwenden können. Auch dank dieser neuen Speicherformate konnten die Hersteller den Camcorder auf seinen deutlich geringeren Umfang schrumpfen.

Camcorder sind somit um einiges kompakter als ihre urzeitlichen Ahnen, wobei diese Urzeit noch keine 30 Jahre zurückliegt. Allerdings hat sich auch beim Camcorder die Technik erst entwickeln müssen, erste – größere – Modelle waren noch mit ganz anderen Speichern versehen. Wo früher CDs oder DVDs eingesetzt wurden, wird mittlerweile nur noch ein kleiner, wenige Zentimeter oder eher Millimeter großer Chip verlangt. Das liegt unter anderem an der immer besseren Komprimierung aufgenommener Dateien, der Fortschritt ist hier ähnlich wie bei der Digitalkamera quasi stetig. Was heute noch topaktuell ist, kann nächstes Jahr bereits ein alter Hut sein.

Im direkten Vergleich zur einstigen Videokamera erlaubt der Camcorder zudem einen sofortigen Blick auf das aufgenommene Material. Weniger schöne Filme und Aufnahmen können Sie somit prompt löschen, was eine Auswertung daheim an PC oder Fernseher überflüssig macht.

Gut gelungen: Tipps für Aufnahmen im High-Definition-Standard

Was also können Sie mit Ihrem neuen Camcorder alles machen? Filmen können Sie im Grunde alles, nur bei Menschen sollten Sie vorsichtig sein. Wer Einzelpersonen aufnimmt, darf entsprechende Aufnahmen nur mit deren Einverständnis veröffentlichen. Ansonsten verletzten Sie die Persönlichkeitsrechte der Person. Ausnahmen sind allerdings Personen des öffentlichen Lebens, also beispielsweise Prominente aus Sport, Wirtschaft oder Politik.

Wenn Sie filmen, sollten Sie jedenfalls einige Punkte beachten. Zuerst sollten Sie einmal sämtliche Funktionen Ihres Camcorders kennen. Also: Handbuch aufschlagen, blättern, lesen, ausprobieren. Je besser Sie das Gerät kennen, desto besser sind Aufnahmen und Effekte. Eine gewisse Planung Ihres Film ist ebenfalls clever. Überlegen Sie daher vor dem Dreh, was Sie wollen. Notieren Sie ein kurzes Drehbuch.

Ganz wichtig sind Weißabgleich, Fokus oder Wackelfreiheit. Nichts verdirbt eine Aufnahme mehr als zu viel oder zu wenig Licht, falsche Fokussierung oder permanentes Wackeln. Gegen Letzteres schafft übrigens ein Camcorder-Stativ Abhilfe. Auch das Zoomen und Schwenken will gelernt sein. Holen Sie sich Tipps, beispielsweise im Internet. Kleine Faustregel: Weniger schwenken ist besser als viel schwenken. Wichtig sind außerdem Kameraposition und Bildausschnitt. Wirkt die Totale besser? Oder die Halbtotale? Oder gar ein Detail in Nahaufnahme?

Ab und an lohnt es, wenn Sie ein Motiv splitten. Gerade Gebäude sind nicht immer komplett „einzufangen". Produzieren Sie Einzelclips. Filmen Sie aus verschiedenen Perspektiven und Entfernungen. Nah und fern. Nachtaufnahmen sind generell schwierig. Nutzen Sie daher lieber die Zeit der Dämmerung, das verspricht tolle Farben. Viele missachten schließlich die Aufnahme des Tons. Regieanweisungen während des Filmens sollten Sie unterlassen. Sprechen Sie sich mit der Familie besser vorher ab als mittendrin.

Test: Die besten Camcorder für wenig Geld

Zuletzt dürfte noch interessant sein, was ein neuer Camcorder kostet. Hier kommt es ganz auf Ihren Kontostand an. Ohne Probleme können Sie für einen Camcorder 2.000 oder sogar 3.000 Euro ausgeben. Für den Urlaubsfilm ist das meist zu teuer und kaum nötig, zumal selbst im günstigen Preissegment gute Geräte mit Qualität geboten werden.

Wer 200 bis maximal 500 Euro ausgeben mag, muss seine Auswahl zwar deutlich eingrenzen. Trotzdem sind einige gute Geräte in dieser Preisklasse zu finden. Beispielsweise die Canon Legria HF R306. Oder die Samsung HMX-Q20. Oder die Panasonic HC-V500. Keiner der genannten Camcorder kostet mehr als 300 Euro, die Geräte von Canon und Samsung sogar weniger als 200 Euro. Und doch dürfte die Qualität für Amateurfilmer vollkommen ausreichen. Haben Sie sich mit dem Gerät vertraut gemacht und vielleicht gar ein neues Hobby entdeckt, können Sie immer noch ein höherwertiges Gerät kaufen.

Selbst Full-HD-Camcorder können Sie bereits für rund 100 Euro erwerben. Nach oben ist hingegen alles offen, vierstellige Eurobeträge sind wie erwähnt ohne Weiteres möglich. Ob sich eine solche Investition für die private Nutzung lohnt, liegt allein in Ihrem Ermessen. Wer als versierter Hobbyfilmer seine Bestimmung findet und über das nötige Kleingeld verfügt, soll natürlich nicht abgehalten werden. Zum ersten Üben aber reicht ein günstiger Camcorder vollkommen aus, ebenso für die nächsten Urlaubsaufnahmen. Danach können Sie sich immer noch verbessern und mehr Geld für einen besseren Camcorder ausgeben.

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