Für gehobene Ansprüche: Designer-Hi-Fi-Anlagen

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Für gehobene Ansprüche: Designer-Hi-Fi-Anlagen

Was ist eine Designer-Hi-Fi-Anlage? Diese Frage ist äußerst schwer zu beantworten. Als Erstes würde man dabei an eine besondere äußere Form der Hi-Fi-Anlage denken, die schön gestaltet worden ist. Die Farbgebung würde dabei natürlich auch eine große Rolle spielen.

Auf der anderen Seite erstreckt sich Design vielleicht nicht nur auf die äußere Formgebung einer Stereoanlage. Gutes Design bestimmt die „inneren Werte“ einer Hi-Fi-Anlage genauso, wie die äußeren. Damit könnte man auch sagen: Designeranlagen sind auch besonders gute Anlagen im High-End-Bereich.

Wie man es immer auch dreht und wendet: was eine Designer-Anlage ist und was nicht, liegt zumeist im Auge des Betrachters. Oder der unter Umständen bekannte Designer hat seine Unterschrift auf das Gerät gesetzt.

Dieser Ratgeber möchte Ihnen die Vorteile einer „guten“ Stereoanlage näher bringen. Dabei spielt das spezielle Design eine eher untergeordnete Rolle. Der Ratgeber wendet sich an alle, die sich selbst als Einsteiger ins Thema Stereoanlagen sehen.

Stereoanlagen gestern und heute

Man könnte meinen, dass die Stereoanlage mit ihren verschiedenen Komponenten „Schnee von gestern“ ist. Dieser Eindruck erhärtet sich, wenn man einen Blick auf den derzeitigen (Stand: 2013) Musikkonsum wirft. In zunehmendem Maße wird Musik über Computer, Netzwerkspieler und Aktivboxen gestreamt bzw. gehört.

Allerdings ist diese Entwicklung an den klassischen Hi-Fi-Anlagen auch nicht vorbeigegangen. Zusätzliche Audioschnittstellen für die neuen digitalen Medien finden sich zahlreich. Darüber hinaus werden Hi-Fi-Anlagen heute in das heimische Netzwerk eingebunden und sind auch für die Wiedergabe von Videoton zuständig.

Letztendlich – das ist wohl der wichtigste Vorteil – bieten Hi-Fi-Anlagen die Möglichkeit, auf einfachste Weise analoge Tonquellen anzuschließen. Der Ratgeber möchte Ihnen einen kurzen Abriss zur Geschichte der Hi-Fi-Anlage bieten.

Dann wird er sowohl auf unterschiedliche Typen der Hi-Fi-Anlage und Hi-Fi-Komplettsysteme, auf Besonderheiten der sogenannten „Designeranlagen“ als auch auf die unterschiedlichen Komponenten einer Stereoanlage eingehen.

Am Anfang war die Musiktruhe 

Die Vorfahren der heutigen Hi-Fi-Anlagen sind die Musiktruhen der 1950er Jahre. Diese zeichneten sich durch eine Kombination verschiedener Abspielgeräte aus, die in einem gemeinsamen Gehäuse Platz fanden. Das konnten Schallplattenspieler und/oder Spulentonband, Radio und/oder Fernseher sein. Deren Ton wurde monophon über die integrierten Lautsprecher ausgegeben.

Stereophonie setzte sich erst allmählich seit Ende der 1950er Jahre durch. Moderne Stereoanlagen, die sich mit unseren heutigen Geräten vergleichen lassen, gibt es allerdings erst seit dem Beginn der 1960er Jahre. Dabei handelte es sich um Einzel- oder Kombigeräte mit separat aufstellbaren Lautsprechern.

In den 1980er Jahren waren Stereo-Anlagen technischerseits noch immer so groß, dass sie auch als eigene Möbelstücke angesehen werden konnten. Eine typische Kombination an Anlagenkomponenten sah damals folgendermaßen aus: Plattenspieler, Radiotuner, Kassettendeck, Verstärker und zwei Lautsprecher.

Ein wenig später kamen der CD-Player und weitere digitale Quellenkomponenten hinzu. Videorekorder und Fernsehgeräte wurden eingebunden und die Hi-Fi-Anlage spielte ab den 2000er Jahren eine immer größere Rolle im sogenannten „Heimkino“-Bereich.

Der Heimkinobereich befeuerte auch die Weiterentwicklung der Mehrkanalübertragung. Raumklang mit mehr als zwei Kanälen (zumeist 5.1-Anlagen) wurde populärer. Der Begriff „Stereo“-Anlage ist jedoch geblieben, obwohl er sich auf die Zweikanalübertragung bezieht.

Was bedeutet Hi-Fi?

Hi-Fi ist die Abkürzung für das englische „High Fidelity“. Es bezeichnet, dass die jeweilige Komponente die klanglichen Anforderungen der DIN-Norm 45500 erfüllt. Diese Norm wurde in den 1960er Jahren festgeschrieben.

Die Anforderung an diese Norm wird heutzutage jedoch von fast jedem Gerät erfüllt. Damit hat die Bezeichnung als Ausweis von Qualität ihre eigentliche Funktion verloren. In den 1990er Jahren wurde sie durch die europäische Norm EN 61305 ersetzt. Um die besondere Qualität einer Stereoanlage herauszustreichen, spricht man heute eher von „High-End-Anlagen“.

Hi-Fi-Anlage ist nicht gleich Hi-Fi-Anlage. Es gibt unterschiedliche Bauformen und unterschiedliche Designs. Die klassische Variante, die bereits auch im vorangehenden Abschnitt gestreift wurde, ist der Hi-Fi-Turm.

Hi-Fi-Turm

Der Hi-Fi-Turm besteht aus einer Kombination von einzelnen Geräten. Diese werden bei der Turmanlage einfach übereinandergestapelt. Hierfür werden spezielle Möbelstücke angeboten, die sogenannten Hi-Fi-Racks. Ein charakteristisches Kennzeichen des Hi-Fi-Turms ist der Plattenspieler, der sich auf der obersten Ebene befindet. Unterschiedliche Herstellermarken können miteinander kombiniert werden. Die Lautsprecher werden in einiger Entfernung im Raum aufgestellt.

Kompaktanlagen und Minimalanlagen

Ein weiterer Form- bzw. Designfaktor ist die Kompaktanlage. Ähnlich wie bei den erwähnten Musiktruhen der 1950er Jahre, sind alle Komponenten in einem einzigen Gehäuse integriert. Hier lässt sich zwischen Front- und Toppladern unterscheiden. Genauso wie bei den Hi-Fi-Türmen werden die Lautsprecherboxen in der Regel separat aufgestellt. Einige Kompaktanlagen integrieren allerdings auch die Lautsprecher.

Neben Hi-Fi-Türmen und Kompaktanlagen tauchen in der letzten Zeit vermehrt digitale Minimalanlagen auf. Die sind auch für die Einbindung von PCs oder Netzwerkplayern ausgelegt.

Trotz der Schwierigkeiten, die sich mit dem Begriff der Designeranlage verbindet (jedes Gerät ist „designt“), ergeben sich einige Besonderheiten vor allen Dingen in der Form- und Farbgebung.

Die Farben von Designergeräten sind oft sehr dezent gewählt. Hier überwiegt oft eine Zweifarbigkeit von Schwarz und Grau oder Weiss. Lautsprecherboxen, Quell- und Steuerkomponenten sind farblich harmonisch miteinander abgestimmt.

In der Form bewegen sich „Designer“-Anlagen nicht selten von den klassischen Gehäusemodellen fort. Das kastenförmige Design wird dabei oftmals durch ein gerundetes, futuristisches Design ersetzt. Auch bei der Größe werden immer kleinere Bauformen angestrebt.

High-End-Anlagen besitzen oftmals ein minimalistisches Design

Hier ist natürlich Vorsicht geboten. Der Umkehrschluss (Minimalistisches Design = High-End-Anlage) ist natürlich nicht gültig. High-End-Anlagen zeichnen sich durch die Verwendung besonders hochwertiger Bauteile aus, die einen nennenswerten und messbaren (!) Qualitätsanstieg bedingen.

Besonders audiophile Musikgenießer schwören in diesem Zusammenhang auf die Verwendung hochwertiger analoger Komponenten wie Röhrenverstärker und Schallplattenspielern. Die Klangqualität einer Stereoanlage ist dabei allerdings immer im höchsten Maße vom eigenen Gehör abhängig.

Die Hi-Fi-Anlage besteht aus mindestes drei Komponenten: aus einer Quellkomponente (bspw. CD-Player), einem Verstärker und einer Lautsprecherkomponente (Stereo: zwei Lautsprecher).

Typen von Quellkomponenten

Bei den Quellkomponenten lassen sich zwei Typen voneinander unterscheiden. Auf der einen Seite finden sich Geräte, die analoge Audiosignale produzieren (Tapedeck, Schallplattenspieler, Spulentonbandgerät). Diese werden in der Regel per Cinch-Stecker an die Hochpegel-Eingänge des Verstärkers angeschlossen.

Für digitale Quellkomponenten wie CD-Player, DAT oder MP3-Player werden digitale Koaxial- oder optische Verbindungen genutzt. Für den Betrieb solcher Komponenten sollte ein möglichst hochwertiger Digital-Analog-Wandler zur Verfügung stehen (der in den meisten Geräten bereits verbaut ist).

Herz der Anlage: der Verstärker

Verstärker „verstärken“ das schwache elektrische Audiosignal der Quellkomponente. Der Verstärker (Vollverstärker) besteht aus zwei Teilen: Vorverstärker und Endverstärker. Die beiden Komponenten sind auch als einzelne Geräte erhältlich: Vorstufe und Endstufe.

Der Vorverstärker besitzt die die Anschlüsse für die externen Tonquellen. Er bereitet die Signale derart auf, dass sie sich in einem bestimmten Impedanz- und Spannungsbereich befinden, mit dem der Endverstärker arbeiten kann. Der Vorverstärker übernimmt auch die Regelung der Lautstärke. Der Endverstärker hingegen erhöht die elektrische Spannung des Vorverstärkers, um die Lautsprecher antreiben zu können.

Verstärker werden auch gerne mit Tunern zum Radioempfang kombiniert. In der Form werden sie auch als „Receiver“ bezeichnet. Dabei werden dem Receiver oft noch Elemente zur differenzierten Klangsteuerung hinzugefügt. Mit dem „Equalizer“ lässt sich so der individuell bevorzugte Klang erzeugen.

Für den guten Ton: die Lautsprecher

Auch bei Lautsprecherboxen haben sich unterschiedliche Typen herausgebildet. Die meisten Lautsprecherboxen sind sogenannte Passivboxen, die über keinen eigenen Endverstärker verfügen.

Aktivlautsprecher hingegen integrieren eine Endverstärkerkomponente sowie einen Digital-Analog-Wandler. Dadurch lässt sich die Lautstärke noch einmal separat steuern. Aktivlautsprecher sind auch Subwoofer, die zur Wiedergabe tiefer Frequenzen geeignet sind, sowie Kopfhörer.

 

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