Für alle Outdoor-Sportarten: Warum sind Softshell-Jacken so praktisch?

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Für alle Outdoor-Sportarten: Warum sind  Softshell-Jacken so praktisch? Die Auswahl an Outdoor-Bekleidung ist groß und vielseitig und kann zu vielen Vorhaben getragen werden. Zum Abenteuerurlaub, als Festival Outfit oder auch im Alltag. In gewisser Weise wird sie dadurch aber auch unübersichtlich, gerade für diejenigen, die nicht regelmäßig auf Touren gehen und keine Erfahrung mit Jacken, Wanderschuhen und anderer Ausrüstung haben. Vor allem im Bereich der Jacken stellt sich häufig die Frage: Wie dick und wetterfest sollte die Jacke sein? Auch Kombinationen aus mehreren Schichten sind möglich und erschweren die Auswahl einer passenden Outdoor-Jacke zusätzlich.

Für Kunden, die eine möglichst vielseitig einsetzbare Jacke suchen, bieten bekannte Marken sogenannte Softshell-Jacken. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wofür sich diese Jacken eignen, wie sie aufgebaut sind und warum sie so praktisch sind.

Das 3-Lagen-Prinzip bei Bekleidung für Touren im Freien

Outdoor-Bekleidung besteht aus drei Lagen. Man spricht daher auch vom 3-Lagen-Prinzip. Sie setzt sich zusammen aus der Basisschicht, die auf der Haut aufliegt, der Isolationsschicht und der Witterungsschicht, die die äußere Schicht bildet. Bei guter Funktionskleidung arbeiten alle drei Schichten zusammen. Ihr Zweck sind der Schutz gegen äußere Witterungseinflüsse, die Isolation bei tiefen Temperaturen sowie die Regulierung der Körpertemperatur und Feuchtigkeit der Haut. Wie genau sehen die drei Schichten aus?

Basisschicht

Die Basisschicht, auch 1. Schicht genannt, ist die unterste der drei Schichten. Sie liegt direkt auf der Haut. Denkbar sind hier zum Beispiel T-Shirts oder Shirts mit langen Ärmeln. Bekleidung der Basisschicht ähnelt Funktionswäsche für Sport: Ihre Haupteigenschaft ist die Durchlässigkeit von Feuchtigkeit. Dies liegt daran, dass Feuchtigkeit das Kälteempfinden steigert. Darüber hinaus ist es äußerst unangenehm, wenn man ständig mit einem nassen Hemd auf der Haut unterwegs ist. Aus diesem Grund besteht die Basisschicht aus Bekleidung, die nur sehr wenig Feuchtigkeit speichert und Schweiß sofort abtransportiert. Ein echtes No-Go für die unterste Schicht ist hingegen Baumwolle: Diese saugt sich mit Feuchtigkeit voll und speichert sie langfristig.

Isolationsschicht

Die Isolationsschicht schützt den Träger oder die Trägerin vor Kälte. Meist wird hierfür die eigene Körperwärme genutzt: Stoffe mit grober Struktur bieten Platz für Luft, die sich mit Hilfe des Körpers aufwärmt. Auf diese Weise entsteht eine schützende Schicht aus warmer Luft, die für die nötige Isolation bei kalten Temperaturen sorgt. In aller Regel wird hierfür Fleece verwendet. Dieses hat eine sehr grobe Struktur, in die sich Luft sehr gut einlagern kann. Gleichzeitig speichert es nur wenig Feuchtigkeit. Der Schweiß, der von der Basisschicht nach außen geleitet wird, wird durch das Fleece weiter nach außen geführt. Es entsteht also eine Transportkette.

Witterungsschicht

Die Witterungsschicht ist die äußere Schicht. Sie schützt den Träger vor Regen und Wind. Gerade hier müssen Sie Kompromisse eingehen: Je wasser- und winddichter die Witterungsschicht ist, desto weniger Feuchtigkeit lässt sie nach außen und desto weniger frische Luft kann in die Jacke eindringen. Gerade bei Touren in kalten Gebieten ist dies jedoch eher von Vorteil. Für eine möglichst hohe Atmungsaktivität sind viele Jacken mit Reißverschlüssen unter den Armen ausgestattet, über die Luft nach innen gelangen kann. Auf diese Weise lässt sich das Outdoor-Outfit bei Regenpausen durchlüften.

Alle drei Schichten ergänzen einander. Allerdings kommen sie zusammen nur bei manchen Witterungen zum Einsatz. So ist die Witterungsschicht bei gutem Wetter zu vernachlässigen, und die Isolationsschicht ist meist nur im Winter nötig. Doch was, wenn man eine leichte Isolationsschicht samt Witterungsschutz benötigt? Für genau diesen Fall gibt es sogenannte Softshell-Jacken.

Softshell-Jacken und ihre Einsatzzwecke: der perfekte Kompromiss aus Witterungsschutz und Isolation

Softshell-Jacken sind ein Mix: Sie kombinieren die Isolationsschicht mit einer leichten Witterungsschicht. So bestehen sie grundsätzlich aus einer oberen Schicht, die leicht wind- und wasserabweisend ist, während sie innen mit Fleece gefüttert sind. Diese Konstruktion bietet mehrere Vorteile gegenüber einer sogenannten Hardshell-Jacke, die einen besonders guten Wasser- und Windschutz gewährleistet. Denn im Gegensatz zur Hardshell ist die Softshell sehr flexibel: Sie trägt sich fast wie ein leichter Pullover und bietet damit einen besonders hohen Tragekomfort. Aus diesem Grund ist sie vor allem für sportliche Touren interessant, bei denen man viel Bewegungsfreiheit benötigt. Vor allem beim Klettern ist es wichtig, dass die Arme möglichst frei bewegt werden können und die Jacke dennoch stets perfekt sitzt. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Atmungsaktivität. Denn durch das Auslassen einer besonders robusten oberen Schicht kann deutlich mehr Luft nach innen gelangen, und auch der Transport von Feuchtigkeit nach außen ist deutlich effektiver. Dieser Aspekt bietet ebenfalls Sportlern einen großen Vorteil, da Schweiß schnell abtransportiert wird und gleichzeitig eine ständige Belüftung von außen stattfindet. Dennoch ist nicht jede Softshell-Jacke wie die andere.

Softshell ist nicht gleich Softshell: Wie Sie das passende Modell finden

Zwar bilden Softshell-Jacken eine Kleidungskategorie, doch gibt es zwischen den verschiedenen Modellen und Herstellern teils große Unterschiede. Diese liegen weniger im Innenfutter, das bei nahezu jeder Jacke aus Fleece besteht, sondern vielmehr in der obersten Schicht. So kann grob zwischen stark wetterfesten und leichten Softshell-Jacken unterschieden werden. Der Unterschied: Wetterfeste Modelle verfügen über eine mittlere bis starke wind- und wetterabweisende Außenschicht, während die leichten Jacken für Wind durchlässig sind und nur leichtem Regen standhalten. Was sind die jeweiligen Vorteile?

Leichte Softshell-Jacken

Eine leichte Softshell-Jacke bietet die größtmögliche Bewegungsfreiheit. Sie eignet sich ideal für sportliche Touren, bei denen man sich viel bewegt. Hier hilft auch die gute Atmungsaktivität dank fehlender Beschichtung gegen Wind und Regen: Luft kann leicht eindringen und Schweiß wird schnell abtransportiert. Wenn Sie also einen beschwerlichen Aufstieg vor sich haben oder anderweitig sportlich aktiv sind, dann ist eine leichte Softshell-Jacke ohne dicke Beschichtung die beste Wahl.

Wasserfeste Softshell-Jacken

Eine wasserfeste Softshell-Jacke bietet hingegen einen guten bis sehr guten Schutz gegen Wind und Regen. Abhängig ist dies vor allem von der Art des Obermaterials. Unterschieden wird hier zwischen einer Membran und einer Beschichtung. Während eine Beschichtung eine nachträglich aufgetragene Isolierung ist, wird eine Membran in Form mehrerer verschweißter Schichten hergestellt.

Softshell-Jacke mit Membran oder Beschichtung: Welches Obermaterial ist das beste?

Bei wasserdichten Funktionsjacken kommen zwei Verfahren zur Beschichtung gegen Wind und Regen zum Einsatz: eine Membran und eine nachträgliche Beschichtung. Dabei stellt eine Softshell-Jacke mit Membran die hochwertigere Lösung dar. So besteht eine Membran aus mehreren Schichten, die miteinander verschweißt werden. Die oberste der Schichten ist wasserfest, erlaubt jedoch das Austreten von Luft und sorgt somit für eine angenehme Klimatisierung in der Jacke. Diese guten klimatischen Eigenschaften haben Jacken mit nachträglicher Beschichtung nicht. Dennoch muss auch hier wieder zwischen zwei Arten unterschieden werden: Jacken, bei denen die Beschichtung auf das fertige Kleidungsstück aufgetragen wird, und Jacken, bei denen die Fasern vor dem Verarbeiten beschichtet wurden.

Bei einer nachträglichen Beschichtung des fertigen Stoffes gibt es keine kleinen Luftlöcher zwischen den Fasern. Dementsprechend ist die Luftdurchlässigkeit hier am geringsten. Man könnte nun annehmen, dass es sich hierbei um den besten Schutz vor Wind und Regen handelt. Doch hat eine nachträgliche Beschichtung einen entscheidenden Nachteil: Sie nutzt sich schnell ab. Man muss sich die Beschichtung wie eine dünne Lackschicht vorstellen, die durch das Tragen von Rucksäcken und in den Bereichen unter den Armen ständiger Reibung ausgesetzt ist. Das Ergebnis ist eine teils starke Abnutzung der Beschichtung, womit der wasserabweisende Effekt dahin ist. Anders ist dies bei einer Jacke, deren Fasern vor dem Verarbeiten beschichtet wurden. Hier sitzt die Beschichtung in gewisser Weise tiefer und erlaubt das Ein- und Ausdringen von Luft. Hierdurch haben diese Jacken deutlich bessere klimatische Eigenschaften und eignen sich eher für Sportler.

Wer allerdings besonders hohen Wert auf die Langlebigkeit der Beschichtung und die Atmungsaktivität legt, der sollte zu einer Softshell-Jacke mit Membran greifen. Diese nutzt sich auch beim Tragen schwerer Rucksäcke kaum ab, da hier kein Polyester, sondern Polyamid genutzt wird – ein Material, das deutlich robuster ist.

Wie sollte der Schnitt einer Softshell-Jacke aussehen?

Sowohl Hardshell- als auch Softshell-Jacken gibt es für Damen und Herren. Die Modelle für Damen sind in der Regel stärker tailliert und an den Schultern enger geschnitten. Gerade bei einer Softshell-Jacke ist es wichtig, dass sie richtig sitzt und nicht lose am Körper herunter hängt. Ein guter Test für den Sitz einer Funktionsjacke ist das weite Ausstrecken der Arme. Hierbei sollte die Jacke im Bereich der Hüfte noch immer lang genug sein, was auf eine gute Passform im Bereich der Arme und Schultern hinweist.

Zusätzlich verfügen Softshell-Jacken über mehrere Taschen. Idealerweise sind diese nicht knapp über den Hüften angebracht, sondern befinden sich etwas weiter oben. Dies hat den Hintergrund, dass über den Hüften der Hüftgurt des Rucksacks liegt. Auf diese Weise können Sie die Taschen auch beim Tragen eines Rucksacks noch erreichen. Ebenfalls wichtig ist eine Kapuze. Hier muss ebenfalls auf den Sitz geachtet werden: Mit Gummibändern kann die Kapuze enger gezogen werden. Im besten Falle verfügt eine Softshell-Jacke über Gummizüge im Bereich des Halses sowie rund um das Gesicht. Hierdurch kann die Kapuze perfekt der Kopfform angepasst werden. Dies ist zum Beispiel wichtig, wenn es doch einmal kälter als erwartet wird. Dann schützt eine eng anliegende Kapuze vor dem Auskühlen. Dies gilt auch für die Hüften sowie für die Ärmel, die beide verschließbar sein sollten. Auf diese Weise kann auch die Belüftung der Jacke problemlos reguliert werden.

Softshell oder Hardshell? Wie entscheidet man sich?

Softshell-Jacken sind die perfekten Jacken für sportliche Aktivitäten. Sie bieten eine große Bewegungsfreiheit, einen grundlegenden Schutz vor Wind und Regen und transportieren Schweiß schnell nach außen. Aus diesem Grund setzen auch Jogger auf Softshells als Trainingsjacke. Eine Hardshell ist hingegen die bessere Wahl für schlechtes Wetter: Selbst starker Wind und Regen können einer guten Hardshell nichts anhaben.

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