Für Schrauber: Wie Sie neue End- und Zwischenrohre für den VW-Bus T3 einbauen

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Für Schrauber: Wie Sie neue End- und Zwischenrohre für den VW-Bus T3 einbauen

Manche Automodelle erlangen einen ganz besonderen Ruhm. Beispielsweise gilt die „Ente", der Citroën 2CV von 1949 bis 1990, als regelrecht legendär. Gleiches gilt für Modelle wie den Toyota Corolla oder den VW Käfer, deren produzierte Stückzahlen jeweils im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Überhaupt scheint gerade Volkswagen solche Legenden auf Rädern hervorzubringen, denn auch der Golf gilt mittlerweile als wahrer Klassiker. Selbst die Kompaktklasse wird mittlerweile – und zugegeben inoffiziell – gern als Golfklasse bezeichnet. Ebenfalls berühmt wurde die Transporter-Reihe des Wolfsburger Herstellers, die mit dem VW T1 „Bulli" begann. Von dessen Erben und quasi Enkel, nämlich dem VW-Bus T3, soll dieser Ratgeber handeln. Genauer, wie Sie dem VW-Bus T3 neue End- und Zwischenrohre einbauen und was Sie dabei beachten sollten.

Bulli Nummer III: Der T3 ist echte VW-Historie

Doch zuerst einmal einige Informationen zum Modell selbst, denn der VW T3 dürfte einen gewissen Einschnitt in der Modellreihe bilden. Nach dem VW T1 Bulli und dem VW T2, die von 1949 bis 1979 vom Band liefen, zeigte der VW T3 nämlich ein ganz anderes Gesicht. War der erste Bulli und ebenso der T2 noch relativ rund geraten und obendrein mit einem überdimensionalen VW-Logo versehen, kam der VW T3 plötzlich mit vielen Kanten daher.

Tatsächlich ging Volkswagen mit der dritten Generation seines Transporters im Design neue Wege. Beibehalten wurde hingegen der bisher typische Heckantrieb, welcher erst im Nachfolger T4 durch einen Frontantrieb ersetzt werden sollte. Übrigens ist auch die Modellbezeichnung T3 – ebenso wie T1 und T2 – lediglich inoffizieller Natur, denn wie alle Busse heißt auch die dritte Generation des Transporters eigentlich schlicht „Typ 2".

Im Vergleich zu dem Vorgänger T1, der vor allem die Technik des VW Käfers nutzte, und dessen Weiterentwicklung T2 stellte der VW T3 jedenfalls eine komplette Neukonstruktion dar. Neu waren beispielsweise die Zahnstangenlenkung oder die Dreiecksquerlenker der Aufhängung. Außerdem war der VW T3 dank 60 Millimeter längerem Radstand und größeren Außenmaßen deutlich geräumiger, allein in der Breite hatte der VW Bus gegenüber dem T2 um mehr als zwölf Zentimeter zugelegt.

VW T3: Der Volkswagen-Bus wird 1979 bis 1992 gebaut

Als Motoren standen dem VW T3 zum Marktstart zwei Benziner mit 37 kW/50 PS sowie 51 kW/70 PS zur Option, wobei der zweitgenannte Motor aus dem Vorgänger T2 übernommen wurde. Später folgten weitere Benziner, dessen stärkste Version eine 2,1-Liter-Maschine mit 82 kW oder 112 PS war. Ab 1981 wurde der VW T3 erstmals mit einem Diesel angeboten, der aus 1,6 Litern Hub 37 kW/50 PS lieferte. Zwei weitere Diesel mit 51 kW/70 PS sowie 42 kW/57 PS sollten dem ersten Selbstzünder folgen, wobei die Dieselmodelle – wie ebenso die Benziner – nicht allesamt zeitgleich verkauft wurden. Ab 1982 waren alle Motoren wasser- statt wie bisher luftgekühlt.

In den 1980ern stattete Volkswagen seinen T3 außerdem mit immer mehr optionalen Extras aus. Entsprechende Optionen sind mit Servolenkung, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, Sitzheizung, Zentralverriegelung oder Heckscheibenwischer genannt. Ab 1985 gab es den Bus sogar mit Allradantrieb und als VW T3 Synchro, ab 1987 wurde für 3.720 DM Aufpreis ABS angeboten.

Einen Airbag gab es im T3 VW Bus hingegen nicht, tatsächlich sollte dieser erst im folgenden VW T4 Einzug halten. Als Bus wurden seitens Volkswagens übrigens nur die höherwertigen Modelle bezeichnet, die mit einer Innenvollverkleidung oder zusätzlichen Frischluftdüsen versehen waren. Tatsächlich wurde der VW T3 in zahlreichen Varianten angeboten.

Ein Bus in vielen Varianten: Versionen des VW T3

Die typischen Karosserieversionen des VW T3 sind mit Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen und schließlich Doppelkabine genannt. Daneben gab es noch etliche weitere Ausführungen, beispielsweise der VW T3 Multivan mit bis zu neun Sitzplätzen samt Fahrer. Fahrzeugbauer Westfalia rüstete den T3 sogar zum Campingbus um, der als VW T3 Westfalia bekannt wurde.

Offiziell wurden die Westfalia-Version hingegen als Camping, Joker, Club-Joker, California oder Atlantic vermarktet, wobei die zwei letztgenannten Versionen direkt von Volkswagen entwickelt waren. Alle Campingmodelle boten eine zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit, einige Varianten waren daher mit einem Hochdach oder einem Aufstelldach versehen. Weitere Ideen waren ein Holzfußboden, wärmeisolierte Seitenwände, Gardinen gegen neugierige Blicke oder eine Kühlbox samt einer zusätzlichen Batterie.

Parallel gab es den VW T3 noch in diversen Sondermodellen und Editionen wie etwa der Limited Last Edition oder kurz LLE. Der VW T3 LLE war der letzte VW Bus mit Heckantrieb, weswegen das besagte Modell von vielen Fans als letzter echter Bulli betrachtet wird. Gebaut wurde die dritte Generation des Transporters übrigens bis 1990 in Hannover, parallel ab 1984 und bis 1992 außerdem bei Steyr in Graz/Österreich. Uitenhage in Südafrika produzierte den VW T3 für den afrikanischen Markt sogar bis Mitte 2003.

Typische Probleme: Wo der VW T3 gern Scherereien macht

Generell galt und gilt der VW T3 wie schon seine Ahnen T1 und T2 als robust, standfest und zuverlässig. Trotzdem gab es einige Bereiche, wo der T3 einige Auffälligkeiten zeigte – nämlich in puncto Korrosion und somit Rost, denn selbst Ende 1980er wurde beispielsweise ein Dauerunterbodenschutz nur als Extra und für 400 DM Aufpreis ermöglicht.

Als ärgstes Problem des VW T3 gilt daher die sogenannte Fugenkorrosion, die vor allem bei den Seitenwänden auftritt. Denn die Seitenwände des VW T3 wurden aus mehreren Blechen produziert, was Korrosion und Rost regelrecht einlädt.

Da mittlerweile selbst die späteren 1990er Baujahre des VW T3 Jahrzehnte alt sind, wird außerdem der natürliche Verschleiß bestimmter Teile wie Räder, Bremsen, Motor, Elektrik oder Auspuff kaum geringer. Trotzdem scheinen sonst – bis auf den Verschleiß typischer Teile – keine größeren Probleme am Bulli dritter Generation bekannt.

Rohrkrepierer: End- und Zwischenrohre beim VW T3

Der Verschleiß macht jedenfalls vor eher wenigen Bauteilen Halt, was leider die Auspuffanlage des VW T3 einschließt. Immerhin sind die entsprechenden End- und Zwischenrohre für jeden halbwegs versierten Hobbyschrauber selbst zu reparieren.

Bei älteren Modellen der T3-Baureihe kann die Suche nach adäquaten Ersatzteilen jedoch problematisch werden. Nämlich dann, wenn der Halter ein H-Kennzeichen erhalten möchte. Zur Erinnerung: Hierzu muss der Wagen einige Kriterien erfüllen, beispielsweise ein bestimmtes Mindestalter, einen guten Pflegezustand oder eine gewisse Originalität. Dazu aber später mehr.

Selbst ist der Schrauber: End- und Zwischenrohre selbst wechseln

Für die nötige Reparatur gilt es entsprechende Ersatzteile wie End- und Zwischenrohre erst einmal zu finden. Schauen Sie hierzu auch im Internet nach; kontaktieren Sie Fanclubs, Hersteller oder Zulieferer. Recherchieren Sie Unternehmen, die eventuell Originalnachbauteile produzieren.

Die eigentliche Reparatur der T3-Auspuffanlage ist dann gar nicht mal so schwierig, etwas technisches Geschick, eine Bühne oder zumindest eine Auffahrrampe und passendes Werkzeug vorausgesetzt. Ein guter Tipp ist außerdem eine Schutzbrille, die gerade bei älteren Modellen wie dem T3 vor Rost und dem Schmutz mehrerer Jahrzehnte schützt. Eine zweite Person als Helfer zu haben, ist ebenfalls ein guter Tipp.

Lösen Sie zum Ausbau von Zwischen- oder Endrohr die entsprechenden Schellen und ziehen das Rohrstück ab, möglicherweise müssen Sie sogar mit einem Winkelschleifer ans Werk. Ist das alte Zwischen- oder Endrohr entfernt, tauschen Sie die alten Gummihalterungen gegen neue aus. Schauen Sie sich bei der Gelegenheit auch die tragenden Halterungen an, die ebenfalls oft der Korrosion unterliegen und daher möglicherweise neu verschweißt werden müssen.

H-Kennzeichen: So mancher VW T3 ist schon ein Oldtimer

Passen Sie nun das neue Rohr ein und fügen Sie die Rohrverbindungen zusammen. Hierbei können verrostete Stellen zum Problem werden, gegen welche jedoch etwas Schleifpapier und Sprühöl helfen. Sind die Verbindungen hergestellt, ziehen Sie die Bügelschellen handfest an. Nun können Sie die End- oder Zwischenrohre ausrichten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Belastung der Gummihalterungen. Danach können Sie die Schellen endgültig festziehen und mit einer letzten Sichtprüfung die ausgetauschten Teile auf den richtigen Sitz kontrollieren.

Starten Sie nun den Motor und geben Sie im Stand ein paar Mal Gas. Damit können Sie sofort sehen, ob die neu verbauten Teile dicht sind, ansonsten müssten Sie noch einmal nachbessern. Übrigens können Sie bei dem kompletten Austausch der Anlage auch gleich einen T3-Sportauspuff verbauen, wenn Sie das möchten. Wichtig bei diesem ist allerdings eine ABE bzw. eine allgemeine Betriebserlaubnis. Ist diese nicht vorhanden, müssen Sie vom TÜV ein entsprechendes Gutachten erstellen lassen. Ohne ABE oder Gutachten wäre der Auspuff nicht legal und Ihr VW T3 somit nicht für öffentliche Straßen zugelassen.

VW T3 als Oldtimer: Warum Originalteile so wichtig sind

Bei älteren Baujahren des VW T3 ist längst der Status für einen Oldtimer erfüllt. Dieser muss in Deutschland mindestens 30 Jahre zählen, was bei einem Baujahr von 1979 rein rechnerisch gegeben wäre.

Obendrein muss Ihr T3 einen guten Pflegezustand vorzeigen sowie im Originalzustand sein. 2011/2012 wurden die Kriterien seitens des Gesetzgebers allerdings „verschlimmbessert", beispielsweise fließen nun auch Umbauten in die Wertung ein. Sind diese Umbauten nicht zeitgenössisch und innerhalb der ersten zehn Jahre vorgenommen, verlängert sich die 30-Jahres-Frist im schlimmsten Fall um weitere zehn Jahre.

Achten Sie also auf den Einbau von Originalteilen oder Originalnachbauteilen. Außerdem wäre ein vorheriger Besuch beim TÜV, Dekra und Co ein guter Rat. Deren Prüfer dürften Ihnen am besten sagen können, wo Sie aufpassen müssen und wo Sie etwas Spielraum haben. Ein original nachgebauter Auspuff aus modernem Edelstahl sollte übrigens kein Problem darstellen. Fragen kostet trotzdem nichts.

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