Für Kreative: Bastelfilz entdecken

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Für Kreative: Bastelfilz auf eBay entdecken

Gemeinsame Sache machen und die kreative Ader ausleben

Basteln als äußerst kurzweilige Tätigkeit ist eine wunderbare Sache und zumeist sehr spannend und entspannend. Je nach Aufgabenstellung kann man seine eigene Kreativität genauso wie das handwerkliche Geschick fördern und fordern. Zudem gibt es sehr viele Anlässe, für die man eigene Ideen entwickeln kann – vom Geburtstag über Halloween bis hin zu Karneval oder Weihnachten. Zusätzliche Anregungen findet man in Bastelbüchern, Zeitschriften sowie über zahlreiche Quellen im Internet.

Spaß für die ganze Familie

Ein weiterer Spaßfaktor beim Basteln besteht darin, etwas gemeinsam zu unternehmen: Vor allem für Familien mit Kindern ist es ein großes Vergnügen, wenn man sich versammelt, um lustige Sachen zu verwirklichen – und wenn am Ende das Resultat stimmt, ist die Freude umso größer. Dabei steht einem eine unglaublich große Auswahl an Materialien zur Verfügung – vom Bastelfilz bis hin zu effektvollem Glitterstaub, mit dem man Oberflächen einen sehr eigenwilligen Charakter verleihen kann.

Nachfolgend finden Sie Wissenswertes über Bastelfilz, viele weitere Materialien sowie Ideen und Anregungen als Basis dafür, die eigene Kreativität in Schwung zu bringen.

Was ist eigentlich Filz?

Eine recht amüsante Legende besagt, dass die Erfindung des Filzens auf den Heiligen Clemens zurückzuführen ist. Auf der Flucht sollen ihm Bauern etwas Schafwolle mit auf den Weg gegeben haben, mit der er seine Sandalen auspolsterte, um seine Füße zu schonen. Durch den Druck des eigenen Körpergewichts, die Wärme sowie Reibung und Schweiß verklebten sich die einzelnen Fasern der Schafwolle miteinander – und schon war der Filz erfunden. Ob man diesen dann zum Basteln verwenden will, ist freilich eine andere Frage.

Geschichte des Filzens

Tatsächlich ist die Geschichte des Filzens jedoch deutlich älter: Ausgrabungen in der heutigen Türkei belegen, dass die Menschen schon damals das notwendige Wissen besaßen, um Filze vorrangig aus von Tieren stammenden Wollfasern herzustellen. Verwendet wurden diese für Kleidung, den Bau von zeltartigen Behausungen und viele weitere Zwecke.

Einige Vorteile der Schafwolle:

  • Sehr wärmeregulierend
  • Wasserabweisend
  • Robust und strapazierfähig
  • Wirkt schalldämmend
  • Brennt nicht
  • Bindet zum Teil Schadstoffe

Heutzutage wird Filz nicht nur aus Tierwolle oder anderen Naturfasern hergestellt, sondern auch aus reinen Kunstfasern oder einer Mischung aus beiden Faserarten unter Beimischung von chemischen Zusätzen. Insbesondere, wenn man gemeinsam mit Kindern Ideen mit Bastelfilz umsetzen will, sollte man auf die Materialbeschaffenheit achten, bevor es an das Bestellen geht. Die sogenannte Reach Norm kann bei der Auswahl sehr hilfreich sein.

Bastelfilz selbst herstellen

Filze lassen sich auch ohne technische Hilfsmittel relativ einfach selbst herstellen, man benötigt nur einige elementare Zutaten und schon geht es los – zunächst mit dem Nassfilzen. Dazu zählen:

  • Schafswolle oder bunte Märchenwolle
  • Handtücher oder Wischtücher als Unterlage
  • Schmierseite oder Kernseife
  • Heißes Wasser
  • Bambusrollo
  • Etwas Organzastoff (nicht zwingend erforderlich)
  • Eventuell ein Schwamm

Zunächst wird aus dem heißen Wasser und der Seife eine Seifenlauge angemischt und mit dem Schwamm schaumig aufgesogen. Nun werden Tücher auf den Tisch gelegt, darüber kommt das Bambusrollo, dann noch einmal ein paar Tücher. Auf diese legt man die Schafs- oder Märchenwolle in zwei oder mehr Schichten kreuzweise übereinander und deckt diese wiederum mit dem Organzatuch ab.

Jetzt geht es an das Befeuchten und Walken mit der Seifenlauge und somit das eigentliche Filzen, indem man mit den Handflächen auf dem Organzatuch kreist, damit sich die einzelnen Fasern der Wolle miteinander verbinden. Dies funktioniert mit ein wenig Erfahrung auch ohne besagtes Tuch. Kein Fehler ist es, wenn man diesen Vorgang auch für die Rückseite durchführt. Im Anschluss legt man über den entstehenden Filz nochmals Tücher, wickelt diese mit dem Bambusrollo auf und rollt alles mehrmals hin und her. Sobald der Filz nicht mehr auseinandergerissen werden kann, ist das Ziel erreicht – zumindest fast. Fehlt nur noch, die Seife auszuwaschen sowie das Filztuch zu schleudern und zu trocknen. Ideen, wie man den Filz zugleich in Form bringen kann, werden weiter unten angesprochen.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten zum Filzen, die nachfolgend beschrieben werden:
Nassfilzen in der Waschmaschine

Zunächst besorgt man sich sogenannte Filzwolle, die es in zahlreichen und vor allem attraktiven Farben gibt, sowie passende Stricknadeln. Damit ist klar: Man muss mit diesem feinen Werkzeug auch umgehen können. Am Anfang steht dabei die Überlegung, was man eigentlich anfertigen möchte. Dazu sei vorab gesagt: Beim Nassfilzen in der Waschmaschine kann man auch Hohlräume einbeziehen, was beim nachfolgend beschriebenen Trockenfilzen nur mithilfe von Schablonen und sehr viel Erfahrung möglich ist.

Denkbar wären zum Beispiel Handtaschen, Hausschuhe, Mützen oder auch Kissenbezüge. Ist das gewünschte Objekt fertiggestrickt, muss es in die Waschtrommel. Dabei sollte genau das Gegenteil von dem getan werden, was bei einem herkömmlichen Wollwaschgang üblich ist: Man wählt eben nicht das Wollwaschprogramm, sondern eines mit einem hohen Wasserstand wie den Schonwaschgang und stellt die Temperatur auf 40 Grad. Als Waschmittel verwendet man ausschließlich Colorwaschmittel oder Vollwaschmittel und weiter nichts.

Solange das Objekt noch feucht ist, kann es mit ein wenig Fingerspitzengefühl wieder genau in die gewünschte Form gebracht werden. Zudem gilt es zu beachten, dass Filzobjekte um etwa 30 bis 40 Prozent schrumpfen, was beim Stricken bereits mitberücksichtigt werden muss, sonst werden aus den bunten Filzpantoffeln für die Lebensgefährtin oder den Lebensgefährten ganz schnell Babyschühchen – was man natürlich auch als ein gutes Vorzeichen betrachten könnte.

So funktioniert das Trockenfilzen

Für dieses benötigt man sogenannte Filznadeln, die es in unterschiedlichen Größen zu erwerben gibt. Welche man letztlich verwendet, hängt vom eigenen Vorhaben ab. Nachfolgend zur Orientierung die Einstufungen:

  • Grobe Filznadeln
  • Mittlere Filznadeln
  • Feine Filznadeln
  • Feine Filznadeln sternförmig

Diese Einstufung bezieht sich auf die an der Spitze angebrachten Haken, mit denen die einzelnen Wollfasern letztlich miteinander verbunden werden. Zudem benötigt man noch eine flache und weiche Unterlage. Auf dieser breitet man, ähnlich wie oben beschrieben, die Wolle aus. Nun kann der eigentliche Vorgang des Trockenfilzens beginnen:

Man durchsticht die Wollschicht mit der Filznadel und zieht diese wieder heraus – je näher die Einstichlöcher beieinanderliegen, desto dichter wird die Verfilzung. Wer bereits ein bisschen Übung hat, kann etwa auch Reliefs in die Oberfläche filzen. Dies erreicht man, indem man mehrmals in dasselbe Loch sticht. Auf diese Weise kann man Material durch Muster zusätzlich aufwerten. Etwas beschleunigt wird die Arbeit durch eine Filzmaschine.

Industriell vorgefertigter Bastelfilz und eine kleine Ideensammlung

Wer sich die zuvor beschriebenen Arbeitsgänge sparen möchte oder schlichtweg ganz andere Ideen im Kopf hat, greift zum vorgefertigten Bastelfilz. Diesen gibt es in der Regel in Plattenform in unterschiedlichen Größen sowie verschiedenen Materialstärken. Ebenfalls wählen kann man zwischen Kunstfasern sowie Naturfasern mit ihren jeweiligen Eigenschaften. Hat man das gewünschte Material zu Hause lassen sich allerlei Dinge damit anstellen. Nachfolgend eine kleine Ideensammlung mit unterschiedlichen

Untersetzer aus Bastelfilz

Dafür benötigt man eine Schablone aus Papier, die man auf den Vliesstoff legt und mit einem Bleistift sorgfältig nachzeichnet, zum Beispiel in der Form einer Blume, als Stern oder man nimmt etwa die Kontur eines Geckos – alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mit einer Stoffschere schneidet man die Form aus – und fertig ist der Untersetzer. Noch dekorativer wirken diese, wenn man unterschiedliche Farben verwendet.

Süße Kindertäschchen

Hierzu benötigt man ein Schnittmuster als Vorgabe. Wer es sich zutraut, stellt dieses selbst her, anderenfalls gibt es zahlreiche Quellen, die passende Muster anbieten. Zudem werden auch tolle Sets angeboten, die einem die Arbeit erleichtern. Ein großer Spaß, wenn man die Idee gemeinsam mit dem Nachwuchs realisiert.

Dekorative Applikationen aus Bastelfilz

Recht einfach zu realisieren ist eine Blumenbrosche. Man benötigt Filz in unterschiedlichen Farben, Klebstoff, eine Schere sowie eine Sicherheitsnadel für Broschen zum Annähen oder Ankleben. Zunächst schneidet man einen Kreis in gewünschter Größe aus. Per Schablone zeichnet man dann auf weiteren Filzplatten Blätter auf. Diese kleben Sie dann ringsherum auf den zuerst ausgeschnittenen Kreis. Wenn notwendig, nähen Sie die Sicherheitsnadel auf der Rückseite an. Nun wird ein weiterer Kreis ausgeschnitten und auf der Vorderseite angeklebt und schon ist die Blumenbrosche fertig. Lustig wirken dabei auch unterschiedliche Broschenformen, die man nebeneinander zum Beispiel auf dem zuvor beschriebenen Kindertäschchen anbringt.

Kleine Männchen aus Filz basteln

Dazu benötigt es zusätzlich eine Holzkugel mit Loch für den Kopf – alternativ erfüllt auch eine Styroporkugel ihren Zweck – sowie einen etwas dickeren Basteldraht, Knetmasse, Klebstoff und eine Schere. Zwei Drahtstücke knickt man jeweils in der Mitte, den ersten befestigt man mit dem Knick an der Kugel und verbindet dann beide Drähte miteinander – schon hat das Männchen Arme, Beine und Kopf. Für die Hose schneidet man ein Rechteck aus dem Bastelfilz und bringt in der Mitte einen Schnitt an, der knapp über die Hälfte reicht. Die beiden äußeren Seiten verklebt man direkt an dem Mittelschnitt, zieht dann die Hose über die Beine und fixiert sie mit einem weiteren Stück Draht oder einer Schnur. Für den Umhängemantel schneidet man ein kreisförmiges Stück aus einem weiteren Stück Filz und schneidet ein Viertel heraus. Man hängt ihn jetzt dem Männchen um und verklebt die Enden vorne leicht überlappend. Für den Hut benötigt es einen Viertelkreis, den man zusammenrollt und verklebt. Fehlen nur noch die Schuhe aus Knetmasse und das Gesicht: Punkt, Punkt, Komma, Strich... Sie wissen schon.

So gibt es endlos viele Ideen, die man mit Bastelfilz und ein wenig Zubehör sozusagen aus dem Hut zaubern kann. Viel Spaß dabei.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden