Fünf Punkte, die Sammler alter Brillen beachten sollten

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Fünf Punkte, die Sammler alter Brillen beachten sollten

Die Brille und ihre Geschichte

Unter dem Begriff "Brille" versteht man im weitesten Sinne eine Sehhilfe. Die Brille als solche hat schon eine sehr lange Geschichte. Zwar gab es bereits vor der Geburt Christi polierte Glaskugeln oder solche, die mit Wasser gefüllt waren, die eine vergrößernde Wirkung hatten, jedoch wurden diese nicht als Lesehilfe verwendet. In seinem Werk "Schatz der Optik" kam der arabische Gelehrte Ibn al-Haitam als Erster auf den Gedanken, das Auge mithilfe einer geschliffenen, optischen Linse zu unterstützen. Dieser Gedanke wurde Jahrhunderte später von westeuropäischen Mönchen aufgegriffen, indem sie aus Quarz oder Bergkristall den ersten Lesestein fertigten. Diesen Lesestein musste man sodann direkt auf das Schriftstück legen und über jede einzelne Zeile, die man lesen wollte, schieben.

Die Entwicklung der Brille - die Modelle

Aus dem Lesestein entstanden im 14. Jahrhundert Linsen und so entwickelte sich der Lesestein weiter. Die Linsen wurden mit der Zeit kleiner und flacher geschliffen. Sie wurden außerdem in einen Rahmen gesetzt und konnten direkt an das Auge gehalten werden. Dadurch war das Sehfeld größer und das Lesen mit Sehhilfe einfacher. Des Weiteren konnte durch diese weiterentwickelten Linsen das ganze Umfeld mit neuer Schärfe betrachtet werden und nicht nur die Schrift beim Lesen.  

Das berühmte Monokel

Aus den flacher geschliffenen, gefassten Linsen, die vor das Auge gehalten wurden, entstand im 16. Jahrhundert das berühmte Monokel. Es bestand auch aus nur einem Glas, welches jedoch in das Auge geklemmt wurde. Um Beschädigungen des Monokels beim Herausfallen zu vermeiden, hing das Monokel für gewöhnlich an einer dünnen Kette oder einem Bändchen. Diese Kette, beziehungsweise dieses Band, wurde dann um den Hals des Trägers gelegt und mit einem Schieber vor dem Kragenknopf zusammengezogen. Oder ganz traditionell war ein Knopf an besagter Kette befestigt, der dann in das Knopfloch am Revers der Anzugjacke eingeknöpft wurde.
Man unterscheidet zwischen Monokel mit und ohne Galerie. Die Galerie ist ein Klemmträgerrand am Monokel, der aus zwei Stegen an der Ober- und Unterseite des Monokels besteht. Durch die Galerie ist das Monokel griffiger. Außerdem dient die Galerie dazu, das Glas auf Abstand zu den Wimpern zu halten. Monokel mit Galerie besitzen auch immer eine Fassung. Bei Monokeln ohne Galerie unterscheidet man zwischen Monokeln mit und ohne Fassung. Besitzt das Monokel weder Galerie noch Fassung, ist das Glas rundum gerändelt, um es besser halten zu können. Im 19. Jahrhundert war das Monokel in Deutschland besonders populär und galt als Statussymbol.  

Das elegante Lorgnon

Weil eine Linse doch sehr unpraktisch war, begann man bald wegen der besseren Handhabung für jedes Auge eine Linse herzustellen. Die beiden Gläser wurden in einen Rahmen aus Eisen, Holz oder Horn gesetzt und mittels eines Bügels miteinander verbunden. Dies stellt das Grundprinzip der neuen Brille dar. Das Lorgnon wurde mithilfe eines Griffs vor die Augen gehalten. Ihren Ursprung hat die Lorgnon-Brille wohl in einer umgekehrt gehaltenen Nietbrille, die dann als Scherenbrille bekannt wurde. Das Lorgnon war besonders bei Frauen sehr beliebt, da der Haltegriff oftmals reich verziert war und dadurch sehr elegant wirkte.
Später wurde sogar ein faltbares Lognon entwickelt, was eine wesentliche technische Innovation darstellte. Hierbei konnten die beiden Brillengläser zusammengelegt und bei Bedarf mithilfe einer Feder geöffnet werden. Meist befand sich am Griff des Lognons noch eine Kette, sodass die Brille bei Nichtgebrauch bequem um den Hals tragen konnte. Heute findet das Lognon kaum noch Anwendung. Für Sammler sind jedoch viele elegante oder schlichte Lorgnons bei eBay erhältlich.  

Der praktische Zwicker

Im 17. Jahrhundert entstand der Zwicker. Er besteht aus zwei eingefassten Gläsern, welche mit einem Federbügel aus Metall miteinander verbunden wurden. Auch der Zwicker ist mit der Nietbrille verwandt und hat somit auch keine Bügel. Er wurde einfach mit dem metallenen Federbügel, welcher recht hoch gewölbt war, auf die Nase geklemmt. Ein fester Halt des Zwickers auf der Nase war sehr wichtig und führte leider dazu, dass ein sehr unangenehmer Druck auf der Nase entstand. Um diesen Druck zu mindern und um Druckstellen zu vermeiden, waren die Stellen, die auf der Nase auflagen, mit Polstern aus Leder versehen.
Die Zwicker galten als besonders praktisch, da erstmals beide Hände beim Lesen frei waren und man mithilfe eines Zwickers auch bequem schreiben konnte. Gerade die späteren Zwicker machten schon einen sehr modernen Eindruck und wurden sogar noch sehr lange von Männern getragen, obwohl bereits die Bügelbrille erfunden war. Auch heute geht der Trend wieder zum Zwicker. So gibt es heute moderne Zwicker, die einen sehr hohen Tragekomfort bieten und vor allem für unterwegs sehr beliebt sind.  

Worauf Sie beim Sammeln antiker Brillen achten sollten

Damit Sie lange Freude an Ihrer Sammlung haben, sollten Sie einige Punkte beim Sammeln und beim Kauf alter Brillen beachten. Denn Sie wollen ja eine besondere Sammlung und nicht eine Sammlung alter und wertloser Brillen, an der Sie sich nicht besonders erfreuen können.  

Handeln Sie beim Kauf alter Brillen sehr bedacht

Zunächst ist es wichtig, dass Sie wirklich wissen, was Sie wollen. Bevor Sie eine Sammlung beginnen, sollten Sie sich genau informieren. Um ein Basiswissen zu schaffen, können Sie sich Bücher über das Sammeln von Brillen oder über das Sammeln von alten Gegenständen im Allgemeinen kaufen. Das Geld für ein Buch ist sehr gut investiert, denn mit einem gewissen Fachwissen können Sie sich Fehlkäufe ersparen. Außerdem sollten Sie sich Ihre eigene Meinung zum Thema Brillen bilden und so den Kauf genau abwägen. Oftmals werden Echtheitszertifikate als Beweis, dass diese Brille aus einer bestimmten Epoche stammt, erstellt. Bei diesen Zertifikaten sollten Sie, gerade wenn Sie im Internet eine antike Brille kaufen möchten, vorsichtig sein, denn diese werden gerne von dem Inserenten selbst erstellt. Mit Ihrem eigenen Fachwissen können Sie besser beurteilen, ob eine Brille tatsächlich aus einer bestimmten Zeit stammt oder nicht. Daher können Sie sich auch vor Betrügern sehr gut schützen.  

Die Qualität antiker Brillen

In erster Linie ist bei der Sammlung alter Brillen die Qualität entscheidend. Dazu gehören auch Alter und selbstverständlich die damit verbundene Epoche, aber auch die Verfassung und das verwendete Material. Häufig sind gerade die Griffe von Lorgnons aufwendig verziert. Hier spielt dann auch die handwerkliche Arbeit eine große Rolle. Wenn Sie beim Kauf von alten Brillen nicht auf die Qualität achten, verlieren Sie sehr schnell die Freude an Ihrer Sammlung. Bevor Sie sich zu dem Kauf einer alten Brille entscheiden, sollten Sie die Vertrauenswürdigkeit des Händlers prüfen. Unter leidenschaftlichen Sammlern sind Betrüger bekannt, daher ist es hilfreich, sich in der Sammelszene umzuhören.  

Der Preis und die Wertsteigerung alter Brillen

Der Preis des einzelnen Stücks sollte bei Sammlungen zunächst zweitrangig sein, denn das wichtigste ist die Qualität. So kaufen Sie sich besser eine qualitativ hochwertige Brille für einen bestimmten Preis, statt für denselben Preis drei, die jedoch von minderer Qualität sind. Arbeiten Sie sich zunächst langsam in die Materie ein und schauen Sie sich verschiedene Modelle an, so bekommen Sie auch ein Gefühl für den Preis. Jeder Sammler freut sich über günstig erworbene Sammelstücke und hofft gerade bei Antiquitäten natürlich auch auf eine Wertsteigerung. Jedoch sollte man bedenken, dass es sich bei der Wertsteigerung von antiken Brillen um reine Spekulationswerte handelt. Erst wenn Sie Ihre Sammlung wirklich verkaufen, stellt sich die wahre Wertsteigerung heraus.  

Mit dem Thema „antike Brillen“ durch ständiges Informieren vertraut machen

Selbstverständlich erlangen Sie nicht nur durch das Lesen von Büchern ein gutes Fachwissen. Sie sollten sich durch Stöbern im Internet, aber auch auf Messen und Ausstellungen, regelmäßig zu Brillen informieren, um so ein gutes Gefühl für den Preis, die Qualität und die entsprechende Epoche zu bekommen. Ein Auge für die Qualität bekommen Sie auch durch den Besuch von Museen. Denn da werden nur die besten und schönsten Stücke ausgestellt. Sie sollten auch bedenken, dass antike Neuerwerbungen durch Museen meist eine Wertsteigerung erfahren.  

Die Kontaktaufnahme mit Händlern oder anderen Brillensammlern

Bevor Sie eine Brille im Internet kaufen, sollten Sie auf jeden Fall mit dem Händler Kontakt aufnehmen. Dadurch können Sie Fragen klären und eventuelle Zweifel an der Echtheit der Brille beseitigen. Gerade wenn Sie Zweifel haben, scheuen Sie sich nicht, so oft nachzufragen, bis alle Zweifel beseitigt sind. Sollte dies nicht möglich sein, sollten Sie die Brille auch nicht kaufen, denn dann sind Ihre Zweifel wahrscheinlich berechtigt. Bei der ersten Kontaktaufnahme sollten Sie sich bewusst sein, dass sie die Basis für die Kaufabwicklung ist. Sie sollten ehrlich sagen, was Sie möchten und woran Sie zweifeln. Dadurch wirken Sie sehr zuverlässig und vertrauenswürdig. Unter Sammlern sind Kontakte sehr wichtig, denn jeder hat seine Geheimnisse, wenn es um das Thema Sammeln geht. Mit dieser Grundeinstellung können Sie sich gut mit Händlern oder auch Interessenten austauschen und perfekt zusammenarbeiten.
Eine große Auswahl an alten und antiken Brillen ist bei eBay erhältlich. Ob Zwicker, Nickelbrille, Hornbrille oder alte Sonnenbrillen - hier können Sie einige Raritäten finden. Auch alte Brillenetuis und Lorgnons, passend zu Ihrer Sammlung, sind auf Flohmärkten und im auch im Internet erhältlich. Lassen Sie sich Zeit beim Stöbern, denn dann stellt sich schnell heraus, für welche Modelle Sie sich interessieren und so können Sie sich auch leicht mit Qualität und Preis vertraut machen.

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