Fräszirkel & Co: Nützliche Werkzeuge beim Lautsprecherbau

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Fräszirkel für die Oberfräse & Co: 10 Nützliche Gadgets zur Unterstützung beim Lautsprecherbau

Lautsprecher selber zu bauen ist mit dem richtigen Material und passendem Werkzeug eigentlich kein Problem. Natürlich sollten Elektronikkenntnisse und handwerkliches Geschick vorhanden sein. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich mit Ratgebern und Fachliteratur zum Lautsprecherbau einzudecken und so wertvolle Tipps für die eigene Arbeit zu erhalten.

Materialauswahl

Bei der Materialauswahl für die Boxen selbst ist oft ausschlaggebend, wo sie aufgestellt werden sollen. Besonders, wenn die Lautsprecher auch für die Verwendung im Freien geeignet sein müssen, gilt es zum Beispiel beim Holz darauf zu achten, dass es wasserfest ist. Auch wasserfester Leim ist notwendig, weil das Holz sonst irgendwann aufquillt. Dadurch werden die Boxen nicht nur unansehnlich, sondern schlechtes oder defektes Material beeinträchtigt natürlich auch den Klang.

Die Preisunterschiede und auch die Qualitäten bei geeignetem Holz für Lautsprecherboxen sind teilweise sehr groß. Wichtig ist es, auch auf die Oberfläche des Holzes zu achten. Hier werden die Qualitäten in der Regel nach

  • A für sehr fein,
  • B für fein und
  • C für grobe Struktur

unterschieden.

Wer eine hochwertige Hi-Fi-Box bauen und die Oberfläche nur beizen möchte, sollte auf jeden Fall die sehr gute Qualität (A) verwenden. Für Boxen, die komplett bespannt oder lackiert werden, genügt die Qualität B, und für einfache Boxen kann man unter Umständen auch die preiswerte C-Qualität verwenden. Alternativ funktionieren hier auch Spanplatten. Boxen aus diesem Material gehören aber nicht in den Außenbereich, weil Spanplatten nicht wetterfest sind.

Weitere Holzarten wie zum Beispiel OSB-Platten (verleimte Spanplatten) oder MDF-Platten sind ebenfalls geeignet – allerdings ebenfalls nur, wenn die Lautsprecherboxen ausschließlich in Innenräumen verwendet werden.

Werkzeuge

Viele Werkzeuge, die für den Lautsprecherbau benötigt werden, findet man in jeder Heimwerkerwerkstatt. Allerdings gehört zum professionellen Arbeiten auch professionelles Werkzeug.

Holz muss passend gesägt werden. Für verschiedene Arbeiten ist hier durchaus auch Spezialwerkzeug gefragt. Anschließend erfolgen in der Regel mehrere Schleifgänge, und eventuell muss auch mit Handwerkzeugen noch nachgearbeitet werden.

Kreissägen und Stichsägen

Das Holz muss zunächst auf das passende Maß zurechtgesägt werden. Wer diesen Zuschnitt selber machen möchte, sollte über eine Kreissäge verfügen. Ideal wäre eine Tischkreissäge, weil man hier das Material sehr exakt am Sägeblatt entlangführen kann. Aber auch mit einer Handkreissäge werden gute Ergebnisse erzielt.

Ebenfalls unverzichtbar ist eine Stichsäge, um Verstrebungen, Griffe, Flanschen und Chassis-Ausschnitte zu erstellen. Praktisch ist hier eine Pendelhubstichsäge, die möglichst über eine Schiene als Anschlag verfügen sollte.

Oberfräse

Eine Oberfräse ist ein Werkzeug, mit dem sich die unterschiedlichsten Arbeiten ausführen lassen. Für exakte Ausschnitte im Chassis der Lautsprecherboxen sollte die Oberfräse mit einem Fräszirkel ausgerüstet sein. So lassen sich alle Anschlüsse, Griffe und Anbauteile mit höchster Präzision ausschneiden.

Außerdem können Sie mit einer Oberfräse die Ausschnitte auch wesentlich einfacher und genauer abrunden, als es zum Beispiel mit einem Bandschleifer, einer manuellen Feile oder mit Schleifpapier und Schleifblock möglich wäre.

Bandschleifer

Wer mit einer Oberfräse arbeitet, kann sich das Abrunden von Kanten ganz leicht machen. Trotzdem gehört ein guter Bandschleifer auf jeden Fall zur Werkzeugausstattung für den Lautsprecherbau. Denn schließlich müssen ja nicht nur die Kanten glatt oder gerundet sein. Auch die Oberfläche des Chassis sollte möglichst glatt werden. Das lässt sich nur mit einem guten Bandschleifer erreichen.

Außerdem können mit dem Bandschleifer auch Leimreste und Schmutz vor dem Lackieren oder Beizen des Holzes gründlich entfernt werden.

Kauftipp: Kaufen Sie Schleifbänder für den Bandschleifer mit möglichst unterschiedlichen Körnungen. So können Sie sowohl eine Grob- als auch einen Feinschliff durchführen und haben immer das passende Schleifband zur Hand.

Feile und Schleifpapier

Da manchmal auch manuell nachgearbeitet werden muss, sind Feile und Schleifpapier ebenfalls sehr wichtig. Mit einer Feile gelangt man auch in schwierige Ecken, und kleine Verschmutzungen und Unebenheiten lassen sich mit gutem Schleifpapier auch von Hand perfekt beseitigen.

Stechbeitel

Ebenfalls griffbereit bei allen Holzarbeiten sollte ein Stechbeitel sein. Mit ihm kann man zum Beispiel getrockneten Leim vorsichtig entfernen oder auch leichte Überstände am Holz beseitigen.

Bohrmaschine und Akku-Schrauber

Bohrmaschine und Akku-Schrauber fehlen vermutlich in keiner Heimwerkerwerkstatt. Mit dem passenden Bohrer ausgestattet, wird die Bohrmaschine beim Lautsprecherbau aber zum unverzichtbaren Hilfsmittel.

Die Rede ist vom Forstnerbohrer, der umgangssprachlich häufig auch als Astlochbohrer bezeichnet wird. Seinen Namen erhielt er von Benjamin Forster, der diesen Bohrertyp in den USA bereits im Jahr 1886 zum Patent angemeldet hat.

Natürlich kann man die Verbindungslöcher im Chassis der Box auch mit einem herkömmlichen Spiralbohrer herstellen. Wer aber mit Holzdübeln anstelle von Schrauben arbeiten möchte, kommt um den Forstnerbohrer kaum herum. Denn damit lassen sich hervorragend sogenannte Sacklöcher herstellen. Als Sacklöcher bezeichnet man Bohrungen, die nicht das gesamte Material durchdringen, sondern in einer bestimmten Tiefe aufhören.

Kauftipp: Forstnerbohrer finden Sie im Heimwerkerbedarf als Zubehör für alle gängigen Bohrmaschinen. Sie sind in Durchmessern zwischen 8 und 150 Millimetern erhältlich.

Übrigens: Den Forstnerbohrer können Sie nicht nur im Lautsprecherbau verwenden. Damit lassen sich hervorragend auch die Ausbohrungen für Topfscharniere in Schranktüren herstellen.

Holzleim

Um ein gutes Klangergebnis zu erzielen, sollte das Material, aus dem die Boxen hergestellt werden, möglichst homogen sein. Dazu gehört es auch, dass man bei Holzboxen möglichst auf Schrauben verzichtet und die einzelnen Teile miteinander verleimt.

Ein herkömmlicher Holzleim, der mit einem Pinsel aufgetragen wird, genügt für Lautsprecher innerhalb der Wohnung. Sollen die Boxen auch draußen oder eventuell in einem Gartenhaus verwendet werden, ist wasserfester Holzleim das Mittel der Wahl.

Schraubzwingen

Damit die einzelnen Teile fest gegeneinander gepresst werden können, verwendet man am besten passende Schraubzwingen.

Kauftipp: Schaffen Sie Schraubzwingen möglichst in unterschiedlichen Größen an. Dann sind Sie flexibel und können kleinere Schraubzwingen auch an schwer zugänglichen Stellen verwenden.

Spaxschrauben

Eine weitere Möglichkeit, die einzelnen Teile des Chassis zu fixieren, bis der Leim getrocknet ist, sind Spaxschrauben. Spaxschrauben verwendet man normalerweise zum Verlegen von Spanplatten. Sie haben ein selbstschneidendes Gewinde. Werden sie zur Fixierung beim Leimen benutzt, müssen die Schraublöcher anschließend etwas weiter aufgebohrt und mit Holzdübeln verschlossen werden.

Tipp: Lassen Sie die Holzdübel einige Millimeter aus dem Loch herausstehen und schleifen Sie sie anschließend glatt. Wenn der Lacküberzug auf das Holz kommt, sind keine Unterschiede mehr erkennbar.

Gehäusedämmung

Ein ganz wichtiges Thema beim Lautsprecherbau ist die Gehäusedämmung. Schwingungen und Durchtrittsschall können die Klangqualität entscheidend beeinträchtigen. Deshalb sollte zunächst eine sogenannte Ringversteifung vorgenommen werden.

Dazu verwendet man Bretter, die man von innen so aussägt, dass nur noch ein etwa zwei bis drei Zentimeter großer Rahmen übrig bleibt. Dieser Rahmen wird dann einige Zentimeter über oder unter der Boxenmitte an die Innenwände geklebt. So teilt man die Gehäusewand in unterschiedliche Sektoren ein, die nicht durch die unterschiedlichen Schwingungen von Bass, Mitteltöner oder Hochtöner beeinträchtigt werden.

Tipp: Bei sehr hohen Boxen empfiehlt es sich, mehrere Ringversteifungen übereinander anzuordnen.

Zur Dämmung der Lautsprecherboxen von innen kann man verschiedene Materialien wählen. Hier kommen unter anderem

infrage.

Wichtig ist, dass das passende Werkzeug vorhanden ist. Ein Cutter eignet sich perfekt zum Zurechtschneiden, und für die Befestigung von Dämmstoff an der Innenwand des Gehäuses kann ein Elektrotacker verwendet werden. Günstiger ist es allerdings, den Dämmstoff aufzukleben, weil die Klammern des Elektrotackers eventuell wieder Schwingungsstörungen veranlassen könnten.

Behandlung des Holzes

Während das Holz der Innenwände nicht behandelt werden muss, weil hier ja der Dämmstoff aufgebracht wird, sollten die Boxen von außen mit geeigneten Mitteln bearbeitet werden. Unverzichtbare Werkzeuge und Hilfsmittel sind hier unter anderem:

  • Verschieden große Pinsel
  • Pinselreiniger
  • Gefäße, in die der Pinselreiniger gefüllt werden kann (alte Gläser)
  • Lammfellrolle – möglichst grob – oder alternativ
  • Lackrolle

Wer Beize, Farbe oder Lack von Hand auftragen möchte, benötigt für die großen Flächen entsprechende Rollen und für Ecken, Kanten und Ausschnitte passende Pinsel. Grobe Lammfellrollen erzeugen eine strukturierte Oberfläche. Mit speziellen Lackrollen können sehr feine und glatte Oberflächen erzeugt werden.

Achtung: Es ist nicht mit einem einzigen Anstrich geschehen. Nach dem ersten Anstrich richten sich die Fasern des Holzes auf und die Oberfläche wird fühlbar rau. Nun muss nachgeschliffen und erneut gestrichen werden. Je öfter dieser Vorgang wiederholt wird, umso glatter wird die Oberfläche. Auf diese Art lassen sich sogar Hochglanzlackoberflächen gestalten.

Kompressor und Spritzpistole

Bei großen Teilen, die möglichst eine leichte Struktur auf der Oberfläche behalten sollen, kann auch mit einem Kompressor und einer Spritzpistole gearbeitet werden. Hier sorgt ein Druckminderer für einen gleichmäßigen Auftrag.

Achtung: Wenn Sie mit Kompressor und Spritzpistole arbeiten, benötigen Sie geeignete Schutzkleidung wie zum Beispiel eine Brille und eine Maske. Außerdem sollte jeder Raum, in dem mit Farben gearbeitet wird, möglichst gut belüftet werden.

Was Sie sonst noch zum Lautsprecherbau brauchen

Oft sind es die kleinen Dinge, die vergessen werden. Natürlich verfügt nahezu jeder Haushalt über eine Grundausstattung an alltäglichen Werkzeugen. Aber einige Dinge, die speziell beim Lautsprecherbau benötigt werden, sollten Sie auf jeden Fall bereitlegen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Schraubenzieher für unterschiedliche Schraubenarten (Kreuz, Schlitz)
  • Alternativ ein Akkuschrauber mit entsprechenden Bits
  • Seitenschneider
  • Hilfsmittel wie Pinselreiniger, Farbeimer
  • Bleistift zum Anzeichnen
  • Maßband oder Zollstock und eine
  • Schere

So vorbereitet dürfte der Lautsprecherbau kein Problem mehr sein. Jetzt fehlt nur noch die Elektronik – und dem Klangerlebnis aus selbst gebauten Boxen steht nichts mehr im Weg.

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