Force Fin Tauchflossen

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Die Frage nach den besten Tauchflossen hat stark religiösen Charakter. Nach meiner Beobachtung hat dies primär damit zu tun, dass sämtliche brauchbaren Flossen eine hohen Anschaffungspreis haben. Wer aber viel Geld in seine "Antriebsquellen" investiert hat, wird schwerlich eingestehen können, einen Fehlgriff getan zu haben... Also hat irgendwie jeder Recht.
Diese Einleitung nur vorweg, weil ich hier einen Ratgeber über die Force Fins aus meiner subjektiven Sicht schreibe.
Mit allen Flossen wird man unter Wasser irgendeine Art von Vortrieb ereichen können. Die Frage ist also eher, welche zusätzlichen Aspekte für einen Taucher wichtig sind. Bequemlichkeit? Energieeffizienz? Individualität? Bekanntheitsgrad? Budget? Das kann jeder individuell entscheiden.

Force Fins der amerikanischen Firma Bob Evans Designs, Inc. heben sich von der Masse der Flossen in Form und Funktion ab und weisen besondere Materialeigenschaften auf. Das Design orientiert sich an Fischflossen (Schlagwort Bionic). Kurze, gleichmäßige Schläge reichen für normalen Vortrieb völlig aus. Für den maximalen Schub sind dann einfach kraftvolle, kurze Schläge erforderlich. Daß dies nicht ganz verkehrt sein kann, ist vielleicht an dem Rekord eines Marinetauchers zu sehen, der mit Force Fins den Weltrekord im Langstreckentauchen (55 km in 24 Stunden) aufgestellt hat. Auch aus einem Auswahlverfahren der U.S.-Navy ist die Flosse als Beste im Test hervorgegangen. Hinzu kommt, dass die Flosse auch in Umfragen eines bekannten deutschen Tauchmagazins an der Spitzenposition bei der Zufriedenheit steht.

Material:
Als Material wird eine spezielle Polyurethanmischung verwendet, das in einem einmaligen Verfahren in Form gepresst wird. Mit die Rückstellwirkung dieses Kunststoffes sind die leichten Bewegungen unter Wasser möglich. Ein anderer großer Vorteil  ist die Unempfindlichkeit des Materials - es verbiegt sich auch unter Sonnen- oder Wärmeeinfluss nicht. Es gibt Leute, die von einem Test berichten, die Flossen über Nacht in einen Schraubstock einzuspannen - am Morgen schnappt sie einfach zurück in ihre Ausgangsform.
Es gibt auch eine Sonderform mit handverarbeitetem, durchsichtigen Material, die sogenannten "Tan Delta". Der erhebliche Mehrpreis bringt aber einzig und allein einen größeren Showeffekt, ohne dass die technischen Eigenschaften anders wären. Hier rate ich: diese Mehrausgabe lohnt sich nicht.

Typen:
Drei Typen aus der umfangreichen Force Fin Produktpalette kommen für den Taucher in Frage: Force Fin Pro, Force Fin Excellerating und Force Fin Foil.
Pro: Ist der Klassiker. Ein kurzes, breites Flossenblatt ist hier charakteristisch. Es fehlt subjektiv das Gefühl, eine Flosse zu tragen, dennoch ist der Vortrieb sehr gut. Dies lässt sich unter Wasser sehr gut vergleichen, wenn man mit gleicher Schlagfrequenz wie der Buddy mit anderen Flossen schwimmt. Ziemlich schnell muß man sich nach ihm umdrehen ;-)
Excellerating: Längeres und schmaleres Flossenblatt. Durch aufschraubbare Wings sind die Flossen auf Vortrieb oder Richtungsstabilität zu optimieren. Gerade UW-Fotographen schätzen die präzisen Positionswechsel, die mit der Excellerating möglich sind.
Foil: Sieht fast aus, wie eine normale Split-Fin, ist aber der Turbo unter Wasser. Ich war erstaunt, welcher Geschwindigkeitszuwachs zu meinen normalen Pro möglich war. In der Strömung steht man mit wenigen entspannten Kicks.

Größe:
Bei den Größen gilt es zu beachten, ob die Flossen mit oder ohne Comfort Instep getaucht werden sollen (siehe auch Empfehlung). Die Größenangaben auf der Homepage der Firma geben immer die reguläre Größenwahl im Vergleich zur Schuhgröße an. Mit Insteps sollte man eine Nummer größer wählen.
Beispiel: Bei meiner Schuhgröße 44 komme ich mit Neoprensocken in der L klar. Mit Insteps bräuchte ich ein XL und mit den Boots mit fester Sohle zum Trockentauchen brauche ich die XXL mit Insteps.

Empfehlungen:
Zwei Produkterweiterungen sind absolut zu empfehlen: die sogenannten Comfort Insteps, die das Fußteil mit einer angenehmen Polsterung auskleiden und die Bungie Heel Straps, die statt der mitgelieferten Zugfixierung angebracht werden können. Die Flossen funktionieren auch absolut ohne, aber ein bisschen Komfot macht das taucherische Leben angenehmer ;-)
Ein zweiter Hinweis scheint mir auch noch angebracht: Der deutsche Vertrieb bietet Testmöglichkeiten (auf der Homepage erkundigen). Vor einem Kauf halte ich das für eine absolut empfehlenswerte Aktion. Vor der Anschaffung gilt - möglichst immer ausprobieren.

Import:
Da die Preise im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zum Teil wesentlich günstiger sind, als in Deutschland, habe ich mich mal näher mit dem Import beschäftigt. In Deutschland wird bei der Einfuhr, neben den üblichen 19% MwSt. noch mal eine Einfuhrgebühr von 2,7% erhoben (TARIC-Code: 9506290000, "Geräte für... andere Sportarten... Wassersport... Sonstige").
In der Summe trotzdem noch preiswerter, als der deutsche Listenpreis.

Für diese Angaben übernehme ich natürlich keine Garantie! Jeder sollte mit seinem zuständigen Zollamt die Details vorab selber klären. Die anderen Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt worden, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Jede Verantwortung oder Regressanspruch für fälschlichen Gebrauch oder Missverständnisse lehne ich ab. Beim Tauchen gilt es immer, alle Sicherheitsregeln einzuhalten und kein Risiko einzugehen.
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