Flügelhorn, Waldhorn & Co: Was die Instrumente der Hörnerfamilie auszeichnet

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Flügelhorn, Waldhorn & Co: Was die Instrumente der Hörnerfamilie auszeichnet

Die Horninstrumente sind eine Unterfamilie der Blechblasinstrumente und aus keinem Orchester und keiner Blaskapelle mehr wegzudenken. Sie unterscheiden sich in ihrem Aufbau und der Tonhöhe. Auch die Anzahl der Ventile variiert. 

Einordnung der Hörnerfamilie in die Vielfalt der Instrumente

Alle Instrumente der Hörnerfamilie zählen zu den Blechblasinstrumenten. Je nachdem, wie Sie in die Instrumente blasen, können Sie die verschiedenen Naturtöne der Instrumente erklingen lassen. Töne außerhalb dieser Reihe können durch Längenveränderungen mit Ventilen oder Rohren wie bei der Posaune erzeugt werden. Je nach ihrer Form werden die Blechblasinstrumente in Trompeten- und Horninstrumente unterteilt. Wenn der Aufbau der Instrumente zum Großteil konisch ist, wird von Horninstrumenten, bei zylindrischer Bauweise von Trompeteninstrumenten gesprochen. Der Aufbau des Rohrs und bestimmte Eigenschaften wie das Verhältnis von der Weite zur Länge bezeichnet man auch als Mensur. Die Bügelhörner sind eine Unterfamilie der Horninstrumente, zu denen Instrumente wie das Flügelhorn, das Tenorhorn und die Tuba zählen.

Das Waldhorn - ein rundes Blechblasinstrument

Wenn ein Instrument als Horn bezeichnet wird, ist dabei üblicherweise vom Waldhorn die Rede. Das Horn zählt zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Der Körper des Waldhorns ist kreisförmig, am Ende des Rohrs befindet sich der Schallbecher. Durch die Verwendung von Ventilen können Sie beim Waldhorn die Töne verändern. Früher wurden hauptsächlich Hörner ohne Ventile verwendet, hiermit konnten nur die Naturtöne gespielt werden. Das Horn wird zum einen im Jagdbereich verwendet. Jedoch hat es seit dem 18. Jahrhundert auch im Orchester seinen Platz gefunden. Weiterhin wurde auch Kammermusik für Blechbläser- oder Holzbläserquintette geschrieben, bei denen das Waldhorn zur Besetzung gehört. Sogar für Hornensembles mit drei bis sechzehn Hörnern gibt es spezielle Kompositionen. Auch in Blaskapellen ist das Waldhorn unverzichtbar. Darüber hinaus wird die besondere Klangfarbe des Horns auch in der Jazzmusik genutzt. Im Bereich der klassischen Musik werden üblicherweise F-Hörner und B-Hörner verwendet. Das F-Waldhorn klingt dabei eine Quinte tiefer als das B-Horn. Von allen Blechblasinstrumenten besitzt das Waldhorn die vielfältigsten Klangmöglichkeiten und lässt sich mit allen Instrumenten kombinieren. Der Charakter der Töne kann warm, mild, weich, kalt, hell, dunkel oder verhalten sein. Durch das schlanke, trichterförmige Mundstück können Sie den Tönen eine große dynamische Spannweite verleihen. Meistens ist das Waldhorn aus Messing gefertigt.

Für Einsteiger optimal

Das Waldhorn können Sie mit Fleiß und etwas Begabung auf neuen oder gebrauchten Instrumenten relativ schnell erlernen. Deshalb eignet es sich auch als Einstiegsinstrument bei den Blechblasinstrumenten. Dabei gibt es auch spezielle Kinder- oder Jugendhörner, die etwas kleiner sind. Wie fast jedes Blasinstrument müssen Sie auch das Waldhorn während des Spielens halten, bei langen Märschen kann das durchaus auch anstrengend sein. 

Das Kornett - trompetenähnliches Horninstrument

Das Kornett besitzt eine trompetenähnliche Form und Stimmlage, wird aber aufgrund der Mensur auch zu den Horninstrumenten gezählt. Meistens wird es in B gestimmt, es gibt jedoch auch Kornette in Es. Der Name leitet sich vom französischen „cornet à pistons" ab, was kleines Ventilhorn bedeutet. Als Erfinder des Kornetts gilt Louis Antoine Halary, der 1828 die Idee hatte, das deutsche Posthorn mit Ventilen zu versehen. Ziel war es, eine chromatische Tonreihe erzeugen zu können. Durch die Weiterentwicklung durch Gustave Auguste Besson im Jahr 1837 gelangte das Instrument zu enormer Beliebtheit. Auch heute noch können Sie Instrumente der Marke Besson erwerben.

Das Kornett kommt in Militärkapellen und im Jazz zum Einsatz

Das Kornett wird heute fast ausschließlich in Blasorchestern, Brass Bands und Militärkapellen verwendet. Auch in der frühen Jazzmusik spielte es bei Interpreten wie Louis Armstrong und Bix Beiderbecke eine wichtige Rolle. Im 19. Jahrhundert ersetzte es in Frankreich häufig die Trompete im Orchester. Bei kleinerer Streicherbesetzung mischt sich der Klang des Kornetts besser mit den übrigen Instrumenten als bei der Trompete. In den modernen Orchestern ist das Kornett allerdings nur selten zu finden, hier werden fast ausschließlich Trompeten verwendet. Besonders als Schulinstrument für Trompeter ist das Kornett populär. Beim Kornett spricht der Ton leichter und aufgrund der einfacheren Konstruktion ist es für Kinder leichter zu halten. Aufgrund der ähnlichen Konstruktion fällt der Wechsel zwischen der Trompete und dem Kornett recht leicht. Insgesamt besitzt das Kornett einen etwas weicheren und runderen Ton, erreicht allerdings nicht die Dynamik einer Trompete. Auch das Spielen sehr hoher Noten ist beim Kornett erschwert.

Das Flügelhorn als Sopraninstrument unter den Hörnern

Das Flügelhorn zählt zur Familie der Bügelhörner und ist das Sopraninstrument der Blechblasinstrumente. Auch beim Flügelhorn ist die Bauform und Stimmung mit der Trompete vergleichbar, allerdings ist das Rohr überwiegend konisch. Außerdem besitzt das Flügelhorn eine weite Mensur und das Mundstück weist einen tiefen Kessel auf.

Die "Geige des Blasorchesters"

Seinen Ursprung hat das Instrument im Signalhorn. Etwa gleichzeitig mit der Trompete wurde es um 1830 mit Ventilen ausgestattet. Bereits im 18. Jahrhundert war das Flügelhorn das Instrument des Flügelmeisters, der mit seinem Instrument die Flügel einer Jagdgesellschaft koordinierte. Auch in Marschkompanien des Militärs wurde es als Signalinstrument verwendet. Das Flügelhorn wurde zu weiterhin auch im Militärorchester verwendet, um die Durchschlagskraft und Klangbreite zu erhöhen. Im Sinfonie-Orchester spielten das Flügelhorn und weitere Bügelhörner mit Ausnahme der Tuba nie eine Rolle. Sowohl in Militärorchestern als auch in Blasorchestern ist das Flügelhorn für die Melodiestimme zuständig und wird auch als Geige des Blasorchesters bezeichnet. Der Kontrast zwischen dem weichen Klang der Flügelhörner und dem scharfen Klang der Trompeten ist charakteristisch für deutsche Blasorchester.

Das Flügelhorn erhalten Sie in verschiedenen Bauweisen. Vor allem das Mundstück und das Mundrohr unterscheiden sich dabei. In unserem Raum wird hauptsächlich das Flügelhorn mit Drehventil verwendet, das auch als Konzertflügelhorn bezeichnet wird. Das Jazz-Flügelhorn besitzt dagegen sogenannte Périnet-Ventile. Bei amerikanischen Flügelhörnern ist das Mundstück sehr eng, während es in Deutschland etwas weiter ist.

Die Wagnertuba - ein weiteres Blechblasinstrument aus der Hörnerfamilie

Die Wagnertuba ist nicht mit der Tuba verwandt, wie der Name andeuten könnte, sondern zählt zur Familie der Waldhörner. Das Instrument besitzt drei oder vier Ventile und wird mit einem Waldhorn-Mundstück geblasen. In der Bauform erinnert die Wagnertuba an das Tenorhorn. Wie bei Waldhörnern sind Wagnertuben auch in B- und F-Stimmung erhältlich. Wagnertuben werden immer im Satz mit zwei Tenortuben in B und zwei Basstuben in F besetzt und von Hornisten geblasen. Richard Wagner ließ die Instrumente für den „Ring des Nibelungen" anfertigen, daher kommt auch der Name des Instruments. Auch Anton Bruckner verwendet die Instrumente in seinen Sinfonien. Weiterhin setzt sie Richard Strauss in Werken wie „Elektra" und „Die Frau ohne Schatten" ein. Auch Igor Strawinsky setzt in zwei seiner Werke, darunter im Ballett „Der Feuervogel" die Wagnertuba ein. Ansonsten wird das Instrument eher selten verwendet, lediglich eine solistische Komposition existiert für das Instrument. Johannes X. Schachter komponierte dafür die Burleske „Die Jäger auf Karinhall".

Die Tuba - tiefstes Instrument unter den Bügelhörnern

Die Tuba ist das tiefste der Blechblasinstrumente. Das Instrument besitzt zwei bis sechs Ventile und zählt aufgrund seiner Mensur zu den Bügelhörnern. Charakteristisch für die Tuba sind die weite Mensur und das große Schallstück. Beim Spielen im Sitzen ruht die Tuba auf den Oberschenkel, im Stehen werden spezielle Ständer, Schultergurte oder Tubagürtel verwendet. 1835 wollte der damalige preußische Musikinspizient ein kräftigeres Bass-Instrument für die Musikkorps und ließ ein Bass-Instrument auf Bügelhorn-Basis entwickelt. Mit der Tuba wurden die bis dahin verwendeten Ophikleiden ersetzt. In Deutschland sind die Bass-Tuba in F oder Es und die Kontrabass-Tuba in B am gebräuchlichsten. In modernen Sinfonie-Orchestern wird häufig lediglich eine F-Tuba verwendet. Bei Blasorchester gibt es keinen Kontrabass, deswegen stellen hier die B-Tuben das wichtige Fundament dar. Mit der Bass-Tuba wird die Basslinie meist oktaviert verstärkt, um den obertonarmen Klang besser hörbar zu machen.

Passendes Zubehör für die verschiedenen Horninstrumente

Für die einzelnen Horninstrumente können Sie auch passendes Zubehör kaufen. So sind zahlreiche Noten für die einzelnen Vertreter der Hörnerfamilie erhältlich, egal, ob Noten für Horn, Flügelhorn, Kornett oder Tuba. Sowohl Stücke für Blasorchester und Sinfonie-Orchester als auch Solostücke zählen zu den angebotenen Materialien.

Wenn Sie in Ihrem Stück im Orchester oder Ensemble einmal Pause haben, ist ein Ständer für die Instrumente praktisch. So können Sie Ihr Horninstrument bequem abstellen, ohne dass Sie fürchten müssen, dass das Instrument umfällt. Weiterhin erhalten Sie auch passende Etuis oder Hüllen, um Ihr Instrument sicher aufbewahren und transportieren zu können. Spezielle Reinigungsartikel helfen Ihnen bei der Pflege Ihres Instrumentes. Bei einer Blaskapelle müssen Sie oftmals im Stehen oder Gehen spielen. Hier bietet sich ein spezieller Tragegurt an, um die Belastung gleichmäßiger auf den Körper zu verteilen. Auch ein Notenständer, der sich an das Instrument klemmen lässt, ist hier sehr hilfreich, denn beim Spielen hat man üblicherweise keine Hand frei. Mit einem Stimmgerät können Sie Ihr Instrument schnell und einfach auf den richtigen Ton stimmen.

Die richtige Wartung und Pflege der Hörner

Damit Ihr Horninstrument eine möglichst lange Lebensdauer erreicht, sollten Sie es regelmäßig reinigen und pflegen. Die meisten Hörner besitzen eine Wasserklappe. Wenn Sie diese öffnen, können Sie die Speichelreste aus dem Instrument blasen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit im Horninstrument sammelt und es zu Rost kommt. Weiterhin sollten Sie das Mundstück regelmäßig mit einem weichen Tuch reinigen. Auch den Korpus und hier vor allem die Griffstellen sollten Sie regelmäßig reinigen, um die Oberfläche beziehungsweise die Lackierung zu schützen. Durch den Schweiß kann ansonsten der Lack zerstört werden. Um den Lack zu erhalten, sollten Sie nur weiche Reinigungsmittel verwenden. Durch regelmäßiges Ölen wird die einwandfreie Funktion der Ventile gewährleistet. Auch die Innenseite der Züge sollten Sie hin und wieder reinigen.

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